{"id":31498,"date":"2022-05-02T10:27:52","date_gmt":"2022-05-02T08:27:52","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=31498"},"modified":"2022-05-02T10:27:52","modified_gmt":"2022-05-02T08:27:52","slug":"trendbericht-asien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=31498","title":{"rendered":"Trendbericht Asien"},"content":{"rendered":"<div class=\"dim-chapter dim-chapter-headline grid__item\npalm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole\n\n\"><\/p>\n<h1 class=\"\n\nkilo\n\nweight--light\ncolor--brand\"><\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole\n\n        lap-one-whole\n\n    desk-two-thirds desk-wide-two-thirds\n\n\"><\/p>\n<div class=\"media-module\n\n    \"><\/p>\n<h2 class=\"gamma media-module__head\">Lokalisierung und Regionalisierung: Globale Lieferketten im Wandel<\/h2>\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<p>Die Welt hat in den letzten zwei Jahren ungeahnte wirtschaftliche Verwerfungen erlebt auch aufgrund der Pandemie-bezogenen Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung von Covid-19, die die Mobilit\u00e4t einschr\u00e4nkten und zu geringeren Ausgaben f\u00fcr G\u00fcter und Dienstleistungen f\u00fchrten. Das f\u00fchrte unvermeidlich zu Ersch\u00fctterung bei Angebot und Nachfrage und hat die Resilienz der weltweiten Lieferketten auf die Probe gestellt.<\/p>\n<p>Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzufedern, erfolgte eine Diversifizierung bei Angebot und Nachfrage. So wurde es einfacher, wichtige Rohstoffe and Komponenten zu beschaffen, aber auch schneller Fertigwaren zu vertreiben sowie Zugang zu Fachkr\u00e4ften oder Produktionsst\u00e4tten zu bekommen. Hersteller in aller Welt haben auf lokale oder regionale Produktion umgestellt, um ihre Abh\u00e4ngigkeit von vermeintlich riskanten Quellen zu verringern oder ganz zu eliminieren.<\/p>\n<p>China, die zweitgr\u00f6\u00dfte Wirtschaft der Welt, steht im Zentrum der globalen Lieferkette, nicht nur aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe seines Marktes und der umfangreichen Zulieferketten, sondern auch wegen seiner gro\u00dfen und leistungsf\u00e4higen H\u00e4fen und Verkehrsnetze. In j\u00fcngster Zeit wurde China, ein bedeutender Handelspartner f\u00fcr die USA, Europa und Asien, jedoch durch den Ausbruch von Covid-19, Schulden und einen r\u00fcckl\u00e4ufigen Immobilienmarkt behindert. Das Wachstum sollte 2021 8% betragen, bevor es 2022 auf 5,1% zur\u00fcckgeht. Mit der Stabilisierung der M\u00e4rkte wird das Wachstum nichtsdestotrotz bis 2023.<strong><sup>1 <\/sup><\/strong>wieder anziehen.<\/p>\n<p>Ab diesem Jahr haben sich die Im- und Exporte des Landes mit Handelspartnern der ASEAN (19,7%), der Europ\u00e4ischen Union (19,1%) und den USA (20,2%) wieder erholt, w\u00e4hrend der Handel mit den ostasiatischen Konkurrenten, Japan und S\u00fcdkorea, um 9,4% bzw. 18,4%, zulegte.<strong><sup>2 <\/sup><\/strong>F\u00fcr produzierende Unternehmen, die auf dem Weltmarkt agieren, bietet die \u201eChina Plus One\u201c Initiative die Chance, Zugang zu der sich entwickelnden Industrie-Infrastruktur S\u00fcdostasiens zu erlangen, um die eigene Lieferkette resilienter zu machen.<\/p>\n<p>Jetzt wo die Pandemie in den meisten Regionen abebbt und sich mehr L\u00e4ndern wieder \u00f6ffnen, stehen die Hersteller vor neuen Herausforderungen wie hohen Rohstoff- und Energiepreisen, logistischen Engp\u00e4ssen und der Inflation, wenn sie den Bedarf der Verbraucher nach kosteng\u00fcnstigen Produkten decken und mit der technischen Entwicklung Schritt halten wollen, um wirtschaftlich tragf\u00e4hig zu werden. Auch die Digitalisierung wie die Behebung des Fachkr\u00e4ftemangels wird weiter eine wichtige Rolle spielen, um Produktion und Vertrieb effizient zu halten.<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung: 4IR und die digitale \u00d6konomie in der ASEAN<\/strong><\/p>\n<p>Die ASEAN-Staaten, zu denen Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam geh\u00f6ren, sind ein gro\u00dfer Markt mit 661,9 Millionen Einwohnern.<strong><sup>3<\/sup><\/strong> Dieser st\u00e4ndig wachsende Handelsblock ist die f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Wirtschaft der Welt mit einem BSP von zusammen 3 Billionen US$ 2020, gleich nach den USA mit 20,9 Billionen US$, China mit 14,7 Billionen US$, Japan mit 5 Billionen US$ und Deutschland mit 3,8 Billionen US$. <strong><sup>4<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Die Region hat sich w\u00e4hrend der Pandemie gemeinsam hinter die strengen Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen gestellt und wirtschaftlich darauf reagiert. Auch hier war der Handel von der Pandemie betroffen \u2013 Im- und Exporte lagen 2020 8% unter dem Vorjahr. <strong><sup>5 <\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Um die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie 2022 einzuleiten, m\u00fcssen die ASEAN-Staaten mutigere Schritte hin zu Produktions-Drehkreuzen, gr\u00fcner Infrastruktur, digitalen Investitionen, Umschulung von Talenten und hochwertigen Lebensmittelindustrien unternehmen.<strong><sup>6 \u00a0<\/sup><\/strong>Wenn man bedenkt, wie die Digitalisierung Unternehmen bei der Aufrechterhaltung ihrer Gesch\u00e4fte trotz kontaktloser Transaktionen geholfen hat, dann ist die Einf\u00fchrung digitaler Technologie zu einem Muss geworden.<\/p>\n<p>Covid-19 hat gerade in letzter Zeit die digitale Wende der Region beschleunigt, da sich digitale Technologien w\u00e4hrend der Pandemie als kritischer Treiber f\u00fcr die Wirtschaft erwiesen haben. Deshalb wurde auch der ASEAN Comprehensive Recovery Framework (ACRF \u2013 Umfassender Aufbau-Rahmen der ASEAN), die Covid-19 Exit-Strategie der ASEAN-Staaten f\u00fcr die gesamte Gemeinschaft, auf dem 37. ASEAN-Gipfel im November 2020 verabschiedet, um den digitalen \u00dcbergang der Region zu beschleunigen. <strong><sup>7<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Diese sogenannte 4. Industrielle Revolution (4IR) kann die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der ASEAN-Staaten durch mehr Innovation, mehr T\u00e4tigkeiten auf h\u00f6heren Stufen der Wertsch\u00f6pfungsketten, mehr Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr besser ausgebildete, niedrigeren Kapitalbedarf und zunehmend kundenspezifische Produkte steigern.<strong><sup>8<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Auf die ASEAN-Staaten entfielen 2010 6% aller Internet-Nutzer weltweit; 2021 stieg die Zahl der Internutzer auf 440 Millionen, was 75% der Gesamtbev\u00f6lkerung der Region entspricht. Dazu z\u00e4hlen auch 40 Millionen Nutzer, die 2021 zum ersten Mal im WWW unterwegs waren. Die Digitalkunden in der ASEAN-Region haben ebenfalls um 60 Millionen von 250 Millionen seit der Pandemie zugelegt.<strong><sup>9<\/sup><\/strong> Zudem verspricht die neue wirtschaftliche Ausrichtung auf moderne Fertigung und Dienstleistungen auch Wachstum f\u00fcr die digitale Wirtschaft.<\/p>\n<p>Die Digitalwirtschaft in den sechs gr\u00f6\u00dften ASEAN-M\u00e4rkten \u2013 Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam \u2013 wird bis 2025 voraussichtlich 309 Milliarden US$309 abwerfen, nach 32 Mrd. US$ 2015,<strong><sup>10<\/sup><\/strong> und zusammen bis 2030 ein Volumen von 1 Billion US$1 erreichen.<strong><sup>11<\/sup><\/strong><\/p>\n<p><strong>Kreislaufwirtschaft: \u201eCradle-to-cradle\u201c Nachhaltigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Laut World Economic Forum wurden 2019 \u00fcber 92 Mrd. Tonnen Rohstoffe gef\u00f6rdert und verarbeitet, was etwa der H\u00e4lfte der weltweiten CO2-Emissionen entspricht.<\/p>\n<p>Die Bem\u00fchungen, die weltweiten CO2-Emissionen zu senken, werden offensichtlich vom linearen Wirtschaftszyklus \u201enehmen-verarbeiten-entsorgen\u201c behindert. Die Durchsetzung einer Kreislaufwirtschaft, die von Natur aus regenerativ ausgelegt ist und Stoffe und Energie effektiv nutzt, um ihren Wert zu erhalten, Abfalle zu mindern und dadurch nat\u00fcrliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen, k\u00f6nnte bis 2030 einen Mehrwert von bis 4,5 Billionen US$ erwirtschaften.<strong><sup>12<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Die Produktion von Neuwaren aus Prim\u00e4rrohstoffen kann j\u00e4hrlich bis zu 22,8 Mrd. Tonnen Emissionen hervorrufen. Kreislaufwirtschaftsstrategien k\u00f6nnen dagegen die Menge wiederverwendeter Materialien fast verdoppeln, von 8,6% auf 17% und gleichzeitig den Verbrauch neuer Rohstoffe begrenzen.<strong><sup>13 <\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Doch die Kreislaufwirtschaft war nicht anwendbar, weil der Anteil von wiederverwendeten Produkten und Einsatzstoffen r\u00fcckl\u00e4ufig ist, w\u00e4hrend die \u00a0CO2-Emissionen der Gewinnung und Verarbeitung von nat\u00fcrlichen Ressourcen, die f\u00fcr etwa die H\u00e4lfte aller derzeitigen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, steigen. Bis 2050 wird sich der Rohstoffbedarf voraussichtlich verdoppeln.<strong><sup>14<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Die ASEAN-Staaten, die sich noch in der fr\u00fchen Phase der Kreislaufwirtschaft befinden, bekommen die Ausbeutung und den nicht nachhaltigen Einsatz von Rohstoffen, Defizite in den Wertsch\u00f6pfungsketten und den Klimawandel, die allesamt das Wirtschaftswachstum der Region beeintr\u00e4chtigen, erst allm\u00e4hlich in den Griff.<strong><sup>15<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus leidet die Region an den Folgen schlechter Abfallwirtschaft. Laut ASEAN-Abfallwirtschaftsbericht der Vereinten Nationen fallen pro Kopf 1,14 kg Haushaltsm\u00fcll pro Tag an. Indonesien liegt dabei an der Spitze mit 64 Millionen Tonnen j\u00e4hrlich. Thailand produziert gesch\u00e4tzte 26,8 Mio. Tonnen\/Jahr und Vietnam gesch\u00e4tzte 22 Mio. Tonnen\/Jahr.<strong><sup>16<\/sup><\/strong><\/p>\n<p><strong>Recycling: Hochwertige Wiederverwertung von Kunststoffen f\u00f6rdern<\/strong><\/p>\n<p>Laut einem Weltbankbericht zur Kunststoff-Kreislaufwirtschaft in S\u00fcdostasien werden weniger als 25% der f\u00fcr Recycling verf\u00fcgbaren Kunststoffe in Malaysia, den Philippinen und Thailand zu Wertstoffen recycelt. \u00dcber 75% des Materialwertes vom Kunststoff geht dagegen verloren, was in den drei L\u00e4ndern 6 Mrd. US$\/Jahr entspricht. Dis ist auf unsachgem\u00e4\u00dfe Abfallwirtschaft und schlechtes Recycling von Einweg-Kunststoffartikeln zur\u00fcckzuf\u00fchren.<strong><sup>17\u00a0\u00a0\u00a0 <\/sup><\/strong>Das ist eine Herausforderung, die die Region annehmen muss.<\/p>\n<p>Malaysia, die Heimat von rund 1.300 Kunststoffherstellern, hat eine niedrige Recyclingrate, weil sich seine Recyclingbranche nur auf Wertstoffe wie durchsichtige PET-Flaschen konzentriert hat, die sich leicht sammeln lassen und einen hohen Wert besitzen. Die gro\u00dfe Masse an Abf\u00e4llen wie Lebensmittelverpackungen, Polystyrol-Produkte oder Trinkhalme bleiben aufgrund fehlender Technologie und unattraktiver Rendite unrecycelt.<\/p>\n<p>Zudem fehlt der Bedarf f\u00fcr Recycling-Kunststoff, da die weltweiten \u00d6lpreise (die die Preise von Prim\u00e4rkunststoffen bestimmen) weiter schwanken. Recycelte Kunststoffe m\u00fcssen 15\u201330% billiger sein als Prim\u00e4rmaterial, um konkurrenzf\u00e4hig zu sein.<strong><sup>18<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Laut einer L\u00e4nder-Studie der Weltbank zu weit verbreiteten und h\u00e4ufig hergestellten Kunststoffen, verliert Malaysia 81% des Materialwertes von PET, PP, HDPE und LDPE. Diese wiederverwendbaren Kunststoffe werden vornehmlich f\u00fcr Einwegverpackungen genutzt.<strong><sup>20<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Dagegen hat PVC, das auch in der Baubranche des Landes weit verbreitet ist, eine l\u00e4ngere Nutzungsdauer von bis zu 20 Jahren und wird gew\u00f6hnlich als Bau- und Abbruchmaterial (C&amp;D) und damit effizienter verarbeitet. <strong><sup>21<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Als Reaktion hat Malaysia die \u201eRoadmap Towards Zero Single-Use Plastics 2018-2030\u201c entwickelt, umfangreiche politische Rahmenbedingungen f\u00fcr\u00a0 Einweg-Kunststoffe, den vermehrten Einsatz von biologisch abbaubaren und kompostierbaren Produkten einschlie\u00dflich Einweg-Medizintechnik und Konsumg\u00fcter. Man will auch eine staatliche Verschmutzungsabgabe f\u00fcr Kunststoffhersteller durchsetzen, die 2022 greifen soll. Zudem werden mehr F&amp;F Mittel direkt in die Entwicklung alternativer umweltfreundlicher Produkte flie\u00dfen.<strong><sup>19<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Die Philippinen, die f\u00fcr gesch\u00e4tzt 0,75 Mio. Tonnen\/Jahr schlecht entsorgter Kunststoffe verantwortlich sind, die im Ozean landen, arbeiten auf die Steigerung ihrer Kunststoff-Recyclingraten hin, die aktuell bei 22% liegen.<\/p>\n<p>Mit 78% ungenutztem Materialwert verliert die Wirtschaft des Landes etwa 790-890 Mio. US$ pro Jahr. 2019 wurden nur 28% bzw. 292.000 Tonnen der 1,1 Jahrestonnen wichtiger verbrauchter Kunststoffe (PET, PP, HDPE und LLDPE\/ LDPE) recycelt. PET (ausschlie\u00dflich Polyester-Anwendungen) hat mit 45% die h\u00f6chste Recyclingrate bei der Verpackung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen werden LDPE\/LLDPE f\u00fcr verschiedenste Anwendungen in der Elektronik, Automobil und Bau- sowie Verpackungsbranche am seltensten gesammelt und wiederverwendet, da sie l\u00e4ngere Produktzyklen haben und dadurch die Sammlung schwierig ist. Andererseits hat der Markt f\u00fcr Post-Consumer-Kunststoffe wie PET-Flaschen der Sammlung und Wiederverwendung Auftrieb gegeben.<\/p>\n<p>Um diese \u201eRecyclingl\u00fccke\u201d zu schlie\u00dfen, m\u00fcssen mehrere Hindernisse \u00fcberwunden werden: dazu geh\u00f6ren hohe Logistikkosten, die die Recyclingfirmen davon abhalten, das Einsatzmaterial lokal zu beschaffen oder die Energiekosten, die bis zu 67% h\u00f6her sind als bei den regionalen Marktteilnehmern wie Thailand und Vietnam. Das senkt die Rentabilit\u00e4t der meisten Recyclingfirmen mit geringer Anlageneffizienz. Auch auf der Tagesordnung stehen der Recycling-Mix, der einen hohen Anteil geringwertiger und schwer zu recycelnder Kunststoff enth\u00e4lt, sowie fehlende Anreize in effizientere Recyclingsysteme zu investieren aber auch die Unf\u00e4higkeit der Recyclingfirmen den Marktbedarf qualit\u00e4ts- und mengenm\u00e4\u00dfig decken und nicht vergessen die \u00d6lpreise.<strong><sup>22<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Thailand hat die gr\u00f6\u00dfte petrochemische Industrie in der ASEAN und rangiert weltweit an 16. Stelle. Die thail\u00e4ndische Kunststoffindustrie, die 2019 6,1% des BSP erwirtschaftete, konzentriert sich derweil auf bessere Abfallwirtschaft im Rahmen der Bem\u00fchungen zur Handelsf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>2018 verbrauchte das Land 3,49 Mio. Tonnen Kunststoff\/Jahr, von denen 42% f\u00fcr Verpackungen genutzt wurden. Nur 17.6% also 616.000 Tonnen\/Jahr wurden von so wichtigen Kunststoffen wie PET, HDPE\/LDPE und PP recycelt, was zu einem Materialverlust von 87% im Wert von rund 4 Mrd. US$ j\u00e4hrlich f\u00fchrt. PET hat die h\u00f6chste Recyclingrate (46%) aller Kunststoffarten.<\/p>\n<p>Ziel der \u201eNational Plastic Waste Management Roadmap 2018-2030\u201d in Thailand ist es alle Kunststoffe zu recyclen, um die stoffliche Verwertung anzukurbeln. \u00a0Das l\u00e4sst sich erreichen durch eine h\u00f6here Effizienz bei der Sammlung und Sortierung von Post-Consumer Kunststoffabf\u00e4llen sowie mechanischen und chemikalischen Recyclingkapazit\u00e4ten, die Festschreibung von Zielen f\u00fcr den Recyclinganteil in all wichtigen Konsumg\u00fcter-Anwendungen, Normen f\u00fcr ein \u201eDesign for Recycling\u201c sowie die Umsetzung von Abfallwirtschaftspolitiken.<strong><sup>23<\/sup><\/strong><\/p>\n<p><strong>Erneuerbare Energie: Anschluss an eine kohlenstoffarme Wirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Zunehmende Urbanisierung und Industrialisierung sowie Volkswirtschaften, die auf dem Weg sind, sich von den pandemiebedingten Verlusten zu erholen, erfordern eine stabile Energieversorgung. Auch die Phase nach der Pandemie wird voraussichtlich nach einem betr\u00e4chtlichen R\u00fcckgang der CO2-Emissionen w\u00e4hrend der Lockdowns wieder emissionsintensiv werden.<\/p>\n<p>Asien hat einen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck von 19 Mrd. Tonnen pro Jahr und erzeugt somit 53% aller Emissionen weltweit. Mit Ausnahme von China und Indien beliefen sich 2020 die Emissionen fossiler Brennstoffe auf insgesamt 7,21 Mrd. Tonnen, w\u00e4hrend im gleichen Zeitraum allein auf China 10,67 Mrd. Tonnen entfielen und auf Indien 2,44 Mrd. Tonnen.<strong><sup>25<\/sup><\/strong> Derweil f\u00fchrte China 2020 den produktionsbedingten Pro-Kopfaussto\u00df mit 7,41 Tonnen an &#8211; damit doppelt so viel wie das restliche Asien mit 3,86% Tonnen; Indien kam auf 1,77 Tonnen CO2.<\/p>\n<p>Von den zehn Mitgliedsstaaten der ASEAN hat nur \u00d6lproduzent Brunei einen gr\u00f6\u00dferen Pro-Kopfaussto\u00df mit 23,22 Tonnen, gefolgt von Malaysia mit 8,42 Tonnen. Myanmar and Kambodscha bilden die Schlusslichter mit 0,67 bzw. 0,92 Tonnen, w\u00e4hrend die Philippinen 1,4 Tonnen Emissionen pro Kopf verbuchten.<strong><sup>26<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Der Energiesektor ist f\u00fcr rund drei Viertel der Emissionen verantwortlich, die den durchschnittlichen Temperaturanstieg von 1,1\u00b0C seit der vorindustriellen \u00c4ra beschleunigt haben.<strong><sup>27<\/sup><\/strong> Die Dekarbonisierungs-Anstrengungen der Energiebranche bringen eine radikale Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energiequellen f\u00fcr die Stromerzeugung mit sich.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren sind die Kosten f\u00fcr erneuerbare Energien wie Geothermie, Wasserkraft, Biomasse und vor allem Solar- und Windenergie gesunken. Trotz dieser Entwicklungen sind gewisse L\u00e4nder in Asien f\u00fcr die Stromerzeugung noch immer abh\u00e4ngig von Kohle und fossilen Brennstoffen. Nach einem Bericht der \u201eCarbon Tracker Initiative\u201c bauen China, Indien, Indonesien, Japan und Vietnam aktuell \u00fcber 600 neue Kohlekraftwerke mit einer Kapazit\u00e4t von zusammen mehr als 300 GW, was 80% der weltweit neu errichteten Kohlekraftwerke entspricht.<strong><sup>30<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Kohle ist reichlich in der Region vorhanden und wettbewerbsf\u00e4hig zu alternativen Brennstoffen in Bezug auf die Kosten. Indonesien, Asiens gr\u00f6\u00dfter Kohleexporteur, kann auf riesige Reserven an Braun- und Subbitumenkohle zur\u00fcckgreifen. Die Philippinen, Vietnam und Malaysia kaufen ebenfalls Kohle, um ihre gro\u00dfen Kohlekraftwerke zu betreiben.<strong><sup>31<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Kohle spielt f\u00fcr Indonesien, Vietnam und die Philippinen eine entscheidende Rolle im Stromerzeugungsmix. 2020 dominierten fossile Brennstoffe die Stromerzeugung in Indonesien und Kohle stand f\u00fcr 62,8% der gesamten Energieerzeugung. Auf Kohle entfielen 48,1% bzw. 57% der gesamten Stromerzeugung in Vietnam und den Philippinen im Jahr 2020.<strong><sup>32\u00a0 <\/sup><\/strong>Trotzdem haben sich alle drei L\u00e4nder dazu verpflichtet, ihre Energiegewinnung zu dekarbonisieren und ihre erneuerbare Energie-Infrastruktur auszubauen.<\/p>\n<p>Unterdessen haben andere asiatische L\u00e4nder die Kohle aus ihrem Energiemix verbannt. Singapur ist das erste asiatische Land, das der \u201ePowering Past Coal Alliance (PPCA)\u201d beigetreten ist und sich zur Unterst\u00fctzung sauberer Energie verpflichtet hat.<\/p>\n<p>Gebietsregierungen in S\u00fcdkorea, Japan und den Philippinen sind der Koalition auch beigetreten, die bei der 23. UN-Klimakonferenz ihren Anfang nahm und sich zum Kohleausstieg in der OECD und der EU bis 2030 und in der restlichen Welt bis sp\u00e4testens 2050 verpflichtet hat.<\/p>\n<p><strong>E-Fahrzeuge: auf dem Weg zu Netto-Null<\/strong><\/p>\n<p>Der Verkehrssektor, der f\u00fcr \u00fcber 25% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist und etwa die H\u00e4lfte des \u00d6lverbrauchs, verst\u00e4rkt seine Anstrengungen gegen die Erderw\u00e4rmung.<\/p>\n<p>Automobilhersteller in aller Welt b\u00fcndeln ihre Kr\u00e4fte zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors, die zu 2,6 Gigatonnen CO2-Einsparungen im Jahr bis 2030 f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das Umsteuern von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren \u2013 mit Benzin und Diesel betrieben \u2013 zu E-Mobilit\u00e4t mit hybriden E-Fahrzeugen (HEVs), Plug-In Hybridfahrzeuge (PHEVs), batteriebetriebenen E-Fahrzeugen (BEVs) und Brennstoffzellen-Fahrzeugen (FCVs) scheint der Weg zu sein.<\/p>\n<p>Aber sind diese wirklich umweltfreundlicher? Solange daf\u00fcr in vielen L\u00e4ndern nicht-erneuerbare Energie genutzt wird, wie auch in Asien, werden die Elektrofahrzeuge das Netto-Null-Versprechen nicht einl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber selbst wenn die Stromerzeugung noch immer betr\u00e4chtliche Mengen fossile Brennstoffe braucht, k\u00f6nnen E-Fahrzeuge doch helfen, die CO2-Emissionen zu senken \u2013 sagt eine Studie der Universit\u00e4ten von Exeter, Nijmegen und Cambridge. Sie kam zu dem Schluss, dass die durchschnittlichen Emissionen von Elektrofahrzeugen \u00fcber ihre Lebensdauer bis zu 70% niedriger sind als bei Benzinern in Schweden und Frankreich, wo der Strom haupts\u00e4chlich aus Erneuerbaren und Atomkraft stammt, und selbst etwa 30% niedriger in Gro\u00dfbritannien.<strong><sup>33<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Wenn jedes zweite Auto auf der Stra\u00dfe bis 2050 elektrisch betrieben w\u00e4re, lie\u00dfen sich zudem die weltweiten CO2-Emissionen um bis zu 1,5 Gigatonnen j\u00e4hrlich senken.<strong><sup>34<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>S\u00fcdostasien, das f\u00fcnf gro\u00dfe Automobilhersteller beheimatet \u2013 Thailand, Indonesien, Malaysia, Vietnam und die Philippinen \u2013 muss seine E-Mobilit\u00e4tsinitiativen beschleunigen. Thailand, Malaysia und Indonesien haben bereits neue politische Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Elektrofahrzeuge ergriffen und bereiten ein vollwertiges E-\u00d6kosystem vor, das die st\u00e4rkere Nutzung und Gew\u00e4hrung von Anreizen f\u00fcr Privatinvestitionen entlang der Wertsch\u00f6pfungskette umfasst.<strong><sup>35<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Thailand hat vor, bis 2025 250.000 E-Fahrzeuge zu produzieren, 3.000 \u00f6ffentliche E-Busse und 53.000 E-Motorr\u00e4der.<strong><sup>36<\/sup><\/strong> Indonesien, der gr\u00f6\u00dfte Automobilmarkt der ASEAN, der 32% des regionalen Marktes ausmacht, hat den E-Bereich priorisiert und bietet neben anderen Verz\u00fcgen 100% Firmen-Beteiligung f\u00fcr Ausl\u00e4nder. Die E-Roadmap f\u00fcr $17 Mrd. Dollar will die Nutzung von 2,1 Mio. E-Motorr\u00e4dern und 400.000 E-Autos erreichen \u2013 von denen bis 2025 20% vor Ort produziert werden sollen.<strong><sup>37<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Das Land hat einen Vorteil durch seine lokalen Nickelvorkommen, die bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien f\u00fcr E-Fahrzeuge ben\u00f6tigt werden. Sie sind mit 72 Millionen Tonnen die gr\u00f6\u00dften der Welt und machen 52% der weltweiten Nickelreserven aus.<strong><sup>38<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Malaysia konzentriert sich dagegen auf die Steigerung seiner sauberen Energieerzeugung, um eine gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz von E-Fahrzeugen zu erreichen. Das Land will bis 2025 einen Anteil von 25% erneuerbarer Energie bei seiner Stromerzeugung erreichen.<strong><sup>39<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Die Roadmap von Vietnam wird schrittweise entwickelt. Die zweite Phase erstreckt sich von 2030-2040 zur Entwicklung und Produktion von 3,5 Mio. E-Fahrzeugen, und die dritte Phase von 2040-2050 sieht die Steigerung der Produktion auf 4-4.5 Mio. E-Fahrzeuge vor. <strong><sup>40<\/sup><\/strong><\/p>\n<p>Wie bei China, dem gr\u00f6\u00dften Fahrzeugbauer der Welt und dem Land mit dem gr\u00f6\u00dften Anteil an E-Fahrzeugverk\u00e4ufen, brauchte es einen Meilenstein, um dem Verkauf neuer benzinbetriebener Fahrzeuge bis 2035 Einhalt zu gebieten, um sich auf die Produktion energie-effizienter Fahrzeuge wie E-Autos, Plug-in Hybride oder Brennstoffzellen-Modelle zu konzentrieren &#8211; im Einklang mit der Verpflichtung bis 2060 Null Emissionen zu erreichen.<strong><sup>41<\/sup><\/strong><\/p>\n<p><strong>K 2022 \u2013 weltweit wichtigste Fachmesse der Branche<\/strong><\/p>\n<p>Die K in D\u00fcsseldorf wird auch in 2022, wie alle drei Jahre, wieder die wichtigste Informations- und Businessplattform der weltweiten Kunststoff- und Kautschukindustrie sein. Nirgendwo ist die Internationalit\u00e4t derart hoch wie in D\u00fcsseldorf. Aussteller und Besucher aus der ganzen Welt\u00a0 kommen zusammen und nutzen die M\u00f6glichkeiten vom 19. bis 26. Oktober dieses Jahres nicht nur die Leistungsf\u00e4higkeit der Branche zu demonstrieren und Innovationen zu pr\u00e4sentieren, sondern sich auch \u00fcber die Situation der Kunststoff- und Kautschukbranche in den unterschiedlichen Regionen der Welt auszutauschen, aktuelle Trends zu diskutieren und gemeinsam die Weichen f\u00fcr die Zukunft zu stellen.<\/p>\n<p>N\u00e4here Informationen zur K 2022 unter: <a href=\"http:\/\/www.k-online.de\">www.k-online.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Welt hat in den letzten zwei Jahren ungeahnte wirtschaftliche Verwerfungen erlebt auch aufgrund der Pandemie-bezogenen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24394,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-31498","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31498","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31498"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31498\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31499,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31498\/revisions\/31499"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/24394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31498"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=31498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}