{"id":35881,"date":"2023-03-21T09:09:47","date_gmt":"2023-03-21T08:09:47","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=35881"},"modified":"2023-03-20T11:11:31","modified_gmt":"2023-03-20T10:11:31","slug":"35881","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=35881","title":{"rendered":"Zukunft Kunststoff: JKU Linz bildet die Kunststofftechniker von morgen aus"},"content":{"rendered":"<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole \">\n<div class=\"media-module \">\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<p><strong>Kunststoff muss neu gedacht und gemacht werden \u2013 das ist das Credo an der Johannes Kepler Universit\u00e4t in Linz. Hier werden ab Herbst 2023 Studieng\u00e4nge rund um Kunststofftechnik angeboten. Kunststoffe spielen dort nicht nur eine Nebenrolle, sondern sie sind der Star der Show. Denn sie sind sowohl f\u00fcr die Gegenwart als auch f\u00fcr die Zukunft ein Schl\u00fcsselfaktor.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Professor Georg Steinbichler erl\u00e4utert im Interview, warum es Studieng\u00e4nge speziell f\u00fcr Kunststofftechnik braucht, was sie auszeichnet und wie die Industrie bereits an der Ausbildung junger Kunststofftechnikerinnen und -techniker beteiligt ist.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole \">\n<div class=\"media-module \">\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__img palm-one-whole lap-one-half desk-one-half \">\n<div class=\" \"><strong>Professor Steinbichler, auf welche Herausforderungen der Gegenwart reagieren Sie mit den neuen Studieng\u00e4ngen?<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<p><strong><br \/>\nGeorg Steinbichler:<\/strong>\u00a0Die Sicht auf die Welt ver\u00e4ndert sich. Die Auswirkungen von ungehemmten Energie- und Ressourcenverbrauch bereiten l\u00e4ngst nicht nur den Klimaaktivistinnen und -aktivisten Sorgen. Um diese Herausforderungen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und nachhaltiger zu wirtschaften, zu bew\u00e4ltigen, m\u00fcssen wir unser vorhandenes und noch zu generierendes neues Wissen intelligent einsetzen. Dies gilt auch f\u00fcr die Kunststofftechnik. Richtig eingesetzt, liefern Kunststoffe bereits heute einen erheblichen Beitrag f\u00fcr \u00f6kologische und \u00f6konomische L\u00f6sungen. Kunststoffe sind aber auch als Schl\u00fcsselwerkstoff f\u00fcr Zukunftstechnologien wie zum Beispiel E-Mobilit\u00e4t und erneuerbare Energietechnologien zu sehen. Bedenklich ist aber, dass bei der Bewertung und Entwicklung neuer Produkte und Technologien Nachhaltigkeitsaspekte und CO2-Bilanzen zumeist nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wir brauchen transparente Mehrwegsysteme und auf Recycling optimierte Produktions- und Verwertungsketten. F\u00fcr die Bew\u00e4ltigung dieser vielf\u00e4ltigen Herausforderungen wurden die bestehenden Studieng\u00e4ngen auf dem Gebiet der Kunststofftechnik an der Johannes Kepler Universit\u00e4t (JKU) Linz v\u00f6llig neu konzipiert.<\/p>\n<p><strong>Was ist Inhalt der drei neuen Studieng\u00e4nge? Wie sind sie aufgebaut?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steinbichler:<\/strong>\u00a0Ein Bachelor- und zwei Masterstudieng\u00e4nge stehen in den Startl\u00f6chern und bieten zuk\u00fcnftigen Ingenieurinnen und Ingenieuren die Grundlagen f\u00fcr eine kritische Auseinandersetzung und die Entwicklung zukunftsweisender L\u00f6sungen f\u00fcr den nachhaltigen und umweltschonenden Einsatz von Kunststoffen sowie die Energie- und Klimakrise. Im Unterschied zu anderen universit\u00e4ren Studienprogrammen, die Spezialisierungen auf dem Gebiet der Kunststofftechnik zum Beispiel im Rahmen eines Maschinenbaustudiums anbieten, handelt es sich bei dem Ausbildungsprogramm an der JKU um ein durchg\u00e4ngiges Kunststofftechnik-Studium ab dem ersten Semester.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole \">\n<div class=\"media-module \">\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__img media__img--rev palm-one-whole lap-one-half desk-one-half \">\n<div class=\" float--right\">Das Bachelorstudium &#8220;Nachhaltige Kunststofftechnik &amp; Kreislaufwirtschaft&#8221; startet ab Herbst 2023.\u00a0 In diesem Studiengang wird die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette von Kunststoffen \u2013 von ihren naturwissenschaftlichen Grundlagen, \u00fcber das Design und die Verarbeitung bis hin zu Recycling und Kreislaufwirtschaft &#8211; behandelt. Die Ausbildung r\u00fcckt auch neue wissenschaftliche Fragestellungen (zum Beispiel zu Polymeren f\u00fcr Medizintechnik, Ern\u00e4hrung, Wasser, Energie und Klima) sowie \u00d6kobilanzierung und die digitale Transformation mit Modellbildung\u00a0 sowie maschinelles Lernen als Oberbegriff f\u00fcr die &#8220;k\u00fcnstliche&#8221; Generierung von Wissen in den Fokus. Themenbereiche sind:<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole \">\n<div class=\"media-module \">\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<ul>\n<li>Werkstoff- und Prozesstechnik (Praktische Kunststoffverarbeitung wie Spritzgie\u00dfen und Extrudieren im Technikum)<\/li>\n<li>Design: Konstruieren und Simulieren von Kunststoff-Bauteilen<\/li>\n<li>Werkstoffpr\u00fcfung: Mechanische, thermische und optische Charakterisierung von Kunststoffen<\/li>\n<li>Recycling-Technologien und Stoffkreisl\u00e4ufe: Nachhaltige Verwertung von Kunststoffabf\u00e4llen<\/li>\n<li>Naturwissenschaften: Vertiefende Kenntnisse in Mathematik, Programmierung und Chemie \u2013 molekularer Aufbau von Kunststoffen und Synthese<\/li>\n<li>Maschinenbau &amp; Mechatronik: Grundlagen in Leichtbau, Elektrotechnik und Mechanik<\/li>\n<li>\u00d6kobilanzierung und gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge<\/li>\n<li>Bachelorarbeit: Individuelle Spezialisierung je nach eigenem Interessensgebiet auch in Kooperation mit Firmenpartnern.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Worin unterscheiden sich die beiden Master-Studieng\u00e4nge?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steinbichler:<\/strong>\u00a0Es werden dazu ab Herbst 2024 die beiden englischsprachigen Masterstudieng\u00e4nge angeboten. W\u00e4hrend die Studierenden im Masterprogramm Plastics Management &amp; Sustainability zu Probleml\u00f6senden f\u00fcr gesellschaftliche Herausforderungen mit Hilfe (kunststoff)technischer Ans\u00e4tze ausgebildet werden, liegt die Schwerpunktsetzung im Masterprogramm Polymer Engineering &amp; Science auf einer Vertiefung technisch-wissenschaftlicher Aspekte f\u00fcr Industrie und Wissenschaft.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole \">\n<div class=\"media-module \">\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__img palm-one-whole lap-one-half desk-one-half \">\n<div class=\" \"><strong>Welche Kompetenzen entwickeln die Studierenden und warum sind diese wichtig f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<p><strong>Steinbichler:<\/strong>\u00a0Modernste didaktische und p\u00e4dagogische Methoden zeichnen die neuen Studien aus. Probleml\u00f6sungskompetenz in Verbindung mit hoher Selbstst\u00e4ndigkeit werden in der Auseinandersetzung mit konkreten Inhalten trainiert. Neben Fachwissen auf dem Gebiet der Kunststofftechnik stehen auch &#8220;Future Skills&#8221; am Lehrplan. Es werden Kompetenzen vermittelt, um erfolgreich zum Wohle von Umwelt, Menschheit, Gesellschaft, Wirtschaft und Technik agieren und interagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welches Feedback erhalten Sie von der Industrie?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steinbichler:<\/strong>\u00a0Schwerpunktm\u00e4\u00dfig getragen werden die erw\u00e4hnten Studienprogramme sowie ein Doktorratsstudium auf dem Gebiet der Kunststofftechnik von den vier Kunststofftechnik-Instituten. Durch gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung und Kooperationen mit 25 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Wirtschaftsraum konnte im Jahre 2021 auch der Aufbau einer Lehr-, Lern- und Forschungsfabrik (LIT Factory des Linz Institute of Technology) auf dem Gebiet der Kunststofftechnik erfolgreich abgeschlossen werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf der Entwicklung neuer Prozesstechnologien auch f\u00fcr die Fertigung recyclierbarer Leichtbaukomponenten nach Vorbildern in der Natur, dem Re- und Up-Cycling von Kunststoffen und das Nutzen stiften durch digitale Transformation entlang der Wertsch\u00f6pfungskette zum Wohle von Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Damit wird der vision\u00e4re und gesamtheitliche Technologieansatz mit dem Schwerpunkt Responsible Technologie verfolgt. Auch zahlreiche Unternehmenspartner unterst\u00fctzen tatkr\u00e4ftig die Neuausrichtung der Kunststofftechnik-Studieng\u00e4nge.<\/p>\n<p><strong>Was denken Sie, welchen Einfluss die Studieng\u00e4nge auf die Kunststoffindustrie der Zukunft haben werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steinbichler:<\/strong>\u00a0Mit Einf\u00fchrung der neuen Studieng\u00e4nge soll die Begeisterung und die Motivation zur Erarbeitung nachhaltiger L\u00f6sungen f\u00fcr die Gesellschaft bei jungen Leuten geweckt werden. Es geht in Europa und f\u00fcr unsere Volkswirtschaften um die Verteidigung der Technologief\u00fchrerschaft auch bei der Erarbeitung und Einf\u00fchrung nachhaltiger L\u00f6sungen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft auf dem Gebiet der Kunststofftechnik. Die neuen Studieng\u00e4nge decken die Anforderungen und Job-Profile zuk\u00fcnftiger Berufsfelder des 21. Jahrhunderts ab. Die erworbenen Kompetenzen sind in vielf\u00e4ltigen Anwendungsbereichen einsetzbar und werden bereits heute stark nachgefragt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"dim-chapter dim-chapter-text-media-module grid__item palm-one-whole lap-one-whole desk-one-whole desk-wide-one-whole \">\n<div class=\"media-module media-module--padding media-module--custom-4844085 media-module--border media-module--border-top \">\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<p>Weitere Informationen zu den neugedachten Studienrichtungen der Kunststofftechnik finden Sie hier:<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"media__body__link\"><a class=\"media-module-textlink \" href=\"https:\/\/www.jku.at\/plastik-neu-denken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Johannes Kepler Universit\u00e4t &#8211; Plastik neu denken!<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunststoff muss neu gedacht und gemacht werden \u2013 das ist das Credo an der Johannes Kepler Universit\u00e4t in Linz. 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