{"id":37056,"date":"2023-07-27T10:22:34","date_gmt":"2023-07-27T08:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=37056"},"modified":"2023-07-26T10:24:32","modified_gmt":"2023-07-26T08:24:32","slug":"eine-saubere-loesung-fuer-krankenhaeuser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=37056","title":{"rendered":"Eine saubere L\u00f6sung f\u00fcr Krankenh\u00e4user"},"content":{"rendered":"<div class=\"ecx-shorttext\">\n<p>Kunststoff spielt in der Medizin eine wichtige Rolle. Doch angesichts der stetig wachsenden Plastikm\u00fcllmengen in einem Krankenhaus stellt sich die Frage, wie diese Kunststoffabf\u00e4lle bestm\u00f6glich im Kreislauf gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Im Projekt \u201eHospiCycle\u201c hat die Ober\u00f6sterreichische Gesundheitsholding (O\u00d6G) gemeinsam mit dem Transfercenter f\u00fcr Kunststofftechnik (TCKT), Walter Kunststoffe und Greiner Packaging ein Abfallkonzept entwickelt, um k\u00fcnftig krankenhausspezifische Kunststoffabf\u00e4lle zu trennen und zu recyceln. Die Altstoff Recycling Austria (ARA), der Kunststoff- und der Medizintechnik-Cluster haben das Projekt begleitet.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"ecx-text\">\n<p>An den Standorten der O\u00d6G-Regionalkliniken und am Kepler Universit\u00e4tsklinikum in Linz fallen j\u00e4hrlich mehr als 6.000 Tonnen Abfall an. Davon sind allein in den Regionalkliniken 90 Tonnen Kunststoffverpackungen. \u201eAus Hygienegr\u00fcnden ist es im Klinikalltag nicht m\u00f6glich, komplett auf Kunststoff zu verzichten oder diesen durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Jedoch k\u00f6nnen wir den Kampf gegen Kunststoffabf\u00e4lle mit Recycling vorantreiben, um unseren Beitrag zu einem klimaneutralen Spitalsbetrieb zu leisten\u201c, betont O\u00d6G-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Karl Lehner.<\/p>\n<h3>150 M\u00fclls\u00e4cke durchforstet<\/h3>\n<p>Zu Beginn des Projekts wurden am Salzkammergut Klinikum V\u00f6cklabruck, am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr und am Neuromed Campus des Kepler Universit\u00e4tsklinikums als gr\u00f6\u00dfte Standorte Abfallanalysen durchgef\u00fchrt. Vier Tage lang wurden insgesamt 150 M\u00fclls\u00e4cke mit Kunststoffabf\u00e4llen gepr\u00fcft. Es wurden rund 120 Kilogramm Abfall dokumentiert, untersucht und bewertet. Dabei wurden 6.000 Artikel in 160 Gruppen aufgeteilt. Es konnten f\u00fcnf Artikelgruppen identifiziert werden, die in gro\u00dfen Mengen anfallen. Verunreinigter Abfall \u2013 etwa durch Bakterien oder K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u2013 wurde von vornherein ausgeschlossen. Gesammelt wurden nur vollst\u00e4ndig entleerte Verpackungen.<\/p>\n<h3>Potenzielle Artikel identifiziert<\/h3>\n<p>Der zweite Schritt war eine Mustersammlung eben dieser potenziell interessanten Artikel \u00fcber 14 Tage. Dabei ging es vor allem auch darum, einen m\u00f6glichen Sammelprozess f\u00fcr diese Abfallartikel im Krankenhaus zu etablieren, separiert vom restlichen Kunststoffabfall. Deshalb war es auch Teil des Projekts zu analysieren, wo die Abf\u00e4lle anfallen. Denn klar war: Die Abf\u00e4lle sollen m\u00f6glichst nah am Ort der Entstehung gesammelt werden, um Transportwege und das Kontaminationsrisiko von restlichen Kunststoffabf\u00e4llen auf ein Minimum zu reduzieren.<\/p>\n<h3>Erfolgreiche Versuche<\/h3>\n<p>Die gesammelten Abfallartikel wurden am TCKT geschreddert, gewaschen und anschlie\u00dfend zu Granulaten verarbeitet. \u201eUm die Kunststoffabf\u00e4lle weiterverarbeiten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie sortiert, gereinigt und zerkleinert werden. Durch anschlie\u00dfendes Aufschmelzen und Extrusion, Blasformen oder Spritzgie\u00dfen wird aus den Artikeln ein Granulat hergestellt, das \u2013 je nach Qualit\u00e4t \u2013 entweder vollst\u00e4ndig genutzt oder mit Neuware gemischt wieder zu allen m\u00f6glichen Artikeln verarbeitet werden kann, zum Beispiel in Form von Flaschen, Kanistern und Folien\u201c, erkl\u00e4rt Christoph Burgstaller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von TCKT.<\/p>\n<h3>Becher und M\u00fclls\u00e4cke aus Abf\u00e4llen<\/h3>\n<p>Eine Pr\u00fcfung zeigte schlie\u00dflich, dass durch die sortenreine Sammlung eine hohe Qualit\u00e4t erreicht wird, was wiederum eine Wiederverwendung zur Herstellung von Verpackungsmaterial und damit Haltung im Kreislauf erm\u00f6glicht. Zu Testzwecken wurde daf\u00fcr auch ein Verpackungsbecher aus 100 Prozent Recyclingmaterial hergestellt. \u201eMit den vorhandenen Verpackungsfolienabf\u00e4llen konnten zudem M\u00fclls\u00e4cke in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen hergestellt werden, die dann wieder in Spit\u00e4lern genutzt werden k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Hannes Meier von Walter Kunststoffe (M2 Consulting).<\/p>\n<h3>Kreislaufwirtschaft verlangt nach Zusammenarbeit<\/h3>\n<p>\u201eDieses Projekt zeigt, wie ganzheitlich Kreislaufwirtschaft gesehen werden muss, um erfolgreich zu sein. Erst die Zusammenarbeit aller Stakeholder machte dies m\u00f6glich. Kreislaufwirtschaft muss von allen definiert, getragen und umgesetzt werden\u201c, sagt Stephan Laske, Global Director R&amp;D von Greiner Packaging International. Hannes Meier von Walter Kunststoffe (M2 Consulting) erg\u00e4nzt: \u201eGenerell erfordert die Kreislaufwirtschaft nicht nur gute Sammel-Vortrennung, sondern auch eine eigene Logistik, um die relativ geringen Einzelmengen der Spit\u00e4ler sinnvoll zu gr\u00f6\u00dferen Mengenstr\u00f6men b\u00fcndeln zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<h3>Umsetzung an jeder O\u00d6G-Klinik m\u00f6glich<\/h3>\n<p>Nach Ende des gemeinsamen Projekts wurde noch innerhalb der O\u00d6G konkret an jedem Standort gepr\u00fcft, welche Ma\u00dfnahmen dort n\u00f6tig sind, um das neue Sammelkonzept umzusetzen. Dabei hat sich gezeigt: Grunds\u00e4tzlich ist die Sammlung an jedem Standort der Regionalkliniken m\u00f6glich, jedoch mit unterschiedlichem Aufwand. \u201eWir sind stolz, dass es uns gelungen ist, mit dem Projekt HospiCycle aufzuzeigen, dass auch im Spitalsbereich ein nachhaltiger Umgang mit Kunststoffabf\u00e4llen m\u00f6glich ist \u2013 auch ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zus\u00e4tzlich zu belasten\u201c, sagt O\u00d6G-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Karl Lehner.<\/p>\n<h3>Vom Pilotprojekt in die Breite: Es braucht mehr Partner<\/h3>\n<p>\u201eHospiCycle hat gezeigt, dass es m\u00f6glich ist, Kunststoffe aus Krankenhausabfall zu recyceln. Damit aus dem Pilotprojekt etwas Nachhaltiges entsteht, braucht es wesentlich mehr Mengen, die recycelt werden. Wir sind deswegen auf der Suche nach weiteren Partnern\/Spit\u00e4lern, die eins tun: Mitmachen!\u201c, sagt Stephan Laske von Greiner Packaging International. Christoph Burgstaller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von TCKT f\u00fchrt fort: \u201eIch hoffe, dass dieses Projekt als Initiator dient, und dass unser Konzept auf viele Spit\u00e4ler umgelegt werden kann, da damit eine gro\u00dfe Menge an Kunststoff recycelt und somit auch eine erhebliche Menge an neuen Rohstoffen und damit auch CO<sub>2<\/sub>\u00a0eingespart werden kann\u201c.<\/p>\n<p><em>Dieses Projekt wird im Rahmen der FFG-Ausschreibung \u201eO\u00d62020 \u2013 Kreislaufwirtschaft\u201c aus Mitteln der o\u00f6. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 vom Land O\u00d6 gef\u00f6rdert.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunststoff spielt in der Medizin eine wichtige Rolle. Doch angesichts der stetig wachsenden Plastikm\u00fcllmengen in einem&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":37057,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-37056","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37056"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37056\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37058,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37056\/revisions\/37058"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/37057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37056"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=37056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}