{"id":32965,"date":"2022-08-25T08:31:02","date_gmt":"2022-08-25T06:31:02","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=32965"},"modified":"2022-08-24T11:34:07","modified_gmt":"2022-08-24T09:34:07","slug":"recyclingmaterial-mehrweg-unverpackt-so-finden-unternehmen-die-nachhaltigste-produktverpackung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=32965","title":{"rendered":"Recyclingmaterial, Mehrweg, unverpackt? So finden Unternehmen die nachhaltigste Produktverpackung"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Bisher verfolgen erst wenige Unternehmen eine \u00fcbergeordnete Strategie, um Verpackungen nachhaltiger zu gestalten<\/strong><\/li>\n<li><strong>Bei Verbraucher*innen gibt es oft Missverst\u00e4ndnisse, welche Verpackung die nachhaltigste ist<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein Leitfaden vom Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung (I\u00d6W) und vom Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) bietet Anregungen und Hilfestellungen f\u00fcr Unternehmen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Plastikverpackungen sind immer schlecht, Glas und Papier per se besser? Viele Verbraucher*innen handeln nach solchen vereinfachten Faustregeln, doch diese f\u00fchren h\u00e4ufig auf die falsche F\u00e4hrte. Und nicht nur bei der Kundschaft gibt es Missverst\u00e4ndnisse, was das Thema nachhaltige Verpackungen angeht: Auch Unternehmen sind sich oft unsicher, wie eine Verpackungsumstellung in Richtung Nachhaltigkeit gelingen kann, denn die Anforderungen der Kundschaft und der Gesch\u00e4ftspartner sind vielf\u00e4ltig. Unterst\u00fctzung bietet jetzt ein <a href=\"http:\/\/www.plastik-reduzieren.de\/deutsch\/ver%C3%B6ffentlichungen\/leitfaden-f%C3%BCr-unternehmen\/\">Leitfaden<\/a> vom Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung (I\u00d6W) und vom Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu). Im Projekt \u201eInnoredux\u201c, das vom Bundesforschungsministerium im Forschungsschwerpunkt \u201ePlastik in der Umwelt\u201c gef\u00f6rdert wurde, untersuchten die Forschenden Verpackungen unter anderem f\u00fcr Lebensmittel und Drogerieprodukte und diskutierten die Ergebnisse mit den im Vorhaben beteiligten Unternehmen.<\/p>\n<p>Pro Kopf verbrauchen die Deutschen 227,5 kg Verpackungen j\u00e4hrlich (Stand 2019). \u201eDie Flut von Verpackungsm\u00fcll und der damit verbundene CO2-Aussto\u00df werden sich nur verringern, wenn Unternehmen ihre Verpackungsl\u00f6sungen optimieren\u201c, sagt der Umwelt\u00f6konom Dr. Frieder Rubik (I\u00d6W), der das Projekt Innoredux leitete. \u201eDas kann f\u00fcr sie auch ein Wettbewerbsvorteil sein \u2013 denn vielen Verbraucher*innen liegt die Umwelt am Herzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Verpackungen: Bisher nur ein Randthema in Unternehmensstrategien<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Verpackung als Aush\u00e4ngeschild des Unternehmens und des Produkts gelten kann, spielt sie in den meisten Unternehmensstrategien nur eine Nebenrolle. \u201eDie Umstellung auf nachhaltige Verpackungen sollte ein langfristiges strategisches Unternehmensziel sein\u201c, empfiehlt Nachhaltigkeitsforscherin Eva Wiesemann (I\u00d6W). \u201eHilfreich ist es, eine Verpackungsstrategie zu erarbeiten \u2013 etwa f\u00fcr einen Zeitraum von drei bis f\u00fcnf Jahren. Sie sollte in die Gesamtstrategie des Unternehmens integriert sein und alle Verpackungsarten ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00d6kobilanzen vergleichen, Verpackungen optimieren<\/strong><\/p>\n<p>In einem <a href=\"http:\/\/www.plastik-reduzieren.de\/deutsch\/ver%C3%B6ffentlichungen\/leitfaden-f%C3%BCr-unternehmen\/\">Leitfaden<\/a> f\u00fcr Unternehmen stellen die Forschenden sechs Ansatzpunkte vor, um Verpackungen zu reduzieren: von unverpackt \u00fcber Mehrweg bis hin zu alternativen Materialien. Verpackungsexpertin Carola Bick (ifeu) stellt ein Beispiel vor: \u201eF\u00fcr fl\u00fcssiges Textilwaschmittel, das in der Regel in einer Plastikflasche verkauft wird, erreicht man die gr\u00f6\u00dfte Einsparung durch eine Unverpacktl\u00f6sung per Abf\u00fcllstation. Aber auch ein Karton kann \u00f6kologisch sinnvoll sein \u2013 Voraussetzung hierf\u00fcr ist eine Produktumstellung von fl\u00fcssigem Waschmittel zu Waschpulver.\u201c Eine Umstellung auf eine Flasche aus Recyclingkunststoff hat hingegen nur einen geringen \u00f6kologischen Effekt. \u201eJe nach Zielgruppe kann auch eine niedrigschwellige L\u00f6sung eine gute Wahl sein. Das fl\u00fcssige Waschmittel kann zum Beispiel in einem materialsparenden Einweg-Standbeutel abgef\u00fcllt sein. Dabei sollte der Anbieter auf die Recyclingf\u00e4higkeit des Materials achten\u201c, erg\u00e4nzt Carola Bick.<\/p>\n<p><strong>Vorsicht bei Einweg-Glas<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl jeder Einzelfall genau angeschaut werden muss, lassen sich einige Faustregeln festhalten: Unverpackt ist aus \u00f6kobilanzieller Sicht f\u00fcr die meisten trockenen Lebensmittel und f\u00fcr andere feste Produkte wie St\u00fcckseife die beste Variante. Von Einweg-Glas hingegen raten die Forschenden in jedem Fall ab, denn sowohl die Herstellung als auch der Transport sind extrem energieintensiv. \u201eAuch beim Einsatz von Biokunststoffen, vor allem bei kompostierbaren, k\u00f6nnen unterm Strich die Nachteile \u00fcberwiegen\u201c so Carola Bick (ifeu).<\/p>\n<p>\u00dcber Verpackungsmythen aufzukl\u00e4ren, kann die Akzeptanz der Kundschaft erh\u00f6hen: Hinweise auf der Verpackung oder Infoschilder am Regal helfen, die Kaufbereitschaft f\u00fcr nachhaltige Alternativen zu steigern. Wie das aussehen kann, zeigte das Projekt Innoredux 2021 im Rahmen eines <a href=\"https:\/\/www.plastik-reduzieren.de\/deutsch\/verpackungslabor\/\">Reallabors<\/a> in Heidelberger Gesch\u00e4ften unter anderem mit <a href=\"https:\/\/www.plastik-reduzieren.de\/deutsch\/infografiken\/\">Infografiken<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.plastik-reduzieren.de\/deutsch\/verpackungslabor\/verpackungsarmer-einkauf\/\">Flyern<\/a>.<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><strong>Downloads:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Verpackungen \u00f6kologisch optimieren. Ein Leitfaden f\u00fcr Unternehmen. (<a href=\"https:\/\/www.ioew.de\/fileadmin\/user_upload\/BILDER_und_Downloaddateien\/Publikationen\/2022\/Verpackungen_oekologisch_optimieren_Ein_Leitfaden_fuer_Unternehmen_Innoredux_2022.pdf\">PDF, 2.9 MB<\/a>)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.plastik-reduzieren.de\/deutsch\/infografiken\/\">Infografiken und \u00dcbersichts-\u00d6kobilanzen zu beispielhaften Produktverpackungen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber das Projekt Innoredux:<\/strong><\/p>\n<p>2019 bis 2022 erarbeiteten das Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung (I\u00d6W) und das Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung (ifeu) gemeinsam mit Handelsunternehmen und der Stadt Heidelberg innovative Verpackungsl\u00f6sungen f\u00fcr den Handel. Im Zentrum stand die Frage, wie der Handel den Plastikeinsatz und Plastikm\u00fcll entlang der Wertsch\u00f6pfungskette reduzieren kann. Berechnungen zu \u00d6kobilanzen wurden erg\u00e4nzt durch ein Reallabor, Interviews, Workshops und eine Kundschaftsbefragung. Im station\u00e4ren Handel konnten der Drogeriemarkt dm, der Bioh\u00e4ndler Alnatura und der Unverpacktladen \u201eAnnas Unverpacktes\u201c als Praxispartner gewonnen werden. Im Versandhandel beteiligten sich memo und der Avocadostore. Auch der Unverpackt-Verband, die Stadt Heidelberg und der Bund f\u00fcr Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) waren am Projekt beteiligt. Als Teil des F\u00f6rderschwerpunktes \u201eSozial-\u00f6kologische Forschung\u201c hat das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung das Projekt im Forschungsschwerpunkt \u201e<a href=\"https:\/\/bmbf-plastik.de\/de\">Plastik in der Umwelt<\/a>\u201c gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.plastik-reduzieren.de\">www.plastik-reduzieren.de<\/a><\/p>\n<p>Das <strong>Institut f\u00fcr \u00f6kologische Wirtschaftsforschung (I\u00d6W)<\/strong> ist ein f\u00fchrendes wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung. Rund 70 Mitarbeiter*innen erarbeiten Strategien und Handlungsans\u00e4tze f\u00fcr ein zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften \u2013 f\u00fcr eine \u00d6konomie, die ein gutes Leben erm\u00f6glicht und die nat\u00fcrlichen Grundlagen erh\u00e4lt. Das Institut arbeitet gemeinn\u00fctzig und ohne \u00f6ffentliche Grundf\u00f6rderung. Das I\u00d6W ist Mitglied im \u201eEcological Research Network\u201c (Ecornet), dem Netzwerk der au\u00dferuniversit\u00e4ren, gemeinn\u00fctzigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ioew.de\">www.ioew.de<\/a> | <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ioew_de\">twitter.com\/ioew_de<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.ioew.de\/service\/newsletter\">www.ioew.de\/newsletter<\/a><\/p>\n<p>Das <strong>Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung (ifeu)<\/strong> forscht und ber\u00e4t weltweit zu wichtigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen f\u00fcr zahlreiche internationale und nationale F\u00f6rdermittel- und Auftraggeber. Es z\u00e4hlt mit \u00fcber 40-j\u00e4hriger Erfahrung zu den bedeutenden \u00f6kologisch ausgerichteten, unabh\u00e4ngigen und gemeinn\u00fctzigen Forschungsinstituten in Deutschland. An den Standorten Heidelberg und Berlin sind rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Natur-, Ingenieurs- und Gesellschaftswissenschaften besch\u00e4ftigt. Das ifeu sucht Antworten auf dr\u00e4ngende gesellschaftliche Fragen und entwickelt diese im Sinne einer transdisziplin\u00e4ren Ausrichtung in engem Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft: vor Ort, in Deutschland und weltweit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ifeu.de\">www.ifeu.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastikverpackungen sind immer schlecht, Glas und Papier per se besser? 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