{"id":38619,"date":"2024-02-19T08:35:40","date_gmt":"2024-02-19T07:35:40","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=38619"},"modified":"2024-02-18T08:38:42","modified_gmt":"2024-02-18T07:38:42","slug":"weltweit-erste-pilotanlage-fuer-biobasiertes-anilin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=38619","title":{"rendered":"Weltweit erste Pilotanlage f\u00fcr biobasiertes Anilin"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u2022 Bedeutender Schritt hin zu Kunststoff auf Basis pflanzlicher Biomasse<\/strong><br \/>\n<strong>\u2022 Neues Verfahren f\u00fcr Rohstoff ohne Erd\u00f6l auf dem Weg zur Industriereife<\/strong><br \/>\n<strong>\u2022 Weiterer Meilenstein zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft erreicht<\/strong><\/p>\n<p>Covestro treibt die Umsetzung eines einzigartigen Verfahrens voran, um die wichtige Chemikalie Anilin erstmals komplett auf Basis pflanzlicher Biomasse statt Erd\u00f6l zu produzieren. Dazu hat der Kunststoffhersteller jetzt am Standort Leverkusen eine spezielle Pilotanlage in Betrieb genommen. Dort werden erstmals gr\u00f6\u00dfere Mengen biobasierten Anilins hergestellt, damit die neue Technologie weiterentwickelt und in den industriellen Ma\u00dfstab \u00fcbertragen werden kann. Anilin wird in der Kunststoffindustrie unter anderem zur Herstellung von MDI verwendet. Das wiederum wird beispielsweise f\u00fcr D\u00e4mmschaum genutzt, der in Geb\u00e4uden f\u00fcr Energieeinsparungen und einen geringeren CO2-Fu\u00dfabdruck sorgt. Covestro sieht darin einen Beitrag zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft, auf die sich das Unternehmen komplett ausrichtet.<\/p>\n<p>An der Einweihungsfeier nahmen auch Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpr\u00e4sidentin Mona Neubaur sowie Professor Walter Leitner teil, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr chemische Energiekonversion in M\u00fclheim an der Ruhr. Gemeinsam mit Dr. Thorsten Dreier, Technologievorstand von Covestro, sprachen sie \u00fcber die Bedeutung biobasierter Rohstoffe f\u00fcr eine nachhaltige Chemie der Zukunft.<\/p>\n<p>\u201eAnilin ist unter anderem ein zentraler Ausgangsstoff f\u00fcr Schaumstoffe zur D\u00e4mmung von Geb\u00e4uden und K\u00fchlger\u00e4ten\u201c, erl\u00e4uterte Dreier die Bedeutung der Grundchemikalie. \u201eBislang wird das Anilin mit fossilen Rohstoffen wie Erd\u00f6l produziert, was CO2 freisetzt und den Klimawandel anheizt. Mit unserem neuen Verfahren tragen wir zum Aufbau einer zirkul\u00e4ren, biobasierten Wirtschaft bei, und ich bin sehr stolz, dass uns jetzt der Sprung auf die n\u00e4chste technologische Ebene gegl\u00fcckt ist.\u201c<\/p>\n<p>Covestro hat das bereits mehrfach pr\u00e4mierte neue Verfahren gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern entwickelt. Es f\u00fchrt im Vergleich zur konventionellen Technik zu einem deutlich verbesserten CO2-Fu\u00dfabdruck des Anilins. In die Pilotanlage im Chempark Leverkusen hat Covestro einen einstelligen Millionenbetrag investiert.<\/p>\n<p>\u201eNachhaltige Innovationen aus Nordrhein-Westfalen leisten einen entscheidenden Beitrag f\u00fcr die Transformation des Chemiestandorts Deutschland. Die weltweit erste Pilotanlage f\u00fcr biobasiertes Anilin ist daf\u00fcr ein eindrucksvolles Beispiel\u201c, betonte Neubaur, die auch Landesministerin f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie ist. \u201eDamit die Branche den eingeschlagenen Weg hin zur Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralit\u00e4t fortsetzen kann, braucht es vor allem Planungs- und Investitionssicherheit. Wir als Landesregierung arbeiten deshalb mit aller Kraft daran, dass Nordrhein-Westfallen attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt und erste klimaneutrale Industrieregion in Europa wird.\u201c<\/p>\n<p>Auch Professor Leitner hob die Bedeutung von Partnerschaften hervor. \u201eDas Projekt ist Ausdruck der Zusammenarbeit von forschungsbasierter Industrie und exzellenter Grundlagenforschung. Besonders in NRW gibt es viele solcher Schnittstellen. Davon brauchen wir mehr in Deutschland, um uns als Forschungs- und Technologiestandort zu behaupten.\u201c<\/p>\n<h2>Einsatz von Biotechnologie<\/h2>\n<p>Das Projekt macht auch deutlich, welchen Beitrag die industrielle (\u201ewei\u00dfe\u201c) Biotechnologie in der Kunststoffproduktion leisten kann: In dem neuen Verfahren hilft ein ma\u00dfgeschneiderter Mikroorganismus dabei, einen aus Pflanzen gewonnenen industriellen Zucker durch Fermentation in ein Zwischenprodukt umzuwandeln. Dies geschieht unter milderen und damit umweltvertr\u00e4glicheren Bedingungen als in herk\u00f6mmlichen Verfahren. In einem zweiten Schritt entsteht dann aus dem Zwischenprodukt durch chemische Katalyse das Anilin mit hundert Prozent pflanzlichem Kohlenstoff.<\/p>\n<p>Die Forschung an biobasiertem Anilin wird auch weiterhin von der deutschen Regierung unterst\u00fctzt. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft f\u00f6rdert ein Folgeprojekt (Bio4PURDemo) von Covestro und Partnern, das im M\u00e4rz 2022 gestartet ist und bis 2025 l\u00e4uft.<br \/>\nAn dem Vorhaben sind au\u00dferdem die RWTH Aachen mit dem CAT Catalytic Center, die Universit\u00e4t Stuttgart und die dort angesiedelte Technologie-Transfer-Initiative beteiligt.<\/p>\n<p>Derzeit werden weltweit rund sechs Millionen Tonnen Anilin produziert, wobei das Volumen im Schnitt um etwa drei bis f\u00fcnf Prozent j\u00e4hrlich w\u00e4chst. Covestro z\u00e4hlt mit einer Produktionskapazit\u00e4t von mehr als einer Million Tonnen pro Jahr zu den f\u00fchrenden Anilin-Herstellern.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mona Neubaur<\/strong><strong>Ministerin f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und stellvertretende Ministerpr\u00e4sidentin<\/strong>\n<p>Mona Neubaur, geb. 1977 in P\u00f6ttmes, kam 1997 aus Bayern nach Nordrhein-Westfalen und ist im Rheinland schnell heimisch geworden. Nach ihrem Abschluss als Diplom-P\u00e4dagogin 2003 arbeitete sie zun\u00e4chst in der Energiewirtschaft und anschlie\u00dfend bei der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung NRW, davon vier Jahre als Gesch\u00e4fts-f\u00fchrerin.<br \/>\nVon 2014 bis 2022 war sie Landesvorsitzende der GR\u00dcNEN in Nordrhein-Westfalen. Im Dezember 2021 wurde Mona Neubaur zur Spitzenkandidatin f\u00fcr die Landtagswahl 2022 gew\u00e4hlt. Seit dem 15. Mai 2022 ist sie Abgeordnete des nordrhein-west\u00acf\u00e4lischen Landtags. Am 29. Juni 2022 wurde sie als Ministerin f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie vereidigt. Zugleich wurde sie von Ministerpr\u00e4sident Hendrik W\u00fcst mit dessen Stellvertretung beauftragt.<\/li>\n<li><strong>Prof. Dr. Walter Leitner<\/strong><strong>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor Molekulare Katalyse, Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion<\/strong>\n<p>Walter Leitner ist Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion in M\u00fclheim an der Ruhr und Professor f\u00fcr Technische Chemie und Petrolchemie an der RWTH Aachen University. Er ist einer der Initiatoren des Katalysezentrums CAT, einer gemeinsamen Forschungseinrichtung der RWTH Aachen und der Firma Covestro.<br \/>\nSein Forschungsinteresse gilt der Katalyse, von ihren molekularen Grundlagen bis zu reaktionstechnischen Konzepten, im Kontext der \u201eGreen Chemistry\u201c. Zentraler Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeiten ist die Entwicklung neuartige Katalysatoren und Prozesse zur Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energie in Form von chemischen Energietr\u00e4gern und Produkten. Die Grundlagen-forschung seines Teams zielt darauf ab die \u201eDekarbonisierung\u201c der Energiegewinnung zur \u201eDefossilisierung\u201c der chemischen Wertsch\u00f6pfungskette zu nutzen.<br \/>\nWalter Leitner ist Autor und Co-Autor von mehr als 400 wissen-schaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen. Er ist Co-Sprecher des Exzellenz Cluster \u201eThe Fuel Science Center\u201c an der RWTH Aachen und des vom BMBF gef\u00f6rderten Kopernikus Projekts \u201cPower-to-X\u201d. F\u00fcr seine Forschung zur Nutzung von CO<sub>2<\/sub> als Rohstoff war er gemeinsam mit Dr. Christoph G\u00fcrtler, Covestro AG unter den drei Finalisten f\u00fcr den European Inventor Award (2021) und f\u00fcr den Deutschen Zukunfts-preis (2019).<\/li>\n<li><strong>Dr. Thorsten Dreier<\/strong><strong>Chief Technology Officer und Arbeitsdirektor der Covestro AG<\/strong>\n<p>Dr. Thorsten Dreier ist seit Juli 2023 als Technologievorstand (Chief Technology Officer, CTO) Mitglied des Vorstands von Covestro und seit September 2023 Arbeitsdirektor des Unternehmens. Er ist als Technologievorstand des Unternehmens verantwortlich f\u00fcr die Zentralfunktionen Process Technology, Engineering, Group Health, Safety &amp; Environment (Group HSE) sowie Group Procurement. Zudem koordiniert er die Einf\u00fchrung und Einhaltung globaler Prozesse, Standards und Initiativen im Produktionsnetzwerk von Covestro.<br \/>\nGeboren 1972 in M\u00fcnster, studierte er Chemie und promovierte 2001 an der Universit\u00e4t M\u00fcnster. Seine Karriere begann er 2002 als Laborleiter im Bayer-Konzern und bekleidete anschlie\u00dfend unterschiedliche F\u00fchrungspositionen bei Bayer, Bayer MaterialScience sowie Bayer Technology Services. Mit der Aus-gr\u00fcndung von Covestro \u00fcbernahm Dreier die globale Leitung des Bereiches Production &amp; Technology in dem Gesch\u00e4ftsbereich Coatings, Adhesives &amp; Specialties sowie sp\u00e4ter die globale Leitung der Gesch\u00e4fte Specialty Films und Thermoplastic Polyurethanes. Vor seiner Rolle im Vorstand war er Leiter der Gesch\u00e4ftseinheit Coatings &amp; Adhesives.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Covestro treibt die Umsetzung eines einzigartigen Verfahrens voran, um die wichtige Chemikalie Anilin&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":38620,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-38619","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38619"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38619\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38621,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38619\/revisions\/38621"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/38620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38619"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=38619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}