{"id":37302,"date":"2023-08-17T08:25:03","date_gmt":"2023-08-17T06:25:03","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=37302"},"modified":"2023-08-15T21:32:45","modified_gmt":"2023-08-15T19:32:45","slug":"lets-talk-about-chemical-recycling-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=37302","title":{"rendered":"Let\u00b4s talk about Chemical Recycling"},"content":{"rendered":"<p><strong>Let\u00b4s talk about Chemical Recycling<\/strong><strong><br \/>\n\u201eDas chemische Recycling steckt noch in den Kinderschuhen, hat aber ein Riesenpotenzial\u201c<\/p>\n<p>Branchen-Interview mit Jochen Schofer, Head of Sales der Business Unit Recycling bei der Coperion GmbH<\/p>\n<p>Herr Schofer, welchen Beitrag kann das chemische Recycling zur Kreislaufwirtschaft leisten?<\/strong><br \/>\nGrunds\u00e4tzlich wohl einen gro\u00dfen. Aber es geht nur zusammen mit dem mechanischen Recycling. Und es geht nur dann, wenn sich die Kreislaufwirtschaft nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern in der ganzen Welt durchsetzt. In vielen Teilen der Welt gibt es aber bislang keine oder nur fragmentarische Abfallsammelsysteme, Pfandsysteme und dergleichen, um \u00fcberhaupt einen hinreichenden Abfallstrom f\u00fcr das Recycling zu bekommen. Momentan springen immer mehr gro\u00dfe Konzerne auf den Zug des chemischen Recyclings auf. Die sind alle international aufgestellt. Da gibt es Hoffnung, dass diese viel zur Durchsetzung der notwendigen Infrastruktur in allen Teilen der Welt beitragen werden.<br \/>\nDas chemische Recycling hat ein Riesenpotenzial. Die Ergebnisse, die man bis jetzt erzielt hat, sind sehr vielversprechend. Dennoch steckt das chemische Recycling noch in den Kinderschuhen, w\u00e4hrend das mechanische schon etabliert ist. Chemisches Recycling hat insbesondere deshalb Potenzial, weil es viele Kunststoffe gibt, die man mechanisch nicht mehr aufbereiten kann, und es werden immer mehr hinzukommen. Beispielsweise im Baubereich, wenn man an die vielen gemischten Kunststoffe denkt, die bei einem H\u00e4userabriss zutage treten. Oder an die Automobilindustrie. Und deshalb muss das chemische Recycling einen gro\u00dfen Teil zur Kreislaufwirtschaft beitragen.<\/p>\n<p><strong>Wo ist das chemische Recycling dem mechanischen \u00fcberlegen?<\/strong><br \/>\nDer gro\u00dfe Vorteil von chemischem Recycling gegen\u00fcber dem mechanischen ist, dass man damit alle Arten von Kunststoff recyceln kann. Man braucht keine sortenreinen Stoffstr\u00f6me mehr, wie beim mechanischen Recycling \u2013 etwa ausschlie\u00dflich Polyethylen oder Polypropylen. So k\u00f6nnen mit chemischem Recycling auch Verbundstoffe recycelt werden. Voraussetzung ist aber, dass man einen gro\u00dfen Stoffstrom hat, denn nur dann kann das Verfahren wirtschaftlich betrieben werden. \u00a0Es sind bereits einige gro\u00dfe Anlagen f\u00fcr das chemische Recycling mit Durchs\u00e4tzen von bis zu 25 Tonnen pro Stunde in der Planung.<\/p>\n<p><strong>Auf welche Recycling-Methode setzt der Maschinenbauer Coperion vorrangig?\u00a0<\/strong><br \/>\nWir als Maschinenbauer haben es uns zum Ziel gesetzt, die Kunststoffindustrie auf ihrem Weg zur Kreislaufwirtschaft bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen. Wir entwickeln L\u00f6sungen f\u00fcr das chemische Recycling, mechanische Recycling und sogar noch f\u00fcr viele weitere Verfahren, wie beispielsweise f\u00fcr das l\u00f6semittelbasierte Recycling. Hier werden zwei unterschiedliche Polymere voneinander getrennt und das L\u00f6semittel im Extruder entgast. Wir bieten Technologien zur Verarbeitung aller Kunststoff-Stoffstr\u00f6me, f\u00fcr gut sortierte ebenso wie f\u00fcr schlecht sortierte. Aber es ist die Frage, ob man die Energie in die Vorsortierung steckt oder im Fall von chemischem Recycling nachher in die Aufbereitung der \u00d6lqualit\u00e4t. Denn je schlechter das Produkt ist, das aus dem Reaktor herauskommt, desto st\u00e4rker muss es aufbereitet werden. Auch hier dreht es sich am Ende um die Wirtschaftlichkeit. Weil der chemische Recyclingprozess energetisch sehr aufw\u00e4ndig ist, empfiehlt es sich bei hohen Durchs\u00e4tzen den Fokus mehr auf die vorgeschalteten Schritte zu legen. Bei kleineren Anlagen kann es vielleicht auch wirtschaftlich Sinn machen, in die Aufbereitung des gewonnenen \u00d6ls zu investieren.<\/p>\n<p><strong>Gab es technologische Herausforderungen?<\/strong><br \/>\nAls Pioniere in der Aufbereitungstechnologie f\u00fcr Virgin-Kunststoffe haben wir unsere Produktpalette so modifiziert, dass wir den Recycling-Markt ebenfalls mit innovativen L\u00f6sungen bedienen k\u00f6nnen. Beim Recycling haben wir es mit verschmutzen Materialien zu tun, mit leichten Sch\u00fcttgewichten, hohen Feuchtigkeiten. Deshalb haben wir viele Entwicklungen, Anpassungen und Optimierungen an unseren Technologien vorgenommen. Speziell f\u00fcr das chemische Recycling haben wir zum Beispiel eine Neuentwicklung gemacht, die es erm\u00f6glicht, Chloride direkt im Extruder zuverl\u00e4ssig zu entgasen.<\/p>\n<p><strong>Wird die M\u00fcllproblematik durch Kreislaufwirtschaft gel\u00f6st werden?<\/strong><br \/>\nBeide Systeme, mechanisches und chemisches Recycling, sind keine Wunderwaffen. Beide leisten einen gro\u00dfen Beitrag, um unsere M\u00fcllproblematik zu l\u00f6sen. Es muss aber noch deutlich mehr unternommen werden. Vor allem sollte im Produktdesign auf schlecht recycelbare Kunststoffe komplett verzichtet werden. Denn wenn immer mehr schlecht recycelbarer Kunststoff in den Markt kommt, droht er am Ende verbrannt anstatt recycelt zu werden. Ein gro\u00dfer Beitrag w\u00e4re es also, die schlecht recycelbaren Kunststoffe einfach gar nicht erst zu produzieren und zu verwenden. Das m\u00fcsste unser erstes Ziel f\u00fcr eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sein.<\/p>\n<p><strong>Video Statement von Jochen Schofer:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dzyAZIjBF4w&amp;list=PLN1k-lPccLmGYaTNzq3IZc1t1cHTxD0yL&amp;index=1\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dzyAZIjBF4w&amp;list=PLN1k-lPccLmGYaTNzq3IZc1t1cHTxD0yL&amp;index=1<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grunds\u00e4tzlich wohl einen gro\u00dfen. Aber es geht nur zusammen mit dem mechanischen Recycling. 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