{"id":32134,"date":"2022-06-13T13:35:28","date_gmt":"2022-06-13T11:35:28","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=32134"},"modified":"2022-06-13T13:35:28","modified_gmt":"2022-06-13T11:35:28","slug":"wir-muessen-unseren-co2-fussabdruck-nachhaltig-reduzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=32134","title":{"rendered":"Wir m\u00fcssen unseren CO2-Fu\u00dfabdruck nachhaltig reduzieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><\/p>\n<p><strong>Interview mit Dr. Christoph Schumacher, Bereichsleiter Marketing bei der Arburg GmbH + Co KG<\/strong><strong><\/p>\n<p>Herr Dr. Schumacher, wie kann man Kunststoff und die Umwelt in Einklang bringen?<\/strong><br \/>\nAus unserer Sicht ist Kunststoff f\u00fcr die Umwelt nicht das Hauptproblem, sondern es ist unser Umgang damit. Einer der Wege, den richtigen Umgang sicherzustellen, ist die Kreislaufwirtschaft. Aber diese sinnvolle Wiederverwertung des Werkstoffs Kunststoff allein reicht nicht. Es ist auch n\u00f6tig, besonders schonend mit all unseren Ressourcen umzugehen. F\u00fcr uns als Maschinenbauer hei\u00dft das: Wir sind verantwortlich daf\u00fcr, dass wir bei der Produktion unserer Maschinen so wenige Ressourcen wie m\u00f6glich verbrauchen. Aber es bedeutet auch, dass unsere Kunden mit unseren Maschinen Prozesse fahren k\u00f6nnen, die die Ressourcen schonen. Die komplexe Problemstellung lautet: Man muss immer die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette betrachten. Am Ende des Tages geht es schlie\u00dflich darum, den CO2-Fu\u00dfabdruck in der Kunststoffverarbeitung nachhaltig zu reduzieren.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielt die Technologie hier?<\/strong><br \/>\nTechnologie spielt unbestreitbar die zentrale Rolle. Sie ist auf allen Ebenen n\u00f6tig. Wir als Maschinenbauer sind sozusagen die Enabler f\u00fcr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Ohne unsere Maschinen und Prozesse kann das nicht gelingen. Wir entwickeln zum Beispiel die Technologien, um Kreisl\u00e4ufe sinnvoll zu gestalten oder zu unterst\u00fctzen. Sinnvoll hei\u00dft dabei, \u00f6kologisch und \u00f6konomisch zugleich. Denn Nachhaltigkeit wird ein gut funktionierendes Gesch\u00e4ftsmodell werden.<\/p>\n<p><strong>Wie kann die Digitalisierung hierbei helfen?<\/strong><br \/>\nAus unserer Perspektive unterst\u00fctzt Digitalisierung derzeit haupts\u00e4chlich auf zwei Wegen. Der eine betrifft die Wiederverwertung. Wenn wir in der Kunststoffindustrie die Wertstoffkette zu einem Wertstoffkreislauf umbauen wollen, ist es zum Beispiel notwendig, dass Produkte nach ihrem Gebrauch gesammelt, der Kunststoffsorte entsprechend sauber getrennt und die Materialien dann entsprechend aufbereitet, rezykliert und wieder verarbeitet werden k\u00f6nnen. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Produkte gekennzeichnet werden und das geht mithilfe von Digitalisierung, beispielsweise \u00fcber Wasserzeichen oder QR-Codes. Diese digitale Kennzeichnung muss man nat\u00fcrlich schon in den Produktionsprozess integrieren.<br \/>\nDer zweite Weg betrifft speziell uns als Maschinenbauer. Wir r\u00fcsten unsere Spritzgie\u00dfmaschinen heute mit vielen digitalen Assistenzsystemen aus, um das immer noch gro\u00dfe Problem einer schwankenden Materialqualit\u00e4t f\u00fcr unsere Kunden beherrschbar zu machen. Wir sind heute noch in der Situation, dass Qualit\u00e4ten von Rezyklaten noch nicht standardisiert sind. Wer heute Rezyklat bestellt, wei\u00df nicht genau, was er bekommt, in welcher Zusammensetzung, mit welchen Eigenschaften. Da m\u00fcssen wir unseren Kunden helfen und das geht auch \u00fcber digitalisierte Prozesse. Unsere Systeme und Anwendungstechnologien helfen den Kunden, m\u00f6glichst CO2-arme und kreislauforientierte Produkte herzustellen.<\/p>\n<p><strong>Auf der K 2019 stand mit der Kreislaufwirtschaft bereits ein Nachhaltigkeitsthema auf der Agenda. Was hat sich seither ge\u00e4ndert?<\/strong><br \/>\nDer deutschsprachige Maschinen- und Anlagenbau hat damals schon viel Technologie gezeigt und sich als Enabler f\u00fcr Nachhaltigkeit pr\u00e4sentiert. Bereits auf der K 2019 haben wir gesagt: Seht her, wir haben L\u00f6sungen f\u00fcr die Umwelt- und Klimaprobleme, ihr m\u00fcsst sie nur nutzen. Wir sind nicht das Problem, wir sind Teil der L\u00f6sung. Das ist nat\u00fcrlich immer noch richtig. Wir als Maschinenbauer haben uns schon immer den gesellschaftlichen Aufgaben gestellt und sehen es daher auch in diesem Zusammenhang heute als unsere Aufgabe an, dr\u00e4ngende globale Probleme zu erkennen und unseren Beitrag zur L\u00f6sung zu leisten. Dieser besteht darin, technologische M\u00f6glichkeiten und die daraus resultierenden Gesch\u00e4ftsmodelle aufzuzeigen.<\/p>\n<p><strong>Das Bewusstsein ist in vielen Teilen der Welt nur schwach vorhanden.<\/strong><br \/>\nDie Problemstellung ist in vielen nicht-westlichen und nicht so hoch entwickelten L\u00e4ndern eine ganz andere als bei uns. Wer schon keine M\u00fcllabfuhr kennt, kann nun mal keinen Stoffkreislauf kennen. Und wer seinen M\u00fcll schon seit Generationen in den Fluss im Dorf wirft, den erreicht man nicht mit einem Appell, das nicht zu tun. Unser Beitrag als Branche ist es, technologische L\u00f6sungen zu pr\u00e4sentieren, um aus Werkstoffen Wertstoffe zu machen. Das ist unsere gro\u00dfe Aufgabe. Wir m\u00fcssen das Bewusstsein erzeugen und unterst\u00fctzen, dass es vollkommen unsinnig ist, Produkte aus fossilen Rohstoffen herzustellen, sie einmal zu benutzen und dann wegzuwerfen. Wir m\u00fcssen zeigen, wie die Verarbeitung solcher Rohstoffe einfacher wird und dass ein Stoffkreislauf auch noch Gewinne abwirft. Das ist eine riesige Aufgabe f\u00fcr den deutschsprachigen Maschinen- und Anlagenbau. Aber auch eine gro\u00dfe Chance. Dank unseres guten Rufes \u00fcberall auf der Welt, kann uns das gelingen.<\/p>\n<p><strong>Was tut Arburg als Unternehmen im Nordschwarzwald in puncto Nachhaltigkeit?<\/strong><br \/>\nWir betreiben Umweltschutz und schonenden Umgang mit Ressourcen schon seit Jahrzehnten, das liegt sozusagen in unserer DNA. Und zwar allein schon aus dem Gedanken einer \u201eur-schw\u00e4bischen Sparsamkeit\u201c, das bedeutet: Man verschwendet prinzipiell nichts. Wir arbeiten mit einer globalen Ein-Standort-Produktionsstrategie. Wir k\u00f6nnen so nachhaltige Produktion unter Einsatz von Hightech garantieren. Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass diese Produktionspolitik CO2-m\u00e4\u00dfig derzeit deutlich sinnvoller ist, als weltweit an vielen Standorten zu produzieren. Wir sind au\u00dferdem dreifach zertifiziert: F\u00fcr Umweltschutz, Qualit\u00e4t und Energie. Bei uns liegen Umweltschutz und Nachhaltigkeit also bewiesenerma\u00dfen in der Natur der Dinge.<\/p>\n<p>Video Statement Dr. Christoph Schumacher:\u00a0<a href=\"https:\/\/vimeo.com\/704102218\">https:\/\/vimeo.com\/704102218<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus unserer Sicht ist Kunststoff f\u00fcr die Umwelt nicht das Hauptproblem, sondern es ist unser Umgang damit. 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