{"id":30776,"date":"2022-03-23T08:42:35","date_gmt":"2022-03-23T07:42:35","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=30776"},"modified":"2022-03-22T13:44:55","modified_gmt":"2022-03-22T12:44:55","slug":"euler-hermes-studie-ukraine-konflikt-fuehrt-zu-steigenden-insolvenzen-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=30776","title":{"rendered":"Euler Hermes Studie: Ukraine-Konflikt f\u00fchrt zu steigenden Insolvenzen in Europa"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Euler Hermes senkt Prognose f\u00fcr Wachstum des Welthandels um 2 pp auf +4 %<\/strong><\/li>\n<li><strong>Weltwirtschaft d\u00fcrfte 2022 nur noch um +3,3 % (-0,8 pp) zulegen; BIP-Prognose f\u00fcr Deutschland um -1,4 pp auf +1,8 % gesenkt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Lieferketten gef\u00e4hrdet, darunter insbesondere Automobil- und Halbleiterbranche<\/strong><\/li>\n<li><strong>Pleiten im Jahr 2022 laufen Gefahr, ohne entsprechende Gegenma\u00dfnahmen um +23 % in Europa anzusteigen (+7 pp durch den Konflikt), +4 % in Deutschland<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Welthandel und die Weltwirtschaft erhalten durch den Ukraine-Konflikt einen erheblichen D\u00e4mpfer und Insolvenzen steigen, insbesondere in Europa. Der weltweit f\u00fchrende Kreditversicherer Euler Hermes rechnet in seiner aktuellen Studie nur noch mit einem Wachstum des Welthandelsvolumens um +4 % f\u00fcr 2022 und damit mit konfliktbedingten Einbu\u00dfen um mindestens zwei Prozentpunkten (pp). Beim globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) gehen die Volkswirte von einem Zuwachs um +3,3 % f\u00fcr 2022 aus (-0,8 pp weniger als vor Beginn des Konflikts) und um +2,8 % f\u00fcr 2023. F\u00fcr Deutschland hat der Kreditversicherer seine Prognose beim BIP-Wachstum ebenfalls um -1,4 pp auf +1,8 % gesenkt. Ohne entsprechende Gegenma\u00dfnahmen k\u00f6nnten die Insolvenzen in Europa mit +23 % im Jahr 2022 deutlich st\u00e4rker steigen als urspr\u00fcnglich erwartet. Auch in Deutschland erwartet der Kreditversicherer mit +4 % eine Trendwende bei den Pleiten.<\/p>\n<p>\u201eBei einer weiteren Eskalation des Konflikts droht 2023 eine Rezession f\u00fcr die gesamte Weltwirtschaft, f\u00fcr die Eurozone und auch f\u00fcr Deutschland\u201c, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Allianz und Euler Hermes.<\/p>\n<p><strong>Russland st\u00fcrzt in Rezession: Schockwellen in Zentral- und Osteuropa deutlich sp\u00fcrbar<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen Sanktionen treffen Russlands Wirtschaft hart und das Land f\u00e4llt mit -8 % beim BIP in eine starke Rezession. Bei einer weiteren Eskalation d\u00fcrfte die Wirtschaftsleistung sogar um -16 % schrumpfen. F\u00fcr den Welthandel insgesamt ist Russland zwar nicht systemrelevant, in einigen Bereichen d\u00fcrften die j\u00fcngsten Entwicklungen dennoch sp\u00fcrbare Schockwellen ausl\u00f6sen:<\/p>\n<p>\u201eInsbesondere die stark abh\u00e4ngigen Exporteure in Zentral- und Osteuropa k\u00f6nnten herbe Einbu\u00dfen erleiden\u201c, sagt Subran. \u201eZudem geraten Lieferketten in einigen Branchen erneut unter gro\u00dfen Druck, insbesondere in der Halbleiter- und Automobilindustrie. Ben\u00f6tigte Metalle, spezielle Gase und Kabel sind knapp und k\u00f6nnten zu unterbrochenen Lieferketten f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schifffahrt: Umwege von Containerschiffen setzen Lieferketten aus Fernost unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Containerschiffe vermeiden zudem konfliktbedingt aktuell das Schwarze Meer und nehmen weniger direkte und deutlich zeitaufw\u00e4ndigere und kostspieligere Routen in Kauf.<\/p>\n<p>\u201eDie Umleitung von Frachtschiffen hat zusammen mit den hohen Energiepreisen Auswirkungen auf Frachtraten und Lieferzeiten \u2013 und damit auch auf die Lieferketten aus Fernost\u201c, sagt Milo Bogaerts, CEO von Euler Hermes in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. \u201eHinzu kommen die strikten Covid-Ma\u00dfnahmen in China, die zu Produktionsunterbrechungen und teilweise zu vor\u00fcbergehenden Schlie\u00dfungen von einzelnen H\u00e4fen f\u00fchren. Eine Stabilisierung der angespannten Situation in der Logistik liegt dadurch aktuell auf Eis und bringt viele Unsicherheiten mit sich.\u201c<\/p>\n<p><strong>Weltwirtschaft ausgebremst: Risiko von Zahlungsausf\u00e4llen und Insolvenzen steigt<\/strong><\/p>\n<p>Durch die ausgebremste Weltwirtschaft steigt vielerorts das Risiko von Zahlungsausf\u00e4llen und auch Insolvenzen d\u00fcrften wieder merklich ansteigen, insbesondere in Europa:<\/p>\n<p>\u201eDer potenzielle Anstieg der Insolvenzen in Europa hat sich durch den Konflikt in diesem Jahr um 7 pp auf +23 % erh\u00f6ht und im kommenden Jahr um 4 pp auf +17 %, sofern keine entsprechenden Gegenma\u00dfnahmen implementiert werden&#8221;, sagt Bogaerts. &#8220;In Deutschland sind die Insolvenzen immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau \u2013 aber die verlangsamte Konjunktur d\u00fcrfte 2022 wahrscheinlich eine Trendwende ausl\u00f6sen, mit h\u00f6heren Risiken in den sensibelsten Sektoren wie Energie, Transport und Automobilzulieferer. Wir gehen derzeit von etwa 4 % mehr Insolvenzen aus als im Jahr 2021.&#8221;<\/p>\n<p>Zahlreiche weitere Risiken stellen Unternehmen aktuell vor gro\u00dfe Herausforderungen: Insbesondere die Entwicklung der Energiepreise, die zu einer deutlich h\u00f6heren Inflationsrate f\u00fchren als urspr\u00fcnglich erwartet. Die Euler Hermes Experten haben die Prognose durch den Konflikt in der Ukraine f\u00fcr Deutschland um 2,2 pp nach oben korrigiert: Sie erwarten f\u00fcr die Bundesrepublik im Jahr 2022 nun eine Teuerung um 6 % im Vergleich zum Vorjahr \u2013 bei einer weiteren deutlichen Eskalation des Ukraine-Konflikts sogar um +7 %.<\/p>\n<p>Aber auch weitere potenzielle (geo-)politische Risiken sollten Unternehmen im Auge behalten. Die Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China bergen zahlreiche Unsicherheiten. Zudem stehen in Frankreich und Brasilien Wahlen an, die zahlreiche Ver\u00e4nderungen mit sich bringen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Gewinner gibt es in der aktuellen Situation nur wenige. Lediglich Rohstofflieferanten in Mittelost sowie in einigen lateinamerikanischen Staaten k\u00f6nnten von den Bem\u00fchungen einiger europ\u00e4ischer Staaten profitieren, sich unabh\u00e4ngiger von russischen Gas- und \u00d6l-Lieferungen zu machen.<\/p>\n<p><strong>Die deutsche Zusammenfassung der Studie finden Sie hier:<\/strong><\/p>\n<p><a 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Dependencies\u201d (ENG, PDF) finden Sie beigef\u00fcgt und hier:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=2aOrBS6oRJrXSQIM5cmrGqI9snIFx0XbtMUg6fwjUfRD4olLFzLBpCk8kpgcR8t2p2xQRyPYWj9-2Bumfv0x-2B6dW8kuLx9CP6FPLoeM0uzWoFZgKhVZaY7xozilyTGhb8Wk4QC_a-2BWxTQtMOYT-2Bt8Ki1f8mYE1J2jC6okRj1xr7ieooVD7qb5BjGiHHJeCAXnFiI5Fqns1nybfGCOEGNOaQisna-2B43HMako6pdwBF57VhbGDmcW7htiNaB17MjIEN9DVkj3y8AJMqWgHMVrDQK-2BBin4WgQXzOakqLKjPfSFai8KWcmp2Q1AgSTpGzTakQ6a6sgYU2CTK3VVmAmAViMAMzKJ6-2Bab20QBenHap4ZtVbqKYe2tE23NLWueKeeVHJCM0caB3uVNbwML-2FxRoftrNMXQQ322ZWQX1qs-2Fg1PlRae2Jd9fMU3YEI39U7Noepe09REPCBdw0rYfLxzPwpGf4KqccqcfD2UdDHsf0yCgyxVNHg49QG9fcM6uyNmwH-2FnAe-2BkpuetIS74s3uoiqLzcA47LYYg-3D-3D\">https:\/\/www.eulerhermes.com\/en_global\/news-insights\/economic-insights.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Welthandel und die Weltwirtschaft erhalten durch den Ukraine-Konflikt einen erheblichen D\u00e4mpfer und Insolvenzen 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