{"id":35469,"date":"2023-02-15T13:59:34","date_gmt":"2023-02-15T12:59:34","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=35469"},"modified":"2023-02-15T13:59:34","modified_gmt":"2023-02-15T12:59:34","slug":"chemisches-recycling-von-schwer-recycelbaren-kunststoffabfaellen-zu-neuen-hochwertigen-kunststoffrohren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=35469","title":{"rendered":"Chemisches Recycling von schwer recycelbaren Kunststoffabf\u00e4llen zu neuen hochwertigen Kunststoffrohren"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Erste Produktion von Rohren aus vernetztem Polyethylen (PEX) auf Basis von chemisch recycelten PEX-Abf\u00e4llen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Das Projekt zeigt, dass sich durch chemisches Recycling schwer recycelbare Kunststoffabf\u00e4lle zu hochwertigen Kunststoffprodukten verarbeiten lassen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Partner pr\u00fcfen eine weitere Zusammenarbeit zwecks Ausbau des Pools an geeigneten Abf\u00e4llen und Erh\u00f6hung der recycelten Mengen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Neste, Uponor, Wastewise und Borealis ist es gelungen, Rohre aus vernetztem Polyethylen (PEX) herzustellen, deren Rohstoff aus chemisch recycelten postindustriellen Kunststoffabf\u00e4llen gewonnen wurde. Die Abf\u00e4lle stammen dabei aus der Herstellung von PEX-Rohren. Dabei wurde eine Massenbilanzierung angewandt, die gem\u00e4\u00df dem ISCC PLUS-Standard (International Sustainability &amp; Carbon Certification Plus) zertifiziert ist. Die Partnerunternehmen gehen davon aus, dass das Projekt zu den ersten Anwendungen des chemischen Recyclings von PEX z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>PEX-Rohre leisten aufgrund ihrer Robustheit, Temperaturbest\u00e4ndigkeit und Langlebigkeit einen wichtigen Beitrag zu energieeffizientem Heizen und sicheren Sanit\u00e4rinstallationen. Die vernetzten Polymerketten machen es jedoch nahezu unm\u00f6glich, sie mit herk\u00f6mmlichen Technologien zu recyceln. Das Projekt zeigt, dass chemisches Recycling den Kreislauf f\u00fcr schwer recycelbare Kunststoffabf\u00e4lle schlie\u00dfen kann, indem es diese zu hochwertigen Kunststoffen verarbeitet. Mit ihnen k\u00f6nnen anschlie\u00dfend neue Produkte der gleichen Qualit\u00e4t und mit den gleichen Eigenschaften hergestellt werden, wie sie die Produkte im ersten Leben hatten.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Zusammenarbeit setzt Wastewise seine neuartige chemische Recyclingtechnologie auf Basis von Pyrolyse ein, um Industrieabf\u00e4lle aus der Herstellung von PEX-Rohren bei Uponor zu verfl\u00fcssigen und die Kunststoffe wieder in ihre Grundbausteine aufzuspalten. So entsteht ein dem Roh\u00f6l \u00e4hnliches Zwischenprodukt. Diese Fl\u00fcssigkeit wird dann in der \u00d6lraffinerie von Neste im finnischen Porvoo mitverarbeitet und zu recyceltem <a href=\"https:\/\/www.neste.de\/erneuerbare-polymere-und-chemikalien\/neste-re#c5d155ff\">Neste RE<sup>TM<\/sup><\/a> veredelt, einem hochwertigen Drop-in-Rohstoff f\u00fcr die Herstellung neuer Kunststoffe. Borealis beschickt seinen Steamcracker mit diesem Rohstoff und polymerisiert ihn anschlie\u00dfend zu Polyethylen, das zum chemischen Recyclingportfolio <a href=\"https:\/\/www.borealisgroup.com\/circular-economy\/borcycle\/borcycle-c\">Borcycle<sup>TM<\/sup> C<\/a> von Borealis geh\u00f6rt. Aus dem Polyethylen stellt Uponor schlie\u00dflich neue PEX-Rohrsysteme her, die dann in der Bauindustrie f\u00fcr Sanit\u00e4r-, Heizungs-, L\u00fcftungs- oder Klimaanlagen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Sie eignen sich selbst f\u00fcr sensible Anwendungen mit hohen Anforderungen, etwa f\u00fcr Trinkwassersysteme. Die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette kann \u00fcber die ISCC PLUS zertifizierte Massenbilanzierung verfolgt werden.<\/p>\n<p>\u201eWir freuen uns sehr \u00fcber diese Zusammenarbeit, denn sie verschafft uns einen Vorsprung bei unserem \u00dcbergang zu kreislauforientierten Materialien&#8221;, sagt Thomas Fuhr, Chief Technology Officer bei Uponor. \u201eDank seiner hervorragenden Eigenschaften f\u00fcr die Bauindustrie ist PEX mit Abstand das am vielseitigsten einsetzbare Material \u2013 seine Anwendungen reichen von Wasserversorgungssystemen in Geb\u00e4uden bis zu effizienten Heiz- und K\u00fchlsystemen. Bei Uponor haben wir gerade das 50-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um unserer PEX-Rohre gefeiert, und nun verfolgen wir ein neues langfristiges Ziel: 100 Prozent unserer PEX-Abf\u00e4lle sollen durch Recycling in einem geschlossenen Produktkreislauf wieder als Rohstoff eingesetzt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchwer recycelbare Kunststoffabf\u00e4lle als Input und hochwertige Kunststoffe als Output sind kein Widerspruch mehr\u201c, sagt John Webster, Global Commercial Director Infrastructure bei Borealis. \u201eWir sind sogar in der Lage, chemisch recycelte Abf\u00e4lle von PEX-Rohren als Rohstoff in unsere etablierten Fertigungsprozesse zu integrieren. Zus\u00e4tzliche Tests, Zulassungen oder Best\u00e4tigungen sind nicht erforderlich. Es handelt sich um eine Drop-in-L\u00f6sung, die sich sogar f\u00fcr Trinkwasseranwendungen eignet.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDieses erfolgreiche Projekt zeigt nicht nur, dass die Verwertung von PEX durch chemisches Recycling m\u00f6glich ist, sondern auch, dass hierbei hohe Ausbeuten erzielt werden k\u00f6nnen: Etwa 80 Prozent der PEX-Produktionsabf\u00e4lle k\u00f6nnen dem Kreislauf wieder zugef\u00fchrt werden\u201c, erkl\u00e4rt Kaisa Suvilampi, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und Partnerin bei Wastewise. \u201eMit unseren Verfahren konnten wir PEX in Pyrolyse\u00f6l von ausreichender Qualit\u00e4t umwandeln, um es als Input f\u00fcr eine Raffinerie zu verwenden, in der es wiederum zu einem hochwertigen Cracker-Rohstoff verarbeitet werden kann. Mit diesem Projekt k\u00f6nnen bestimmte PEX-Sorten von der Liste der Materialien gestrichen werden, die den Recyclern Kopfzerbrechen bereiten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Vorhang f\u00fcr das chemische Recycling \u00f6ffnet sich\u201c, f\u00fcgt Mercedes Alonso hinzu, Executive Vice President Renewable Polymers and Chemicals bei Neste. \u201eBis zu einer gro\u00dftechnischen Nutzung wird es noch einige Zeit dauern, aber dieses Projekt liefert die Blaupause f\u00fcr Kreisl\u00e4ufe in der Kunststoffindustrie durch chemisches Recycling. Jetzt geht es darum, die Technologie aus der Phase des Versprechens in die Phase des Lieferns zu \u00fcberf\u00fchren. Au\u00dferdem verdeutlicht das Projekt, wie wichtig es ist, die richtigen Partner f\u00fcr eine Zusammenarbeit zusammenzubringen.\u201d<\/p>\n<p>Dank des Engagements der beteiligten Parteien, Kreislaufl\u00f6sungen f\u00fcr Polymere voranzutreiben, und aufgrund des Drop-in-Charakters des Ansatzes waren die Projektpartner in der Lage, die Wertsch\u00f6pfungskette in relativ kurzer Zeit aufzubauen. Vom Beginn des Projekts bis zur Produktion der ersten Rohre aus chemisch recycelten PEX-Abf\u00e4llen vergingen kaum mehr als sechs Monate.<\/p>\n<p>Die Kooperation bietet Potenzial f\u00fcr die weitere Zusammenarbeit \u00fcber Produktionsabf\u00e4lle hinaus: Die PEX-Rohre von Uponor wurden auch bisher bereits unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz optimiert, indem ihre Wandst\u00e4rke reduziert und die Lebensdauer erh\u00f6ht wurde. Am Ende ihres langen Lebens ist das mechanische Recycling bisher die erste Option zur Wiederverwertung. Dies bedeutet aber auch ein Downcycling der Materialien, z. B. in andere Baustoffe oder Gegenst\u00e4nde wie Hockeyschl\u00e4ger. Durch chemisches Recycling hingegen k\u00f6nnen ausrangierte PEX-Rohre wieder in neue Rohre verwandelt werden. F\u00fcr die Zukunft werden die Partner weitere M\u00f6glichkeiten der Zusammenarbeit pr\u00fcfen. Neben der Erweiterung des Pools an geeigneten Abf\u00e4llen k\u00f6nnte dies auch h\u00f6here Recyclingmengen betreffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neste, Uponor, Wastewise und Borealis ist es gelungen, Rohre aus vernetztem Polyethylen (PEX) herzustellen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6449,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-35469","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35469"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35469\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35470,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35469\/revisions\/35470"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6449"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35469"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=35469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}