{"id":30641,"date":"2022-03-16T14:32:14","date_gmt":"2022-03-16T13:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=30641"},"modified":"2022-03-16T14:32:14","modified_gmt":"2022-03-16T13:32:14","slug":"wir-suchen-wege-gummi-wieder-aufzubereiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=30641","title":{"rendered":"Wir suchen Wege, Gummi wieder aufzubereiten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><\/p>\n<p><strong>Interview mit Daniela Dingfelder, COO der DEGUMA-SCH\u00dcTZ GmbH<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frau Dingfelder, ist der Werkstoff Gummi nachhaltig?<\/strong><br \/>\nSowohl der Naturkautschuk als auch der synthetische Kautschuk haben in puncto Nachhaltigkeit Vor- und Nachteile. Beide sind im Alltag nicht wegzudenken \u2013 bei den G\u00fctern des t\u00e4glichen Bedarfs, wie Schuhsohlen, ebenso wenig wie in der Baubranche, der Automobilindustrie oder dem Tunnelbau. Negativ ist, dass Naturkautschuk vor allem in Monokulturen gewonnen wird und synthetischer auf dem fossilen Erd\u00f6l basiert. Wir brauchen Gummi, aber wir wollen es nachhaltig haben. Deshalb besch\u00e4ftigen wir uns seit einiger Zeit verst\u00e4rkt mit dem Recycling. Zusammen mit unseren Kunden suchen wir Wege, den Werkstoff wiederaufzubereiten und entwickeln daf\u00fcr die passenden Maschinen.<\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df ist das Interesse daran?<\/strong><br \/>\nIn der Branche ist das Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit enorm gewachsen. Das sehen wir an der Zahl der Projekte, die alleine wir verfolgen. Die Unternehmen sehen sich in der Verantwortung. Wir bei DEGUMA sagen, ja, wir bauen die Maschinen f\u00fcr die Gummiherstellung und -bearbeitung. \u00a0Aber wir sehen zu, dass wir das so nachhaltig wie m\u00f6glich tun. Wir haben zum Beispiel ein neues Antriebssystem entwickelt, das Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent erm\u00f6glicht. Wir stellen auch um auf eine modulare Bauweise, so dass nur noch Komponenten und Module ausgetauscht werden m\u00fcssen und nicht mehr die ganze Maschine.<\/p>\n<p><strong>DEGUMA ist Spezialist f\u00fcr Retrofit. Ist das auch ein Beitrag zum Klimaschutz?<\/strong><br \/>\nDEGUMA kommt urspr\u00fcnglich aus dem Bereich der \u00dcberarbeitung von Maschinen. Wir arbeiten schon seit Jahren daran, Maschinen im Rahmen des Retrofit energieeffizienter zu machen, etwa durch unser neues Antriebssystem. Damit kann man schon bei niedrigster Drehzahl die maximalen Drehmomente erreichen. Ein Kunde von uns konnte dadurch in seiner Produktion 100.000 kWh Strom pro Jahr einsparen. Die Maschinen sind extrem langlebig. Derzeit haben wir eine Maschine von 1937 in der \u00dcberarbeitung. Wir k\u00f6nnen diese Maschinen auf den aktuellen technischen Standard bringen und dem Markt wieder zur\u00fcckgeben, wo sie noch viele Jahre eingesetzt werden k\u00f6nnen. Sie sind dann sehr effizient, und es werden Rohstoffe f\u00fcr Neumaschinen gespart. Aber hier sind uns Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p><strong>Welche?<\/strong><br \/>\nDer Markt f\u00fcr Gummimaschinen w\u00e4chst. Da die Alten gerade auch durch das Retrofit sehr lange halten, m\u00fcssen auch neue Maschinen gebaut und verkauft werden. Bis die \u00fcberholt werden m\u00fcssen, vergehen wieder viele Jahre. Deshalb bauen wir eben auch neue Maschinen, aber hier arbeiten wir von vornherein nachhaltiger.<\/p>\n<p><strong>DEGUMA ist Teil des vom Bundesforschungsministerium gef\u00f6rderten Projekts AdaptAR. Worum geht es?<\/strong><br \/>\nEs geht darum, technische Bedienungsanleitungen zu digitalisieren \u2013 mithilfe von digitalem Zwilling und Augmented Reality. Ziel ist es, alle Anleitungen immer auf dem aktuellen Stand zu haben, etwas, das in Papierform nicht m\u00f6glich ist. Das hat viele Vorteile. Zum einen spart man durch den Ersatz von Papier wertvolle Ressourcen. Dar\u00fcber hinaus wollen wir auch den Fachkr\u00e4ftemangel adressieren. Denn die Anleitungen sind in mehreren Sprachen verf\u00fcgbar. Damit kann auch ein Facharbeiter, der die g\u00e4ngige Sprache in seinem Betrieb nicht beherrscht, die Handlungsanweisungen verstehen. Durch die Schaffung eines digitalen Zwillings lassen sich \u00fcberdies schneller Fehler erkennen. Und schlie\u00dflich erm\u00f6glicht die Digitalisierung den Fernzugriff auf Maschinen. Damit muss viel weniger Servicepersonal durch die Welt fliegen. Auch damit sparen wir CO2-ein.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle hat DEGUMA in diesem Projekt \u00fcbernommen?<\/strong><br \/>\nUnsere Rolle ist es, alles, was entwickelt wird, in der Anwendung zu erproben. Wir stellen unsere Prozesse zur Verf\u00fcgung, um die digitale Welt erst einmal mit Daten zu f\u00fcttern. Das machen wir kontinuierlich. Wir haben unsere Daten in einer App zusammengefasst. Diese App und ein Tablet liefern wir jetzt den Kunden mit den Maschinen mit und bitten sie, es einfach auszuprobieren. Das funktioniert sehr gut. Ein weiterer Vorteil f\u00fcr uns ist es, dass wir mit den technischen Daten in der Lage sind, den Produktionszyklus genauer zu betrachten und die Maschinen effizienter zu gestalten und Energie einzusparen.<\/p>\n<p><strong>DEGUMA ist in vielen L\u00e4ndern unterwegs. Ist Nachhaltigkeit ein Thema des Westens?<\/strong><br \/>\nSofern Firmen westlich gepr\u00e4gt sind, ist das Ziel der Nachhaltigkeit oft schon vorgegeben. Je weiter man Richtung Osten geht, desto weniger ist das ein Thema. Die Unternehmen dort versuchen ja erst einmal wirtschaftlich am Markt mitzuhalten und uns preislich zu unterbieten. Dazu m\u00fcssen sie so g\u00fcnstig wie m\u00f6glich produzieren. In Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern wird es noch Jahre dauern, bis Nachhaltigkeit die gleiche Relevanz hat wie bei uns. Deshalb sollten wir die Chance nutzen, uns als Vorreiter zu etablieren. Denn langfristig betrifft das Thema die Wirtschaft weltweit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sowohl der Naturkautschuk als auch der synthetische Kautschuk haben in puncto Nachhaltigkeit Vor- und Nachteile&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":30642,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-30641","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/30641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=30641"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/30641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30643,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/30641\/revisions\/30643"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/30642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=30641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=30641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=30641"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=30641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}