{"id":30937,"date":"2022-03-31T11:39:26","date_gmt":"2022-03-31T09:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=30937"},"modified":"2022-03-31T11:39:26","modified_gmt":"2022-03-31T09:39:26","slug":"die-kreislaufwirtschaft-braucht-ganzheitliche-recyclingloesungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=30937","title":{"rendered":"Die Kreislaufwirtschaft braucht ganzheitliche Recyclingl\u00f6sungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/p>\n<p>Interview mit Alaaddin Aydin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Maag Germany GmbH<\/p>\n<p>Herr Aydin, wie bekommen wir das Problem des Kunststoffabfalls in den Griff?<\/strong><br \/>\nDie Frage ist nicht einfach zu beantworten. Es kommt immer auf den Umgang mit Kunststoff an. Da, wo keine Infrastruktur existiert und es kein abgestimmtes Regelwerk gibt, kann der vern\u00fcnftige Umgang mit dem Kunststoffm\u00fcll nicht funktionieren. Das schadet uns sehr. Dieses Problem kann die Kunststoffindustrie alleine nicht l\u00f6sen. Die Politik muss in Zusammenarbeit mit der Industrie und dem Handel die Infrastruktur und Rahmenbedingungen schaffen, um kontrollierte und nachvollziehbare Wertstoffstr\u00f6me zu gew\u00e4hrleisten und die Verlagerung der Risiken in Drittstaaten verhindern.<\/p>\n<p><strong>Wie kann die Kreislaufwirtschaft forciert werden?<\/strong><br \/>\nDie Kunststoffindustrie und der Handel arbeiten schon seit l\u00e4ngerem an L\u00f6sungen, um die Wertstoffstr\u00f6me im Kreislauf zu halten und den Anteil an Sekund\u00e4rstoffen in Produkten zu erh\u00f6hen. Hersteller von Kunststoffprodukten sind zunehmend dabei ihre Produkte recycelbar zu machen und erh\u00f6hen auch den Rezyklatanteil in ihrer Produktion. Produkte m\u00fcssen aber auch reparierbar sein \u2013 an diesem Punkt ist noch viel zu tun. Viele Produkte sind nicht reparierbar und werden immer noch einfach ausgetauscht, wenn sie defekt sind. Reparieren muss sich lohnen. Hier sind zwei einfache Beispiele: Die Effizienz kann mit L\u00f6sungen f\u00fcr eine umfassende vorausschauende Wartung oder Online-Qualit\u00e4tskontrollen erheblich gesteigert werden.<br \/>\nDie Diskussion muss versachlicht und l\u00f6sungsorientiert gef\u00fchrt werden. Kunststoffe sind dann meistens ein Teil der L\u00f6sung und nicht das Problem. Am Ende m\u00fcssen alle an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, die Industrie, die Politik aber auch die Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong>In Deutschland sind wir ja schon ein gutes St\u00fcck voran gegangen.<\/strong><br \/>\nJa, hier wird viel gemacht, es gibt aber auch noch viel zu tun. Es gibt viele gute Initiativen von allen beteiligten Seiten. Themen wie Ressourceneffizienz, klimaneutrale Kreislaufwirtschaft und die Schaffung von industriellen Infrastrukturen f\u00fcr eine Kreislaufwirtschaft werden oft im Schulterschluss angegangen. Die meisten Herausforderungen lassen sich aber nur auf der europ\u00e4ischen Ebene oder international l\u00f6sen. Neben technologischen Innovationen braucht es klare und m\u00f6glichst unb\u00fcrokratische Regeln, die f\u00fcr alle gelten und ein \u201eLevel-Playing-Field\u201c gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle kommt der Industrie und hier vor allem dem Maschinenbau zu?\u00a0<\/strong><br \/>\nDer Maschinenbau ist ein L\u00f6sungsanbieter. So sehen wir uns bei Maag auch. Wir k\u00f6nnen L\u00f6sungen anbieten, die Produktionsabf\u00e4lle vermeiden, den effizienten Einsatz von Energie und Rohstoffen weiter vorantreiben und die Wiederverwertbarkeit nach dem Ende des Lebenszyklus eines Produktes gew\u00e4hrleisten. Zum Beispiel arbeiten Kunststoffhersteller mit Hochdruck an L\u00f6sungen, um Verbundwerkstoffe zu vermeiden und gleiche Funktionen \u00fcber Monomaterialien anzubieten, was die Kunststoffprodukte leichter recycelbar macht. Nachvollziehbare Wertstoffstr\u00f6me und die Identifizierbarkeit von Kunststoffen f\u00fcr ein sortenreines Recycling, sowohl chemisch als auch mechanisch, werden vorangetrieben. Fest steht: Die Kreislaufwirtschaft braucht ganzheitliche Recyclingl\u00f6sungen.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielt die Digitalisierung hierbei?<\/strong><br \/>\nSie spielt eine entscheidende Rolle. Je effizienter produziert wird und je mehr Sekund\u00e4rstoffe eingesetzt werden, umso kleiner ist der Eingriff in die Natur. In den Nachrichten und der Fachpresse ist das Thema Kreislaufwirtschaft omnipr\u00e4sent und die Unternehmen stellen sich dieser Herausforderung und den daraus folgenden Aufgaben.<\/p>\n<p><strong>Und welchen Beitrag muss der Verbraucher leisten?<\/strong><br \/>\nEs muss ein Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden. Es reicht nicht, als Konsument die Plastikteppiche auf den Meeren und den drohenden Klimawandel zu beklagen. Man muss auch sein eigenes Verhalten \u00e4ndern und wertsch\u00e4tzend mit den Rohstoffen und den Produkten umgehen. Das bedeutet zum Beispiel, dass man ein Produkt nicht einfach austauscht, weil es ein neueres Modell gibt, sondern dass man es bis zu seinem physischen oder technologischen Lebensende nutzt. Das hei\u00dft auch, dass man sich nicht drei Kleidungsst\u00fccke bestellt und zwei wieder retourniert. Bei Kleidung ist es heute oft schon so, dass durch den Trend zu Fast Fashion ein nicht unerheblicher Anteil ungetragen auf dem M\u00fcll landet. Der Verbraucher beeinflusst durch sein Kaufverhalten am Ende auch die Industrie und den Handel.<\/p>\n<p><strong>Welchen technologischen Beitrag zur L\u00f6sung der Probleme bietet Maag?<\/strong><br \/>\nWir bieten zum Beispiel L\u00f6sungen f\u00fcr das mechanische Recycling an. Das Herzst\u00fcck ist unser Hochleistungsschmelzefilter von Ettlinger, der je nach Applikation bis zu 16 Prozent Gewichtsvolumen aus dem Kunststoff herausholen kann &#8211; bei einem minimalen Materialverlust. Unsere sechste Generation Pumpen, die es jetzt auch speziell f\u00fcr Recycling-Anwendungen gibt, kann Partikelgr\u00f6\u00dfen bis 4 Millimeter tolerieren, so dass selbst bei Post-Consumer-Recycling-Applikationen die Standzeiten verdoppelt wurden. Zudem bieten wir komplette Downstream-L\u00f6sungen an, inklusive der Granulierung. Die Granulatoren haben wir komplett \u00fcberarbeitet. Bei gleicher Baugr\u00f6\u00dfe ist jetzt 40 Prozent mehr Aussto\u00df m\u00f6glich. Die Verf\u00fcgbarkeit der Anlagen wurde zudem erh\u00f6ht und die Lebensdauer von Verschlei\u00dfteilen erheblich verl\u00e4ngert, so dass ungeplante Stillstandszeiten minimiert wurden. Dies f\u00fchrt wiederum zu erheblich reduzierten Produktionsabf\u00e4llen beim An- und Abfahren der Anlagen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wir kleinere Anlagen anbieten k\u00f6nnen bei verbesserter Leistung und Zuverl\u00e4ssigkeit. Das bedeutet weniger Bauraum, weniger Energieeintrag, weniger Produktionsabf\u00e4lle bei verbesserter Produktqualit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Es kommt immer auf den Umgang mit Kunststoff an. 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