{"id":38714,"date":"2024-03-06T08:08:20","date_gmt":"2024-03-06T07:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=38714"},"modified":"2024-03-02T17:10:40","modified_gmt":"2024-03-02T16:10:40","slug":"mehr-als-30-prozent-weniger-energieverbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=38714","title":{"rendered":"Mehr als 30 Prozent weniger Energieverbrauch"},"content":{"rendered":"<p><u>Vollelektrische EcoPower Xpress produziert bei Heinrich Axmann<br \/>\nanspruchsvolle D\u00fcnnwandverpackungen<\/u><\/p>\n<p><strong>Ein neues Verpackungskonzept in D\u00fcnnwandtechnik brachte f\u00fcr die Heinrich Axmann GmbH &amp; Co. KG in K\u00f6ln die Energiewende beim Spritzgie\u00dfen. F\u00fcr dieses Projekt wurde erstmalig in eine vollelektrische Spritzgie\u00dfmaschine investiert. Die Energieeinsparung liegt gegen\u00fcber der Hybridmaschine bei \u00fcber 30 Prozent. Spritzgie\u00dfpartner WITTMANN lieferte die EcoPower Xpress Maschine mit einem Hochleistungsroboter vom Typ Sonic als vollst\u00e4ndig integrierte Gesamtl\u00f6sung. <\/strong><\/p>\n<p>Fast jeder kennt das: Beim \u00d6ffnen der Verpackung sieht das Fertiggericht k\u00f6stlich aus. Fleisch und Beilagen sind sch\u00f6n angerichtet. Doch nun kommt der kniffelige Teil: Der Transfer auf einen Teller. Viele greifen zum L\u00f6ffel, andere st\u00fcrzen gar den Inhalt der Schale und schon leidet der Anblick und damit allzu oft der Appetit. Heiner Axmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Heinrich Axmann GmbH &amp; Co. KG, hatte die z\u00fcndende Idee gegen dieses Dilemma. Er entwickelte eine Kunststoffschale, die sich mit Hilfe eines Aufrei\u00dfmechanismus\u2018 entlang des Verpackungsbodens \u00f6ffnen l\u00e4sst. Der Verpackungsrand klappt nach oben weg, die Mahlzeit gleitet bequem auf den Teller und sieht dort genauso appetitlich aus wie direkt nach dem Zubereiten und Bef\u00fcllen der Verpackungsschale. \u201eUnser Kunde hatte Einrichtungen wie Krankenh\u00e4user, Seniorenheime oder Kindertagesst\u00e4tten im Blick, die keine eigene K\u00fcche haben\u201c, berichtet Heiner Axmann bei unserem Besuch am Firmensitz im Stadtteil Rodenkirchen im K\u00f6lner S\u00fcden. \u201eJeder soll mit Genuss essen k\u00f6nnen. Noch dazu unterst\u00fctzt das neue Konzept h\u00f6chste Hygienestandards. Die Krankenschwester, die das Essen zubereitet, kommt mit den Speisen nicht in Ber\u00fchrung.\u201c<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aus Erfahrung kreativ<\/strong><\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet 1932 und seither durchgehend in Familienbesitz, ist Heinrich Axmann spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Verpackungsl\u00f6sungen aus Kunststoff. Schalen und K\u00e4nnchen f\u00fcr sowohl fl\u00fcssige als auch feste Lebensmittel, wie Feinkostsalate oder Kaffeesahne, machen einen Gro\u00dfteil des Produktionsvolumens aus. Der umfangreiche Erfahrungsschatz f\u00fchrt immer wieder zu neuen kreativen L\u00f6sungen. So kam der Impuls zur Entwicklung der neuen, am Boden zu \u00f6ffnenden Fertigkostschale von einem Feinkostdeckel, der bereits im Jahr 1979 entwickelt wurde. Die Originalrei\u00dfbrettzeichnung liegt im B\u00fcro von Heiner Axmann noch heute im Schrank.<\/p>\n<p>Mit der j\u00fcngsten Neuentwicklung ist dem Unternehmen ein Coup gelungen. \u201eUnser Kunde ist noch im Start-up, hat aber bereits einen Gro\u00dfauftrag aus den USA in Aussicht. Die ersten Schalen im neuen Verpackungsdesign werden in einem Krankenhaus in New York zum Einsatz kommen.\u201c Der Kunde ist ein gro\u00dfes Cateringunternehmen, f\u00fcr den in K\u00f6ln bereits eine gro\u00dfe St\u00fcckzahl Schalen nach FDA-Standard produziert wurde.<\/p>\n<p>Das Serienwerkzeug ist avisiert. Die Spritzgie\u00dfzelle daf\u00fcr steht schon bereit. Gezielt f\u00fcr dieses neue Produkt investierte Heiner Axmann in eine vollelektrische Spritzgie\u00dfmaschine vom Typ EcoPower Xpress 300 mit 300 Tonnen Schlie\u00dfkraft und einen Hochgeschwindigkeitsroboter vom Typ Sonic. Spritzgie\u00dfpartner WITTMANN lieferte die Produktionszelle als vollst\u00e4ndig integrierte Gesamtl\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6chste Einspritzleistung bei stark variierenden Wanddicken <\/strong><\/p>\n<p>Mit der Fertigkostverpackung schl\u00e4gt das Unternehmen Axmann auch in Sachen Spritzgie\u00dftechnik ein neues Kapitel auf. Die EcoPower Xpress ist die erste vollelektrische Spritzgie\u00dfmaschine im Maschinenpark. \u201eLange Zeit war es nicht m\u00f6glich, D\u00fcnnwandverpackungen im Hochleistungsspritzguss auf einer vollelektrischen Spritzgie\u00dfmaschine zu produzieren\u201c, erkl\u00e4rt Heiner Axmann. \u201eDie EcoPower Xpress ist diesen Anforderungen aber gewachsen.\u201c\u00a0 Besonders hoch sind die Anforderungen an die Einspritzleistung.<\/p>\n<p>Um die Verpackung aufzurei\u00dfen, besitzt die Schale an einer der L\u00e4ngsseiten zwei Laschen \u2013 zwei, weil bereits bei der Bauteilentwicklung an Linksh\u00e4nder gedacht wurde. Ausgehend von diesen Laschen f\u00fchren entlang des Verpackungsbodens im Abstand von etwa 5 Millimetern zwei feine, extrem d\u00fcnnwandige Linien. Sollbruchstellen, die eine Art Aufrei\u00dffaden formen.<\/p>\n<p>An diesen Sollbruchstellen betr\u00e4gt die Wanddicke gerade einmal 0,05 Millimeter. Das ist nur ein Zehntel der Wanddicke des Bodens und der Randbereiche. Dennoch muss die Schale, die aus einem PP-Copolymer besteht, beim Einf\u00fcllen der hei\u00dfen Mahlzeit stabil und dicht bleiben. 120 \u00b0C ist die Vorgabe. Angespritzt wird zentral am Verpackungsboden. \u201eUnsere gr\u00f6\u00dfte Herausforderung besteht darin, dass wir beim Einspritzen mit der Schmelze zwei Mal durch diese extrem d\u00fcnnen Bereiche hindurch m\u00fcssen, um die Kavit\u00e4t bis in die Randbereiche vollst\u00e4ndig zu f\u00fcllen\u201c, verdeutlicht Betriebsleiter Andreas Br\u00fcggemann. \u201eHierf\u00fcr brauchen wir eine sehr hohe Einspritzleitung bei \u00e4u\u00dferst kurzen F\u00fcllzeiten.\u201c<\/p>\n<p>\u201cDie EcoPower Xpress ist hierf\u00fcr pr\u00e4destiniert\u201d, sagt Andreas Hollweg, Leiter Vertrieb Spritzgie\u00dftechnik von WITTMANN in Deutschland. \u201eDie Spritzaggregate dieser Maschinenbaureihe sind f\u00fcr die hier ben\u00f6tigten hochdynamischen Einspritzgeschwindigkeiten ausgelegt.\u201c Ein weiterer Vorteil, der vor allem bei der Herstellung von Lebensmittelverpackungen zum Tragen kommt, ist der serienm\u00e4\u00dfig gekapselte Kniehebel, der eine sehr saubere Produktion sicherstellt.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gutteile rund um die Uhr <\/strong><\/p>\n<p>Derzeit wird die neue Hochleistungsproduktionszelle mit einem Werkzeug f\u00fcr die Herstellung von Glasklarschalen ausgelastet. Mit ihrem Facettendesign sind die Kunststoffschalen auf den ersten Blick nicht von Glasschalen zu unterscheiden. Gef\u00fcllt mit Grillsalaten der Marke Merl sind sie in den K\u00fchlregalen von Superm\u00e4rkten zu finden. Seit vielen Jahren bereits produziert Heinrich Axmann diese Verpackungen f\u00fcr die FMR Frische Manufaktur Rheinland GmbH &amp; Co. KG.<\/p>\n<p>\u201eDiese Grillsalatschalen stellen sehr \u00e4hnliche Anforderungen an den D\u00fcnnwandspritzguss wie die neu entwickelten Fertigkostschalen\u201c, erkl\u00e4rt uns Br\u00fcggemann. \u201eMit diesem Produkt testen wir aus, wie weit wir mit der neuen EcoPower Xpress gehen k\u00f6nnen.\u201c Auch die Glasklarschalen haben eine Wanddicke von 0,5\u00a0mm und ein anspruchsvolles Design. Produziert wird in einem Zweifachwerkzeug mit einer Zykluszeit von 5,7 Sekunden. Die F\u00fcllzeit betr\u00e4gt f\u00fcr das Gesamtschussgewicht von 44 Gramm nicht einmal 0,1 Sekunde.<\/p>\n<p>Bei unserem Besuch in Rodenkirchen ist gerade die vierte Woche Dauerbetrieb angebrochen. \u201eDie Maschine l\u00e4uft rund um die Uhr mit h\u00f6chster Leistung und einer durchgehend hohen Teilequalit\u00e4t\u201c, berichtet Br\u00fcggemann. \u201eLetzen Endes ist die Reproduzierf\u00e4higkeit der Maschine ausschlaggebend f\u00fcr ihren Einsatz im Spritzguss von Lebensmittelverpackungen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Stabile Roboterbewegungen f\u00fcr kurze Entnahmezeiten<\/strong><\/p>\n<p>Die Zielvorgabe f\u00fcr die neuen Aufrei\u00dfschalen liegt bei einer Zykluszeit von unter 5 Sekunden. Das Gesamtschussgewicht wird 70 Gramm betragen, und auch hier wird die F\u00fcllzeit bei maximal 0,1 Sekunde liegen. Zykluszeitbestimmend sind die K\u00fchlzeit und die Entnahme. Aus diesem Grund ist die EcoPower Xpress mit dem Roboter Sonic ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Der erstmalig auf der K 2019 pr\u00e4sentierte Hochgeschwindigkeitsroboter wurde von WITTMANN gezielt f\u00fcr schnelllaufende Anwendungen in der Verpackungsindustrie entwickelt. \u201eSeine St\u00e4rke ist die hohe Stabilit\u00e4t bei schnellsten Bewegungen\u201c, macht J\u00f6rg Schr\u00f6er, Gebietsverkaufsleiter von WITTMANN, deutlich. \u201eGenau das verk\u00fcrzt die Entnahmezeit.\u201c<\/p>\n<p>WITTMANN Roboter genie\u00dfen im Hause Axmann seit Jahrzehnten h\u00f6chstes Vertrauen. Mehr als 30 Spritzgie\u00dfmaschinen unterschiedlicher Marken umfasst der Maschinenpark. Sie alle sind mit Linearrobotern von WITTMANN ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Mit der neuen integrierten Produktionszelle f\u00fcr die D\u00fcnnwandschalen wurde erstmals eine vollst\u00e4ndig integrierte Gesamtl\u00f6sung aus einer Hand gekauft. \u201eF\u00fcr uns hat das den gro\u00dfen Vorteil, dass wir die Gesamtanlage CE-konform geliefert bekamen\u201c, berichtet Heiner Axmann. \u201eDas hat uns sehr viel Zeit und Geld gespart.\u201c Ein weiterer Pluspunkt ist die einfachere Bedienung der Produktionszelle, wenn Maschine und Roboter gemeinsam auf dem zentralen Monitor der Maschinensteuerung kontrolliert werden k\u00f6nnen.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>DC-Technologie im Blick<\/strong><\/p>\n<p>\u201eD\u00fcnn, d\u00fcnner, am d\u00fcnnsten\u201c, beantwortet Andreas Br\u00fcggemann die Frage nach den aktuellen Produktionstrends. Die D\u00fcnnwandanforderungen steigen weiter, vor allem aus Gr\u00fcnden der Materialeffizienz.<\/p>\n<p>Die Nachhaltigkeitsziele waren es auch, die den Ausschlag gaben, sich f\u00fcr eine vollst\u00e4ndig elektrisch angetriebene Spritzgie\u00dfmaschine zu entscheiden. \u201eEnergieeffizienz ist derzeit das wichtigste Kriterium, wenn wir in neue Maschinen und Technologien investieren\u201c, sagt Heiner Axmann. \u201eGerade bei Verpackungsmaschinen, von denen sehr schnelle Bewegungen und eine hohe Einspritzleistung abverlangt werden, tr\u00e4gt die Energieeffizienz ma\u00dfgeblich dazu bei, die geforderten niedrigsten St\u00fcckkosten zu erreichen. Die modernen Maschinen zeigen den Verbrauchswert an und so k\u00f6nnen wir sehr gut vergleichen. Gegen\u00fcber einer Hybridmaschine verbraucht die EcoPower Xpress mit demselben Werkzeug mehr als 30 Prozent weniger Strom.\u201c<\/p>\n<p>Als Mitglied im BVFE, dem Bundesverband zur F\u00f6rderung der Energieeffizienz, ist es f\u00fcr Heiner Axmann eine Ehrensache, in allen Unternehmensbereichen penibelst auf niedrigste Energieverbr\u00e4uche zu achten. Sehr viel ist im Haus bereits passiert. \u201eWir haben \u00fcber die letzten Jahre unseren Energiebedarf um 1,5 Mio. KWh gesenkt\u201c, so Axmann. Zuletzt wurde die Photovoltaikanlage zur eigenen Energieerzeugung erweitert. Mit WITTMANN ist Axmann schon im Gespr\u00e4ch, wie sich die auf der Fakuma 2023 in Friedrichshafen pr\u00e4sentierte DC-Technologie mit Batteriespeichertechnik im eigenen Betrieb nutzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u201eWITTMANN ist wie wir ein Familienunternehmen, und das macht den Unterschied\u201c, sagt Heiner Axmann. \u201eWir arbeiten sehr gerne mit Familienunternehmen, weil sie anders ticken. Sie sind engagierter sowohl in der Beratung als auch im Service. Es geht ihnen nicht ums reine Gewinnstreben, sondern um echte Partnerschaften. Darum, dass wir als Kunde zufrieden sind.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Verpackungskonzept in D\u00fcnnwandtechnik brachte f\u00fcr die Heinrich Axmann GmbH &#038; Co. 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