{"id":31996,"date":"2022-06-07T10:04:00","date_gmt":"2022-06-07T08:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=31996"},"modified":"2022-06-07T10:04:00","modified_gmt":"2022-06-07T08:04:00","slug":"maschinen-und-anlagenbau-trotzt-den-erheblichen-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=31996","title":{"rendered":"Maschinen- und Anlagenbau trotzt den erheblichen Belastungen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Hoher Auftragsbestand und globale Transformationsprozesse sorgen f\u00fcr Zuversicht<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ukraine-Krieg und Lockdowns bremsen Produktionswachstum 2022 auf 1 Prozent ab<\/strong><\/li>\n<li><strong>VDMA-Umfrage: Vollbremsung im Russland-Gesch\u00e4ft<\/strong><\/li>\n<li><strong>Mehr Anstrengungen f\u00fcr Klimaneutralit\u00e4t und Versorgungssicherheit n\u00f6tig<\/strong><\/li>\n<li><strong>VDMA zeigt Wege f\u00fcr die Produktion von morgen auf der Hannover Messe<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die wirtschaftliche Erholung im Maschinen- und Anlagenbau wird im laufenden Jahr ungeachtet aller Schwierigkeiten mit gebremstem Schwung weitergehen \u2013 vorausgesetzt es kommt nicht zu einer abrupten Unterbrechung der Energieversorgung. \u201eDer Krieg in der Ukraine und die anhaltenden Lieferkettenprobleme, die insbesondere durch die Lockdowns in China immer wieder versch\u00e4rft werden, sind nat\u00fcrlich eine erhebliche Belastung f\u00fcr unsere Industrie. Aber zugleich k\u00f6nnen wir immer noch auf ein sehr hohes Auftragspolster von aktuell 11,6 Monaten blicken. Deshalb rechnen wir f\u00fcr 2022 weiterhin mit einem realen Produktionswachstum, m\u00fcssen unsere Prognose aber von bisher plus 4 Prozent auf plus 1 Prozent reduzieren\u201c, sagte VDMA-Pr\u00e4sident Karl Haeusgen auf der Pressekonferenz des Verbands zur Hannover Messe. F\u00fcr den Umsatz rechnen die VDMA-Volkswirte dieses Jahr mit einem nominalen Zuwachs von 8 Prozent. Dies w\u00fcrde einen H\u00f6chststand von 239 Milliarden Euro bedeuten.<\/p>\n<p>Zuversicht zieht die Maschinenbauindustrie trotz der herrschenden Risiken aus zahlreichen Gesch\u00e4ftschancen auf vielen wichtigen Absatzm\u00e4rkten. \u201eHierzu z\u00e4hlen vor allem die nach wie vor wirkenden staatlichen Konjunktur- und Infrastrukturprogramme rund um den Globus sowie die wachsenden Anstrengungen vieler Staaten, den Klimawandel zu bek\u00e4mpfen. Und es braucht vielerorts hohe Investitionen, um die Wertsch\u00f6pfungs- und Lieferketten neu auszurichten. All dies geht nur mit modernsten Technologien aus dem Maschinen- und Anlagenbau\u201c, betonte Haeusgen.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4fte in Russland kommen weitgehend zum Erliegen<\/strong><br \/>\nEin Risiko f\u00fcr die Maschinenbauindustrie bleibt allerdings die russische Invasion in der Ukraine. Sie hat inzwischen zu einer Vollbremsung der Gesch\u00e4fte mit der Region gef\u00fchrt. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Umfrage des VDMA unter Mitgliedsfirmen, die auf dem russischen Markt mit Produktion, Vertrieb oder Service t\u00e4tig sind. 95 Prozent der knapp 300 an der Umfrage beteiligten Unternehmen meldeten, dass ihre Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit in Russland inzwischen sp\u00fcrbar eingeschr\u00e4nkt oder vollst\u00e4ndig zum Erliegen gekommen ist. Hierbei spielen vor allem die gegenseitigen Sanktionen, Reise- und Transportbeschr\u00e4nkungen sowie die allgemeine Verunsicherung aufgrund des Kriegs die entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>\u201eWie stark der Krieg alles ver\u00e4ndert hat, sieht man daran, dass vier von f\u00fcnf Firmen ihre Gesch\u00e4ftsaussichten mit Russland vor der Invasion noch als gut oder zufriedenstellend bezeichneten\u201c, erl\u00e4uterte Haeusgen. Nun rechnen drei Viertel der Unternehmen damit, dass sich ihre Gesch\u00e4fte mit Russland in den kommenden sechs Monaten entweder noch weiter verschlechtern oder sie diese ganz aufgeben werden. Weitere 20 Prozent wagen angesichts des Kriegs \u00fcberhaupt keine Prognose mehr. \u201eDie Sanktionen gegen Russland wirken, und sie sind absolut richtig\u201c, betonte Haeusgen. \u201eDer russische Markt ist f\u00fcr die Maschinenbaufirmen traditionell zwar ein Exportmarkt. Die Investitionen in Produktion und Montage vor Ort sind gemessen an der Gr\u00f6\u00dfe des Marktes vergleichsweise niedrig. Dennoch kann der Verlust dieses Marktes f\u00fcr einzelne Firmen sehr schmerzhaft sein, es gibt oft langj\u00e4hrig enge Beziehungen, und die Betriebe f\u00fchlen sich auch zu Recht verpflichtet gegen\u00fcber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Russland. Selbst wenn es, wie wir alle hoffen, zu einem raschen Ende des Kriegs und der Wiederherstellung der territorialen Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine kommen sollte \u2013 es wird viele Jahre dauern, bis die Gesch\u00e4fte mit Russland wieder auf einem echten Vertrauensverh\u00e4ltnis beruhen k\u00f6nnen\u201c, prognostizierte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftsminister souver\u00e4n, \u201eAmpel-Koalition\u201c zeigt Schw\u00e4chen<\/strong><br \/>\nWichtig f\u00fcr die Maschinenbauindustrie in dieser Situation ist, dass Bundesregierung und EU eine klare Sanktionspolitik betreiben, auf die die Unternehmen sich einstellen k\u00f6nnen. Dabei m\u00fcssen aber auch die Belange insbesondere der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen ber\u00fccksichtigt werden, die f\u00fcr die \u00fcberwiegende Zahl der Arbeitspl\u00e4tze in Deutschland und Europa stehen. \u201eEs gibt aktuell einen sehr guten Austausch zwischen Industrie und Politik, das Wirtschaftsministerium und sein Minister agieren sehr professionell in Bezug auf den Ukraine-Krieg und seine Folgen. Robert Habeck zeigt Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Industrie und macht eine verantwortungsvolle Politik\u201c, lobte VDMA-Pr\u00e4sident Haeusgen.<\/p>\n<p>Schw\u00e4chen sieht der Maschinen- und Anlagenbau dagegen in der Politik der \u201eAmpel-Koalition\u201c insgesamt. Diese betreffen die z\u00f6gerliche Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz und seiner Partei, sich von ihren bisherigen Russland-Vorstellungen zu l\u00f6sen, aber auch die Rolle der FDP in der Regierung. \u201eWir erwarten von der FDP, dass sie die Ampel auf einem klar marktwirtschaftlichen Kurs h\u00e4lt. Das Hin und Her etwa bei der Emobility-Kaufpr\u00e4mie oder der Kampf f\u00fcr Tankgutscheine zeigen jedoch, dass die Partei dabei ist, ihren Kompass zu verlieren\u201c, bem\u00e4ngelte Haeusgen. Davon profitiere derzeit die Union, die \u00fcberraschend schnell wieder mit breiter Brust im Bundestag auftrete und gute Oppositionspolitik mache. \u201eAllerdings muss die Union gerade in der jetzigen angespannten geopolitischen Lage weiter Verantwortung tragen und darf nicht zur Blockade-Opposition werden\u201c, mahnte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p><strong>EU muss weiter Einigkeit zeigen \u2013 \u201eFit for 55\u201c beh\u00e4lt oberste Priorit\u00e4t<\/strong><br \/>\nDie EU wiederum hat in ihrer Reaktion auf den russischen Angriffskrieg eine zuvor nicht unbedingt erwartbare Einigkeit gezeigt. \u201eDie bislang verabschiedeten f\u00fcnf Sanktionspakete hat die EU schnell und effizient verabschiedet. Das war nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die Einheit Europas ist eine der wenigen positiven Erkenntnisse des furchtbaren Kriegs in der Ukraine\u201c, sagte Haeusgen. Diese Einigkeit der EU werde von der Wirtschaft aber auch erwartet. Auf der anderen Seite sind die Maschinenbaubetriebe bereit, ihren Beitrag zu dieser gemeinsamen Reaktion zu leisten.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr den Weg nach vorne ist nach Ansicht des VDMA jedoch, dass der russische Angriffskrieg die Debatte \u00fcber den Klimaschutz auch in Europa nicht in den Hintergrund dr\u00e4ngen darf. Das Ma\u00dfnahmenpaket \u201eFit for 55\u201c wird immer noch im Europ\u00e4ischen Parlament und im EU-Ministerrat verhandelt. \u201eHier sind jetzt dringend Fortschritte erforderlich \u2013 sowohl f\u00fcr den Klimaschutz, aber auch, um die Abh\u00e4ngigkeit von russischer Energie zu reduzieren\u201c, forderte Haeusgen. Dabei sollte jetzt unbedingt ein wesentlich gr\u00f6\u00dferer Fokus auf eine Steigerung der Energieeffizienz gelegt werden. Die Technologien hierf\u00fcr sind vorhanden und sie k\u00f6nnten kurzfristig die Abh\u00e4ngigkeiten Europas von Russland reduzieren.<\/p>\n<p><strong>Klimaneutralit\u00e4t und Versorgungssicherheit<\/strong><br \/>\nDer Krieg in der Ukraine f\u00fchrt auch im Maschinen- und Anlagenbau allen Akteuren schmerzlich vor Augen, dass die Energieversorgung neu aufgestellt werden muss und es zus\u00e4tzlicher Anstrengungen bedarf, um die Abh\u00e4ngigkeit von russischer Energie so rasch wie m\u00f6glich zu beseitigen. Zugleich muss die Bek\u00e4mpfung des Klimawandels energisch vorangetrieben werden. \u201eKlimaschutz und Versorgungssicherheit m\u00fcssen zusammengedacht werden\u201c, betonte Haeusgen. \u201eDabei gibt es unterschiedliche Konzepte, um beide Ziele gemeinsam zu erreichen. Ein neues Strommarktdesign kann beides unterst\u00fctzen. Hierbei ist die Refinanzierbarkeit von Energieanlagen ein wichtiger Schl\u00fcssel\u201c, sagte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien gewinnt die Nutzung von gr\u00fcnem Wasserstoff f\u00fcr flexible Kraftwerke an Bedeutung. Die Kraftwerke \u00fcbernehmen in der Transformation die wichtige Aufgabe der Reserve-Kapazit\u00e4ten. \u201eSie fungieren gewisserma\u00dfen als Versicherung, wenn Wind und Sonne nicht in ausreichender Menge verf\u00fcgbar sind\u201c, erl\u00e4uterte Haeusgen. \u201eDer Maschinen- und Anlagenbau macht diesen Wandel erst m\u00f6glich und h\u00e4lt die entsprechenden Technologien f\u00fcr die Transformation bereit.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eIndustrial Transformation\u201c als zentrale Aufgabe<\/strong><br \/>\nNeben dem Thema Versorgungssicherheit hat die diesj\u00e4hrige Hannover Messe den wichtigen Schwerpunkt \u201eIndustrial Transformation\u201c. Die produzierende Industrie ist mehr und mehr gefordert, \u00fcber die Optimierung ihrer Anlagen und Prozesse hinaus auch intelligente Kommunikation und Software einzusetzen und ihre Daten entsprechend zu nutzen. Als Basis hierf\u00fcr entwickelt der VDMA als Vorreiter die Weltsprache der Produktion auf Basis von OPC UA. Dies erfolgt nicht nur f\u00fcr branchenspezifische Informationen, sondern auch f\u00fcr Informationen, die f\u00fcr den gesamten Maschinen- und Anlagenbau von Relevanz sind, wie Identifikation, Statusmonitoring oder \u2013 neu gestartet \u2013 Energy Monitoring. \u201eDer VDMA legt hiermit die Basis f\u00fcr die zukunftsf\u00e4hige Produktion weltweit\u201c, betonte Haeusgen.<\/p>\n<p>\u201eUnter dem Label umati haben wir dazu eine einmalige globale Community ins Leben gerufen, die sich f\u00fcr den interoperablen Datenaustausch vom Shop-Floor bis in die Cloud einsetzt. Wir erm\u00f6glichen einen direkten branchen\u00fcbergreifenden Austausch im Maschinen- und Anlagenbau und mit seinen Anwendern, Softwarelieferanten und anderen Akteuren\u201c, res\u00fcmierte er.<\/p>\n<p><strong>Der VDMA auf der Hannover Messe<\/strong><br \/>\nDer VDMA ist auch 2022 mit einer Vielzahl von St\u00e4nden, Veranstaltungen und Referentinnen sowie Referenten auf der Hannover Messe vertreten: als Ansprechpartner f\u00fcr die Maschinenbau-Welt ebenso wie als fachkundiger Wegweiser f\u00fcr Zukunftstechnologien. Thematische Highlights umfassen die Fragen der Energie- und Versorgungssicherheit ebenso wie die Produktion von morgen (Next Generation Manufacturing), die Biologisierung der Industrie oder die Zusammenarbeit von mittelst\u00e4ndischen Betrieben und Start-up-Unternehmen. Erstmals vergibt der VDMA auch einen \u201eCarbon Buster\u201c-Award an junge Teams mit neuen Ideen zur Emissionsreduzierung.<\/p>\n<p>Das gesamte Programm des VDMA auf der Hannover Messe finden Sie <a href=\"https:\/\/www.vdma.org\/hannovermesse\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Die Charts zur Konjunkturlage im Maschinen- und Anlagenbau finden Sie <a href=\"https:\/\/vdma.org\/viewer\/-\/v2article\/render\/51756793\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wirtschaftliche Erholung im Maschinen- und Anlagenbau wird im laufenden Jahr ungeachtet aller Schwierigkeiten mit gebremstem Schwung weitergehen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-31996","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31996"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31996\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31997,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31996\/revisions\/31997"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31996"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=31996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}