{"id":38457,"date":"2024-01-22T17:35:31","date_gmt":"2024-01-22T16:35:31","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=38457"},"modified":"2024-01-22T17:35:31","modified_gmt":"2024-01-22T16:35:31","slug":"praxisfremde-eu-lieferkettenrichtlinie-jetzt-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=38457","title":{"rendered":"Praxisfremde EU-Lieferkettenrichtlinie jetzt stoppen!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Die geplante EU-Lieferkettenrichtlinie w\u00fcrde insbesondere den Mittelstand in der Praxis \u00fcberfordern und zu einem R\u00fcckzug europ\u00e4ischer Firmen aus vielen L\u00e4ndern f\u00fchren. Acht \u00a0gro\u00dfe Wirtschaftsorganisationen \u00a0appellieren daher an die Politik, diese Richtlinie jetzt zu stoppen und gemeinsam eine bessere Regulierung zur Sicherung der Menschenrechte auf den Weg zu bringen. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Berlin\/Frankfurt, 22.01.2024 \u2013 In einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung, die \u00a0EU-Ratspr\u00e4sidentschaft sowie weitere europ\u00e4ische Entscheidungstr\u00e4ger fordern die Wirtschaftsorganisationen BGA, Gesamtmetall, Mittelstandsverbund &#8211; ZGV, Stiftung Familienunternehmen und Politik, textil+mode, VCI, VDMA und ZVEI, die europ\u00e4ische Lieferkettenrichtlinie zu stoppen. In K\u00fcrze steht die Abstimmung der Botschafter im Ausschuss der St\u00e4ndigen Vertreter und danach das Votum des Rates der EU-Mitgliedstaaten an. \u201eSchon die Vorgaben durch das deutsche Lieferkettengesetz haben dazu gef\u00fchrt, dass auch kleine und mittlere Unternehmen innerhalb ihrer Lieferbeziehungen von den Belastungen v\u00f6llig \u00fcberrollt werden. Eine EU-Lieferkettenrichtlinie, wie nun geplant, h\u00e4tte b\u00fcrokratische \u00dcberlastungen und Rechtsunsicherheit in einer neuen Dimension zur Folge\u201c, warnen die Verb\u00e4nde. Die Richtlinie erschwere den Au\u00dfenhandel und gehe zu Lasten europ\u00e4ischer Arbeitspl\u00e4tze und Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p><strong>Dies gelte insbesondere mit Blick auf drei Aspekte der Richtlinie:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Unternehmen sollen demnach fast alle Stufen ihrer Lieferketten global auf Verst\u00f6\u00dfe gegen Menschenrechte sowie Umwelt- oder Sozialstandards kontrollieren. Gerade\u00a0\u00a0Industriefirmen haben h\u00e4ufig jeweils Zehntausende oder sogar eine sechsstellige Zahl von Zulieferern, von denen j\u00e4hrlich ein betr\u00e4chtlicher Anteil wechselt. Die Kosten allein zur Befolgung der Vorgaben w\u00fcrden f\u00fcr einzelne Unternehmen nicht selten Millionensummen erreichen.<\/li>\n<li>Die Richtlinie macht keine klaren Ausnahmen \u2013 nicht einmal f\u00fcr die Lieferbeziehungen innerhalb des ohnehin schon stark regulierten EU-Binnenmarkts. Eine explizite Ausnahme aller im EU-Binnenmarkt ans\u00e4ssiger Zulieferer und Kunden w\u00e4re \u2013 als Gebot eines risikobasierten Ansatzes \u2013 aber dringend geboten.<\/li>\n<li>Nicht nur Lieferanten und deren Lieferanten sollen laut den EU-Pl\u00e4nen kontrolliert werden, sondern auch Gesch\u00e4ftskunden. Es ist jedoch eine v\u00f6llig realit\u00e4tsfremde Annahme, dass mittelst\u00e4ndische Betriebe ihren Gesch\u00e4ftskunden Vorschriften machen k\u00f6nnten, wie und wo die verkauften Produkte letztendlich zum Einsatz kommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deutliche Kritik \u00fcben die Verb\u00e4nde auch an der vorgesehenen zivilrechtlichen Haftung. \u201eEs ist schlicht praxisfremd zu verlangen, dass Unternehmen aus den EU-Mitgliedstaaten f\u00fcr Pflichtverletzungen haften sollen, die in ihren Lieferketten geschehen \u2013 und dies noch weltweit\u201c, hei\u00dft es in dem Appell. W\u00e4hrend Nichtregierungsorganisationen von eigenen Klagebefugnissen profitieren sollen, k\u00f6nnen auf Unternehmen zus\u00e4tzliche Beweisanforderungen zukommen. \u201eAuf diese Weise k\u00f6nnen die oft unkalkulierbaren Haftungsrisiken dazu f\u00fchren, dass sich Unternehmen aus betroffenen Regionen zur\u00fcckziehen\u201c, warnen die Verb\u00e4nde. Es w\u00fcrde eine neue Klageindustrie entstehen, die zu mehr administrativen Kosten in den Unternehmen f\u00fchrt. Die Unsicherheit im Au\u00dfenhandel n\u00e4hme zu.<\/p>\n<p>Dabei ist die Wahrung der Menschenrechte rund um den Globus ein Ziel, dem sich auch die Unternehmen eindeutig verschreiben. \u201eDie UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte sind f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen ma\u00dfgebend. Daran orientieren sie schon heute ihre globalen Lieferbeziehungen und tragen europ\u00e4ische Standards \u00fcber ihre internationalen Partner in die Welt\u201c, betonen die Verb\u00e4nde. Europ\u00e4ische Unternehmen nun aber unter Generalverdacht zu stellen, w\u00fcrde sich in der Praxis als kontraproduktiv erweisen, \u201eder \u00f6konomische Substanzverlust in der EU w\u00fcrde sich durch eine solche Lieferkettenrichtlinie weiter versch\u00e4rfen\u201c, hei\u00dft es. \u201eLassen Sie uns anstatt des Weges \u00fcber die Richtlinie gemeinsam einen neuen Anlauf nehmen und im Dialog miteinander \u00fcberlegen, auf welche Weise wir unsere Standards beim Schutz von Menschenrechten und Umwelt \u00fcber die globalen Lieferketten weltweit noch effektiver durchsetzen k\u00f6nnen\u201c, res\u00fcmieren die Wirtschaftsorganisationen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Die geplante EU-Lieferkettenrichtlinie w\u00fcrde insbesondere den Mittelstand&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-38457","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38457"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38457\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38458,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38457\/revisions\/38458"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38457"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=38457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}