{"id":39553,"date":"2024-07-16T07:21:08","date_gmt":"2024-07-16T05:21:08","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=39553"},"modified":"2024-07-14T11:21:58","modified_gmt":"2024-07-14T09:21:58","slug":"kunststoff-recycling-spezialist-pekutherm-setzt-auf-expansionskurs-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=39553","title":{"rendered":"Kunststoff-Recycling-Spezialist Pekutherm setzt auf Expansionskurs in Europa"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Pekutherm-Chef Heiko Pfister: \u201eDie weltweite Verwendung von Acrylglas steigt stetig. Das Recycling muss entsprechend mitwachsen. Daher wollen wir unser Recyclingvolumen verdoppeln.\u201c<\/strong><\/li>\n<li><strong>Zielgruppe sind Hersteller und Verarbeiter in ganz Europa, die eine Kreislaufwirtschaft anstreben<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Pekutherm Kunststoffe GmbH in Geisenheim bei Frankfurt am Main, Spezialist f\u00fcr das Recycling thermoplastischer Materialien wie Acrylglas (Polymethylmethacrylat, PMMA) und Polycarbonat (PC), will die Expansion ins europ\u00e4ische Ausland verst\u00e4rken. Als Ziell\u00e4nder nennt Heiko Pfister, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter von Pekutherm, beispielhaft Italien, Spanien und Frankreich sowie das Baltikum. Zudem soll das Engagement in Nordeuropa, wo das Unter\u00adnehmen schon in D\u00e4nemark und Finnland aktiv ist, weiter ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Expansion seien weniger betriebswirtschaftliche Erw\u00e4gungen als vielmehr die Sorge um Umwelt und Klima, versichert Pekutherm-Chef Heiko Pfister. Nach seinen Recherchen liegt das PMMA-Abfallvolumen in Europa bei j\u00e4hrlich rund 30.000 Tonnen Material. Davon werden 5.000 Tonnen in Geisenheim durch Recycling einer Neuverwendung zugef\u00fchrt, der Rest wird anderweitig verarbeitet und durch Verbrennung vernichtet. \u201eEin Gro\u00dfteil davon wird in Europa schlichtweg nur eingesammelt und nach Asien verschifft, wo der Recyclinganteil sehr gering sein d\u00fcrfte\u201c, bef\u00fcrchtet Heiko Pfister. Sein Plan f\u00fcr Pekutherm: \u201eWir wollen unser PMMA-Recycling\u00advolumen in den n\u00e4chsten drei Jahren auf 10.000 Tonnen verdoppeln.\u201c Hinzu k\u00e4men weitere 1.000 Tonnen PC und nochmals 1.000 Tonnen andere Kunst\u00adstoffe, die derzeit schon in Geisenheim recycelt werden. \u201ePro 100 Tonnen genutztem Recycling-Material k\u00f6nnen fast 500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden\u201c, erkl\u00e4rt Heiko Pfister, wie der Klimaschutz von der Kreislaufwirtschaft profitiert. Dem Umweltschutz kommt die mehrfache Verwendung der Rohstoffe zugute: \u201eDas von uns gewonnene Rezyklat ist in Reinheit und Qualit\u00e4t neuen Rohstoffen gleichwertig.\u201c<\/p>\n<p>Pekutherm war 1985 von Heiko Pfisters Vater Erwin gegr\u00fcndet worden und feiert im n\u00e4chsten Jahr 40-j\u00e4hriges Firmenjubil\u00e4um. Der Firmenname steht r\u00fcckw\u00e4rts gelesen und leicht gek\u00fcrzt f\u00fcr \u201eThermoplastische Kunststoffe Erwin Pfister\u201c.<\/p>\n<p><strong>Sortentrennung mit Augen und H\u00e4nden<\/strong><\/p>\n<p>Die Trennung der verschiedenen Kunststoffabf\u00e4lle erfolgt bei Pekutherm manuell durch ein Team von rund 25 erfahrenen Spezialisten, die jedes St\u00fcck in die Hand nehmen, die aufgebrachte Folie abziehen, es optisch und haptisch genau begutachten, und dann entsprechend sortieren. \u201eWir brauchen eine hundertprozentig sortenreine Trennung und das schafft keine Technologie\u201c, sagt Heiko Pfister. Den Einsatz von Infrarot und anderen Erkennungsverfahren hat er ausprobiert, aber \u201edabei ist die Fehlerquote viel zu hoch.\u201c Der Pekutherm-Chef verdeutlicht: \u201eUnsere Kunden erwarten von uns zu Recht ein hundert Prozent reines Rezyklat f\u00fcr ihre Produktion. Unterl\u00e4uft uns bei der Sortierung auch nur der kleinste Fehler, wird eine ganze Charge unbrauchbar. Das wirtschaftliche Risiko daf\u00fcr tragen wir, und deshalb achten wir strikt auf lupenreine Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Sortierung wird der Thermoplast-Abfall von Pekutherm in Pr\u00e4zisions-Schneid\u00adm\u00fchlen zu Granulat zerkleinert und von Staub ges\u00e4ubert an die Kundschaft geliefert. \u201eUnsere Rezyklate besitzen die gleichen Verarbeitungs\u00adeigenschaften wie Neuware\u201c, versichert Heiko Pfister.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Kunden des qualit\u00e4tsbewussten Mittelst\u00e4ndlers ergeben sich vor allem zwei Vorteile. Das von Pekutherm gelieferte Material ist preisg\u00fcnstiger als Neuware und \u2013 f\u00fcr viele Abnehmer viel wichtiger, wie Heiko Pfister sagt \u2013 \u201eunsere Kunden k\u00f6nnen mit Fug und Recht mit einer nachhaltigen Kreislauf\u00adwirtschaft werben.\u201c Die Auf\u00adbereitung des Granulats zum Fertigprodukt, also beispielsweise zu Acrylglasscheiben, \u00fcbernehmen die Kunden selbst.<\/p>\n<p><strong>Stetiger Nachschub an Material f\u00fcr das Recycling<\/strong><\/p>\n<p>Damit das Kreislaufgesch\u00e4ft l\u00e4uft, ben\u00f6tigt Pekutherm einen stetigen Nachschub an Material. So liegt der Schwerpunkt bei der internationalen Expansion darauf, Partner zu finden, die PMMA- oder PC-Reste bereitstellen. Pekutherm liefert hierzu Sammelboxen, die vor Ort zur Aufnahme der Abf\u00e4lle dienen und anschlie\u00dfend ins Werk nach Geisenheim transportiert werden, um den Inhalt zu Granulat aufzubereiten.<\/p>\n<p>Ebenso gefragt als Kooperationspartner sind Hersteller aus ganz Europa, die um ihre Produkte herum eine Kreislauf\u00adwirtschaft aufbauen wollen zugunsten des Klima- und Umweltschutzes. Pekutherm-Chef Heiko Pfister verweist beispielhaft auf das Projekt \u201eClosing the loop\u201c der Exolon Group, eines f\u00fchrenden Herstellers von Polycarbonat-Platten. Kunden der Exolon Group werden bereits beim Kauf von Neumaterial auf Pekutherm als Recycling-Partner f\u00fcr Verschnitt und Altmaterial hingewiesen.<\/p>\n<p>Die n\u00f6tigen Sammelcontainer \u2013 Ecoboxen genannt \u2013 stellt Pekutherm kostenfrei zur Verf\u00fcgung, holt sie gef\u00fcllt wieder ab und verg\u00fctet die gesammelte Abfallmenge. Nach der Aufbereitung im Geisen\u00adheimer Werk wird das Granulat Herstellern wie der Exolon Group zur erneuten Verarbeitung zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das bekannte Markenacrylglas Plexiglas des Chemiekonzerns R\u00f6hm, dessen Gr\u00fcnder Otto R\u00f6hm die ersten Acrylglasscheiben zur Markt\u00adreife brachte, bietet Pekutherm seit vielen Jahren ein eigenes Recyclingkonzept an. Dabei werden im Rahmen eines R\u00fccknahme- und Recyclingprogramms Reste aus Plexiglas bei Pekutherm sortiert, aufbereitet und granuliert. Der recycelte Rohstoff wird erneut in Plexiglas-Originalprodukte eingearbeitet.<\/p>\n<p>Die Recyclingprogramme f\u00fcr Plexiglas und Exolon Polycarbonat stuft Heiko Pfister als \u201eVorbilder f\u00fcr eine funktionierende Kreislauf\u00adwirtschaft\u201c ein. F\u00fcr seine Expansionspl\u00e4ne erkl\u00e4rt er: \u201eWir wollen es Herstellern und Verarbeitern \u00fcberall in Europa erm\u00f6glichen, ohne wesentliche Investitionen in eigene Sammel\u00adkonzepte zur Kreislauf\u00adwirtschaft und damit zum Umwelt- und Klimaschutz beizutragen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Weltproduktion von Acrylglas steigt seit Jahren<\/strong><\/p>\n<p>Die Weltproduktion von Acrylglas steigt seit vielen Jahren, weil sich der bruchsichere, leichte und gut verformbare Kunststoff f\u00fcr zahlreiche Anwendungsf\u00e4lle eignet, von der Automobilindustrie \u00fcber die Bauwirtschaft, das Gesundheitswesen und die Lichttechnik bis hin zu Haushaltswaren aller Art. Scheiben, Hauben, Scheinwerferabdeckungen, Schilder, Kontaktlinsen, Brillengl\u00e4ser, Knochen\u00adzement, Ohrpassst\u00fccke f\u00fcr H\u00f6rger\u00e4te, Zahnkronen, Treibh\u00e4user, Sch\u00fcsseln oder Flachbildschirme \u2013 die Liste ist beinahe unendlich lang.<\/p>\n<p>Nach Recherchen von Marktanalysten stieg die weltweite Produktion von Acrylglasplatten von 1,8 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 4,1 Millionen Tonnen 2020. Bis 2029 soll das Volumen auf 9,5 Millionen Tonnen weiter wachsen.* \u201eUnabh\u00e4ngig von den je nach Quelle etwas unterschiedlichen Markt\u00adzahlen, die alle ein deutliches Wachstum veranschlagen, ist es ein Gebot der \u00d6kologie und nat\u00fcrlich auch der \u00d6konomie, die dadurch stark zunehmenden Abfall\u00admengen durch Verschnitt und Altmaterial einer Kreislauf\u00adwirtschaft zuzuf\u00fchren\u201c, sagt Heiko Pfister.<\/p>\n<p>* Quellen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.verifiedmarketresearch.com\/product\/cast-acrylic-sheet-market\/\">https:\/\/www.verifiedmarketresearch.com\/product\/cast-acrylic-sheet-market\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/exactitudeconsultancy.com\/de\/reports\/4636\/acrylic-sheets-market\/\">https:\/\/exactitudeconsultancy.com\/de\/reports\/4636\/acrylic-sheets-market\/<\/a><\/p>\n<p>Markenhinweis: PLEXIGLAS\u00ae ist ein Markenzeichen der Firma R\u00f6hm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pekutherm Kunststoffe GmbH in Geisenheim bei Frankfurt am Main, Spezialist f\u00fcr das Recycling&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32678,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-39553","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39553"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39554,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39553\/revisions\/39554"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/32678"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39553"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=39553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}