{"id":33123,"date":"2022-09-01T11:00:37","date_gmt":"2022-09-01T09:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=33123"},"modified":"2022-09-01T11:00:37","modified_gmt":"2022-09-01T09:00:37","slug":"jeder-fuenfte-hersteller-von-kunststoffverpackungen-in-existenznot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=33123","title":{"rendered":"Jeder f\u00fcnfte Hersteller von Kunststoffverpackungen in Existenznot"},"content":{"rendered":"<p><strong>Folgen der Energiepreisexplosion<\/strong><\/p>\n<p>Eine aktuelle Umfrage der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. unter ihren 300 Mitgliedsunternehmen zeigt, dass die hohen Energiekosten f\u00fcr jedes f\u00fcnfte Unternehmen der Branche ein existenzgef\u00e4hrdendes Ausma\u00df angenommen haben. Der Verband fordert die Politik zum Handeln auf, um Produktionsstilllegungen und Arbeitsplatzverluste noch zu verhindern.<\/p>\n<p>Die zumeist mittelst\u00e4ndischen Hersteller von Kunststoffverpackungen und -folien in Deutschland sind, \u00e4hnlich wie viele andere energieintensive Branchen, geschockt von den dramatisch gestiegenen Strom- und Gaspreisen. Zwar konnten einige Unternehmen aufgrund laufender Vertr\u00e4ge einen Kostenanstieg bisher vermeiden, im Branchen-Durchschnitt haben sich die Stromkosten seit Jahresbeginn jedoch verdoppelt. Viele Unternehmen m\u00fcssen allerdings einen um 300, 500 und bis zu 750 Prozent h\u00f6heren Strompreis als zum Jahresbeginn zahlen. Beim Erdgas ist die aktuelle Lage \u00e4hnlich, hier werden bis zu 625 Prozent h\u00f6here Preise gezahlt als zum Jahresbeginn und auch hier hat sich der Preis im Durchschnitt verdoppelt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das n\u00e4chste Jahr sieht die Lage noch dramatischer aus: 2023 wird beim Strom mit Erh\u00f6hungen im Einzelfall von bis zu 1.200 Prozent gerechnet, wobei ein durchschnittlicher Anstieg von circa 240 Prozent erwartet wird. Auch beim Erdgas erwarten die meisten Unternehmen mindestens eine Verdopplung, auch hier gehen die h\u00f6chsten Sch\u00e4tzungen von einem Anstieg im Einzelfall von \u00fcber 1.000 Prozent aus. Im Durchschnitt wird 2023 derzeit ein Anstieg der Erdgaspreise um 250 Prozent erwartet.<\/p>\n<p>\u201eViele energieintensive Unternehmen haben noch keinen Stromkontrakt f\u00fcr 2023. Angesichts einer Verzehnfachung der Preise an der Stromb\u00f6rse ist ein solcher Vertragsabschluss derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar, die Unternehmen laufen zwangsl\u00e4ufig in den \u00fcberhitzten Spotmarkt\u201c, erl\u00e4utert Dr. Martin Engelmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IK. Zu den hohen Kosten komme noch die geplante Gasumlage, die Unternehmen weiter belastet. \u201eBisher ist es den meisten unserer Mitgliedsunternehmen gelungen, die drastisch gestiegenen Energiekosten zumindest teilweise an die Kunden weiterzugeben. Das ist mit ein Grund daf\u00fcr, dass derzeit die meisten Unternehmen noch nicht in ihrer Produktion und Lieferf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigt sind. Das wird sich aber in den n\u00e4chsten Monaten \u00e4ndern, sollten die Energiepreise auf dem Niveau bleiben oder weiter steigen\u201c, warnt Engelmann. F\u00fcr 2023 rechne bereits die H\u00e4lfte der Unternehmen mit negativen Auswirkungen auf die Produktion in Deutschland. Die Verringerung der russischen Gaslieferungen und eine drohende Gasmangellage in den n\u00e4chsten Monaten trifft auch die Kunststoffverpackungs-Branche: Wie die Umfrage ergibt, h\u00e4tte ein Erdgas-Lieferstopp f\u00fcr 2 von 3 Unternehmen negative Auswirkungen auf die Produktion, f\u00fcr knapp ein Drittel sogar erhebliche Folgen.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe H\u00fcrden auf dem Weg zu staatlichen Zusch\u00fcssen<\/strong><\/p>\n<p>Das Energiekostend\u00e4mpfungsprogramm der Bundesregierung, mit dem energieintensive Unternehmen Zusch\u00fcsse in H\u00f6he von insgesamt 5 Milliarden Euro f\u00fcr den Zeitraum Februar bis September 2022 gew\u00e4hrt werden sollen, kann knapp jedes f\u00fcnfte Unternehmen der Branche nutzen, f\u00fcr 40 Prozent kommt es nicht in Frage. \u201eAngesichts explodierender Energiepreise sind diese Zusch\u00fcsse nicht mal ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein\u201c, kritisiert Engelmann und verweist darauf, dass die Zusch\u00fcsse au\u00dferdem an strenge Voraussetzungen gekn\u00fcpft seien, die f\u00fcr viele Unternehmen der Branche nicht zu erf\u00fcllen sind. \u201eProblematisch ist insbesondere die Voraussetzung, dass sich die Strom- und Gaskosten im laufenden Jahr gegen\u00fcber dem Vorjahr mindestens verdoppelt haben m\u00fcssen. Denn f\u00fcr viele Unternehmen kommt der Preisschock erst im n\u00e4chsten Jahr\u201c, so Engelmann.<\/p>\n<p><strong>Aufruf an die Politik zur Begrenzung des Kostenanstiegs<\/strong><\/p>\n<p>Von der Politik fordert die IK kurzfristig Ma\u00dfnahmen, um den Energiepreisanstieg zu stoppen. \u201eZu lange hat die Bundesregierung die Augen verschlossen vor den Folgen des Gaspreisanstiegs f\u00fcr den Strommarkt. Jetzt haben wir ein dramatisches Stromproblem und die Regierung muss handeln, um massenhafte Produktionsstillegungen und Arbeitsplatzverluste noch zu verhindern\u201c, fordert Engelmann. Notwendig ist aus Sicht des Verbandes vor allem ein international wettbewerbsf\u00e4higer Industriestrompreis und ein Industrieerdgaspreis. Die Kopplung des Strompreises an den Gaspreis m\u00fcsse beendet werden. \u201eKurzfristig muss au\u00dferdem der Preis f\u00fcr Erdgas, das in Kraftwerken zur Stromerzeugung eingesetzt wird, zeitlich befristet begrenzt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Industrie die Windfall-Profits der Stromerzeuger finanzieren soll\u201c, so Engelmann. Die geplante Gasumlage m\u00fcsse f\u00fcr Industriekunden gedeckelt werden. Au\u00dferdem m\u00fcssen die Zusatzbelastungen aufgrund des nationalen Brennstoffemissionshandels ausgesetzt werden, weil sie angesichts der aktuellen Gaspreise keinen Sinn mehr machen und damit unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sind. Schlie\u00dflich sollte das Energiekosten-d\u00e4mpfungsprogramm \u00fcber den September hinaus ins n\u00e4chste Jahr verl\u00e4ngert und aufgestockt werden.<\/p>\n<p><em>Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. vertritt als Branchenverband die Interessen der Hersteller von Kunststoffverpackungen und Folien in Deutschland und Europa. Die mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gte Branche hat \u00fcber 90.000 Besch\u00e4ftigte und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 15 Mrd. Euro. Kunststoffverpackungen haben aktuell einen Anteil von 44 Prozent am deutschen Verpackungsmarkt. <\/em><br \/>\n<em>Die IK ist der gr\u00f6\u00dfte Tr\u00e4gerverband des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) und engagiert sich damit auch f\u00fcr die Belange der gesamten Kunststoff verarbeitenden Industrie. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine aktuelle Umfrage der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. unter ihren 300 Mitgliedsunternehmen zeigt, dass die hohen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7017,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-33123","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33123"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33123\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33124,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33123\/revisions\/33124"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33123"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=33123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}