{"id":34191,"date":"2022-10-21T10:54:23","date_gmt":"2022-10-21T08:54:23","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=34191"},"modified":"2022-10-21T10:54:23","modified_gmt":"2022-10-21T08:54:23","slug":"bei-vielen-lebensmittelverpackungen-sind-rezyklate-bis-heute-verboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=34191","title":{"rendered":"Bei vielen Lebensmittelverpackungen sind Rezyklate bis\u00a0heute verboten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><\/p>\n<p><strong>Interview mit Gerold Schley, CEO Battenfeld Cincinnati<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Schley, wird der Einsatz von Kunststoffen langfristig eher steigen oder zur\u00fcckgehen?<\/strong><br \/>\nEs kommt immer auf den einzelnen Anwendungsbereich an. Im Verpackungsbereich wird es sicherlich eine Konsolidierung geben. Wir vermuten, dass der Trend dort zu Monomaterialverpackungen gehen wird. Dar\u00fcber hinaus gehen wir davon aus, dass sich auch f\u00fcr Polypropylen ein geschlossener Stoffkreislauf etablieren wird, \u00e4hnlich dem schon funktionierenden bei PET. Das bedeutet, dass auf andere Kunststoffe, die heute noch in diesen Verpackungen sind, verzichtet wird. In anderen Industriebereichen wird es dagegen eher eine Steigerung beim Kunststoffeinsatz geben. Im Rohrbereich beispielsweise. Das wird dann zu Lasten anderer Materialien, wie Beton oder Kupfer, gehen. Auch die Energiewende wird ohne viel Kunststoff nicht realisierbar sein. Und auch das Wassermanagement, das in den n\u00e4chsten Jahren ein beherrschendes Thema sein wird, ist ohne Kunststoffe schwer vorstellbar. Man denke etwa an die Tr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung. Die ist ohne Kunststoff nicht machbar.<\/p>\n<p><strong>Die Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe nimmt Fahrt auf. Wie reagiert Ihr Unternehmen auf diese Entwicklung?<\/strong><br \/>\nWir besch\u00e4ftigen uns schon seit Jahren mit der Kreislaufwirtschaft, ebenso wie unsere Kunden. Wir haben verschiedene eigene Entwicklungsprojekte gestartet und umgesetzt. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass wir unsere Maschinenkonzepte zum Teil komplett neuentwickelt haben, damit Kreislaufmaterial verarbeitet werden kann. Wir haben mittlerweile ein gro\u00dfes Angebot an Maschinen und Anlagen, die kreislauftauglich sind.<\/p>\n<p><strong>Welche ihrer Kundengruppen besch\u00e4ftigt sich denn besonders mit der Verwendung von Rezyklaten?<\/strong><br \/>\nIch kann nur \u00fcber die Branchen sprechen, mit denen wir zusammenarbeiten. Da gibt es kaum jemanden, der sich nicht mit der Kreislaufwirtschaft besch\u00e4ftigt. Egal welche Branche, egal welche L\u00e4nder, nahezu alle unsere Kunden besch\u00e4ftigen sich mit Rezyklatverarbeitung. Die Fragen h\u00e4ufen sich. Auch die Energieeinsparung ist ein riesiges Thema geworden. Das hat sich in der augenblicklichen Situation rasant steigender Strompreise noch einmal verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p><strong>Was bereitet Ihren Kunden hier die gr\u00f6\u00dften Probleme?<\/strong><br \/>\nEs sind, glaube ich, drei gro\u00dfe Probleme zu l\u00f6sen. Zum einen ist nicht genug Recyclingware am Markt verf\u00fcgbar. Dar\u00fcber wird schon seit Jahren gesprochen, aber es ist nicht viel passiert. Es sollten endlich einmal die Kreislaufketten geschlossen werden, damit mehr Recyclingware zur Verf\u00fcgung steht. Zum anderen ist die verf\u00fcgbare Recyclingware viel teurer als Neuware. Dieser Kostennachteil verkleinert den Anreiz f\u00fcr die Verarbeiter, Rezyklate einzusetzen. Und schlie\u00dflich gibt es nach wie vor Regularien, die einen vermehrten Einsatz von Rezyklaten sehr erschweren. Bei vielen Lebensmittelverpackungen ist der Einsatz von Rezyklaten bis auf den heutigen Tag noch verboten. Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Er muss die n\u00f6tigen Rahmenbedingungen schaffen, damit man hier auch Recyclingware einsetzen kann. Technologisch ist es heute durchaus schon machbar, f\u00fcr die Lebensmittelverpackungen mit Rezyklaten zu arbeiten, die am Ende die gleichen Anforderungen an Produktsicherheit, Hygiene und dergleichen erf\u00fcllen. Das Problem ist aber, dass man es nicht machen darf.<\/p>\n<p><strong>Inwieweit setzt Battenfeld-Cincinnati Digitalisierungsl\u00f6sungen ein?<\/strong><br \/>\nWir sind davon \u00fcberzeugt, dass eine nachhaltige Produktion nur mit entsprechender Digitalisierung m\u00f6glich ist. Wir haben deshalb schon auf der K 2016 unsere neue digitale Steuerung vorgestellt. Die haben wir kontinuierlich weiterentwickelt, damit wir L\u00f6sungen bereitstellen k\u00f6nnen, die den Anwendern bei der Bedienung der Anlage deutlich st\u00e4rker unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Was fr\u00fcher manuell eingegeben werden musste, das l\u00e4uft heute digital ab. Der Fokus war und ist es, die Reproduzierbarkeit der Prozesse zu erh\u00f6hen und damit den Materialeinsatz zu reduzieren und auch die ganze Bedienung der Anlage intuitiver zu gestalten.<\/p>\n<p><strong>Wie geht es denn mit der Kreislaufwirtschaft weiter?<\/strong><br \/>\nSie wird weiter anziehen. Aber die Werthaltigkeit des Kunststoffs muss von den Menschen verstanden werden. Vielleicht muss man dort auch mal einen Betrag hinterlegen. Bei der PET-Flasche kann man ja sehen, dass die Sammlung gelingt, wenn die leere Flasche einen Wert hat. Dann hat man auch eine gro\u00dfe Rezyklatmenge und damit eine gro\u00dfe Wiederverwendbarkeit. Kurzum: Die Kreislaufketten m\u00fcssen einfach geschlossen werden. Wir reden immer viel, aber wirklich passieren tut dann wenig. Auch, weil es noch viel Verunsicherung bei den Verbrauchern gibt. Was geht in den gelben Sack und was nicht? Das ist heute noch von Landkreis zu Landkreis verschieden. Wenn wir alle noch bestehenden Hindernisse beseitigen und alle an einem Strang ziehen, dann denke ich schon, dass es mit der Etablierung einer Kreiswirtschaft recht schnell gehen wird. Uns bleibt auch gar nichts anderes \u00fcbrig, wenn man die Umwelt betrachtet. Technologisch ist das alles machbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kommt immer auf den einzelnen Anwendungsbereich an. 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