{"id":38188,"date":"2023-12-12T10:43:36","date_gmt":"2023-12-12T09:43:36","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=38188"},"modified":"2023-12-07T10:53:45","modified_gmt":"2023-12-07T09:53:45","slug":"fuer-zukuenftige-aufgaben-bestens-aufgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=38188","title":{"rendered":"F\u00fcr zuk\u00fcnftige Aufgaben bestens aufgestellt"},"content":{"rendered":"<p><strong>J\u00f6rg Arntzen folgt Albrecht Manderscheid als Vorstandsvorsitzender des FSK e.V. &#8211; Dr. Markus Steilemann<\/strong><br \/>\n<strong>verleiht FSK-Ehrenmedaille &#8211; Interview mit Albrecht Manderscheid<\/strong><\/p>\n<p>Es war sein letzter offizieller Auftritt. Bei der turnusm\u00e4\u00dfigen Mitgliederversammlung des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) begr\u00fc\u00dfte der scheidende Vorstandsvorsitzende Albrecht Manderscheid die Mitglieder. Nach 27 Jahren Vorsitz im FSK-Vorstand dankte Albrecht Manderscheid all den Kollegen, die ihn in dieser Zeit begleitet haben. \u201eDiese 27 Jahre mit allem, was in dieser Zeit passiert ist, lassen sich in 10 Minuten nicht zusammenfassen\u201c, fuhr er fort. Aber die Beispiele, die er nannte, angefangen von der Arbeit der verschiedenen Arbeitskreise \u00fcber die vielen Veranstaltungen bis hin zur Schulungsplattform f\u00fcr das REACH-Beschr\u00e4nkungsverfahren zum Umgang mit Diisocyanaten, lie\u00dfen erahnen, was der FSK mit ihm als treibende Kraft w\u00e4hrend seiner Amtszeit erreicht hat.<\/p>\n<p>Der Bedeutung von Albrecht Manderscheid nicht nur f\u00fcr den Verband, sondern f\u00fcr die gesamte Polyurethan-Industrie Rechnung tragend, war es kein geringerer als Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender der Covestro AG und Pr\u00e4sident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), der die Laudatio f\u00fcr Albrecht Manderscheid hielt. \u201eEs ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Ehre, dass ich heute Albrecht Manderscheid f\u00fcr sein Lebenswerk w\u00fcrdigen darf\u201c, so seine einleitenden Worte. \u201eWer ihn kennt, der wei\u00df, er ist ein \u00e4u\u00dferst integrer, feinsinniger und respektvoller Mensch, der dem FSK professionell, kompetent und engagiert \u00fcber all die Jahre vorstand\u201c. Aber Albrecht Manderscheid hat nicht nur die Geschicke des FSK gelenkt. Er war Jahrzehnte lang f\u00fcr den weltweit bekannten Cannon Konzern t\u00e4tig, von 1991 bis 2021, also 30 Jahre als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Cannon Deutschland GmbH. Die H\u00f6hepunkte Albrecht Manderscheids Verbandt\u00e4tigkeit aufzuf\u00fchren w\u00fcrde hier den Rahmen sprengen, aber ein paar Stichworte seien genannt: 1994 initiierte er die Gr\u00fcndung der Fachgruppe \u201ePolyurethan-Formteile\u201c und 1998 rief er den FSK-Innovationspreis ins Leben.<\/p>\n<p>Auch in der Politik lie\u00df er seinen Einfluss gelten, z.B. bei einem pers\u00f6nlichen Treffen mit Angela Merkel,<br \/>\ndamals noch Oppositionsf\u00fchrerin der CDU. \u201eAlbrecht Manderscheid war \u00fcber 27 Jahre lang ein besonderer,<br \/>\nherausragender und w\u00fcrdiger Vorsitzender f\u00fcr den FSK. Nun verl\u00e4sst er am Zenit seiner Laufbahn seinen<br \/>\nPlatz. Die Auszeichnung mit der Ehrenmedaille des FSK ist daher wohlverdient. Wir alle sind Ihnen zu<br \/>\ngro\u00dfem Dank verpflichtet,\u201c so die abschlie\u00dfenden Worte von Dr. Markus Steilemann.<\/p>\n<p>Auf Albrecht Manderscheid folgt nach einstimmiger Wahl J\u00f6rg Arntzen (Dow Produktions- und Vertriebs GmbH &amp; Co. OHG) als Vorstandsvorsitzender. Zu seinem Stellvertreter wurde Benedikt Broil (Covestro 1\/6 Deutschland AG) gew\u00e4hlt. Manfred Werner (Sekisui Alveo GmbH) agiert weiter als Finanzvorstand.<br \/>\nEbenfalls in ihren \u00c4mtern als Beisitzer best\u00e4tigt wurden Dr. Ulrich Fehrenbacher (R\u00fchl Puromer GmbH), Christian Loretz (Getzner Werkstoffe GmbH) und J\u00f6rg Teschner (Kl\u00f6ckner polyPUR Chemie GmbH). Das ehrenamtlich aktive Vorstandsteam wird komplementiert durch die neu hinzugekommene Beisitzerin Dr. Eva Emmrich-Smolczyk (Evonik Operations GmbH).<\/p>\n<p><strong>Interview mit Albrecht Manderscheid, Vorstandsvorsitzender des FSK<\/strong><br \/>\nIm Rahmen der Internationalen FSK-Fachtagung 2023 des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane e. V. (FSK) in Leverkusen sprach Dr. Wolfgang Friederichs mit Albrecht Manderscheid, dem ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden des Verbandes, \u00fcber seine 27-j\u00e4hrige Amtszeit.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nHerr Manderscheid, nach 27 Jahren Amtszeit wurden Sie auf der internationalen FSK-Fachtagung 2023 als Vorstandsvorsitzender des FSK verabschiedet. Von meiner Seite aus m\u00f6chte ich Ihnen f\u00fcr das, was Sie f\u00fcr die PU-Industrie in dieser Zeit geleistet haben, herzlich danken.<\/p>\n<p>K\u00f6nnten Sie bitte f\u00fcr diejenigen unter unseren Lesern, die Sie trotzdem noch nicht kennen, ein paar Worte zu Ihrem beruflichen Werdegang sagen?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nZun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich mich bei Ihnen, Herr Dr. Friederichs, f\u00fcr Ihre freundlichen Worte bedanken. In kurzen Worten l\u00e4sst sich mein beruflicher Werdegang so zusammenfassen, dass ich nach meinem Maschinenbaustudium an der RWTH Aachen und meiner ersten Stelle im technischen Vertrieb von Investitionsg\u00fctern 1985 den Weg in die Polyurethanbranche und hier in den Vertrieb des Polyurethan-Maschinen- und Anlagenbaus gefunden habe. Ein sch\u00f6nes Bonmot besagt, Polyurethan sei wie ein Klebstoff, einmal dabei, l\u00e4sst der Werkstoff einen nicht mehr los, und so bin ich \u00fcber mein gesamtes weiteres Berufsleben dieser so interessanten und vielseitigen Branche treu geblieben. Anfang der 90er Jahre habe ich dann die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Cannon Deutschland GmbH, der deutschen Tochtergesellschaft der Cannon Gruppe, \u00fcbernommen und bis Ende 2021 diese Position bekleidet.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nSie waren nicht nur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Cannon Deutschland GmbH, sondern gleichzeitig auch Vorstandsvorsitzender des FSK. Wie ist es Ihnen gelungen, diese beiden &#8220;Full time \u2013 Jobs&#8221; miteinander zu vereinbaren?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nAnf\u00e4nglich war diese Situation schon herausfordernd, denn die Position des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der Cannon Deutschland GmbH war f\u00fcr mich in recht jungen Jahren auf der einen Seite ein wichtiger Karrieresprung auf der anderen Seite aber auch eine berufliche Herausforderung, in die ich mich sukzessive einfinden musste.<br \/>\nErschwerend kam hinzu, dass schon Ende 1991, aber insbesondere die Jahre danach der Kunststoffmaschinenbau in eine starke Schw\u00e4chephase geriet, und damit auch f\u00fcr uns eine enorme Herausforderung darstellte, zumal wir in Deutschland ja gerade aufgrund der Wiedervereinigung in den Jahren zuvor eine Boomphase erlebt hatten. Im Nachhinein betrachtet war es vielleicht gut, dass ich meine Verbandst\u00e4tigkeit seit 1992 zun\u00e4chst als einfaches Mitglied wahrgenommen habe; dadurch war die Belastung durch die beiden Funktionen zuerst einmal nicht so gro\u00df, wie dann ab Mitte der 90er Jahre, als ich meine Vorstandsfunktionen zun\u00e4chst als stellvertretendes Vorstandsmitglied und dann ab 1996 als Vorstandsvorsitzender eingenommen habe. Hinzu kommt, dass ich in meiner T\u00e4tigkeit bei Cannon stets gro\u00dfe Unterst\u00fctzung durch die Cannon Holding in Italien und insbesondere durch meine Mitarbeiter in Deutschland erfahren habe. Das gleiche gilt f\u00fcr die Unterst\u00fctzung durch die FSK-Gesch\u00e4ftsstelle und die FSK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer als hauptamtliche Vertreter des Verbandes, die mich in all den Jahren in meiner ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit f\u00fcr den Verband stets unterst\u00fctzt und begleitet haben. Da mir die T\u00e4tigkeit f\u00fcr den Verband immer sehr viel Freude und Erf\u00fcllung gegeben hat, ist es mir auch nicht schwergefallen, so manche<br \/>\nFreizeit dazu zu nutzen, die zus\u00e4tzliche Arbeitsbelastung zu bew\u00e4ltigen. Hilfreich war aber auch die Erfahrung, die ich im Laufe der Zeit in den einzelnen Funktionen gewinnen durfte und die einen dann so manche Aufgabe viel routinierter und entspannter angehen l\u00e4sst, als das zu Beginn meiner T\u00e4tigkeit der Fall war.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nGab es unterschiedliche Anforderungen an den F\u00fchrungsstil bei der F\u00fchrung eines gewinnorientierten Unternehmens auf der einen Seite und eines Verbands, der \u00fcberwiegend ideelle Ziele und Zwecke verfolgt, auf der anderen Seite?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nJa, die gab und gibt es. Zun\u00e4chst einmal gibt es einen grunds\u00e4tzlichen Unterschied zwischen dem Haupt und dem Ehrenamt, was ja schon die unterschiedlichen Begriffe zum Ausdruck bringen. Hauptverantwortlicher f\u00fcr die Geschicke eines Unternehmens zu sein, Personal- und Ergebnisverantwortung zu tragen, bedeutet, dass man am Ende eines wie auch immer gearteten Prozesses gegebenenfalls allein Entscheidungen zu treffen und zu verantworten hat. Das wirkt sich auch auf die Wirkmechanismen der F\u00fchrung eines Unternehmens aus.<br \/>\nEin Verband lebt von seinen Mitgliedern, deren Engagement f\u00fcr die gemeinsame Sache und deren Bereitschaft, Geld in Form von Mitgliedsbeitr\u00e4gen und ggf. Zeit zu investieren. Die Funktionstr\u00e4ger eines Verbandes, abgesehen von den Hauptamtlichen, sind in der Regel ehrenamtlich engagierte Mandatstr\u00e4ger, also stets freiwillig handelnde Personen. Das zeigt schon, dass der F\u00fchrungsstil, zumindest auf der ehrenamtlichen Seite, im Wesentlichen auf \u00dcberzeugung durch Argumente, Konsens und Kompromissf\u00e4higkeit und auch Geduld fokussiert sein muss, wenn man die freiwillig agierenden Personen f\u00fcr die gemeinsame Sache gewinnen und mitnehmen m\u00f6chte. Hilfreich hierf\u00fcr ist sicher, wenn man diese Aspekte auch schon in der Unternehmensf\u00fchrung verinnerlicht und praktiziert hat.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nDie PU-Welt hat sich in den letzten 25 Jahren stark ver\u00e4ndert. Welchen besonderen Herausforderungen haben Sie sich w\u00e4hrend Ihrer Amtszeit stellen m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nIch glaube, dass unsere Branche, wie alle anderen auch, durch die gro\u00dfen Themen unserer Zeit, in ihrer Entwicklung ma\u00dfgeblich bestimmt wird. Beispielhaft erinnere ich mich noch sehr gut, wie Anfang der 90er Jahre das Thema FCKW die Branche durchgesch\u00fcttelt hat; f\u00fcr uns als Maschinen- und Anlagenbauer, zumindest f\u00fcr diejenigen, die in diesem Thema unterwegs waren und L\u00f6sungen anzubieten hatten, bedeutete es Linderung der von mir bereits angesprochenen Schw\u00e4chephase in den Neunzigern, denn die gesamte Branche, die mit dem Thema konfrontiert war, musste ggf. in entsprechende Anlagentechnik investieren, um die Substitution der FCKW zu erm\u00f6glichen. Alle an der Prozesskette Beteiligten waren gefordert, in ihrem Gesch\u00e4ftsumfeld L\u00f6sungen anzubieten. Das Thema Treibhauseffekt und Erderw\u00e4rmung und die weltweit gefassten Beschl\u00fcsse waren treibende Kraft f\u00fcr diese Entwicklungen.<br \/>\nEin anderes Thema, das uns schon in den 90er Jahren sehr besch\u00e4ftigt hat, ist die Frage des Recyclings von PU. Das Thema hatte vielleicht zwischenzeitlich an \u00f6ffentlicher Wahrnehmung ein wenig verloren, steht aber jetzt wieder verst\u00e4rkt auf der Agenda, und fordert von der Branche Antworten durch die Entwicklung und Umsetzung neuer Verfahren und Konzepte. Wir m\u00fcssen uns immer wieder bewusstmachen, dass wir trotz der \u00fcberragenden Eigenschaften des Polyurethanwerkstoffs stets im Wettbewerb mit anderen Werkstoffen stehen. Wir haben als Verband in den letzten Jahrzehnten durch \u00f6ffentliche Veranstaltungen, Seminare und Workshops und durch Fachgremienarbeit unseren Beitrag zu diesen Themenkomplexen geleistet und werden dies auch weiterhin tun. Das Thema Kreislaufwirtschaft, das ja, wenn man so will, als \u00fcbergeordnete verpflichtende Handlungsanweisung gilt, wird eine Herausforderung an den Werkstoff Polyurethan sein, und wir m\u00fcssen als gesamte Branche, um weiterhin erfolgreich sein zu k\u00f6nnen, hierf\u00fcr schl\u00fcssige L\u00f6sungen parat haben. In diesem Zusammenhang ist auch unsere FSK Tr\u00e4gerverbandsmitgliedschaft im Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie \u2013 GKV e.V. \u2013 zu sehen. Die den GKV tragenden Verb\u00e4nde arbeiten gemeinsam \u00fcber die gesamte Breite der unterschiedlichen Kunststoffverarbeitungstechnologien gemeinsam an der Nachhaltigkeit des Zukunftswerkstoffs Kunststoff. Hier weise ich gerne auf die von vielen Verb\u00e4nden getragene Initiative \u201eWir sind Kunststoff\u201c hin.<br \/>\nEin anderes gro\u00dfes Thema war die Einf\u00fchrung von REACH. Auch hier haben wir unsere Branche durch zuvor schon beschriebene Aktivit\u00e4ten begleitet und unterst\u00fctzt. Ein gro\u00dfes Thema f\u00fcr unsere Branche in j\u00fcngster Zeit war und ist der Prozess zum REACH Beschr\u00e4nkungsverfahren von Diisocyanaten. Diesen Prozess haben wir in den letzten mehr als 10 Jahren mit den anderen Verb\u00e4nden auf nationaler, wie internationaler Ebene begleitet, zusammen gestaltet und das EU-weite Vorhaben zur Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen zum sicheren Umgang mit Diisocyanaten mit einer eigenen Plattform unterst\u00fctzt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gibt es sicher noch eine ganze Reihe von Themen, die unsere Arbeit als Branchenverband aber auch alle in der Branche Agierende in ihrer zuk\u00fcnftigen Arbeit bestimmen werden. Die gro\u00dfen Themen sind uns allen bekannt.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nWas haben Sie an Ihrer Arbeit f\u00fcr den FSK am meisten gesch\u00e4tzt?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nWie Sie wissen, ist der FSK ein sehr heterogen strukturierter Verband. Es sind alle an der Wertsch\u00f6pfungskette Beteiligten im Verband vertreten, wenn man so will von den Rohstoffen, \u00fcber die Maschinen- und Anlagen bis hin zur Verarbeitung ist die gesamte Prozesskette abgebildet. Dar\u00fcber hinaus geht es nicht nur um den Werkstoff Polyurethan, sondern eine ganz starke Mitgliedergruppe im FSK stellen die Verarbeiter dar, die neben Polyurethan vor allem auch Thermoplaste, wie PE-Sch\u00e4ume, EPS etc. verarbeiten. Das hat die Verbandsarbeit immer sehr abwechslungsreich gemacht. Man wird mit den unterschiedlichsten Fragestellungen konfrontiert und lernt ganz andere Bereiche als die aus seinem eigenen Berufsumfeld bekannten kennen. Es hat stets viel Freude gemacht, bei wichtigen Themen und Strategien f\u00fcr die Zukunft des Werkstoffes Polyurethan mitgestalten zu k\u00f6nnen. Neben diesen sachlich fachlichen Aufgabenstellungen habe ich vor allem aber die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen aus der Gesch\u00e4ftsstelle und mit den Kolleginnen und Kollegen aus Vorstand, den Fachgremien und aus dem Mitgliederbereich gesch\u00e4tzt. Wenn ich res\u00fcmiere und auf meine Zeit im FSK seit 1992 zur\u00fcckblicke, muss<br \/>\nich sagen, dass das Zusammenwirken mit den Verantwortlichen stets von gro\u00dfem Vertrauen und dem Ziel, gemeinsam die Sache voranzubringen, getragen war. Wenn es dieses Verst\u00e4ndnis und diese Atmosph\u00e4re nicht gegeben h\u00e4tte, dann w\u00e4re ich bestimmt nicht \u00fcber so viele Jahre in diesem Amt geblieben; und das sehe ich f\u00fcr beide Seiten \u2013 W\u00e4hler und Gew\u00e4hlter \u2013 so.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nWelche neuen Herausforderungen sehen Sie auf den FSK bzw. die PU-Industrie zukommen und welchen Rat m\u00f6chten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nDas gro\u00dfe Thema ist und bleibt der Klimawandel, der uns in Zukunft noch st\u00e4rker fordern wird, so nat\u00fcrlich auch unsere Branche. Es werden neue Bestimmungen und Regelungen kommen, auf die Antworten gefunden werden m\u00fcssen. Auch unsere Branche wird sich mit den bekannten Themen wie Digitalisierung, Fachkr\u00e4ftemangel, Lieferkettenprobleme, Regulierungseifer und B\u00fcrokratisierung, hohen Rohstoff- und Energiekosten auseinandersetzen m\u00fcssen. Ich wei\u00df, dass dies eine allgemeine Stichwortsammlung ist, f\u00fcr unseren Verband sehe ich allerdings die Hauptaufgabe darin, fr\u00fchzeitig Herausforderungen zu erkennen und gemeinsam mit den Fachgremien f\u00fcr die Industrie richtige Antworten zu geben.<br \/>\nIch denke, ein gutes Beispiel war das Prozedere beim Thema REACH-Beschr\u00e4nkungsverfahren von Diisocyanaten. Wir haben uns fr\u00fchzeitig, d.h. vor mehr als 10 Jahren in den Prozess eingebracht und ihn mitgestaltet. Organisatorisch haben wir im Verband Strukturen geschaffen, mit denen wir unseren Mitgliedern eine Trainings- Plattform zur Verf\u00fcgung stellen, damit sie die gesetzlichen Schulungsvorschriften erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Diese Investition werden wir f\u00fcr weitere Bet\u00e4tigungsfelder nutzen k\u00f6nnen, die unseren Mitgliedern zugutekommen.<br \/>\nIch kenne meinen Nachfolger, Herrn J\u00f6rg Arntzen, schon etliche Jahre und sch\u00e4tze ihn sehr. Er hat in den verschiedenen Funktionen als Fachgruppenvorsitzender und als Vorstandsmitglied immer mit dazu beigetragen, dass wir unsere Arbeit erfolgreich f\u00fcr den FSK leisten konnten und k\u00f6nnen. Ich bin froh, dass er sich bereit erkl\u00e4rt hat, diese Aufgabe zu \u00fcbernehmen. Er wei\u00df genau, was er tut, und daher braucht es keine Ratschl\u00e4ge von meiner Seite. Ich bin mir sicher, er wird das sehr gut machen. Auf jeden Fall w\u00fcnsche ich ihm auch von dieser Stelle aus alles Gute und viel Erfolg.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nWir alle hoffen, dass Sie der PU-Welt in irgendeiner Form erhalten bleiben. Gibt es dazu schon Pl\u00e4ne, \u00fcber die Sie reden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nAuf jeden Fall werde ich weiterhin Kontakt zum Verband halten und mich mit den Kolleginnen und Kollegen gerne von Zeit zu Zeit austauschen, darauf freue ich mich.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nWie d\u00fcrfen wir uns Ihren wohlverdienten Ruhestand vorstellen? Welchen Hobbies werden Sie in Zukunft nachgehen k\u00f6nnen, zu denen bisher die Zeit fehlte? Ich habe zum Beispiel geh\u00f6rt, dass Sie inzwischen mit dem Golfsport angefangen haben, ein \u2013 wie ich aus eigener Erfahrung wei\u00df \u2013 zeitaufw\u00e4ndiges Hobby.<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nWie Sie wissen, ist der Golfsport eine echte Herausforderung, zumal, wenn man, wie ich, erst sp\u00e4t damit begonnen hat. Es macht mir sehr viel Spa\u00df zum Beispiel morgens fr\u00fch bei herrlichem Sonnenschein eine Runde allein oder mit Freunden zu spielen, auch wenn ich mit meinen Fortschritten noch nicht zufrieden bin.<br \/>\nAber Golf macht dem\u00fctig, denn man kann keinen anderen au\u00dfer sich selbst f\u00fcr das Ergebnis verantwortlich machen.<br \/>\nAnsonsten bin ich \u00f6fter auf Reisen. Seit ein paar Monaten sind wir stolze Gro\u00dfeltern, eine wunderbare Aufgabe, auch wenn die Familie meines Sohnes in Wien lebt, was ja nicht eben um die Ecke des Rhein-Main-Gebiets liegt, aber f\u00fcr das Reisen nochmal mehr einen besonderen Anlass bietet. Ich nutze die freie Zeit, pflege Freundschaften, mache Sport, koche sehr gerne, lese viel und Sie wissen ja, Rentner haben nie Zeit und bis dato ist bei mir nach fast zwei Jahren noch keine Langeweile aufgekommen.<\/p>\n<p>Wolfgang Friederichs:<br \/>\nHerr Manderscheid, ich bedanke mich f\u00fcr das Interview und die interessanten Einblicke in Ihre bisherige T\u00e4tigkeit. F\u00fcr die Umsetzung Ihrer zuk\u00fcnftigen Pl\u00e4ne w\u00fcnsche ich Ihnen viel Erfolg und vor allen Dingen Gesundheit.<\/p>\n<p>Albrecht Manderscheid:<br \/>\nIch danke Ihnen und w\u00fcnsche Ihnen das Gleiche<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war sein letzter offizieller Auftritt. Bei der turnusm\u00e4\u00dfigen Mitgliederversammlung des Fachverbandes Schaumkunststoffe&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":38189,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-38188","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38188","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38188"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38188\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38190,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38188\/revisions\/38190"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/38189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38188"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38188"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38188"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=38188"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}