{"id":32003,"date":"2022-06-07T10:58:31","date_gmt":"2022-06-07T08:58:31","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=32003"},"modified":"2022-06-07T10:58:31","modified_gmt":"2022-06-07T08:58:31","slug":"es-wird-immer-wichtiger-systeme-miteinander-zu-verbinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=32003","title":{"rendered":"Es wird immer wichtiger, Systeme miteinander zu verbinden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><\/p>\n<p><strong>Interview mit Lutz Busch (CEO) und Maik Kr\u00fcger (Leitung Business Development) bei der Kampf Schneid- und Wickeltechnik GmbH &amp; Co. KG<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie hat die Digitalisierung bei Kampf Fahrt aufgenommen?<\/strong><br \/>\n<strong>Busch:<\/strong> Vor sieben Jahren haben wir in einer Kundenbefragung ermittelt, welche Bedeutung Industrie 4.0, damals der Begriff f\u00fcr die Digitalisierung in der Industrie, f\u00fcr sie hat. Wir haben erfahren, dass unsere Kunden gro\u00dfes Interesse daran haben, mehr Daten \u00fcber den Produktionsablauf zu bekommen und fr\u00fcher Hinweise auf n\u00f6tige Wartung oder den Austausch von Teilen zu erhalten, um die Produktion so wenig wie m\u00f6glich zu beeintr\u00e4chtigen. Wir haben damals schon ein digitales Tool entwickelt, mit dem man aktuelle Zustandsberichte von Maschinen erzeugen konnte. Seither haben wir uns weiterentwickelt und haben heute eine komplette IIoT-Plattform, \u00fcber die wir mit unseren Kunden und auch mit unseren Lieferanten operieren k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Kr\u00fcger:<\/strong> Es wird immer wichtiger, Systeme miteinander zu verbinden, wenn wir im Wettbewerb bestehen wollen. Zur K hin werden wir eine weitere Stufe in unserer IIoT-Plattform pr\u00e4sentieren. Die Digitalisierung entwickelt sich immer weiter, Produkte werden immer ausgereifter und Technologiespr\u00fcnge kommen in immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden. Daraus ergeben sich stets neue Anwendungen und M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><strong>Von wem geht das denn aus, vom Kunden oder von Kampf?<\/strong><br \/>\n<strong>Busch:<\/strong> Um \u00fcberhaupt in die Diskussion einsteigen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir unseren Kunden signalisieren, dass wir im Bereich Digitalisierung L\u00f6sungen anbieten. Aber es kommen auch Kunden auf uns zu. Das geht so weit, dass wir zum Beispiel mit einem Kunden einen Prototypen f\u00fcr eine v\u00f6llig neue, hochautomatisierte Maschine entwickelt haben, die wir mittlerweile zehn Mal an diesen Kunden haben verkaufen k\u00f6nnen. Da haben wir quasi ein neues Gesch\u00e4ftsfeld betreten. Hohe Automatisierung und Digitalisierung gehen in diesen Projekten Hand in Hand. Je mehr ein Kunde automatisieren will, umso notwendiger wird auch Digitalisierung.<\/p>\n<p><strong>Kann die Digitalisierung in der Produktion dazu f\u00fchren, den Fachkr\u00e4ftemangel zu mildern?<\/strong><br \/>\n<strong>Busch:<\/strong> Da ist man in einem Dilemma. Immer mehr automatisierte Abl\u00e4ufe werden Personal bei einfacher wiederkehrender T\u00e4tigkeit schrittweise ersetzen. Gleichzeitig werden Qualit\u00e4ts- und Prozessanalysen und -optimierungen als Wettbewerbsvorteil immer entscheidender. Nach unserer Erfahrung m\u00fcssen Menschen hierf\u00fcr umso besser ausgebildet sein. Das Qualifikationsniveau muss h\u00f6her sein, weil die Aufgaben viel komplexer werden, um die Potentiale der Digitalisierung vollst\u00e4ndig zu nutzen.<\/p>\n<p><strong>Wie ver\u00e4ndert die Digitalisierung die Kommunikation mit dem Kunden?<\/strong><br \/>\n<strong>Busch:<\/strong> Zun\u00e4chst einmal muss klar gemacht werden, dass die von uns gesammelten Daten nat\u00fcrlich dem Kunden geh\u00f6ren. Er entscheidet, was damit gemacht wird. Er kann sagen, die Daten werden an der Maschine erhoben und bleiben im Betrieb. Der Kunde kann sie aber auch f\u00fcr eine Cloud-basierte L\u00f6sung zur Verf\u00fcgung stellen, wo sie von uns anonymisiert weiterverarbeitet werden. Das ist die von uns pr\u00e4ferierte L\u00f6sung, denn nur mit einer m\u00f6glichst gro\u00dfen Anzahl von Daten kann man zielgerichtet Algorithmen entwickeln. Wenn wir zu den Betriebszust\u00e4nden unserer Maschinen m\u00f6glichst viele Daten haben, k\u00f6nnen wir zum Beispiel in auftretenden Fehlersituationen eventuelle Regelm\u00e4\u00dfigkeiten erkennen. Daraus k\u00f6nnen wir Handlungsempfehlungen ableiten, von denen unser Kunde profitiert.<br \/>\n<strong>Kr\u00fcger:<\/strong> Neben einer h\u00f6heren Betriebssicherheit kann die Digitalisierung auch bei der Schaffung von neuen effizienten Kontaktm\u00f6glichkeiten wie beispielsweise Kundenportalen helfen. Im t\u00e4glichen Leben nutzen wir die Digitalisierung ganz selbstverst\u00e4ndlich. Wir bestellen viele Dinge einfach im Internet. Dies kann man in den B2B-Bereich \u00fcbertragen. Abl\u00e4ufe k\u00f6nnen vereinfacht und wichtige Informationen und L\u00f6sungsangebote rund um die eingesetzten Produkte geteilt werden. Wichtige Ersatzteile, Upgrade-M\u00f6glichkeiten oder auch Trainingsinhalte k\u00f6nnen schnell identifiziert, Verf\u00fcgbarkeiten und Kosten gepr\u00fcft und Bestellungen einfach abgewickelt werden.<\/p>\n<p><strong>Viele Firmen sind in puncto Datenaustausch noch zur\u00fcckhaltend. K\u00f6nnen Sie sie verstehen?<\/strong><br \/>\n<strong>Busch:<\/strong> Das ist ungef\u00e4hr so, als w\u00fcrde man sagen, wir bauen lieber keine Autos, weil damit hin und wieder auch Unf\u00e4lle passieren. Die ganzen Vorteile des Autos, die Mobilit\u00e4t, w\u00fcrden dadurch vollkommen negiert. Es stimmt, die Gefahr eines Hackerangriffes ist real. Das sehen wir auch bei uns. Noch vor ein paar Jahren h\u00e4tten wir gesagt, was soll uns bei einem Hackerangriff gro\u00df passieren. Das hat sich in der Tat v\u00f6llig gewandelt. Man muss einfach mehr in die Sicherheit investieren. Aber ich w\u00fcrde den technischen Fortschritt nicht nutzen k\u00f6nnen, wenn ich sagte, die Cyberkriminalit\u00e4t sei mir so suspekt.<\/p>\n<p><strong>Wie hilft die Digitalisierung beim Ziel, nachhaltiger zu wirtschaften?<\/strong><br \/>\n<strong>Busch:<\/strong> Sie ist zum Beispiel eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft. Die erreicht man nur, wenn alle miteinander arbeiten und sich vernetzen. Nehmen wir das Beispiel des digitalen Produktpasses. Der ist n\u00f6tig, damit man Kunststoffprodukte r\u00fcckverfolgen kann und genau wei\u00df, was sie enthalten. Nur so ist sinnvolles Recycling m\u00f6glich. F\u00fcr eine Folie wird erst Material aufgeschmolzen, dann wird sie gereckt, geschnitten und oft auch noch bedruckt. In jedem Schritt stecken Informationen. Die kann man nur sammeln und als Information bereitstellen, wenn alle ihre Daten beisteuern. Wir haben vor Jahren bereits ein digitales Rollenprotokoll zusammen mit Kooperationspartnern aus der Wertsch\u00f6pfungskette entwickelt. Heute sind wir aktiver Partner in einer gro\u00dfen Brancheninitiative zur Realisierung digitaler Produktp\u00e4sse.<br \/>\n<strong>Kr\u00fcger:<\/strong> Bereits heute k\u00f6nnen weitverbreitete, hochwertige Verpackungen, wie etwa Chipst\u00fcten, mit einem hohen Rezyklat-Anteil und hoher Qualit\u00e4t hergestellt werden. Noch wissen wir nicht, wie viele Kreisl\u00e4ufe eine solche Chipst\u00fcte tats\u00e4chlich erleben kann, aber wir sind davon \u00fcberzeugt, dass Kunststoffe ein wertvolles Material auf unserem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t sind. Um das volle Potenzial auszusch\u00f6pfen, brauchen wir eine Kreislaufwirtschaft, die auf Datenaustausch und Transparenz entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen basiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Vor sieben Jahren haben wir in einer Kundenbefragung ermittelt, welche Bedeutung Industrie 4.0, damals der Begriff f\u00fcr die Digitalisierung in der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32004,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-32003","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32003"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32003\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32005,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32003\/revisions\/32005"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/32004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32003"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=32003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}