{"id":31507,"date":"2022-05-03T08:28:43","date_gmt":"2022-05-03T06:28:43","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=31507"},"modified":"2022-05-02T11:54:02","modified_gmt":"2022-05-02T09:54:02","slug":"kunststofflackierung-4-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=31507","title":{"rendered":"Kunststofflackierung 4.0"},"content":{"rendered":"<p>Digital, hoch vernetzt und intelligent, aber ohne Overengineering: Mit der neuen Lackieranlage L6 errichtet das Motherson-Unternehmen SMP in Neustadt an der Donau eine Referenzanlage nach modernstem Industrie 4.0 Standard. Motherson fertigt dort Kunststoffteile sowie hochintegrierte Module f\u00fcr die Automobilindustrie. Die automatische Lackieranlage wird von der ASIS GmbH aus Landshut als GU schl\u00fcsselfertig geplant und montiert. \u201eSeit mehr als 22 Jahren verbindet uns mit SMP eine partnerschaftliche Gesch\u00e4ftsbeziehung. Der Auftrag zur neuen L6 ist ein Meilenstein der Zusammenarbeit, den wir wie gewohnt in Topqualit\u00e4t abliefern werden\u201c, so ASIS Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-J\u00fcrgen Multhammer. Mit im Boot ist auch die Wenker GmbH &amp; Co. KG aus Ahaus bei M\u00fcnster, die Teile der Anlagentechnik liefern wird. Aufgrund hoher Wertsch\u00f6pfungsanteile ihrer Lieferumf\u00e4nge erg\u00e4nzen sich beide Partner extrem gut.<\/p>\n<p><b>Anlagengrunddaten<\/b><\/p>\n<p>In der Lackierlinie L6 werden hochwertige Kunststoffanbauteile f\u00fcr die Automobilindustrie qualitativ hochwertig beschichtet. Die L\u00f6semittelanlage umfasst die Bereiche Vorbehandlung, Wassertrockner, Fl\u00e4mmkabine, Primerkabine, Basislackkabine, Klarlackkabine, Klarlacktrockner, Farbversorgung mit High-Runner Systemen sowie molchbare Sonderfarbsysteme. Die Applikation erfolgt durch Roboter des Herstellers ABB. Alle Kabinen arbeiten im Linetracking Betrieb: die Warentr\u00e4ger fahren an den Robotern vorbei, w\u00e4hrend diese applizieren. \u00dcber einen zentralen Reinraum sind alle Roboterkabinen leicht f\u00fcr das Personal erreichbar. Eine Skid-F\u00f6rderanlage in Kombination mit Hub- und Senkstationen bewegt die Werkst\u00fccke durch die drei Ebenen der Anlage. Die Montage beginnt im Sommer 2022. \u201eEgal ob Beflammung, Farbversorgung oder Lackapplikation \u2013 in allen Bereichen k\u00f6nnen wir unsere eigenen Produkte einsetzen, die bereits in vielen Anlagen erfolgreich funktionieren. Hier k\u00f6nnen wir auf sehr viel Applikationserfahrung zur\u00fcckblicken\u201c, so Multhammer.<\/p>\n<p><b>L\u00f6semittel- vs. Wasserlack<\/b><\/p>\n<p>Seit dem Einzug der Wasserlacke gelten diese als umweltfreundliche Alternative zu den L\u00f6semittellacken. Lacke auf Wasserbasis klingt im ersten Moment als die gr\u00fcnere und damit bessere L\u00f6sung. Beleuchtet man jedoch den gesamten Prozess mit ben\u00f6tigter Anlagentechnik und zugeh\u00f6rigen Energieverbr\u00e4uchen, wendet sich dieses Blatt recht schnell. Wasserlackanlagen ben\u00f6tigen im Vergleich zu L\u00f6semittelanlagen zwei zus\u00e4tzliche Trockner mit zugeh\u00f6rigen K\u00fchlzonen. Damit steigt neben den Anlagenkosten nat\u00fcrlich auch der Energieverbrauch einer Wasserlacklinie deutlich an. In der Praxis muss bei der Abluftreinigung von Wasserlackanlagen oft mit Gas nachbefeuert werden,<\/p>\n<p>w\u00e4hrend die L\u00f6semittelkonzentration bei L\u00f6semittelanlagen f\u00fcr einen autothermen Betrieb der Nachverbrennung in der Regel ausreichend ist. \u00dcberschl\u00e4gt man den Energiebedarf beider Anlagentypen, ist die L\u00f6semittelanlage wesentlich energieeffizienter als das Wasserlackpendant. Die L\u00f6semittelanlage ist somit in Punkto Investitionskosten, laufenden Kosten und Umweltbilanz der nachhaltigere und effizientere Anlagentyp f\u00fcr das Projekt in Neustadt.<\/p>\n<p><b>Ganzheitliche Simulation<\/b><\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Angebotsphase und begleitend zur Konstruktion wurden die kalkulierten Durchs\u00e4tze in einer umfassenden Anlagensimulation untersucht. Die ganzheitliche Betrachtungsweise gelingt durch die Verkn\u00fcpfung von allgemeinen Robotersimulationssystemen mit einer Materialflusssimulation. M\u00f6gliche Engp\u00e4sse (Bottleneck Analyse) wurden bereits in der Auslegungsphase erkannt und schon vor dem Aufbau beseitigt. Lackierpl\u00e4ne des Kunden werden in diesem Stadium bereits eingelesen und mit lackierspezifischen Parametern, wie Farbwechselzeiten und -l\u00fccken oder bauteilabh\u00e4ngigen Lackierzeiten simuliert. Dieses m\u00e4chtige Werkzeug wird im Anschluss dem Kunden \u00fcbergeben, der so bereits im Vorfeld unterschiedliche Prozess-Szenarien simulieren und verifizieren kann.<\/p>\n<p><b>Moderne Applikation<\/b><\/p>\n<p>Die Roboter verteilen sich auf die Stationen Beflammung, Primer, Basislack und Klarlack. Selbstverst\u00e4ndlich wurden auch sie in einer Simulation im Vorfeld untersucht. Untersuchungen der Erreichbarkeit anhand von CAD-Daten und die Einhaltung der Taktzeit sind heutzutage eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit in der Anlagenplanung. Mit der Software CC-Edit (Color Change Edit) werden die Spurprogramme gesteuert. Damit ist es m\u00f6glich, bei komplexen Lackierapplikationen vollautomatische Farbwechselabl\u00e4ufe zu editieren und in die Steuerung zu \u00fcbertragen. Das Ganze geschieht \u00fcber eine grafische Oberfl\u00e4che und ist auch f\u00fcr Anwender ohne Programmierkenntnisse schnell und einfach umsetzbar. Die schlanke Software ist lauff\u00e4hig auf allen g\u00e4ngigen Windows PCs und kann auch in Bestandsanlagen nachger\u00fcstet werden.<\/p>\n<p><b>Digitalisierung<\/b><\/p>\n<p>\u201eIm Bereich der Digitalisierung sind starke Weiterentwicklungen zu erwarten,\u201c so Stephan Dobmayr, SMP Werkleiter Neustadt, \u201edaher ist es uns wichtig, auch in Zukunft alle M\u00f6glichkeiten offen zu halten, um flexibel reagieren zu k\u00f6nnen und immer auf Stand der Technik zu sein.\u201c Die gesamte Steuerungstechnik der Anlage ist auf aktuelle, wie zuk\u00fcnftige Anforderungen der Digitalisierung ausgelegt. Dort wo es m\u00f6glich und sinnvoll ist, sind smarte Sensoren verbaut. Ihr Vorteil liegt darin, dass der tats\u00e4chliche Messwert kontinuierlich ausgegeben und aufgezeichnet werden kann. Konventionelle Sensoren melden meistens lediglich eine \u00dcberschreitung des Sollwerts. Die gewonnenen Informationen flie\u00dfen in eine zentrale Datenspeicherung auf einem Datenbankserver. Bei der Datenbank bedient man sich pragmatisch an der SQL-Technologie von Websites. Der Gro\u00dfteil aller dynamischen Internetseiten beruht auf diesem Standard. Abfragen sind ger\u00e4teunabh\u00e4ngig, besonders schnell und einfach von \u00fcberall auf der Welt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Technologie wird st\u00e4ndig von einer breiten Community auf aktuellstem IT-Sicherheitsstandard gehalten.<\/p>\n<p><b>Predictive Maintenance<\/b><\/p>\n<p>Alle Komponenten, die regelm\u00e4\u00dfig gewartet werden m\u00fcssen, sind unter anderem mit Zyklenz\u00e4hlern und Sensoren ausgestattet. Diese z\u00e4hlen, wie oft ein Lackventil, eine Pumpe oder ein Motor angesteuert wird. Zusammen mit den smarten Sensoren und der zentralen Datenspeicherung ist dies die Grundlage f\u00fcr das ASIS Predictive Maintenance Modul. Damit wird vorausberechnet, wann Wartungen anstehen. Komponenten werden getauscht, bevor sie letztendlich kaputt gehen und die Anlage stillsteht. Prozess- und Maschinendaten werden daf\u00fcr in Echtzeit analysiert und Wartungsempfehlungen ausgegeben. Wartungen werden planbar und Anlagenstillst\u00e4nde vermieden, der Ressourceneinsatz und die Produktivit\u00e4t werden optimiert und erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><b>Prozessdatenerfassung<\/b><\/p>\n<p>Im t\u00e4glichen Betrieb wird die Anlage \u00fcber die Prozessdatenerfassung Surface Analytics 4.0 ausgewertet und optimiert. Die digitale L\u00f6sung gibt einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Leistung der Anlage. Verlustquellen werden identifiziert und konkrete Ma\u00dfnahmen abgeleitet. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Anlagen ist genauso m\u00f6glich, wie \u00fcber verschiedene Zeitr\u00e4ume oder zwischen Fr\u00fch- und Sp\u00e4tschicht. Egal ob OEE-Dashboard, Anlagenverf\u00fcgbarkeit, Energie- oder Medienverbrauch &#8211; die Reports werden in interaktiven Diagrammen mit Filterm\u00f6glichkeiten ansprechend dargestellt und als Monats- oder Wochenreport automatisch per E-Mail an definierte Empf\u00e4ngergruppen versendet. Auch ein Export als PDF, CSV oder XLS ist m\u00f6glich. In der Skid-Datenbank sind fehlerhafte Teile l\u00fcckenlos nachverfolgbar. Mit sicherem VPN-Zugang ist Surface Analytics 4.0 auf allen Endger\u00e4ten via Browser auch mobil von unterwegs aus abrufbar. Selbst die gro\u00dfformatige Darstellung beispielsweise auf Gro\u00dfbildschirmen in der Werkhalle zur Information und Motivation des Personals sind weitere Einsatzbereiche.<\/p>\n<p>Digitalisierung und Smart Factory ist nicht die Wegrationalisierung von Arbeitspl\u00e4tzen. Vielmehr ist der Mensch weiterhin unerl\u00e4sslich, die Systeme zu bedienen, zu ver\u00e4ndern und intelligente Ma\u00dfnahmen zu erkennen und umzusetzen. \u201eDiese Schnittstelle Mensch-Maschine in optimaler Weise, einfach und intuitiv zu gestalten, hat sich die ASIS GmbH gem\u00e4\u00df ihrem Claim \u201eConnecting Technology and People\u201c zur Aufgabe gemacht\u201c, erkl\u00e4rt Multhammer.<\/p>\n<p>Motherson hat die Herausforderungen der Digitalisierung angenommen und pr\u00e4sentiert der Branche mit der L6 in Neustadt eine neue Vorzeigeanlage. Bis in der Hochlaufphase die ersten perfekt beschichteten Sto\u00dff\u00e4nger vom Band laufen ist noch viel zu tun, die Weichen sind jedoch schon jetzt auf Zukunft gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digital, hoch vernetzt und intelligent, aber ohne Overengineering: Mit der neuen Lackieranlage L6 errichtet das Motherson-Unternehmen SMP&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":31508,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-31507","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31507"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31507\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31509,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31507\/revisions\/31509"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/31508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31507"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=31507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}