{"id":36840,"date":"2023-07-12T12:33:48","date_gmt":"2023-07-12T10:33:48","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=36840"},"modified":"2023-07-12T12:33:48","modified_gmt":"2023-07-12T10:33:48","slug":"china-geschaeft-kommt-nicht-in-schwung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=36840","title":{"rendered":"China-Gesch\u00e4ft kommt nicht in Schwung"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Investitionsschw\u00e4che und Behinderungen im Markt bremsen Maschinen- und Anlagenbau<\/strong><\/li>\n<li><strong>Andere Standorte in Asien gewinnen an Attraktivit\u00e4t, China bleibt als Markt aber unverzichtbar<\/strong><\/li>\n<li><strong>VDMA spricht sich f\u00fcr Anpassungen bei der Exportkontrolle aus<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Hoffnungen des deutschen und europ\u00e4ischen Maschinen- und Anlagenbaus auf einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung in China haben sich seit der Aufhebung der Covid-Restriktionen nicht erf\u00fcllt. So war das erste Quartal 2023 gekennzeichnet durch eine geringere Kapazit\u00e4tsauslastung im Vergleich zum Vorjahr. \u201eWichtige Abnehmerbranchen halten sich mit Investitionen zur\u00fcck und den Lokalregierungen fehlen die finanziellen Mittel f\u00fcr neue Gro\u00dfprojekte\u201c, erl\u00e4uterte VDMA-Pr\u00e4sident Karl Haeusgen in einem Pressegespr\u00e4ch in Peking. Im April gingen laut einer Umfrage des VDMA unter Mitgliedsfirmen noch rund 40 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Gesch\u00e4ftslage in den nachfolgenden sechs Monaten verbessern w\u00fcrde. \u201eHeute stellen wir fest, dass der Aufschwung noch eine Weile auf sich warten lassen wird\u201c, sagte Haeusgen. Gleichwohl hoffen die Unternehmen weiterhin, ihre Prognose eines Umsatzwachstums im China-Gesch\u00e4ft von 6 Prozent in diesem Jahr erreichen zu k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr hatten die Ums\u00e4tze der Niederlassungen von VDMA-Mitgliedsfirmen in China um durchschnittlich 5 Prozent zugelegt.<\/p>\n<p><strong>Indien wird zur Alternative<\/strong><br \/>\nDerzeit sind rund 900 VDMA-Mitgliedsunternehmen unter eigenen Namen in China vertreten, rund die H\u00e4lfte davon auch mit Montage oder Produktion. Nach ersten Sch\u00e4tzungen stellen diese Unternehmen in China mindestens 150.000 hochqualifizierte und gut verg\u00fctete Arbeitspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. Aufgrund der wachsenden geopolitischen Spannungen mit chinesischer Beteiligung und der damit einhergehenden Unsicherheiten bewerten die Maschinenbaufirmen ihr Engagement aber zunehmend neu. Laut aktueller VDMA-Blitzumfrage (Juni 2023) hat sich die Attraktivit\u00e4t von China als Standort in den vergangenen drei Jahren sp\u00fcrbar verringert. So planen in den kommenden f\u00fcnf Jahren mehr Unternehmen, neue Produktionskapazit\u00e4ten in Indien (17 Prozent der Befragten) oder in den ASEAN-Staaten (12 Prozent) aufzubauen, als in China (11 Prozent). Spitzenreiter beim geplanten Aufbau neuer Produktionskapazit\u00e4ten sind die USA mit 22 Prozent.<\/p>\n<p><strong>China-Strategie der Unternehmen wird auf neue F\u00fc\u00dfe gestellt<\/strong><br \/>\nIn einer vorangegangenen Umfrage hatten 45 Prozent der VDMA-Mitgliedsfirmen angegeben, ihre Chinastrategie nun zu \u00fcberdenken. Als wichtigste Gr\u00fcnde hierf\u00fcr wurden geopolitische Spannungen, ,buy local\u2019-Anforderungen der lokalen Administration sowie die allgemeine konjunkturelle Abschw\u00e4chung auf dem chinesischen Markt genannt. \u201cImmer wieder berichten VDMA-Mitgliedsfirmen von Behinderungen bei Ausschreibungen oder Projekten durch unfaire nationale Regeln und Anforderungen\u201c, bem\u00e4ngelte Haeusgen. \u201eDar\u00fcber hinaus sieht der VDMA das Datensicherheitsgesetz mit den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Gesch\u00e4ft unserer Mitglieder sehr kritisch. Wir haben daher konkrete Erwartungen an die chinesische Politik, hier f\u00fcr ein Level-Playing-Field zu sorgen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Erwartungen an die deutsche China-Strategie<\/strong><br \/>\nDie Bundesregierung will in absehbarer Zeit eine eigene China-Strategie vorstellen. Der VDMA kn\u00fcpft daran einige Erwartungen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kein Abbau bestehender Exportf\u00f6rderinstrumente<\/strong><br \/>\n\u201eEs darf keine Eingriffe ins Exportgesch\u00e4ft oder gar Abschottung von China geben\u201c, betonte der VDMA-Pr\u00e4sident. \u201eAktuell sehen wir allerdings Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung zur ,Entmutigung\u2018 der Unternehmen. So sind zum Beispiel in der Exportkreditversicherung Zulieferungen aus China bei Projekten nicht mehr erw\u00fcnscht. In der Exportkontrolle gibt es erhebliche Verz\u00f6gerungen bei Dual-Use-Genehmigungen und Ablehnungen von Antr\u00e4gen. Und im Auslandsmesseprogramm wurden 60 Prozent der China-Messen f\u00fcr 2024 gestrichen, ohne R\u00fccksprache mit der Wirtschaft.\u201c<\/li>\n<li><strong>Strategien zur Diversifizierung von M\u00e4rkten entwickeln<\/strong><br \/>\nDurch eine Diversifizierung von Absatzm\u00e4rkten werden Unternehmensrisiken gestreut und die Resilienz verbessert. \u201eDie Politik kann dabei helfen, neue Absatzm\u00e4rkte ,beyond China\u2018 zu erschlie\u00dfen\u201c, sagte Haeusgen. Allerdings darf nicht \u00fcbersehen werden, dass das Marktvolumen Chinas (rund 10 Prozent der deutschen Maschinenexporte im vergangenen Jahr) kurz- und mittelfristig nicht kompensiert werden kann.<\/li>\n<li><strong>Exportkontrolle in Richtung China anpassen<\/strong><br \/>\nDer Maschinen- und Anlagenbau wartet mit gro\u00dfem Interesse auf die von der Bundesregierung geplanten \u00c4nderungen der Exportkontrolle f\u00fcr China. \u201eDurch die Streichung unkritischer Produktgruppen k\u00f6nnte die Exportkontrolle entlastet und damit die Verfahren beschleunigt werden\u201c, erl\u00e4uterte Haeusgen. Die Industrie ben\u00f6tigt zudem Klarheit f\u00fcr die Lieferung von Technologien, die derzeit noch keiner Exportkontrolle unterliegen, sowie z\u00fcgige Genehmigungsverfahren auch f\u00fcr China. \u201eDer VDMA w\u00fcrde eine ergebnisoffene Diskussion mit der Bundesregierung zur Exportkontrollpolitik f\u00fcr China sehr begr\u00fc\u00dfen und unterst\u00fctzen\u201c, sagte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Globaler Wettbewerb mit China nimmt an Intensit\u00e4t zu<\/strong><br \/>\nSeit 2018 verzeichnet der VDMA eine Seitw\u00e4rtsbewegung im deutschen Maschinenexport nach China, wenngleich auf hohem Niveau von circa 19 Milliarden Euro (2022: minus 2,3 Prozent zum Vorjahr). Im ersten Quartal 2023 legten die Exporte um nominal rund 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Insgesamt ist der deutsche Anteil an den Maschinenimporten in China in den vergangenen zehn Jahren von zuvor gut 22 Prozent auf rund 16 Prozent gesunken. Gleichzeitig wachsen die Exporte aus China nach Deutschland weiterhin dynamisch und haben 2022 mit rund 12 Milliarden Euro einen neuen H\u00f6chstwert erreicht. Die Wettbewerbsintensit\u00e4t nimmt also nicht nur in China und auf Drittm\u00e4rkten, sondern auch in Europa kontinuierlich zu. \u201eAufgrund der kr\u00e4ftigen Markteingriffe und Subventionen seitens der chinesischen Regierung sind wir von einem Level Playing Field leider noch immer sehr weit entfernt\u201d, res\u00fcmierte Haeusgen.<\/p>\n<p>Ein Foto von Karl Haeusgen, VDMA-Pr\u00e4sident, finden Sie <a href=\"https:\/\/www.vdma.org\/documents\/34570\/4979928\/Karl%20Haeusgen%201.jpg\/265aa149-cac3-aa63-5dcb-8cb495d153a7\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hoffnungen des deutschen und europ\u00e4ischen Maschinen- und Anlagenbaus auf einen schnellen wirtschaftlichen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-36840","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36840","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36840"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36840\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36841,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36840\/revisions\/36841"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36840"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=36840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}