{"id":30764,"date":"2022-03-22T11:25:54","date_gmt":"2022-03-22T10:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=30764"},"modified":"2022-03-22T11:25:54","modified_gmt":"2022-03-22T10:25:54","slug":"die-anwendung-von-faserverbundwerkstoffen-bei-fahrwerksteilen-in-serienfertigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=30764","title":{"rendered":"Die Anwendung von Faserverbundwerkstoffen bei Fahrwerksteilen in Serienfertigungen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Gestamp, das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie ICT und seine weiteren Projektpartner stellen sich der wissenschaftlichen Herausforderung Fahrwerksteile aus gr\u00fcnem Faserverbundwerkstoffen f\u00fcr Serienfertigungen zu entwickeln<\/strong><\/li>\n<li><strong>Das breite Eco Dynamic SMC-Konsortium b\u00fcndelt Expertise aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Automobilindustrie und Wissenschaft.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mobilit\u00e4tsanforderungen unterliegen einem st\u00e4ndigen Wandel. Aufgrund neuer Abgasvorschriften und der zunehmenden Elektromobilit\u00e4t bleiben Leichtbau und Sicherheit Treiber f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Automobil- und Mobilit\u00e4tsanwendungen. Der nachhaltige Umgang mit begrenzten Ressourcen und die verpflichtende Reduktion der CO2-Emissionen w\u00e4hrend des Produktionsprozesses und der Fahrzeuglebensdauer stehen nun neben der Performance einzelner Fahrzeugteile im Fokus.<\/p>\n<p>Gestamp glaubt daran, seinen Beitrag zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels zu leisten. Unser Engagement f\u00fcr Nachhaltigkeit ist in unserer DNA verankert. Wir bei Gestamp arbeiten f\u00fcr ein umweltfreundlicheres und sichereres Fahrzeug. Hierbei spielt Gewichtsreduktion ein zentrales Thema, da ein leichteres Auto bei seinem Einsatz weniger Emissionen ausst\u00f6\u00dft. Aus diesem Grund beteiligen sich Gestamp, das Fraunhofer-Institut f\u00fcr chemische Technologie ICT und die weiteren Konsortialpartner an dem ECO Dynamic SMC-Projekt.<\/p>\n<p>Aufgrund seiner guten Materialeigenschaften, Recyclingf\u00e4higkeit und weltweiten Verf\u00fcgbarkeit ist Stahl in der Automobil- und Mobilit\u00e4tsindustrie nach wie vor h\u00e4ufig das Material der Wahl und wird dies sicherlich auch in Zukunft bleiben. Der Trend geht aber auch zu neuen Materialien, die das Spektrum erweitern und das Motto \u201edas richtige Material am richtigen Ort\u201c erf\u00fcllen. Faserverbundwerkstoffe bieten exzellentes Leichtbaupotenzial und hervorragende Sicherheitsmerkmale. Der Einsatz von recycelbaren Materialien f\u00fchrt zu einer guten Balance zwischen Energieverbrauch, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>Faserverbundwerkstoffe werden derzeitig bereits bei Gro\u00dfserienfertigungen von Karosserieteilen eingesetzt, jedoch nicht bei Fahrwerkskomponenten in der Automobilindustrie sowie Luft- und Raumfahrt. Das Eco-Dynamic-SMC-Projekt stellt sich dieser Herausforderung, indem es einen geschlossenen Entwicklungskreislauf f\u00fcr einen automobilen Fahrwerks-Querlenker in Serienfertigung sowie ein Aufh\u00e4ngungsteil eines Motorseglers entwickelt.<\/p>\n<p>In beiden F\u00e4llen wird Stahl durch Faserverbundwerkstoff ersetzt, um die \u201eCF-SMC\u201c-Technologie f\u00fcr fahrdynamische und sicherheitsrelevante Fahrwerkskomponenten in Gro\u00dfserienfertigung zu implementieren.<\/p>\n<p>Das im Oktober 2021 eingef\u00fchrte und vom Bundesministerium f\u00fcr Energie und Klimaschutz gef\u00f6rderte Projekt Eco Dynamic SMC (<em>F\u00f6rderkennzeichen: 03LB3023A<\/em>) befasst sich mit der wissenschaftlichen Problemstellung der Entwicklung eines umfassenden kontinuierlichen Entwicklungsprozesses f\u00fcr Faserverbund-Bauteile, die die OEM-Zulassungsverfahren erf\u00fcllen. Die Zusammenarbeit zwischen Universit\u00e4ten, akademischen Instituten und Unternehmen aus verschiedenen relevanten Branchen im Rahmen des Eco Dynamic SMC Projekts f\u00f6rdert den Technologie- und Erfahrungstransfer \u00fcber Branchengrenzen hinweg. Gestamp ist der Leiter des Konsortiums.<\/p>\n<p>Heutzutage ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess f\u00fcr Metalle etabliert und es gibt eine definierte Vorgehensweise auf Basis verf\u00fcgbarer Werkstoffdaten zur Fertigung, Produktsimulationen und spezifischer Werkstoffkennwerte, wie Umformbarkeit, Dauerfestigkeit, Steifigkeit, Dehnratenverhalten oder Schwei\u00dfbarkeit.<\/p>\n<p>Begonnen wird mit der Entwicklung eines digitalen Schattens aus der Rohmaterialherstellung, um Fasergehalt und Gewicht des Materialstapels vor der \u00dcbertragung in das Werkzeug zu kennen. Eine umfassende Materialcharakterisierung bildet die Grundlage f\u00fcr die Integration der Materialeigenschaften und der Faserorientierung aus dem Herstellungsprozess in die Produktentwicklungssimulation. Am Ende der Entwicklungsphase wird ein Prototyp gefertigt und als Bauteil an einem Versuchsfahrzeug getestet, um das mechanische und akustische Verhalten zu bewerten.<\/p>\n<p>Im zweiten Projektstrang wird ein Aufh\u00e4ngungsteil f\u00fcr einen Motorsegler entwickelt, indem die gleiche Strategie des geschlossenen Kreislaufs von Prozess- und Produktentwicklung verfolgt wird. Neben der Erstellung des Entwicklungskreislaufs widmet sich das Projekt Eco Dynamic SMC weiteren Kernaspekten wie einer guten CO2-Bilanz, einem Recyclingkonzept, optimiertem Materialeinsatz, reduziertem Energieverbrauch sowie dem schonenden Umgang mit Ressourcen.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Eco Dynamic SMC Konsortium<\/strong><\/p>\n<p>Die Mitglieder des Projektkonsortiums: Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie ICT, Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie, DG Flugzeugbau GmbH, Koller Formenbau GmbH, Schmidt &amp; Heinzmann GmbH &amp; Co.KG, Toray Industries Europe GmbH, Vibracoustic SE, Gestamp Autotech Engineering Deutschland GmbH.<\/p>\n<p>Verbundene Partner: BMW AG, Premium Aerotec GmbH<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcber Gestamp<\/strong><\/p>\n<p>Gestamp ist ein multinationaler Konzern spezialisiert auf das Design, die Entwicklung und die Fertigung hochentwickelter Metallkomponenten f\u00fcr nahezu allen internationalen Automobilbauer. Das Unternehmen entwickelt Produkte mit einem innovativen Design, um Fahrzeuge sicherer und leichter zu machen und gleichzeitig durch einen geringeren Energieverbrauch und niedrigere CO2 Emissionen die Umwelt zu schonen. Gestamp produziert Karosserie-, Fahrwerks- und Mechanikteile.<\/p>\n<p>Weltweit arbeiten rund 40.000 Mitarbeitende an mehr als 100 Produktionsstandorten und 13 F&amp;E Zentren in 24 L\u00e4ndern f\u00fcr Gestamp. Der Unternehmensumsatz 2021 betrug 8.093 Millionen Euro. Gestamp ist an der spanischen B\u00f6rse (Ticker \u201eGEST) gelistet.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie ICT<\/strong><\/p>\n<p>Die Nutzung von Windenergie, und bald auch Photovoltaik, erm\u00f6glicht uns an unserem Hauptcampus mit einem sinkenden CO2\u00a0 Fu\u00dfabdruck zu betreiben. Dieser Campus beherbergt mehr als 100 Laboratorien, Pilot Werke und Testzentren auf einer Gesamtfl\u00e4che von 21 Hektar. Unsere Forschungsausrichtung erm\u00f6glicht es uns Forschung- und Entwicklungs-T\u00e4tigkeiten in diesem Bereich mit gro\u00dfen Demonstrationsanlagen zu verbinden. Bei unseren Forschungen fokussieren wir uns auf die Skalierbarkeit von Prozessen, dar\u00fcber hinaus auf den Transfer unserer Forschungsergebnisse aus dem Labor auf den Technikumsma\u00dfstab, und in manchen F\u00e4llen auf Vorserien-Anwendung.<\/p>\n<p>Aktuell arbeiten rund 540 Menschen f\u00fcr das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie ICT. Unser Hauptcampus befindet sich auf dem Hummelberg bei Pfinztal nahe Karlsruhe. Unsere Kunden und Projektpartner sind Unternehmen der Chemie- und Verfahrenstechnik, Automobilhersteller und deren Zulieferer, die kunststoffverarbeitende Industrie, Materialhersteller, Recyclingunternehmen, Unternehmen aus dem Bereich Energie und Umwelt, Kunden aus Sicherheitsbranche, die Bauindustrie und dem Luftfahrtsektor. Zudem bieten wir als einziges Sprengstoffforschungsinstitut in Deutschland das gesamte Spektrum von der Laborpr\u00fcfung \u00fcber die technische Bearbeitung bis hin zu ausgereiften Systemen an.<\/p>\n<p>In unserer Kernkompetenz \u201eKunststofftechnik\u201c erforschen wir seit 30 Jahren technische Kunststoffe f\u00fcr die praktische Anwendung. Ausgehend von der Polymersynthese besch\u00e4ftigen wir uns auch intensiv mit Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung. Wir unterst\u00fctzen die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und verf\u00fcgen \u00fcber umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Recycling und Abfallwirtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mobilit\u00e4tsanforderungen unterliegen einem st\u00e4ndigen Wandel. 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