{"id":35773,"date":"2023-03-13T12:56:33","date_gmt":"2023-03-13T11:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=35773"},"modified":"2023-03-13T12:56:33","modified_gmt":"2023-03-13T11:56:33","slug":"weckruf-ira-europa-muss-seine-wettbewerbsfaehigkeit-steigern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=35773","title":{"rendered":"Weckruf IRA: Europa muss seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die EU will mit einer gr\u00fcnen Industriepolitik auf die amerikanischen Anreize f\u00fcr Investitionen reagieren. Der Maschinen- und Anlagenbau weist auf umfangreiche Mittel in bereits bestehenden und angek\u00fcndigten Programmen hin und sieht die dringende Notwendigkeit, diese den Transformationstechnologien der Energiewende angemessen und effizient zug\u00e4nglich zu machen. Der \u201eNet Zero Industry Act\u201c kann dazu wichtige Impulse geben. Denn die EU muss schneller und wettbewerbsf\u00e4higer werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die USA haben mit dem Inflation Reduction Act (IRA) und den darin vorgesehenen Anreizen f\u00fcr Investitionen den Wettbewerb um die Ansiedlung von Transformationstechnologien angeheizt. Der IRA unterst\u00fctzt hierbei gezielt ganze Wertsch\u00f6pfungsketten, indem sie bis 2032 \u00fcber unkomplizierte Steuergutschriften finanzierbar und wirtschaftlich tragf\u00e4hig werden. Europa muss dies als Weckruf verstehen, die eigene Wettbewerbsf\u00e4higkeit und die Standortbedingungen in der EU umfassend zu verbessern. \u201eLange Genehmigungsverfahren, ein unflexibles regulatorisches Umfeld und hohe Energiepreise behindern derzeit Investitionen in Industrieprojekte in Europa. EU-Initiativen, die wirksam auf den IRA reagieren wollen, m\u00fcssen diese Standortnachteile adressieren\u201c, fordert VDMA-Pr\u00e4sident Karl Haeusgen.<\/p>\n<p>Einen mit Gemeinschaftsschulden finanzierten Souver\u00e4nit\u00e4tsfonds, wie ihn Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen ins Spiel gebracht hat, braucht es nicht. \u201eFinanzmittel sind derzeit kein Engpass in der EU. Es geht jetzt darum, diese vorhandenen Mittel zielgerichtet und unb\u00fcrokratisch den\u00a0Transformationsbranchen in Europa zur Verf\u00fcgung zu stellen\u201c f\u00fcgte er hinzu. \u201eEin internationaler Subventionswettlauf muss jedoch vermieden werden.\u201c<\/p>\n<p>Der Entwurf des \u201eNet Zero Industry Act\u201c, mit dem die EU die Investitionsbedingungen in Europa nachhaltig verbessern will, bietet in seinem ersten Entwurf nach Ansicht des Maschinenbaus wichtige Impulse. Dazu z\u00e4hlen der feste Wille der Kommission, die Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen oder die Erm\u00f6glichung von sogenannten Reallaboren, in denen innovative Technologien getestet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Europ\u00e4ische Beihilferegeln auf den Pr\u00fcfstand stellen<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Transformationstechnologien, die f\u00fcr die Souver\u00e4nit\u00e4t Europas von besonderer Bedeutung sind, ist durch den IRA oder auch die chinesische Industriepolitik die Notwendigkeit entstanden, zu reagieren. \u201eHier m\u00fcssen die europ\u00e4ischen Beihilferegeln f\u00fcr einen angemessenen Zeitraum flexibilisiert werden\u201c, fordert der VDMA-Pr\u00e4sident. Dabei geht es vor allem um Technologien, mit denen die gr\u00fcne Transformation vorangetrieben wird. An vielen Stellen sind diese Technologien entscheidend f\u00fcr die Energieunabh\u00e4ngigkeit und somit die Versorgungssicherheit. Daher sollten deren Wertsch\u00f6pfung und damit verkn\u00fcpftes Know-how auch k\u00fcnftig in Europa vorhanden sein.<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr Wasserstoff, Batterien oder Wind- und Solarkraft ist somit eine europ\u00e4ische F\u00f6rderung vonn\u00f6ten. Denn f\u00fcr den Ausbau dieser Technologien werden nun Entscheidungen \u00fcber Standorte und Lieferketten gef\u00e4llt, und hier zeigt der IRA bereits eine Sogwirkung auf Investitionen in Richtung Nordamerika. \u201eIn diesen Bereichen geht es jetzt darum, den Hochlauf, die Massenfertigung und die Vermarktung gezielt zu f\u00f6rdern\u201c, sagt Haeusgen. \u201eZudem sollte sich die EU ein Vorbild an der Schnelligkeit nehmen, wie in den USA gro\u00dfe Projekte geplant, genehmigt und umgesetzt werden k\u00f6nnen. Hier hat Europa einen deutlichen R\u00fcckstand im globalen Wettbewerb, der dringend einer Kurskorrektur bedarf.\u201c<\/p>\n<p><strong>IRA bietet auch Chancen f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau<\/strong><br \/>\nF\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau bietet der Inflation Reduction Act auch Chancen, das bereits sehr gute Gesch\u00e4ft auf dem amerikanischen Markt weiter auszubauen. Ein Teil des durch den Act erzeugten Wachstums wird zu verbesserten Exportm\u00f6glichkeiten f\u00fchren, ohne dass damit irgendwelche Bedingungen verbunden sind. Dazu z\u00e4hlt auch die Ausr\u00fcstung neuer Fabriken und Produktionsanlagen in den USA, die von europ\u00e4ischen Unternehmen geliefert werden. Dies k\u00f6nnen insbesondere kleine und mittlere Firmen nutzen, die keine eigene Produktion oder Montage in den Vereinigten Staaten haben. Denn in vielen etablierten Industrien bestehen tiefgreifende Lieferketten und Netzwerke in Europa, auf die der IRA keine nennenswerten Auswirkungen haben wird. \u201eDie amerikanische Industrie kann die Vers\u00e4umnisse der vergangenen 30 Jahre nicht so schnell aufholen, als dass europ\u00e4ische Zulieferer mittelfristig ersetzt werden k\u00f6nnten\u201c, analysiert der VDMA-Pr\u00e4sident. \u201eDie Gefahr, dass der IRA zu einer Deindustrialisierung in der Breite in Deutschland oder Europa f\u00fchren k\u00f6nnte, sehen wir daher nicht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU will mit einer gr\u00fcnen Industriepolitik auf die amerikanischen Anreize f\u00fcr Investitionen reagieren. 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