{"id":33870,"date":"2022-10-11T09:46:37","date_gmt":"2022-10-11T07:46:37","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=33870"},"modified":"2022-10-11T09:46:37","modified_gmt":"2022-10-11T07:46:37","slug":"die-nachfrage-nach-rezyklaten-kommt-von-allen-seiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=33870","title":{"rendered":"Die Nachfrage nach Rezyklaten kommt von allen Seiten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><strong><\/p>\n<p>Interview mit Martina Schmidt, Leiterin des Gesch\u00e4ftsbereichs Recycling der Vecoplan AG<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frau Schmidt, nimmt die Kreislaufwirtschaft Fahrt auf?<\/strong><br \/>\nJa, es ist eine enorme Geschwindigkeit in dieses gro\u00dfe Gemeinschaftsprojekt gekommen. Die Kreislaufwirtschaft wird mittlerweile ganz anders wahrgenommen als noch vor ein paar Jahren. Alle haben verstanden, dass es dabei nicht nur um eine funktionierende Abfallwirtschaft geht, sondern dass alle Akteure am Markt mitmachen m\u00fcssen. Das f\u00e4ngt schon beim Produktdesign an, es geht weiter \u00fcber die Politik &#8211; Stichwort Recyclingquote \u2013 bis hin zum Endverbraucher. Es ist heute im Bewusstsein angekommen, dass die komplette Wertsch\u00f6pfungskette agieren muss, wenn man den Klimawandel bek\u00e4mpfen und die Umwelt schonen will.<\/p>\n<p><strong>Von welcher Seite kommt bei Vecoplan die durch dieses ver\u00e4nderte Bewusstsein ausgel\u00f6ste zus\u00e4tzliche Nachfrage?<\/strong><br \/>\nDie Nachfrage kommt von allen Seiten. Sie ist nicht auf bestimmte Branchen beschr\u00e4nkt, denn die gesamte Kunststoffindustrie befindet sich im Wandel. Der Hauptimpuls kommt \u00fcber die Recyclingquote. Die Kunststoffindustrie muss sich damit auseinandersetzen, dass das Produkt, das man in den Markt bringt, k\u00fcnftig sowohl einen Rezyklatanteil hat als auch selbst rezyklierbar ist. Diese Entwicklung wird beidseitig getrieben, der Produzent als auch der Abnehmer suchen heute Recyclingkonzepte. Der Trend zu eigenen Kreisl\u00e4ufen wird alles nachhaltig ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Was sind die Folgen?\u00a0<\/strong><br \/>\nEs gibt sehr hohe Bedarfe, aber es gibt nicht genug Rezyklate, um diese Bedarfe zu bedienen. Die Situation versch\u00e4rft sich derzeit dadurch, dass gro\u00dfe Konzerne sich selbst diese geschlossenen Kreisl\u00e4ufe schaffen. Sie kennen dann die Produkte, die im Kreislauf sind, sie kennen den Herstellungsprozess, den Aufbereitungsprozess. Sie wissen, wie das Produkt vom Kunden zur\u00fcckkommt und wie sie es im eigenen Kreislauf wiederverwerten k\u00f6nnen. Damit geht eine gro\u00dfe Menge an potenziellem Rezyklat nicht an den Markt.<\/p>\n<p><strong>Wie kann man gegensteuern?<\/strong><br \/>\nUnsere Kunden erleben die Knappheit von Material und steigende Preise. Als Alternative sucht man andere Materialstr\u00f6me aus dem gleichen Werkstoff, die auch recyclingf\u00e4hig sind. Das sind zum Beispiel im Polyolefin-Bereich Big Bags, Filamente, Garne, Non-Woven. Diese Materialien sind in ausreichender Menge verf\u00fcgbar, es war allerdings bis dato nicht die Notwendigkeit gegeben, sie in den Fokus zu f\u00fchren. Damit einher geht die Frage: Woher kommen diese Materialstr\u00f6me, welche mechanischen und thermischen Charakteristika haben sie und welchen Prozess muss man f\u00fcr das Recycling aufsetzen? Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung und Expertise k\u00f6nnen wir unsere Kunden hier gut unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen aus Post-Consumer Kunststoffen auch hochwertige Rezyklate hergestellt werden?<\/strong><br \/>\nGrundlegend ist die Antwort: Ja. Die Frage ist, wie intensiv will ich es betreiben und welche Erwartungshaltung habe ich an das Endprodukt. Ich unterscheide beispielsweise, ob die Verpackung f\u00fcr den Lebensmittelbereich hergestellt wird oder f\u00fcr G\u00fcter des t\u00e4glichen Gebrauchs.<\/p>\n<p><strong>Welcher Teil des Kunststoffmaterials ist schon erschlossen und wie gro\u00df ist das Potenzial?<\/strong><br \/>\nDer Anteil an etablierten Kreisl\u00e4ufen und Mengen, die darin verarbeitet werden, ist verglichen mit den Materialmengen, die in den Markt gelangen und noch nicht recycelt werden absolut gering. Das Potential des Recyclings ist sehr gro\u00df.<\/p>\n<p><strong>Wie reagiert Vecoplan auf die ver\u00e4nderten Kundenanforderungen?<\/strong><br \/>\nWie in den anderen Gesch\u00e4ftsfeldern bei Vecoplan auch, besteht das Team unseres Gesch\u00e4ftsbereichs aus absoluten Spezialisten. Dazu geh\u00f6ren Kunststoff- und Anwendungstechniker, Maschinenbauer, Vertriebsprofis und Projektmanager. Wir b\u00fcndeln im Gesch\u00e4ftsbereich nicht nur sehr viel technisches Know-How, sondern auch umfangreiche pers\u00f6nliche Erfahrung. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden bieten wir in unserem Technologiezentrum die M\u00f6glichkeit, Testreihen mit Kundenmaterial zu fahren und individuelle Konzepte abzustimmen. F\u00fcr uns als Maschinen- und Anlagenbauer ist die Kreislaufwirtschaft die gro\u00dfe Chance, den Wandel aktiv mitzugestalten.<\/p>\n<p><strong>Wird eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft zu einem besseren Kunststoff-Image f\u00fchren?<\/strong><br \/>\nDa wird sicher so sein. Kunststoff hat dieses schlechte Image auch gar nicht verdient. Er leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT kommt zu dem Schluss: Wenn man bei Verpackungen Neugranulat durch Rezyklat ersetzt, verringern sich die klimasch\u00e4dlichen Treibhausgase um bis zu 60 Prozent. Wir sollten lernen, die Vorteile des Kunststoffs zu nutzen und auf der anderen Seite daf\u00fcr sorgen, dass er nicht in die Umwelt gelangt. Die Kreislaufwirtschaft wird dazu in erheblichem Ma\u00dfe beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachfrage kommt von allen Seiten. 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