{"id":38685,"date":"2024-02-29T08:08:19","date_gmt":"2024-02-29T07:08:19","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=38685"},"modified":"2024-02-25T10:13:11","modified_gmt":"2024-02-25T09:13:11","slug":"composites-germany-ergebnis-der-22-composites-markterhebung-liegt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=38685","title":{"rendered":"Composites Germany &#8211; Ergebnis der 22. Composites-Markterhebung liegt vor"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li aria-level=\"1\"><strong>Kritische Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage<\/strong><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><strong>Zukunftserwartungen hellen sich auf<\/strong><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><strong>Investitionsklima bleibt verhalten<\/strong><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><strong>Erwartungen an Anwendungsindustrien unterschiedlich<\/strong><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><strong>Wachstumstreiber mit leichten Verschiebungen<\/strong><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><strong>Composites-Index zeigt in verschiedene Richtungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum 22. Mal hat Composites Germany (<a href=\"http:\/\/www.composites-germany.de\">www.composites-germany.de<\/a>) aktuelle Kennzahlen zum Markt f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe erhoben. Befragt wurden alle Mitgliedsunternehmen der Tr\u00e4gerverb\u00e4nde von Composites Germany: AVK und Composites United sowie des assoziierten Partners VDMA.<\/p>\n<p>Um die problemlose Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Erhebungen zu gew\u00e4hrleisten, wurden auch in diesem Halbjahr keine grundlegenden \u00c4nderungen bei der Befragung durchgef\u00fchrt. Erhoben wurden erneut \u00fcberwiegend qualitative Daten in Bezug auf die aktuelle und zuk\u00fcnftige Marktentwicklung.<\/p>\n<p><b>Kritische Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage<\/b><\/p>\n<p>Nachdem bei der Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage in 2021 durchweg positive Tendenzen zu erkennen waren, rutschte diese seit 2022 ab. Auch in der aktuellen Befragung ist weiterhin keine Trendumkehr festzustellen. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die negative Stimmung sind vielf\u00e4ltig und zeigten sich bereits in der letzten Erhebung. Derzeit scheint es der Politik nicht zu gelingen, mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen ein f\u00fcr die Industrie positiveres Umfeld zu schaffen. Insgesamt zeigt vor allem Deutschland, aber auch Europa derzeit ein sehr schwieriges Marktumfeld.<\/p>\n<p><b>Abbildung 1: Composites-Index \u2013 Bewertung derzeitige generelle Gesch\u00e4ftslage<\/b><\/p>\n<p>Haupttreiber der derzeitigen, schwierigen Situation d\u00fcrften aber vor allem die nach wie vor hohen Energie- und Rohstoffpreise sein. Hinzu kommen weiterhin Probleme in einzelnen Bereichen der Logistikketten, beispielsweise auf einzelnen Handels-\/Containerruten sowie ein zur\u00fcckhaltendes Konsumklima. Eine Verlangsamung des Welthandels und Unsicherheiten im politischen Bereich befeuern derzeit die negative Stimmung im Markt. Trotz steigender Zulassungszahlen ist auch die Automobilindustrie als wichtigster Anwendungsbereich f\u00fcr Composites noch nicht auf ihr altes Volumen zur\u00fcckgekehrt. Die Bauindustrie als zweiter zentraler Anwendungsbereich steckt derzeit in einer Krise. Zwar sind die Auftragsb\u00fccher noch gut gef\u00fcllt, aber Neuauftr\u00e4ge bleiben vielfach aus. Hohe Zinsen und Materialkosten bei hohen Lebenshaltungskosten belasten vor allem den privaten Bau stark, aber auch der \u00f6ffentliche Bau kann die selbst gesteckten Ziele momentan nicht erreichen. Laut dem ZDB (Zentralverband Deutsches Baugewerbe) bleiben die Prognosen in diesem wichtigen Bereich d\u00fcster: \u201eDer R\u00fcckgang der Baukonjunktur setzt sich weiter fort. Der Umsatz wird in diesem Jahr real um 5,3 % zur\u00fcckgehen und im kommenden Jahr gehen wir von weiteren minus 3 % aus. Verantwortlich f\u00fcr das Minus bleibt der Wohnungsbau, der in diesem Jahr real um 11 % einbricht und 2024 mit -13 % seinen Sinkflug fortsetzt.\u201c (Quelle: https:\/\/www.zdb.de\/meldungen\/baukonjunktur-2023-2024-zwischen-fachkraeftemangel-und-kurzarbeit-1)<\/p>\n<p>Nicht nur die Bewertung der generellen Gesch\u00e4ftslage bleibt pessimistisch. Auch die Situation der eigenen Unternehmen wird weiterhin kritisch bewertet. Vor allem f\u00fcr Deutschland zeigt sich ein negatives Bild. Fast 50 % der Befragten bewerten die aktuelle Gesch\u00e4ftslage in Deutschland kritisch. Etwas positiver f\u00e4llt die Sichtweise auf das weltweite Gesch\u00e4ft und Europa aus. Hier bewerten \u201enur\u201c 40 % bzw. 35\u00a0% der Befragten die Situation eher negativ.<\/p>\n<p><b>Zukunftserwartungen hellen sich auf<\/b><\/p>\n<p>Trotz der generell eher verhaltenen Bewertung der Gesch\u00e4ftslage scheinen viele der Befragten, zumindest in Europa, von einer Besserung der Stimmung \u00fcberzeugt zu sein. Befragt nach ihrer Einsch\u00e4tzung zur zuk\u00fcnftigen generellen Gesch\u00e4ftsentwicklung, zeigen sich die Werte f\u00fcr Europa und auch die Welt optimistischer als bei der letzten Befragung. F\u00fcr Deutschland erwarten die Teilnehmer der Befragung derzeit keine Verbesserung der Situation.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr das eigene Unternehmen zeigen sich die Befragten hinsichtlich ihrer Zukunftserwartungen f\u00fcr Europa und den Weltmarkt optimistischer.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden gehen anscheinend von einer moderaten kurz- bis mittelfristigen Erholung der Weltwirtschaft aus. Die Prognosen sind optimistischer als die Bewertung der aktuellen Situation. Auff\u00e4llig ist, dass die Sichtweise auf die Region Deutschland im Verh\u00e4ltnis zu Europa und der weltweiten Konjunktur kritischer ist. 28 % der Befragten erwarten eine negative Entwicklung der generellen Marktsituation in Deutschland.<\/p>\n<p>Nur 13 % erwarten eine Verbesserung der aktuellen Situation. F\u00fcr Europa und auch die Welt zeigen sich bessere Kennwerte.<\/p>\n<p><b>Investitionsklima bleibt verhalten<\/b><\/p>\n<p>Die aktuell eher zur\u00fcckhaltende Bewertung der wirtschaftlichen Situation wirkt sich auch weiterhin auf das Investitionsklima aus.<\/p>\n<p>Nachdem in der letzten Befragung noch 22% der Teilnehmenden von einem Anstieg bei der Personalkapazit\u00e4t ausgegangen waren (Befragung 1\/2023 = 40 %), liegt dieser Wert aktuell nur noch bei 18 %. Demgegen\u00fcber stehen 18 %, die sogar von einem R\u00fcckgang im Bereich Personal ausgehen.<\/p>\n<p>Auch der Anteil der Befragten, die Maschineninvestitionen planen, ist r\u00fcckl\u00e4ufig. Waren bei der letzten Befragung noch 56 % von entsprechenden Investitionen ausgegangen, so sinkt dieser Wert nun auf 46 % ab.<\/p>\n<p><b>Erwartungen an Anwendungsindustrien unterschiedlich<\/b><\/p>\n<p>Der Composites Markt ist durch eine starke Heterogenit\u00e4t sowohl material- aber auch anwendungsseitig gekennzeichnet. In der Befragung werden die Teilnehmenden gebeten, ihre Einsch\u00e4tzung hinsichtlich der Marktentwicklung unterschiedlicher Kernbereiche zu geben. Die Erwartungen zeigen sich \u00e4u\u00dferst verschieden. Die beiden wichtigsten Anwendungsbereiche sind der Mobilit\u00e4ts- und der Bau-\/Infrastruktursektor. Beide befinden sich derzeit in starken Umbr\u00fcchen bzw. sind von R\u00fcckg\u00e4ngen betroffen, was sich auch in der Befragung deutlich zeigt. Wachstum wird vor allem im Bereich Windenergie und Luftfahrt erwartet.<\/p>\n<p><b>Wachstumstreiber mit leichten Verschiebungen<\/b><\/p>\n<p>Bei den Werkstoffen zeigt sich ein Wechsel hinsichtlich der Einsch\u00e4tzungen der Wachstumstreiber. Wurde von den Befragten in den letzten 9 Erhebungen stets GFK als Material genannt, aus dessen Umfeld die wesentlichen Wachstumsimpulse f\u00fcr den Composites-Bereich zu erwarten sind, so werden die wesentlichen Impulse mittlerweile erneut von CFK oder material\u00fcbergreifend vermutet.<\/p>\n<p>Regional kommt es zu einer leichten Verschiebung. Deutschland wird weniger stark als Wachstumstreiber gesehen. Demgegen\u00fcber werden Europa (ohne Deutschland) und Asien deutlich mehr genannt.<\/p>\n<p><b>Composites-Index zeigt in verschiedene Richtungen<\/b><\/p>\n<p>Die zahlreichen negativen Einfl\u00fcsse der letzten Zeit zeigen sich weiterhin auch im Gesamt-Composites-Index. Dieser gibt vor allem bei der Betrachtung der momentanen Gesch\u00e4ftslage weiterhin nach. Demgegen\u00fcber steht eine leichte Aufhellung hinsichtlich der Erwartungen an die zuk\u00fcnftige Marktentwicklung, welche jedoch auf niedrigem Niveau bleibt.<\/p>\n<p>Die gesamte verarbeitende Composites-Menge in Europa in 2022 war bereits r\u00fcckl\u00e4ufig, auch f\u00fcr 2023 muss weiterer R\u00fcckgang erwartet werden. Dieser d\u00fcrfte erneut bei etwa 5% liegen. Es bleibt abzuwarten, ob es gelingen wird, der negativen Entwicklung gegenzusteuern. Hier w\u00e4re ein zielgerichtetes Eingreifen, auch der politischen Entscheidungstr\u00e4ger, w\u00fcnschenswert. Dies kann aber ohne die Industrie\/Wirtschaft nicht gelingen. Nur gemeinsam wird es m\u00f6glich sein, den Wirtschafts-\/Industriestandort Deutschland zu erhalten und erneut zu st\u00e4rken. F\u00fcr Composites als Materialgruppe generell zeigen sich, aufgrund des speziellen Eigenschaftsportfolios, nach wie vor sehr gute Chancen zum Ausbau der Marktposition in neuen, aber auch bestehenden M\u00e4rkten. Die Abh\u00e4ngigkeit von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen aber bleibt bestehen. Es gilt nun \u00fcber Innovationen neue Marktfelder zu erschlie\u00dfen, Chancen konsequent zu nutzen und gemeinsam daran zu arbeiten, Composites weiter in bestehenden M\u00e4rkten zu implementieren. Dies kann gemeinsam oftmals besser gelingen als alleine. Composites Germany bietet mit seinem hervorragenden Netzwerk vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Composites-Markterhebung erscheint im Juli 2024.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 22. 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