{"id":31209,"date":"2022-04-13T08:06:43","date_gmt":"2022-04-13T06:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=31209"},"modified":"2022-04-12T11:09:36","modified_gmt":"2022-04-12T09:09:36","slug":"grosse-exportumfrage-von-allianz-trade-sieht-hohe-transport-und-energiekosten-als-hauptrisiken-fuer-deutsche-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=31209","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Exportumfrage von Allianz Trade sieht hohe Transport- und Energiekosten als Hauptrisiken f\u00fcr deutsche Unternehmen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Deutsche Exportunternehmen optimistisch bei Umsatz-Erwartungen: 84 % gehen von weiterem Umsatzplus aus (vor Ukraine-Konflikt: 93 %)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Steigende Transport- und Energiekosten sind Top-Exportrisiken 2022 (vor Ukraine-Konflikt: pandemiebedingte Unsicherheiten)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sprunghafter Anstieg durch Ukraine-Konflikt: Doppelt so viele deutsche Exportunternehmen sorgen sich um steigende Zahlungsausf\u00e4lle (58 %) und um St\u00f6rungen der Lieferkette (47 %)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unterschiedliche Export-Strategien: Gro\u00dfteil setzt auf Internationalisierung, aber auch Hamstern, neue Lieferanten und Fokus auf den Heimatmarkt<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Herausforderungen im Welthandel bleiben auch 2022 vielf\u00e4ltig. Der weltweit f\u00fchrende Kreditversicherer Allianz Trade hat in zwei Befragungswellen deshalb insgesamt mehr als 2.500 Unternehmen in sechs L\u00e4ndern<a name=\"_ftnref1\"><\/a><a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> befragt, wie sie die Export-Aussichten f\u00fcr 2022 einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Vor dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts<a name=\"_ftnref2\"><\/a><a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> nannten die meisten der befragten Unternehmen bereits die steigenden Energiepreise (34 %) als insgesamt gr\u00f6\u00dftes Exportrisiko, gefolgt von hohen Transportkosten und geopolitischen Spannungen (je 29 %). An den Top-Risiken selbst hat sich seither wenig ge\u00e4ndert \u2013 inzwischen bewerten allerdings wesentlich mehr Unternehmen diese als problematisch: 53 % sehen steigende Transportkosten als gr\u00f6\u00dfte Herausforderungen, gefolgt von steigenden Energiepreisen (52 %) und geopolitischen Spannungen (44 %). Besonders stark gestiegen ist mit dem Konflikt zudem die Sorge vor St\u00f6rungen der Lieferketten und vor Zahlungsausf\u00e4llen.<\/p>\n<p><strong>2022: Welthandel als Achterbahnfahrt \u2013 Exporteure dennoch weiter optimistisch beim Umsatz<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFest steht: 2022 wird f\u00fcr den Welthandel eher eine Achterbahnfahrt und kein erneuter H\u00f6henflug wie 2021\u201c, sagt Ana Boata, Leiterin Economic Research bei Allianz Trade.<\/p>\n<p>2021 gab es bereits zahlreiche Herausforderungen beim internationalen Handel \u2013 allerdings verbunden mit einem pandemiebedingten Nachhol-Boom. Entsprechend \u00fcbertraf bei drei Vierteln der Exporteure in Deutschland (76 %) das Gesch\u00e4ft die urspr\u00fcnglichen Erwartungen.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr 2022 waren Exporteure hierzulande zun\u00e4chst weiterhin sehr optimistisch \u2013 rund 93 % von ihnen erwarteten zu Jahresbeginn ein Umsatzwachstum bei den eigenen Exporten\u201c, sagt Milo Bogaerts, CEO Allianz Trade in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. \u201eDieser Optimismus ist zwar weiterhin vorhanden, durch den Ukraine-Konflikt gehen allerdings nur noch 84% der deutschen Unternehmen von einem Umsatzplus aus, 16 % erwarten inzwischen jedoch sinkende Ums\u00e4tze.\u201c<\/p>\n<p><strong>Doppelschlag f\u00fcr Welthandel: Ukraine-Konflikt und Pandemieausbr\u00fcche in China<\/strong><\/p>\n<p>Die bestehenden Probleme haben sich 2022 durch den Konflikt mit der Ukraine versch\u00e4rft: Der Welthandel b\u00fc\u00dft deutlich an Dynamik ein. So hat Allianz Trade ihre urspr\u00fcngliche Prognose f\u00fcr 2022 um 2 Prozentpunkte (pp) gesenkt und geht beim Volumen von einem Wachstum von +4 % aus, das damit unter dem Langzeitdurchschnitt liegt. Beim Wert der gehandelten Waren erwartet der Kreditversicherer inflationsbedingt inzwischen ein Plus von fast 11 % (vor dem Konflikt: +7,2 %).<\/p>\n<p>\u201eDie russische Invasion in der Ukraine und der erneute Ausbruch von Covid-19 in China treffen den Welthandel doppelt hart mit geringeren Mengen und h\u00f6heren Preisen\u201c, sagt Boata. \u201eLieferketten sind weiterhin gef\u00e4hrdet, durch konfliktbedingte Umwege und Hafenschlie\u00dfungen gibt es lange Transportzeiten. Somit bleiben dem Welthandel Versp\u00e4tungen und hohe Frachtraten l\u00e4nger erhalten als urspr\u00fcnglich erwartet \u2013 auch aufgrund der hohen Energiepreise.\u201c<\/p>\n<p><strong>2021: Pandemiebedingte Unsicherheiten gr\u00f6\u00dftes Exportrisiko<\/strong><\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Exportrisiko im Jahr 2021 waren die pandemiebedingten Unsicherheiten. Ein Drittel der befragten deutschen Unternehmen (33 %) gab an, dass die Pandemie erheblichen Einfluss auf ihre Exportaktivit\u00e4ten hatte \u2013 das ist allerdings deutlich weniger als im internationalen Durchschnitt (40 %). Die weiteren Top-Risiken f\u00fcr deutsche Exporteure waren im vergangenen Jahr die gestiegenen Transportkosten (31 %), hohe Energiepreise (29 %), Lieferengp\u00e4sse sowie gestiegene Input-Kosten (27 %) sowie die verl\u00e4ngerten Transportzeiten (25 %).<\/p>\n<p><strong>2022: Mehr als jedes zweite Unternehmen f\u00fcrchtet h\u00f6here Energie- und Transportkosten <\/strong><\/p>\n<p>Exporteure sind mit Blick auf 2022 grunds\u00e4tzlich optimistisch bei den Umsatzerwartungen, sehen aktuell aber auch sehr stark Risiken, die ihr Gesch\u00e4ft beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eDie stark gestiegenen Transportkosten bereiten deutschen Exportunternehmen inzwischen die gr\u00f6\u00dften Sorgen\u201c, sagt Milo Bogaerts. \u201eDie meisten deutschen Unternehmen gehen davon aus, dass sich weder bei Transportkosten noch -zeiten 2022 Entspannung abzeichnen wird: Mehr als die H\u00e4lfte der Firmen (53 %) geht mit Ausbruch des Ukraine-Konflikts sogar davon aus, dass sich die Situation weiter versch\u00e4rft.\u201c<\/p>\n<p>Vor dem Konflikt war dies nur bei etwa jedem dritten Unternehmen der Fall. Die hohen Energiepreise sehen zudem etwa 80 % der befragten Unternehmen als Herausforderung f\u00fcr ihre Exportt\u00e4tigkeit. Mehr als die H\u00e4lfte (52 %) erwartet noch weiter steigende Energiekosten.<\/p>\n<p><strong>Verdoppelte Sorge vor erneuten St\u00f6rungen der Lieferketten<\/strong><\/p>\n<p>Beinahe jedes zweite Unternehmen (47 %) f\u00fcrchtet inzwischen zunehmende St\u00f6rungen von Lieferketten und h\u00f6here Preise bei den Vorprodukten \u2013 das sind fast doppelt so viele Unternehmen wie vor Ausbruch des Konflikts (25 %).<\/p>\n<p><strong>Risiko verdoppelt: 58 % der Unternehmen rechnen mit mehr Zahlungsausf\u00e4llen<\/strong><\/p>\n<p>Vor der Ukraine-Krise bewerteten rund 62 % der befragten Unternehmen Zahlungsausf\u00e4lle insgesamt als Herausforderung, jetzt sind dies 93 %. Vorher sahen 30 % darin ein wachsendes Risiko. Inzwischen hat sich dies nahezu verdoppelt:<\/p>\n<p>\u201eBesonders stark angestiegen ist bei den deutschen Exportunternehmen auch die Sorge vor steigenden Zahlungsausf\u00e4llen\u201c, sagt Bogaerts. \u201eSechs von zehn Unternehmen (58 %) erwarten f\u00fcr das laufende Jahr, dass mehr Zahlungen ausfallen. Damit sind die Erwartungen deutscher Unternehmen diesbez\u00fcglich deutlich pessimistischer als die ihrer europ\u00e4ischen Pendants.\u201c<\/p>\n<p>Zum Vergleich: In Italien rechnen 43 % der Exportunternehmen mit mehr Zahlungsausf\u00e4llen als im Vorjahr, in Frankreich 49 % und in Gro\u00dfbritannien 53 %. Bereits 2021 verzeichneten 87 % der befragten deutschen Unternehmen Beeintr\u00e4chtigungen ihrer Exporte durch Zahlungsausf\u00e4lle, mehr als die H\u00e4lfte davon moderat oder erheblich.<\/p>\n<p><strong>Schlechtere Zahlungsmoral: Trotz Digitalisierung werden Rechnungen immer sp\u00e4ter bezahlt<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Zahlungsmoral hat sich bei den Abnehmern der befragten Unternehmen verschlechtert. Jeder zweite Exporteur in Europa und 46 % der deutschen Unternehmen berichten, dass Rechnungen 2021 immer sp\u00e4ter bezahlt wurden \u2013 obwohl Unternehmen vielerorts Bargeld horten und die gro\u00dfe Mehrheit der befragten Firmen in digitale Prozesse investiert hat, die die Zahlungsfristen verk\u00fcrzen sollten. F\u00fcr 2022 erwarten inzwischen 66 % der deutschen Unternehmen eine sich weiter verschlechternde Zahlungsmoral.<\/p>\n<p>Dies best\u00e4tigt die Prognose von Allianz Trade, dass sich auch das Insolvenzgeschehen in Europa sukzessive normalisieren d\u00fcrfte. Dieser Prozess hatte sich schon vor Ausbruch des Konflikts abgezeichnet. Der Kreditversicherer geht in den gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Volkswirtschaften insgesamt von einem Zuwachs der Pleiten um +10 % aus (Deutschland: +4 %), wenngleich weiterhin auf moderatem und in Deutschland niedrigen Niveau.<\/p>\n<p><strong>Export-Strategien: DNA der deutschen Exporteure ist die Erschlie\u00dfung neuer M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie deutschen Exporteure lassen sich von diesen Entwicklungen allerdings nicht abschrecken\u201c, sagt Bogaerts: \u201eEs liegt in ihrer DNA, neue Exportm\u00e4rkte zu erschlie\u00dfen. Fast drei Viertel (73 %) der befragten Unternehmen planen diesen Schritt f\u00fcr 2022. Das Gute liegt dabei vielerorts recht nah: Favorit der deutschen Unternehmen sind dabei die franz\u00f6sischen Nachbarn. In der Ferne sind die USA und Japan die begehrtesten neuen Exportziele.\u201c<\/p>\n<p>Durch den Ukraine-Konflikt gewinnt die zunehmende Diversifizierung bei den Exportunternehmen an Bedeutung: 87 % der deutschen Exporteure wollen Investitionen f\u00fcr eine st\u00e4rkere Internationalisierung ausweiten \u2013 die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen (50 %) hat durch den Konflikt diese Investitionspl\u00e4ne sogar noch weiter aufgestockt. Damit liegen die deutschen Exporteure deutlich \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt.<\/p>\n<p>Die Export-Strategien der deutschen Unternehmen sind jedoch vielf\u00e4ltig: W\u00e4hrend der Gro\u00dfteil auf internationale Diversifizierung setzt, ist bei einigen Unternehmen angesichts der steigenden Risiken f\u00fcr Lieferketten auch weiterhin \u201eHamstern\u201c angesagt. Andere wiederum suchen neue Lieferanten oder wollen verst\u00e4rkt auf Gesch\u00e4fte innerhalb Deutschlands setzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die vollst\u00e4ndigen Ergebnisse der Allianz Trade Umfrage zum Welthandel finden Sie beigef\u00fcgt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die deutsche Zusammenfassung der aktuellen Allianz Trade Studie mit Prognosen zum Welthandel finden Sie hier:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=2aOrBS6oRJrXSQIM5cmrGjc09ZHyvO7eGtF6D-2F3l0F-2BNr0NVKk0D90pU3pjc9-2FUSWKmhxciNTnlTaLGYnLq-2BpzfGcLVYPZJZoIL2Ad7wMy9UUbQKsYgl0OtvALAb-2FQpW4nWp-2FNkMlRW8ss8jWV1XTmFNWLV2mzsskZUsALzgcvY-3DTZnX_a-2BWxTQtMOYT-2Bt8Ki1f8mYE1J2jC6okRj1xr7ieooVD7qb5BjGiHHJeCAXnFiI5Fqns1nybfGCOEGNOaQisna-2B43HMako6pdwBF57VhbGDmcW7htiNaB17MjIEN9DVkj34TH8hl9j3niqZB6RTLpMhPcM9-2FgAo9R83cKtJeMbozp6B-2FweSNCu0NAxnOyKafN-2FLHiP6XIGdjJ9iqx6C1ArFURPMk0L5pH35Pz0Ht91zcsIR0My2JoAZet55KFtuaQgieFM-2FkOPyGMbQaBisGTpi4-2BxqR5lnPoJ6CPZuwptNpftL7-2F-2FIrhgfkIgU-2FEkF-2BkCHpXq0tCVX93LhtBpj-2Bo1swoUwLzxNGGkdDuHSn0YzxxNfQul3MGzaZWSG1LfsyJfXc4WlsnRBru2i97ZyxaVDQ-3D-3D\">https:\/\/www.allianz-trade.de\/wissen\/wirtschafts-news\/welthandel-kampf-gegen-nachfrage-und-preisschocks.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Die vollst\u00e4ndige Allianz Trade Studie \u201eBattling out of demand and price shocks\u201d (ENG, pdf) finden Sie beigef\u00fcgt und hier:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=2aOrBS6oRJrXSQIM5cmrGjc09ZHyvO7eGtF6D-2F3l0F8WJ7EtpkITQMZMPEHTZ5toM07qXA43eBhRWVg2JM8Sj8Pj3F7Q6JEZ0ZFleCJDciOzVGXMzPzrjwC62LIEiAxLKTYzCEwhn9U3KKcmUZsbhaLRbQXPireUB96FxXV2N8OryGX1zFp70QCNNcbPjOEfSVjqV-2BTdTO3lhfsysKLXCw-3D-3DiFzG_a-2BWxTQtMOYT-2Bt8Ki1f8mYE1J2jC6okRj1xr7ieooVD7qb5BjGiHHJeCAXnFiI5Fqns1nybfGCOEGNOaQisna-2B43HMako6pdwBF57VhbGDmcW7htiNaB17MjIEN9DVkj34TH8hl9j3niqZB6RTLpMhPcM9-2FgAo9R83cKtJeMbozp6B-2FweSNCu0NAxnOyKafN-2FLHiP6XIGdjJ9iqx6C1ArFURPMk0L5pH35Pz0Ht91zcvRQWZagzBJJFVNL5gyADo6P0mZr1Vo-2FPJLVfetS74ZkFbLtk3E1P9tbnCMNd-2BZDAdFPy-2BhWQtzBeNCm6krPC-2FYD0Jh3iwHAw6tK0xVmAtg8A5rhUNq1ECqCQ5hF3PaB-2FLsaAjlEGqinXSqj3YttOit4w0-2FD8O-2FqI11xHc-2BqzR9gw-3D-3D\">https:\/\/www.allianz-trade.com\/content\/dam\/onemarketing\/aztrade\/allianz-trade_com\/en_gl\/erd\/publications\/the-watch\/2022_03_25_global_trade-AZT.pdf<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herausforderungen im Welthandel bleiben auch 2022 vielf\u00e4ltig. 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