{"id":32929,"date":"2022-08-24T08:29:18","date_gmt":"2022-08-24T06:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=32929"},"modified":"2022-08-23T14:31:31","modified_gmt":"2022-08-23T12:31:31","slug":"der-rezyklateinsatz-wird-von-kunden-weltweit-immer-haeufiger-gewuenscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=32929","title":{"rendered":"Der Rezyklateinsatz wird von Kunden weltweit immer h\u00e4ufiger gew\u00fcnscht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><strong><\/p>\n<p>Interview mit Joachim Oberbauer, Vertriebsleiter Folienextrusion bei der Hosokawa Alpine AG<\/p>\n<p>Herr Oberbauer, welchen Beitrag leistet Ihr Unternehmen zur Kreislaufwirtschaft?<\/strong><br \/>\nWir sind der Pionier der MDO-Technologie in der Blasfolienwelt. Sie basiert auf monoaxialem Folienrecken und er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, Eigenschaften des Endprodukts zu verbessern. Mit der Weiterentwicklung der MDO-Technologie ist es uns gelungen, einen wesentlichen Schritt f\u00fcr die Herstellung nachhaltiger Verpackungen aus Blasfolie zu tun. Mit dieser Weiterentwicklung sind so genannte Full-PE-L\u00f6sungen oder Monomateriall\u00f6sungen m\u00f6glich geworden. Damit tr\u00e4gt diese Technologie ma\u00dfgeblich zu Recycelbarkeit von Kunststoffen bei.<\/p>\n<p><strong>Wie funktioniert das?<\/strong><br \/>\nFull-PE-L\u00f6sungen sind im Bereich Blasfolien heute das Thema. Diese Folien bestehen idealerweise nur aus einem Rohstoff, n\u00e4mlich aus Polyethylen. Die Blasfolienwelt kann mithilfe unserer MDO-Technologie Verpackungen herstellen, die zum Beispiel Materialien wie PET ersetzen k\u00f6nnen. Ein ganz normaler Standbeutel, den man tausendfach in jedem Supermarkt sieht, besteht typischerweise aus verschiedenen Kunststoffen. Zum Beispiel PET, das laminiert ist gegen eine Innenschicht aus PE-Blasfolie. Solch ein Verbund ist nicht recycelf\u00e4hig. Diese PET- und Polyethylen-Verbunde kann man zwar zerkleinern, aber man kann sie nicht mehr in gleichwertigen Anwendungen einsetzen. Durch den Einsatz der MDO-Technologie kann man zum Beispiel das PET durch Polyethylen ersetzen. Die Blasfolie wird noch einmal gereckt, wodurch man sie mechanisch und optisch ver\u00e4ndern kann. Die PE-Folie erh\u00e4lt dadurch verbesserte Eigenschaften, die fr\u00fcher zum Beispiel durch die PET-Folie abgedeckt wurden. Damit l\u00e4sst sich ein Produkt nur aus Polyethylen herstellen. Ein solches Monomaterial-Produkt l\u00e4sst sich recyceln und kann wieder f\u00fcr die Herstellung von Folie genutzt werden.<\/p>\n<p><strong>Nimmt die Nachfrage nach solchen L\u00f6sungen zu?<\/strong><br \/>\nDiese MDO-Technologie, die als Erg\u00e4nzung zur Blasfolienanlage eine Full-PE-L\u00f6sung erm\u00f6glicht, kommt immer mehr auf den Markt. Sie gewinnt in der Kreislaufwirtschaft mehr und mehr an Bedeutung. Bei uns geht es mittlerweile in sehr vielen Projekten um den Einsatz der MDO-Technologie. Es zahlt sich jetzt aus, dass wir uns schon seit langem mit dieser Technologie besch\u00e4ftigt und sie perfektioniert haben, auch als die Kreislaufwirtschaft noch gar nicht in aller Munde war. Das Potenzial ist gro\u00df. Letztendlich h\u00e4ngt es aber von den politischen Str\u00f6mungen, dem gesellschaftlichen Druck und der Verf\u00fcgbarkeit guten Materials ab. Wir k\u00f6nnen die Welt alleine nicht \u00e4ndern. Wir k\u00f6nnen nur maschinenbautechnisch Produkte anbieten, die das alles auch bewerkstelligen k\u00f6nnen. Da sehen wir uns in der Pflicht.<\/p>\n<p><strong>Wo sehen Sie beim Einsatz von Rezyklaten maschinenbauseitig Herausforderungen?<\/strong><br \/>\nDie Integration von Rezyklaten in neue Produkte ist eine gro\u00dfe Herausforderung, wenn man am Ende wieder qualitativ hochwertige Neuprodukte haben will. Entscheidend ist die Reinheit des Granulats. Jeder St\u00f6rstoff in diesem Granulat ist besonders bei den d\u00fcnnen Folien von 20 bis 30 Mikrometer, die wir mit unseren Anlagen herstellen, ein m\u00f6gliches Problem. Die Qualit\u00e4t des Rezyklats ist nicht immer gegeben. Oft wei\u00df man auch als K\u00e4ufer, als Folienhersteller, nicht genau, was man bekommt. Wenn wir als Maschinenbauer wissen, dass ein Kunde Rezyklate einsetzt, dann legen wir unsere Maschinen entsprechend aus. Wenn das Eingangsmaterial nicht rein ist, dann sind das alles M\u00f6gliche St\u00f6rgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr die Produktion, f\u00fcr die mechanischen Eigenschaften und die Qualit\u00e4t des Produkts. Unsere Komponenten sind jedoch optimal aufeinander abgestimmt und wir k\u00f6nnen sie so auslegen, dass sie mit diesen Materialschwankungen sehr gut zurechtkommen.<\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df ist das internationale Interesse am Einsatz von Rezyklaten?<\/strong><br \/>\nWeltweit ist die Tendenz steigend. Aber es gibt noch gro\u00dfe regionale Unterschiede. Europa ist schon recht weit, Asien dagegen noch zur\u00fcck. Aber wir sehen in Kundengespr\u00e4chen weltweit, dass der Rezyklateinsatz immer h\u00e4ufiger gew\u00fcnscht wird. Der indische Markt, zum Beispiel, ist sicher noch weniger entwickelt in dieser Hinsicht, aber dort ist es das Ziel, bis 2030 ein j\u00e4hrliches Wachstum im Recyclingmarkt von sieben Prozent zu erzielen. Aber auch der APAC-Raum hat ehrgeizige Ziele. Dort hat man sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 zum f\u00fchrenden Markt zu werden im Einsatz von Rezyklaten. Ich denke, es geht weltweit in die richtige Richtung.<\/p>\n<p><strong>Die Kreislaufwirtschaft ist noch jung. Was muss geschehen, damit Kunststoff in gro\u00dfen Mengen im Kreislauf gef\u00fchrt werden kann?<\/strong><br \/>\nDie Idee ist zwar jung, aber es ist bemerkenswert, wie viele Entwicklungen und auch Anwendungen es inzwischen gibt. Mittlerweile werden schon Standbodenbeutel hergestellt, die zu 80 Prozent aus Rezyklat bestehen. Bei einfachen Tragetaschen wird schon bis zu 100 Prozent Rezyklat eingesetzt. Alles l\u00e4uft in die richtige Richtung. Noch flie\u00dft erst ein kleiner Teil des Kunststoffabfalls in die Kreislaufwirtschaft ein. Damit das mehr wird, muss an vielen Schrauben gedreht werden: Es m\u00fcssen Sammelsysteme eingef\u00fchrt oder verbessert werden. Die Rohstoffhersteller m\u00fcssen weiterhin entsprechende Materialien entwickeln. Es m\u00fcssen Produkte so designt werden, dass sie\u00a0idealerweise aus einer Kunststoffklasse hergestellt werden k\u00f6nnen. Die Maschinenbauer m\u00fcssen Maschinen so aufbauen und pr\u00e4parieren, dass sie Rezyklate gut verarbeiten k\u00f6nnen. Die gro\u00dfen Brands m\u00fcssen Vorgaben hinsichtlich des Designs und der Wiederverwertbarkeit ihrer Verpackungen machen. Die Gesellschaft, der Endverbraucher m\u00fcssen f\u00fcr die Sache gewonnen werden. Wir arbeiten da heute schon sehr eng mit Partnern aus der ganzen Wertsch\u00f6pfungskette zusammen. Es geh\u00f6ren viele dazu, aber der Haupttreiber muss die Politik sein. Ohne politischen Druck, ohne Vorgaben und auch ohne politische Anreize wird es nicht gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind der Pionier der MDO-Technologie in der Blasfolienwelt. 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