{"id":35598,"date":"2023-02-27T09:08:18","date_gmt":"2023-02-27T08:08:18","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=35598"},"modified":"2023-02-27T09:08:18","modified_gmt":"2023-02-27T08:08:18","slug":"kunstrasenplaetze-und-mikroplastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=35598","title":{"rendered":"Kunstrasenpl\u00e4tze und Mikroplastik"},"content":{"rendered":"<div class=\"pressArticle\" data-emptytext=\"pressrel_content_hint\">\n<div class=\"fhg-grid-section fhg-event-details\">\n<section id=\"main\" role=\"main\">\n<div class=\"fhg-content-article fhg-event-details fhg-grid\">\n<article>\n<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-content\">\n<p><b>Aufgrund ihrer ganzj\u00e4hrigen, witterungsunabh\u00e4ngigen Bespielbarkeit werden Kunstrasenpl\u00e4tze im Ballsport immer beliebter. Viele Pl\u00e4tze bedeutet gleichzeitig aber auch viel Einstreugranulat, das als Mikroplastik \u00fcber unterschiedliche Wege in die Umwelt gelangen kann. Neue Erkenntnisse \u00fcber Mengen, Verbreitungspfade und lokale Begebenheiten wurden nun im Rahmen einer Masterarbeit am Fraunhofer UMSICHT gewonnen. Sie liefern die Basis f\u00fcr k\u00fcnftige Strategien zur Emissionsminderung.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pressArticleParsys parsys\">\n<div class=\"fhg-content-article fhg-grid section\">\n<article>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-inline-image\">\n<div class=\"fhg-content fhg-richtext\">\n<p>Allein in Deutschland gibt es aktuell mehr als 5 000 Kunstrasenpl\u00e4tze, auf denen mehrheitlich Fu\u00dfball gespielt wird \u2013 Tendenz steigend. Sie bieten viele Vorteile gegen\u00fcber Naturrasen- und erst recht gegen\u00fcber Hart- und Aschepl\u00e4tzen, sowohl was Bespielbarkeit als auch was die Nutzungsdauer betrifft. Doch es gibt auch Nachteile: Durch Wind, Regen und Schnee sowie durch den Spielbetrieb selbst gelangt Einstreugranulat vom Platz in die Umwelt. Das gummielastische Granulat, (Performance-)Infill genannt, dient der Optimierung der Spielperformance und wird zusammen mit Quarzsand, der zur Platzstabilisierung dient, auf Kunstrasenpl\u00e4tze aufgebracht. Bei einer Einbaumenge von 4 bis 7 kg<sup>[1]<\/sup>\u00a0Gummigranulat pro m<sup>2<\/sup>\u00a0befinden sich auf einem \u00fcblichen Fu\u00dfball-Kunstrasenplatz mit mehr als 7 000 m<sup>2<\/sup>\u00a0bis zu 50 Tonnen dieses Materials. \u00bbAufgrund ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe von maximal 2 bis 3 mm werden diese Kunststoffteilchen zum Mikroplastik gerechnet\u00ab, sagt Ralf Bertling, Abteilung Umwelt und Ressourcennutzung am Fraunhofer UMSICHT. \u00bb<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2021\/systemanalyse-kunstrasenplaetze.html\">Heute wissen wir<\/a>, dass Kunstrasenpl\u00e4tze aufgrund ihrer Verbreitung eine signifikante Mikroplastikquelle sind.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2023\/kunstrasenplaetze-und-mikroplastik.html#_msocom_1\" name=\"_msoanchor_1\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2023\/kunstrasenplaetze-und-mikroplastik.html#_msocom_2\" name=\"_msoanchor_2\"><\/a><\/p>\n<h4>Ganzheitliche Untersuchung an zwei Standorten<\/h4>\n<p>Im Rahmen ihrer\u00a0<a class=\" external\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.24406\/publica-205\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Masterarbeit<\/a>\u00a0hat Sophie Rischm\u00fcller Kunstrasenpl\u00e4tze ganzheitlich untersucht. Sie hat u. a. ein Platzmonitoring durchgef\u00fchrt, Proben entnommen und das Infill analysiert \u2013 an zwei Standorten, in Osnabr\u00fcck und Oberhausen, mit unterschiedlich angelegten Pl\u00e4tzen. Die Platzanlage in Osnabr\u00fcck Nahne befindet sich in einem l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Gebiet und ist mit Kork-Infill bef\u00fcllt. Die Oberhausener Fritz-Collet-Anlage hingegen liegt in einem innerst\u00e4dtischen, stark bebauten Stadtteil. Ihr Infill besteht aus einem polymeren EPDM-Granulat (EPDM = Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Auf beiden Pl\u00e4tzen wurden neben den Partikelgr\u00f6\u00dfen, Emissionswegen und Verlustmengen auch der Transport und Verbleib des jeweiligen Infills ermittelt.<\/p>\n<h4>Partikelgr\u00f6\u00dfe liefert Informationen \u00fcber Platzbeanspruchung und Bewegung<\/h4>\n<p>An jeweils f\u00fcnf unterschiedlichen Stellen hat Sophie Rischm\u00fcller Proben vom Performance-Infill genommen: Eckpunkt, 16er, Torraum, N\u00e4he Platzmitte und Platzrand. Das Material wurde anschlie\u00dfend gesiebt und mittels Partikelgr\u00f6\u00dfenanalyse sortiert. Im frischen Zustand hat das Performance-Infill auf Kunstrasenpl\u00e4tzen eine Partikelgr\u00f6\u00dfe zwischen 0,5 und 2,5 mm. \u00bbErgeben sich bei den einzelnen Gr\u00f6\u00dfenfraktionen starke Schwankungen oder ist eine gro\u00dfe Menge von Partikeln kleiner\/gleich 0,5 mm zu erkennen, ist das Indikator f\u00fcr eine hohe Platzbeanspruchung und gr\u00f6\u00dfenabh\u00e4ngige Partikelbewegungen zu werten\u00ab, so Ralf Bertling. Dar\u00fcber hinaus gibt die Analyse Aufschluss \u00fcber den Abrieb des Infills, m\u00f6glichen Partikelverlust und den Pflegezustand eines Platzes.<\/p>\n<p>Detaillierte Aussagen \u00fcber das Transportverhalten konnten u. a. mithilfe eines neu konstruierten Windkanals und Analysen von Entw\u00e4sserungssch\u00e4chten getroffen werden. Versuche auf Kunstrasenplatz-Modellfl\u00e4chen unter verschiedenen \u00e4u\u00dferen Bedingungen haben gezeigt, dass neben Wind und Wasser die Nutzungsintensit\u00e4t einen besonders gro\u00dfen Einfluss auf den Infillverlust hat. \u00bbDie drei Faktoren stehen miteinander in Wechselwirkung und es kommt zu einer Effekt\u00fcberlagerung\u00ab, erkl\u00e4rt Sophie Rischm\u00fcller.<\/p>\n<h4>Alternative Infillmaterialien f\u00fcr bestehende Kunstrasenpl\u00e4tze<\/h4>\n<p>Die gesammelten Erkenntnisse dienen nun als Grundlage f\u00fcr Vereine und Kommunen, um individuelle Emissionsminderungsstrategien f\u00fcr ihre Sportanlagen zu entwickeln. Denn, obwohl der Neubau von Kunstrasenpl\u00e4tzen k\u00fcnftig ohne Kunststoff-Infill erfolgen soll, gibt es auf den bestehenden Pl\u00e4tzen weiterhin erhebliche Mengen davon, die potenziell in die Umwelt gelangen k\u00f6nnen. Die Stadt Oberhausen zum Beispiel ist das Problem bereits angegangen und gleicht seit 2020 Infill-Verluste auf Kunstrasenpl\u00e4tzen nur noch mit Sand aus, anstatt EPDM-Material zu verwenden. Des Weiteren empfehlen Sophie Rischm\u00fcller und Ralf Bertling, die \u00d6kobilanz von alternativen Materialien ganzheitlich zu betrachten, um eine nachhaltig sinnvolle Entscheidung treffen k\u00f6nnen, was als geeigneter Ersatz von Kunststoff-Infill dienen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"1\" width=\"100%\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>Technische Daten<\/b><\/td>\n<td><b>KPR Oberhausen<\/b><\/td>\n<td><b>KPR Osnabr\u00fcck<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Baujahr\/Platzalter<\/i><\/td>\n<td>2019<\/td>\n<td>2020<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Lage<\/i><\/td>\n<td>Innerorts, gew\u00e4sserfern<\/td>\n<td>Au\u00dferorts, gew\u00e4ssernah<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Platzgeneration<\/i><\/td>\n<td>3G<\/td>\n<td>3G mit alternativem Infill<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Bauweise<\/i><\/td>\n<td>Bauweise A mit Elastikschicht (EL) und Nivellierschicht, Bau nach DIN EN 15330 und nach DIN 18035-7<\/td>\n<td>Bauweise B mit Elastischer Tragschicht (ET), Bau nach DIN EN 15330 und DIN 18035-7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Ma\u00dfe<\/i><\/td>\n<td>95 m x 59 m (brutto)<br \/>\n90 m x 56\u00a0m (netto)<\/td>\n<td>119,5 m x 68,5 m (brutto)<br \/>\n105\u00a0m x 65\u00a0m (netto)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Anzahl Abl\u00e4ufe und Muldenrinnen<\/i><\/td>\n<td>9<br \/>\n\u00dcber 2 Spielfeldseiten<br \/>\nNordseite Muldenrinne<\/td>\n<td>14<br \/>\n\u00dcber 3 Spielfeldseiten,<br \/>\nNord\u00f6stliche L\u00e4ngsseite doppelte Muldenrinne<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Durchschnittliche Platznutzung pro Jahr<\/i><\/td>\n<td>1815 h\/a,<br \/>\nUnbekannte Nutzungsdauer durch Bev\u00f6lkerung (reduziert durch Covid)<\/td>\n<td>1416 h\/a,<br \/>\nUnbekannte Nutzungsdauer durch Bev\u00f6lkerung (reduziert durch Covid)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Performance-Infill<br \/>\nGesamtmenge pro Platz<br \/>\n(Nettofl\u00e4che)<br \/>\nGesamtmenge pro Platz(Bruttofl\u00e4che)<br \/>\n<\/i><\/td>\n<td>EPDM (Sch\u00fcttdichte: 650\u00a0kg\/m\u00b3)<br \/>\n(4\u00a0kg\/m\u00b2)<br \/>\n20 160\u00a0kg (netto)<br \/>\n22 420\u00a0kg (brutto)<\/td>\n<td><i>Kork (Sch\u00fcttdichte: mind. 100 bis max. 200 kg\/m\u00b3) (ca. 1\u00a0kg\/m\u00b2)<\/i><br \/>\n6825\u00a0kg (netto)<br \/>\n8183\u00a0kg (brutto)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Korngr\u00f6\u00dfe<\/i><\/td>\n<td>0,5-2\u00a0mm<\/td>\n<td>1-2\u00a0mm<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Stabilisierendes Infill<br \/>\nGesamtmenge pro Platz<br \/>\n(Nettofl\u00e4che)<br \/>\nGesamtmenge pro Platz(Bruttofl\u00e4che)<\/i><\/td>\n<td>Quarzsand (20 kg\/m\u00b2)<br \/>\n100 800\u00a0kg<br \/>\n112 100\u00a0kg<\/td>\n<td>Quarzsand (ca. 22\/25\/27\u00a0kg\/m\u00b2)<br \/>\nCa. 150 150\u00a0kg (netto) bis<br \/>\nmax. 180 026\u00a0kg (brutto)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Infill-Nachf\u00fcllmenge<\/i><\/td>\n<td>Ca. 1.200\u00a0kg Sand pro Jahr<\/td>\n<td>Keine Nachf\u00fcllung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><i>Kanalsystem<\/i><\/td>\n<td>Mischkanalisation<br \/>\nEinleitung in das Kl\u00e4rwerk Emscherm\u00fcndung (Dinslaken)<\/td>\n<td>Trennkanalisation, Regenwasser wird direkt in Riedenbach eingeleitet<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><sub>[1]\u00a0<a class=\" external\" href=\"https:\/\/www.sportstaettenrechner.de\/wissen\/kunstrasen-einstreugranulat\/kork-kunstrasenplatz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sportstaettenrechner.de\/wissen\/kunstrasen-einstreugranulat\/kork-kunstrasenplatz\/<\/a><\/sub><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"contentPar parsys\">\n<div class=\"sectionComponent parbase section\" data-emptytext-sectionparsys=\"section_component_hint\" data-emptytext=\"Drag components here\" data-emptytext-teaserparsys=\"section_component_marginal_column_parsys_hint\">\n<div class=\"fhg-grid-section\">\n<div class=\"fhg-grid fhg-grid-3-columns\">\n<section>\n<div class=\"sectionParsys parsys\">\n<div class=\"fhg-content-article fhg-grid section\" data-emptytext=\"linklist_add_items\">\n<article>\n<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-content heading\"><\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund ihrer ganzj\u00e4hrigen, witterungsunabh\u00e4ngigen Bespielbarkeit werden Kunstrasenpl\u00e4tze im Ballsport immer 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