{"id":39884,"date":"2024-09-06T07:57:18","date_gmt":"2024-09-06T05:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=39884"},"modified":"2024-08-30T13:01:53","modified_gmt":"2024-08-30T11:01:53","slug":"oft-fehlt-es-unternehmen-an-datengrundlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=39884","title":{"rendered":"&#8220;Oft fehlt es Unternehmen an Datengrundlagen&#8221;"},"content":{"rendered":"<h4><strong>CO\u2082-Fu\u00dfabdruck selbst berechnen: Interview mit SKZ-Scientist Antonia Ivanda<\/strong><\/h4>\n<p><em><strong>Wie viele CO<\/strong><\/em><em><strong>\u2082<\/strong><\/em><em><strong>-Emissionen entstehen durch mein Produkt? Und was bedeutet eigentlich klimaneutral? Eine fundierte Nachhaltigkeitsstrategie gewinnt f\u00fcr die Kunststoffbranche zunehmend an Bedeutung und ist unerl\u00e4sslich, um den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck zu reduzieren, gesetzliche Anforderungen zu erf\u00fcllen und die Reputation zu st\u00e4rken. Mit unterschiedlichen Normen und Bilanzierungsmethoden, f\u00e4llt es Unternehmen oft schwer, den \u00dcberblick zu behalten, um Konsumenten sowie Stakeholdern verl\u00e4ssliche Zahlen pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Das Kunststoff-Zentrum SKZ unterst\u00fctzt hierbei.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wirksamer betrieblicher Klimaschutz beginnt mit dem CO\u2082-Fu\u00dfabdruck eines Unternehmens (CCF) oder eines Produktes (PCF), denn sie sind die Grundlage f\u00fcr einen nachhaltigen Klimaschutzplan.\u00a0Die Kunststoffindustrie arbeitet intensiv am Klimaschutz und die Erstellung einer CO\u2082-Bilanz ist ein wichtiger Schritt, um die Umweltauswirkungen eines Unternehmens und dessen Produkte zu verstehen und zu reduzieren. Das Kunststoff-Zentrum SKZ fungiert hierbei als Wegbereiter f\u00fcr die Kunststoffbranche und unterst\u00fctzt Unternehmen bei der Berechnung und Pr\u00fcfung des CO\u2082-Fu\u00dfabdruckes. Welche M\u00f6glichkeiten das Forschungsinstitut Unternehmen bietet, erkl\u00e4rt Antonia Ivanda, Scientist in der Gruppe Nachhaltige und Zirkul\u00e4re Produkte am Kunststoff-Zentrum, und stellt sich unseren Fragen.<\/p>\n<p><strong><em>SKZ: Worin besteht der Unterschied zwischen PCF, CCF und Nachhaltigkeitsbericht?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Antonia Ivanda:<\/strong> W\u00e4hrend der PCF (Product Carbon Footprint) Auskunft \u00fcber die Emissionsbilanz eines Produktes \u00fcber den gesamten Lebenszyklus gibt, quantifiziert der CCF (Company Carbon Footprint) die Treibhausgasemissionen eines Unternehmens unter Ber\u00fccksichtigung der gesamten Gesch\u00e4ftsaktivit\u00e4ten. Der PCF ist ein wichtiges Tool f\u00fcr die Produktentwicklung, um umweltfreundlichere Produkte zu entwickeln oder bestehende Produkte zu optimieren. Der CCF ist f\u00fcr ein gesundes Nachhaltigkeitsmanagement eines Unternehmens von gro\u00dfer Bedeutung und wird auch f\u00fcr die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die die EU beschlossen hat, herangezogen. Die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung greift ab 2025 f\u00fcr gro\u00dfe Unternehmen und ab 2026 f\u00fcr kapitalmarktorientierte KMU. Die Europ\u00e4ische Union hat Normen f\u00fcr die Berichtserstattung festgelegt, die als EU Sustainable Reporting Standards (ESRS) bekannt sind. Diese Standards beschreiben, welche Kennzahlen f\u00fcr die Berichtserstattung verwendet werden sollen, und es ist eine beeindruckende Anzahl von 1231 St\u00fcck. Es ist jedoch ausreichend, die \u201eKern\u201c-Kernzahlen des jeweiligen Unternehmens zu kommunizieren. Mit gleich zwei Wegbereiterprojekten widmen wir uns der Thematik zum Nachhaltigkeitsbericht und Kreislaufwirtschaft. Interessierte Unternehmen haben die M\u00f6glichkeit, sich als Projektpartner zu beteiligen.<\/p>\n<p><strong><em>SKZ: Wie wird der CO<\/em><\/strong><strong><em>\u2082<\/em><\/strong><strong><em>-Fu\u00dfabdruck eines Produktes berechnet? Kannst du dies in vereinfachter Darstellung beschreiben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Antonia Ivanda:<\/strong> Die Berechnung eines CO\u2082-Fu\u00dfabdruckes l\u00e4sst sich in vier Schritte unterteilen. Im ersten Schritt muss ein umfassender \u00dcberblick \u00fcber alle Lebensphasen des Produktes geschaffen und Rahmenbedingungen definiert werden, um alle potenziellen Emissionsquellen zu identifizieren. Nachfolgend beginnt im zweiten Schritt die Datensammlung \u2013 hierzu m\u00fcssen alle Informationen von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Entsorgung bzw. Abfallbehandlung erfasst werden. Im dritten Schritt folgt die Emissionsberechnung f\u00fcr den Lebenszyklus eines Produktes, um die Menge an Treibhausgassen, die das Produkt verursacht, zu quantifizieren. Im letzten Arbeitsschritt werden die gewonnenen Ergebnisse analysiert, um gezielte Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung der Treibhausemmissionen in Bereichen, in denen der Emissionsaussto\u00df besonders hoch ist, auszuarbeiten.<\/p>\n<p><strong><em>SKZ: Das SKZ bietet den Kurs \u201eCO<\/em><\/strong><strong><em>\u2082<\/em><\/strong><strong><em>-Fu\u00dfabdruck selbst berechnen\u201c an. Was nehmen die Teilnehmenden aus dem Kurs mit?\u00a0<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nAntonia Ivanda<\/strong>: Hersteller von Kunststoffprodukten m\u00fcssen den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck ihrer Produkte kennen und ihren Kunden bereitstellen. Oft fehlt es Unternehmen jedoch an Datengrundlagen, die erst m\u00fchsam ermittelt werden m\u00fcssen. Mit dem Kurs vermitteln wir Grundlagen zur Erstellung der \u00d6kobilanzierung nach ISO 14040\/44 und der Carbon Footprint Berechnung nach ISO 14067. Mittels g\u00e4ngiger Software und Datenbanken erlernen die Teilnehmenden die Vorgehensweise bei der Erstellung von Carbon Footprints anhand von relevanten Beispielprodukten aus Kunststoff. Es besteht auch die M\u00f6glichkeit, w\u00e4hrend des Seminars einen eigenen Carbon Footprint zu erstellen.<\/p>\n<p><strong><em>SKZ: Des Weiteren bietet das SKZ ma\u00dfgeschneiderten Software-Tools zur Berechnung der CO<\/em><\/strong><strong><em>\u2082<\/em><\/strong><strong><em>-Bilanz an. Kannst du die Benefits der Berechnungstools f\u00fcr Unternehmen erl\u00e4utern?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Antonia Ivanda:<\/strong> Wir bieten Tools zur Berechnung von CO\u2082-Bilanzen gem\u00e4\u00df ISO 14067 und GHG Protocol, Lebenszyklusanalysen nach ISO 14040 \/ 14044 sowie EPDs f\u00fcr Bauprodukte nach EN 15804 und den Vorgaben des Institut Bauen und Umwelt e. V. an. Unsere Tools beruhen auf aktuellen \u00d6kobilanzmethoden und -daten, sind zudem nutzerfreundlich und k\u00f6nnen an vielf\u00e4ltige Anforderungen angepasst werden. Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzen wir Unternehmen umfassend bei der Implementierung der L\u00f6sungen und bieten Support sowie regelm\u00e4\u00dfige Updates und Erweiterungen.<\/p>\n<p><em>Interview: Katrin Heilig, SKZ<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viele CO\u2082-Emissionen entstehen durch mein Produkt? Und was bedeutet eigentlich klimaneutral? 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