{"id":31639,"date":"2022-05-09T09:42:12","date_gmt":"2022-05-09T07:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=31639"},"modified":"2022-05-09T09:42:12","modified_gmt":"2022-05-09T07:42:12","slug":"wie-sich-der-maschinen-und-anlagenbau-neu-erfindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=31639","title":{"rendered":"Wie sich der Maschinen- und Anlagenbau neu erfindet"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Digitalisierung verlagert Wertsch\u00f6pfung in Richtung Services und L\u00f6sungen<\/strong><\/li>\n<li><strong>As-a-Service-Modellen geh\u00f6rt die Zukunft<\/strong><\/li>\n<li><strong>Predictive Maintenance wird bis 2024 Standard<\/strong><\/li>\n<li><strong>Klimaneutrale Fertigung vergr\u00f6\u00dfert den Vorsprung im Wettbewerb<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Weltweit durchl\u00e4uft der Maschinen- und Anlagenbau einen solch tiefgreifenden Wandel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Bereits seit geraumer Zeit ist die digitale Transformation im Gange. Daneben muss sich die Branche inzwischen mit der Dekarbonisierung, der Neuordnung der Lieferketten sowie einer grundlegenden Weiterentwicklung der eigenen Gesch\u00e4ftsmodelle auseinandersetzen. In ihrem \u201e<a href=\"https:\/\/www.bain.com\/de\/publikationen\/topics\/global-machinery-equipment-report\/\">Global Machinery &amp; Equipment Report 2022<\/a>\u201c analysiert die internationale Unternehmensberatung Bain &amp; Company die disruptiven Ver\u00e4nderungen und zeigt auf, wie die Branche darauf reagieren kann.<\/p>\n<p><strong>Komplette Wertsch\u00f6pfungskette wird umgew\u00e4lzt<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDer Maschinen- und Anlagenbau ist mit einem immer intensiver werdenden Wettbewerb nicht zuletzt durch chinesische Anbieter konfrontiert\u201c, betont Bain-Partner <a href=\"https:\/\/www.bain.com\/de\/our-team\/michael-staebe\/\">Michael Staebe<\/a>, Leiter der Praxisgruppe Industrieg\u00fcter und -dienstleistungen in der DACH-Region und Co-Autor des Reports. \u201eAnders als gewohnt kann er sich nicht mehr mit hardwarezentrierten Innovationen absetzen.\u201c Dies verhindere schon die Digitalisierung, die nahezu die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette erfasse und umw\u00e4lze.<\/p>\n<p>Den Fokus auf immer intelligentere, schnellere und g\u00fcnstigere Maschinen zu legen, ist in diesem Umfeld kein Erfolgsgarant mehr. Die Wertsch\u00f6pfung entsteht vielmehr aus der Kombination von Hardware mit entsprechender Software, aus fortschreitender Automatisierung und zugeh\u00f6rigen Services. Gefragt sind integrierte, passgenau auf die Kundenbed\u00fcrfnisse abstimmte L\u00f6sungen. Dies bleibt nicht ohne Folgen f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsmodell. \u201eWie in der IT geh\u00f6rt die Zukunft As-a-Service-Modellen\u201c, so Staebe. \u201eDie Kundschaft zahlt letztlich f\u00fcr die tats\u00e4chliche Nutzung einer Maschine.\u201c<\/p>\n<p><strong>Anteil der Hardware an Gewinnen sinkt weiter <\/strong><\/p>\n<p>Die r\u00fcckl\u00e4ufige Bedeutung der Hardware zeichnet sich bereits seit L\u00e4ngerem ab. Ihr Anteil an den Gewinnen beispielsweise in der industriellen Automatisierungstechnik wird dem Bain-Report zufolge bis 2030 weiter fallen \u2013 von derzeit 31 auf dann 23 Prozent. \u201eDer Trend in Richtung Software und Services beschleunigt sich\u201c, erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/www.bain.com\/de\/our-team\/thomas-lustgarten\/\">Thomas Lustgarten<\/a>, Bain-Partner und Co-Autor des Reports. \u201e2030 werden f\u00fchrende Maschinen- und Anlagenbauer den Gro\u00dfteil ihrer Hardware nur noch als Teil einer kompletten L\u00f6sung verkaufen.\u201c Unternehmen, die auf diese Entwicklung zeitnah reagieren w\u00fcrden, k\u00f6nnten wesentlich schneller wachsen und ihren Wert deutlich steigern. Schon von 2019 bis 2021 ist die durchschnittliche j\u00e4hrliche Aktienrendite (Total Shareholder Return) solcher Vorreiter laut Bain-Report um 32 Prozent gestiegen. Nachz\u00fcgler verzeichneten gerade einmal 4 Prozent.<\/p>\n<p>Eine entscheidende Rolle beim Wandel der Gesch\u00e4ftsmodelle spielt die intelligente Nutzung von Daten. Auch hier weisen Vorreiter den Weg. Sie ver\u00e4ndern beispielsweise mit Predictive und Remote Maintenance das Wartungs- und Reparaturgesch\u00e4ft von Grund auf. Andere Branchenplayer folgen. So geben alle der rund zwei Dutzend von Bain befragten Unternehmen an, bis 2024 eine vorausschauende Wartung anbieten zu wollen. Fernwartung m\u00f6chten dann 95 Prozent leisten.<\/p>\n<p><strong>Dekarbonisierung f\u00fchrt zur Erneuerung des Maschinenparks<\/strong><\/p>\n<p>Neue Wachstumschancen ergeben sich zudem aus der weltweit angelaufenen Dekarbonisierung, da diese in der Regel mit einer Modernisierung des Maschinenparks einhergeht. Je entschlossener Anbieter die Dekarbonisierung der eigenen Produkte und ihres Betriebs vorantreiben und je fr\u00fcher sie damit einer klimaneutralen Fertigung gerecht werden, desto gr\u00f6\u00dfer wird ihr Vorsprung im Wettbewerb.<\/p>\n<p>Eng verbunden mit dem Ausbau der Nachhaltigkeitskompetenz ist eine Umstellung der Lieferketten. \u00dcber alle Branchen hinweg gewichten die Supply-Chain-Verantwortlichen laut Bain-Befragungen Resilienz und Flexibilit\u00e4t zunehmend h\u00f6her als Kosten und Geschwindigkeit. Wurde dies zun\u00e4chst durch die Corona-Pandemie forciert, sorgen nun die Folgen des Ukraine-Kriegs f\u00fcr eine weitere Beschleunigung. Digitale Technologien erleichtern den Maschinen- und Anlagenbauern auch hier die notwendigen Anpassungen. So lassen sich Effizienzreserven in den Lieferketten systematischer heben, Risiken fr\u00fchzeitiger erkennen und \u00f6konomische wie \u00f6kologische und soziale Kennzahlen in Echtzeit nachvollziehen.<\/p>\n<p><strong>M&amp;As sorgen f\u00fcr mehr Technologiekompetenz<\/strong><\/p>\n<p>Um die disruptiven Ver\u00e4nderungen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, setzen immer mehr Maschinen- und Anlagenbauer auf Zuk\u00e4ufe. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 belief sich der Wert aller M&amp;A-Transaktionen in dieser Branche weltweit auf 72 beziehungsweise 63 Milliarden US-Dollar \u2013 und lag damit deutlich \u00fcber dem Niveau in den vergangenen zehn Jahren. \u201eMit \u00dcbernahmen und Fusionen verschaffen sich Maschinen- und Anlagenbauer Zugang zu besonders wachstumsstarken und erfolgskritischen M\u00e4rkten\u201c, sagt Branchenkenner Staebe. Begehrt seien vor allem Unternehmen, die auf Software, Internet der Dinge, k\u00fcnstliche Intelligenz oder Konnektivit\u00e4t spezialisiert sind, um mit ihrer Hilfe den eigenen Wandel hin zu l\u00f6sungs- und serviceorientierten Gesch\u00e4ftsmodellen zu forcieren. Zugleich sind Private-Equity-(PE-)Anbieter in der Branche aktiver denn je. In Deutschland erregte 2020 vor allem der rund 17 Milliarden Euro schwere Verkauf der Thyssenkrupp-Aufzugssparte Aufsehen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund stellen sich die Maschinen- und Anlagenbauer intern zunehmend neu auf. \u201eDezentralisierung ist das Gebot der Stunde\u201c, konstatiert Bain-Experte Lustgarten. Fokussierte Gesch\u00e4ftsbereiche sollten mit mehr Eigenverantwortung auch \u00fcber strategische Weichenstellungen und Innovationen entscheiden. Einer schlanken Zentrale wiederum k\u00e4me eine eher unterst\u00fctzende Rolle zu. Lustgarten erg\u00e4nzt: \u201eJe fr\u00fcher sich Maschinen- und Anlagenbauer der Herausforderung des disruptiven Wandels annehmen und ihre Organisation anpassen, desto gr\u00f6\u00dfer ist ihre Chance auf ein starkes und profitables Wachstum in den kommenden Jahren.\u201c<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bain &amp; Company<\/strong><\/p>\n<p>Bain &amp; Company ist eine international f\u00fchrende Unternehmensberatung, die F\u00fchrungskr\u00e4fte in Entscheidungspositionen weltweit bei der Zukunftsgestaltung unterst\u00fctzt. Mit unseren 63 B\u00fcros in 38 L\u00e4ndern sind wir in unmittelbarer N\u00e4he unserer Kundenunternehmen. Wir arbeiten gemeinsam mit ihnen daran, den Wettbewerb zu \u00fcbertreffen und neue Standards in den jeweiligen Branchen zu setzen. Partnerschaften aus unserem \u00d6kosystem digitaler Innovatoren erg\u00e4nzen unsere Expertise und sorgen daf\u00fcr, dass wir f\u00fcr unsere Kundschaft bessere, schnellere und nachhaltigere Ergebnisse erzielen. In den kommenden zehn Jahren werden wir weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar in Pro-Bono-Projekte investieren. Wir unterst\u00fctzen Organisationen, die sich den aktuellen Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Umwelt sowie wirtschaftliche Entwicklung stellen und sich f\u00fcr Gleichberechtigung in jeder Hinsicht engagieren. Von EcoVadis, der f\u00fchrenden Plattform f\u00fcr \u00f6kologische, soziale und ethische Leistungsbewertungen f\u00fcr globale Lieferketten, sind wir mit der Goldmedaille ausgezeichnet worden. Damit geh\u00f6ren wir zu den besten 2 Prozent der untersuchten Unternehmen. Seit unserer Gr\u00fcndung 1973 messen wir unseren Erfolg am Erfolg unserer Kundenunternehmen und sind stolz darauf, dass wir die h\u00f6chste Weiterempfehlungsrate in der Beratungsbranche haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit durchl\u00e4uft der Maschinen- und Anlagenbau einen solch tiefgreifenden Wandel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. 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