{"id":31282,"date":"2022-04-20T10:05:43","date_gmt":"2022-04-20T08:05:43","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=31282"},"modified":"2022-04-20T10:05:43","modified_gmt":"2022-04-20T08:05:43","slug":"effiziente-funktionsintegration-in-kunststoffbauteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=31282","title":{"rendered":"Effiziente Funktionsintegration in Kunststoffbauteilen"},"content":{"rendered":"<section id=\"c2993\" class=\"section ce-textpic std ce-textpic-top\">\n<div class=\"images\"><\/div>\n<div class=\"text\">\n<p>Das Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KUZ) zeigt auf der KUTENO vom 10. bis 12. April 2022 innovative Entwicklungen zum Thema Funktionsintegration f\u00fcr Elektronikanwendungen im Bereich der Kunststoffverarbeitung. Im Fokus stehen dabei Entwicklungen zu integrierter EMV-Funktionalit\u00e4t bei Leichtbau-Geh\u00e4usen sowie zu verbesserter Antistatik in Sandwich-Bauteilen aus Kunststoff. Auf dem Messestand im Foyer \/ EN11 stehen Exponate zu aktuellen Forschungsprojekten sowie zu elektrischen Pr\u00fcfungen an Kunststoffen im Mittelpunkt.<\/p>\n<h4>Integrierte EMV-Funktionalit\u00e4t bei Leichtbau-Geh\u00e4usen<\/h4>\n<p>Gute Elektromagnetische Vertr\u00e4glichkeit (EMV) von Ger\u00e4ten zeichnet sich dadurch aus, dass durch eine ausreichende Abschirmwirkung andere Ger\u00e4te nicht durch ungewollte elektrische oder elektromagnetische Effekte gest\u00f6rt werden. Dies gilt ebenso f\u00fcr das abgeschirmte Ger\u00e4t selbst, das hei\u00dft es soll zu keiner wechselseitigen Beeinflussung der Ger\u00e4te untereinander kommen.<\/p>\n<p>In einem Verbundprojekt hat das KUZ elektromagnetisch abschirmende Folien direkt in den Spritzgie\u00dfprozess implementiert. Es wurden verschiedene Konzepte f\u00fcr einen EMV-gerechten Geh\u00e4useprototypen entwickelt. Dabei entstanden material- und verfahrensgerechte L\u00f6sungskonzepte f\u00fcr PP und PA6 zur Realisierung der Abschirmwirkung in einer Geh\u00e4usestruktur. Die Verarbeitbarkeit hybrider Materialsysteme und deren Kombinationen wurde in Machbarkeitsstudien intensiv hinsichtlich ihrer geometrischen und technologischen Grenzen untersucht.<\/p>\n<p>Die Kombination von Thermoplasten mit flexiblen, dehnbaren Multi-Layer-Foliensystemen stand dabei im Fokus. Ebenso wurde durch den Einsatz chemischer Treibmittel das Leichtbaupotenzial dieser Geh\u00e4usevarianten gesteigert. Neben der Gewichtsreduktion gegen\u00fcber Metallgeh\u00e4usen von mindestens 50 % konnte die Dichte durch das chemische Sch\u00e4umen zus\u00e4tzlich, gegen\u00fcber dem Kompaktspritzguss, um 10 bis 15 % reduziert werden.<\/p>\n<p>Dieser neuartige Ansatz stellt eine effiziente Alternative zu traditionellen L\u00f6sungen dar, bei denen Geh\u00e4use aus Metall hergestellt werden oder Spritzgussbauteile im Nachgang metallisch beschichtet werden. Durch den Einsatz preislich attraktiver Multi-Layer-Foliensystemen und die Implementierung der EMV-Funktionalit\u00e4t unmittelbar im Spritzgie\u00dfprozess ohne Nachbearbeitung, wird eine lohnende Kostenreduzierung und Zeitersparnis erreicht.<\/p>\n<h4>Verbesserte Antistatik in Sandwich-Bauteilen aus Kunststoff<\/h4>\n<p>Die isolierenden Eigenschaften von Kunststoffen bieten ideale Voraussetzung f\u00fcr deren Anwendungen im elektrotechnischen Bereich. Der hohe spezifische Oberfl\u00e4chenwiderstand kann jedoch auch negative Auswirkungen ausbilden. Durch Ladungstrennung akkumulieren hohe Spannungen an Kunststoffoberfl\u00e4chen und k\u00f6nnen so zu elektrischen Entladungen im Kilovoltbereich f\u00fchren. Um dies zu verhindern werden Antistatika eingesetzt. Permanente Antistatika sind sehr teuer und m\u00fcssen in einer hohen Konzentration dosiert werden um Wirkung zu zeigen. Migrierende Antistatika sind deutlich g\u00fcnstiger, wirken jedoch nicht dauerhaft und nur unter bestimmten Umst\u00e4nden.<\/p>\n<p>In einem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie mit Hilfe des Sandwichspritzgusses die Nachteile der migrierenden Antistatika reduziert und deren Einsatzgebiet erweitert werden kann. Durch das Einbringen der Antistatika in die Kernkomponente des Bauteils l\u00e4sst sich eine gezielte gesteuerte Migration einstellen. Durch den lokal begrenzten Einsatz der Antistatika lassen sich zus\u00e4tzlich Materialkosten sparen und die mechanischen Eigenschaften der Bauteile werden nicht negativ beeinflusst. Zus\u00e4tzlich kann die Wirkungsdauer migrierender Antistatika durch die Sandwichbauweise verl\u00e4ngert werden.<\/p>\n<h4>Elektrische Pr\u00fcfungen an Kunststoffen<\/h4>\n<p>Kunststoffteile vereinen in der Elektrotechnik eine zunehmende Anzahl von Funktionen. Funktionalisierte Kunststoff-Bauteile sind dabei unter anderem Isolatoren, W\u00e4rmeleitelemente und Userinterfaces. Zum Sicherstellen der bestimmungsgem\u00e4\u00dfen Funktion und der Sicherheit der Anwendung bedarf es verschiedener Pr\u00fcfungen. Im akkreditierten Pr\u00fcflabor widmet sich das KUZ der Pr\u00fcfung funktionalisierter Kunststoffteile und in anwendungsorientierten Forschungsprojekten der Weiterentwicklung verschiedenster elektrischer Pr\u00fcfmethoden. Aktuelle Schwerpunktthemen sind unter anderem: Weiterentwicklung eines Pr\u00fcfverfahrens zur Kriechstromfestigkeit, Weiterentwicklung der Durchschlagfestigkeits-Pr\u00fcfung, Oberfl\u00e4chen- &amp; Durchgangwiderst\u00e4nde von funktionalisierten Bauteilen sowie Brennbarkeitspr\u00fcfungen von Kunststoffgeh\u00e4usen.<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kunststoff-Zentrum in Leipzig zeigt auf der KUTENO vom 10. bis 12. 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