{"id":32295,"date":"2022-06-29T13:27:07","date_gmt":"2022-06-29T11:27:07","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=32295"},"modified":"2022-06-29T13:27:07","modified_gmt":"2022-06-29T11:27:07","slug":"immer-mehr-huerden-und-schutzmauern-erschweren-den-globalen-handel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=32295","title":{"rendered":"Immer mehr H\u00fcrden und Schutzmauern\u00a0erschweren den globalen Handel"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>80 Prozent aller europ\u00e4ischen Maschinenbauexporte werden durch Protektionismus behindert<\/strong><\/li>\n<li><strong>Auch staatliche Exportf\u00f6rderung f\u00fcr Wettbewerber schafft erhebliche Wettbewerbsnachteile <\/strong><\/li>\n<li><strong>Freihandelsabkommen mit Mercosur oder Indien dringend ben\u00f6tigt \u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der freie Handel wird weltweit immer st\u00e4rker durch staatliche protektionistische Ma\u00dfnahmen behindert, und eine Entspannung ist nicht in Sicht. Vielmehr haben in den vergangenen Jahren die Auseinandersetzungen zwischen China und den USA, die Corona-Pandemie und nationale Industriepolitiken dazu gef\u00fchrt, dass Handelshemmnisse verst\u00e4rkt oder neu aufgebaut wurden. F\u00fcr den vom Export abh\u00e4ngigen Maschinen- und Anlagenbau in Europa ist dies eine schlechte Entwicklung: Rund 80 Prozent all seiner Exporte treffen international auf Zollschranken, staatlich subventionierte Wettbewerbsprodukte oder staatliche Exportf\u00f6rderma\u00dfnahmen von Drittstaaten (Stand: Anfang 2022). Dies ist die zentrale Erkenntnis der neuen Studie \u201eForeign Protectionism Affecting EU Mechanical Engineering Exports\u201c, die das \u201eGlobal Trade Alert Team\u201c der Universit\u00e4t St. Gallen im Auftrag des VDMA erstellt hat.<\/p>\n<p>Bereits vor zwei Jahren hatte der Verband eine \u00e4hnliche Untersuchung veranlasst, damals allerdings den Fokus nur auf deutsche Maschinenexporte gelegt. \u201eDas Bild ist aber auch f\u00fcr unsere gesamte europ\u00e4ische Branche erschreckend. Der schleichende Aufbau von Handelsbarrieren kosten Arbeitspl\u00e4tze und Wohlstand. Der europ\u00e4ische Maschinenbau braucht aber stabile Rahmenbedingungen f\u00fcr Exporte und Investitionen. Daher muss sich die EU mit aller Kraft f\u00fcr weitere Freihandelsabkommen etwa mit den Mercosur-Staaten oder Indien einsetzen\u201c, forderte Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Au\u00dfenwirtschaft, bei der Vorstellung der neuen Studie in Br\u00fcssel.<\/p>\n<p><strong>Nachteile im internationalen Wettbewerb<\/strong><br \/>\nDen mit Abstand gr\u00f6\u00dften Anteil von Handelsbarrieren im Maschinen- und Anlagenbau (73 Prozent) bilden demnach staatliche Exportf\u00f6rderma\u00dfnahmen. Au\u00dferdem erhalten viele lokale Wettbewerber direkte Subventionen. Beides behindert die europ\u00e4ischen Anbieter auf den lokalen M\u00e4rkten und f\u00fchrt zu sp\u00fcrbaren Wettbewerbsnachteilen f\u00fcr europ\u00e4ische Maschinenbauer auf den Exportm\u00e4rkten. \u201eZu Beginn dieses Jahres waren rund die H\u00e4lfte aller europ\u00e4ischen Maschinenexporte nach China, Indien und in die USA von Subventionsh\u00fcrden betroffen, die sich zum Beispiel in den Vereinigten Staaten in Form von direkten F\u00f6rderma\u00dfnahmen und staatlichen Steuernachl\u00e4ssen manifestierten\u201c, erl\u00e4uterte VDMA-Abteilungsleiter Ackermann. Die Regierungen von China, Brasilien, Indien und auch Gro\u00dfbritannien unterminieren den freien Handel, indem sie ihre eigenen Exporteure subventionieren \u2013 dies betraf rund 50 Prozent aller europ\u00e4ischen Maschinenbauausfuhren<\/p>\n<p><strong>Zollh\u00fcrden nur noch in wenigen L\u00e4ndern bedeutsam<\/strong><br \/>\nKlassische Z\u00f6lle spielen im Maschinen- und Anlagenbau dagegen keine so bedeutsame Rolle. Wie die Studie zeigt, wurden diese Handelshemmnisse zum Teil sogar abgebaut, etwa f\u00fcr Exporte nach Brasilien oder China. Aber gerade in Brasilien sind die Zollh\u00fcrden mit rund 10 Prozent immer noch hoch. Und Indiens Z\u00f6lle auf Maschinenbauprodukte erreichen im Durchschnitt 7,5 Prozent. Bedeutend sind in vielen L\u00e4ndern sogenannte technische Handelshemmnisse. Besonders hoch sind dabei die Auflagen in den USA, China, Kanada und Brasilien.<\/p>\n<p><strong>Auch die EU schottet sich ab<\/strong><br \/>\nAuch die EU ist kein Musterknabe in Sachen Handelsh\u00fcrden. Zwar spielen Z\u00f6lle de facto auf dem europ\u00e4ischen Kontinent keine Rolle mehr, der Markt ist an dieser Stelle f\u00fcr alle Wettbewerber von au\u00dfen offen. \u201eAber insbesondere gegen\u00fcber Asien schottet sich die EU zunehmend mit Hilfe von technischen Handelshemmnissen ab. Die ausgefeilte technische Regulierung in der EU wirkt f\u00fcr Maschinenexporteure aus Drittstaaten wie ein Handelshemmnis\u201c, analysierte Ackermann. Zudem werden in bestimmten Technologiefeldern die in der EU beheimateten Firmen subventioniert, beziehungsweise es werden neue Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen f\u00fcr EU-Unternehmen diskutiert.<\/p>\n<p>\u201eIn dieser immer mehr durch Subventionen verzerrten Exportwelt br\u00e4uchten wir ein neues, allgemeing\u00fcltiges Regelwerk im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO. Aber daf\u00fcr gibt es auf absehbare Sicht wohl keine Chance\u201c, res\u00fcmierte der VDMA-Au\u00dfenwirtschaftsexperte. N\u00f6tig w\u00e4re daher zum einen, dass die EU sich noch st\u00e4rker als bisher f\u00fcr die Akzeptanz weltweiter Standards in Form von ISO und IEC einsetzt. Zum anderen sollte sie zusammen mit anderen Staaten den Kampf gegen wirtschaftlichen Druck aus Drittstaaten \u2013 zum Beispiel China auf Litauen\u00a0 \u2013 energisch vorantreiben, wie es das sogenannte Anti-Coercion-Instrument der EU ja auch vorsieht, forderte Ackermann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der freie Handel wird weltweit immer st\u00e4rker durch staatliche protektionistische Ma\u00dfnahmen behindert, und eine Entspannung ist nicht in Sicht&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-32295","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32295"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32295\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32296,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32295\/revisions\/32296"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32295"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=32295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}