{"id":30838,"date":"2022-03-25T11:56:48","date_gmt":"2022-03-25T10:56:48","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=30838"},"modified":"2022-03-25T11:56:48","modified_gmt":"2022-03-25T10:56:48","slug":"doppelschneckenextruder-ermoeglichen-ein-direktes-up-cycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=30838","title":{"rendered":"Doppelschneckenextruder erm\u00f6glichen ein direktes Up-Cycling"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Interview mit Daniel Nagl, Managing Director der Leistritz Extrusionstechnik GmbH<\/p>\n<p><strong>Herr Nagl, welche Rolle spielt der Extruder im Recycling-Prozess?<\/strong><br \/>\nNoch immer kommen gro\u00dfe Mengen Kunststoffabfall auf Deponien, werden verbrannt oder einfach weggeworfen. Der Extruder tr\u00e4gt dazu bei, aus einem vermeintlichen Abfall wieder einen Kunststoff zu machen, sei es f\u00fcr eine h\u00f6herwertige, eine gleichwertige oder eine niederwertige Anwendung. Im Recycling gibt es dazu verschiedene Ansatzpunkte: das mechanische, das physikalische und das chemische Recycling. Da ist noch vieles in der Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>Welchen Vorteil bietet ein Doppelschneckenextruder hierbei?<\/strong><br \/>\nSein gro\u00dfer Vorteil ist, dass er eine sehr gute Mischmaschine ist. Andere Aggregate k\u00f6nnen auch aufschmelzen, aber bei der Doppelschnecke kann man gleichzeitig Additive einarbeiten. Im mechanischen Recycling kommt man auf diese Weise aus dem reinen Re-Cycling in das Up-Cycling hinein. Man kann also h\u00f6herwertiges Material herstellen. Beim physikalischen Recycling wird einer Kunststoffschmelze ein L\u00f6semittel zugegeben, um einen Kunststoff zu extrahieren. In diesem Prozess ist die Entgasung sehr wichtig. Auch hier ist die Doppelschnecke die beste Wahl, denn sie kann sehr gut entgasen. Wir bei Leistritz sehen es als unsere Aufgabe an, all diese Verfahren und Technologien weiterzuentwickeln, um das Recycling noch effizienter und besser zu machen. Das ist ein sehr dynamisches Feld, auf dem sich immer wieder neue Aufgabenstellungen ergeben.<\/p>\n<p><strong>Treibt das Recycling die Nachfrage bei Leistritz?<\/strong><br \/>\nWir merken, dass dieses Thema immer mehr in den Fokus r\u00fcckt, was uns sehr freut. Kunststoffabf\u00e4lle aus der Produktion werden schon lange recycelt, aus Gr\u00fcnden der Kosteneffizienz. Neu ist, dass der Druck der Konsumenten zunimmt. Das f\u00fchrt unter anderem dazu, dass sich die gro\u00dfen Konsumg\u00fcterhersteller freiwillig Rezyklatquoten auferlegen. In dieser Situation sind unsere Extruder vermehrt gefragt.<\/p>\n<p><strong>Voraussetzung ist aber, dass es gen\u00fcgend Mengen gibt, oder?<\/strong><br \/>\nDas ist der kritische Punkt. Beim Recycling kommt es darauf an, wer die Stoffstr\u00f6me kontrolliert. Bei PET ist der Stoffstrom dank des Pfandsystems in Deutschland schon relativ gut etabliert. Aber in vielen anderen Bereichen ist das nicht so. Man muss also erst einmal den Stoffstrom bekommen und dann auch m\u00f6glichst einen qualitativ hochwertigen. Hier ist gro\u00dfes Potential vorhanden, die Recyclingquote zu erh\u00f6hen und deshalb dringend eine ganzheitliche L\u00f6sung erforderlich.<\/p>\n<p><strong>Wo ist der Doppelschneckenextruder au\u00dferhalb des Recyclings noch wichtig?<\/strong><br \/>\nF\u00fcr den Extruder ist neben dem Recycling von Kunststoffen der Leichtbau das zweite gro\u00dfe Nachhaltigkeitsthema. In der Automobilindustrie, in der Luftfahrtindustrie, \u00fcberall tragen Kunststoffbauteile zu Gewichtsverlust und damit zur Minderung von CO2-Emissionen bei. Um unsere Expertise in diesem Bereich weiter auszubauen, sind wir beispielsweise bereits 2018 eine Entwicklungspartnerschaft mit der Johannes Kepler Universit\u00e4t in Linz eingegangen, wo wir zusammen mit anderen namhaften Unternehmen an verfahrenstechnischen Prozessen in der Kunststoffverarbeitung forschen. Angefangen beim Einsatz faserverst\u00e4rkter Kunststoffe f\u00fcr den Leichtbau \u00fcber die Digitalisierung bis hin zur Wiederverwertung von Kunststoffen. Die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette vom Werkstoff \u00fcber die Bauteilentwicklung bis zur automatisierten Verarbeitung. Dabei konzentrieren sich die Aktivit\u00e4ten bei der Wiederverwertung auf das werkstoffliche Recycling und das Upcycling zur Verbesserung der Eigenschaften.<br \/>\nAber auch die Energiewende bei uns ist ohne Kunststoffe nicht umsetzbar. In Windr\u00e4ndern ist beispielsweise sehr viel PET verbaut. Wir haben immer schon Extruder f\u00fcr Kunststoffe gemacht. Aber mit diesen Anwendungen, Leichtbau, Recycling, k\u00f6nnen sich die Menschen viel besser identifizieren. Unsere Mitarbeiter k\u00f6nnen ihrer Familie sagen, dass wir zu etwas Gutem beitragen.<\/p>\n<p><strong>Der Kunststoffbedarf steigt. Was ist zu tun, damit diese Entwicklung positiv wahrgenommen wird?<\/strong><br \/>\nWir m\u00fcssen Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten und zeigen, dass man mit Kunststoff viel Gutes tun kann und dass man den Extruder daf\u00fcr braucht. Das m\u00fcssen die Menschen verstehen. Wir m\u00fcssen ihnen sagen, dass sie die Baumwolltaschen in der Gem\u00fcseabteilung mindestens 1000 Mal benutzen m\u00fcssen, damit sich das in der \u00d6ko-Bilanz im Vergleich zu einer Plastikt\u00fcte rechnet. Problematisch ist, dass Kunststoff oft falsch dargestellt wird. Diese Aufkl\u00e4rungsarbeit m\u00f6chten wir auch im Rahmen unseres Messeauftritts auf der K leisten und setzen das Thema Nachhaltigkeit, Recycling und Effizienz deshalb in den Fokus.<\/p>\n<p><strong>Auf der Leistritz-Webseite gibt es das Projekt \u201ePlastics 2050\u201c. Was hat es damit auf sich?<\/strong><br \/>\nWir haben das Projekt Anfang 2021 gestartet. Wir kl\u00e4ren dort \u00fcber Kunststoff auf. Wir zeigen Fragestellungen, aber auch L\u00f6sungen. Und Visionen. Unter anderem stellen wir uns die Frage, wie sich der steigende Kunststoffbedarf decken l\u00e4sst, ohne die Umwelt zu belasten und was mithilfe der Digitalisierung m\u00f6glich ist um Technologien, Effizienz und Nachhaltigkeit optimal zu verbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch immer kommen gro\u00dfe Mengen Kunststoffabfall auf Deponien, werden verbrannt oder einfach weggeworfen. 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