{"id":37497,"date":"2023-09-06T09:37:34","date_gmt":"2023-09-06T07:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=37497"},"modified":"2023-09-06T09:37:34","modified_gmt":"2023-09-06T07:37:34","slug":"neuer-mindeststandard-2023-druckfarben-auf-dem-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=37497","title":{"rendered":"Neuer Mindeststandard 2023 \u2013 Druckfarben auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p>Der von der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) ver\u00f6ffentlichte neue \u201eMindeststandard zur Bemessung der Recyclingf\u00e4higkeit systembeteiligungspflichtiger Verpackungen nach \u00a721 Verpackungsgesetz\u201c enth\u00e4lt f\u00fcr Kunststoffverpackungen eine wesentliche \u00c4nderung: Ab sofort f\u00fchrt die Verwendung von Nitrozellulose(NC)-basierten Druckfarben im Zwischenlagendruck von gro\u00dfformatigen PE-Folien dazu, dass diese nach dem Mindeststandard nicht mehr als recyclingf\u00e4hig bewertet werden.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wird dieser Schritt damit, dass NC-Farben sich bei hohen Temperaturen leicht zersetzen und deshalb zu einer Beeintr\u00e4chtigung der Qualit\u00e4t im Rezyklat f\u00fchren k\u00f6nnen. Betroffen von der \u00c4nderung sind bislang ausschlie\u00dflich Folien aus Polyethylen (PE) in einem Format gr\u00f6\u00dfer als DIN A4, nicht kleinere PE-Folien sowie generell PP-Folien. Auch der Direktdruck ist nicht betroffen. Die ZSVR hat aber bereits angek\u00fcndigt, die Einstufung im kommenden Jahr gegebenenfalls auszuweiten. Dass vorerst nur ein relativ kleines Marktsegment betroffen ist, k\u00f6nnte so gesehen als \u201eGelbe Karte\u201c f\u00fcr NC-Farben gewertet werden.<\/p>\n<p>Die IK weist ausdr\u00fccklich darauf hin, dass die neue Einstufung keinen Einfluss auf die Vermarktungsf\u00e4higkeit der PE-Folien hat. \u201eDer Mindeststandard richtet sich ausschlie\u00dflich an die Dualen Systeme. Er ist \u2013 anders als teilweise wahrgenommen \u2013 kein verbindlicher \u201eDesign for Recycling\u201c-Leitfaden f\u00fcr die Wirtschaft\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Isabell Schmidt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Kreislaufwirtschaft bei der IK. Auch finanzielle Nachteile im Rahmen der Beteiligungsentgelte bei den Dualen Systemen sind gegenw\u00e4rtig nicht zu erwarten. Letzteres k\u00f6nnte sich allerdings \u00e4ndern, wenn die Bundesregierung die angek\u00fcndigte Reform des Paragrafen 21 Verpackungsgesetz abschlie\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Mindeststandard muss transparenter werden<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Hersteller von Kunststoffverpackungen haben zweifellos ein gro\u00dfes Interesse an Qualit\u00e4tsverbesserungen beim Rezyklat, um dieses auch selbst wieder einsetzen zu k\u00f6nnen. Dennoch h\u00e4tten wir uns bei der jetzt beschlossenen \u00c4nderung ein transparenteres Vorgehen und die Ber\u00fccksichtigung derzeit laufender Untersuchungen auf europ\u00e4ischer Ebene gew\u00fcnscht\u201c, bem\u00e4ngelt Schmidt. Sie empfiehlt, dass f\u00fcr jede Fraktion im Mindeststandard die Anwendungsm\u00e4rkte f\u00fcr die Sekund\u00e4rrohstoffe und die limitierenden Qualit\u00e4tsanforderungen beschrieben werden sollten. F\u00fcr die Einstufung einzelner Komponenten als Recyclingunvertr\u00e4glichkeit sollten au\u00dferdem Tests auf der Basis von Pr\u00fcfprotokollen durchgef\u00fchrt werden. Auch regt sie an, die Empfehlungen des eigens bei der ZSVR eingerichteten Expertenkreises der Wirtschaft \u00f6ffentlich zu machen.<\/p>\n<p>Die IK schl\u00e4gt zudem eine Fr\u00fchwarnfunktion oder \u00dcbergangszeitr\u00e4ume f\u00fcr Anpassungen im Mindeststandard vor. \u201eAuch wenn die \u00c4nderungen keine rechtlichen Folgen mit sich bringen, m\u00fcssen Unternehmen, die die Recyclingf\u00e4higkeit ihrer Verpackungen nach dem Mindeststandard zum Ziel erkl\u00e4rt haben, quasi \u00fcber Nacht eine Neubewertung vornehmen\u201c, erl\u00e4utert Schmidt. \u201eDie Umstellung auf andere Druckfarbensysteme ist mit technischen Herausforderungen und Investitionen verbunden.\u201c Der Verband rechnet damit, dass die Umstellung des Gesamtmarkts mehrere Jahre ben\u00f6tigen w\u00fcrde, weil die Kapazit\u00e4ten in der Druckfarbenproduktion erst auf diesen Bedarf ausgerichtet werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p><strong>Steigende Anforderungen an das Design-for-Recycling <\/strong><\/p>\n<p>Schmidt rechnet indes mit weiter steigenden Anforderungen an das Design-for-Recycling. \u201eMit dem Wiedereinsatz von Rezyklaten in Verpackungen steigen auch die Anforderungen an die Qualit\u00e4t der Rezyklate. Gerade Farben und Ger\u00fcche spielen hier eine gro\u00dfe Rolle\u201c, erl\u00e4utert Schmidt. Auch die Verfahren m\u00fcssen weiterentwickelt werden. Hei\u00dfw\u00e4schen, De-Inking-Verfahren und Farbsortierung k\u00f6nnen die Rezyklatqualit\u00e4ten im mechanischen Recycling entscheidend verbessern, sind aber auch zus\u00e4tzliche Kostentreiber. Welchen Beitrag chemische Recyclingverfahren in technologischer und wirtschaftlicher Hinsicht leisten k\u00f6nnen, muss sich noch zeigen. \u201eSo oder so, das Design-for-Recycling von Verpackungen bleibt auch in Zukunft eine entscheidende Stellschraube f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit und die Qualit\u00e4t des Recyclings\u201c, prognostiziert Schmidt.<\/p>\n<p><strong>Europ\u00e4ische Harmonisierung in Sicht<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen \u00c4nderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer europ\u00e4ischen Harmonisierung des Design-for-Recyclings von Verpackungen: So erarbeitet die Wirtschaft unter dem Dach des europ\u00e4ischen Normungsinstituts CEN derzeit einen europ\u00e4ischen Standard f\u00fcr das Design-for-Recycling von Kunststoffverpackungen. Die noch im Entwurf befindliche EU-Verpackungsverordnung wird wahrscheinlich ab dem Jahr 2030 europaweit einheitliche Design-for-Recycling-Vorgaben f\u00fcr alle Verpackungsarten in Europa verbindlich vorschreiben. Verpackungen, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, w\u00e4ren in der EU dann nicht mehr marktf\u00e4hig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der von der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) ver\u00f6ffentlichte neue \u201eMindeststandard zur Bemessung der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7017,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-37497","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37497"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37498,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37497\/revisions\/37498"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37497"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=37497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}