{"id":39916,"date":"2024-09-12T07:03:45","date_gmt":"2024-09-12T05:03:45","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=39916"},"modified":"2024-09-10T09:06:11","modified_gmt":"2024-09-10T07:06:11","slug":"dr-claas-oehlmann-ist-geschaeftsfuehrer-der-bdi-initiative-circular-economy-zur-kreislaufwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=39916","title":{"rendered":"Dr. Claas Oehlmann ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BDI-Initiative Circular Economy zur Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\">\n<div class=\"fusion-text fusion-text-2\">\n<p><strong>Dr. Claas Oehlmann ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BDI-Initiative Circular Economy. Im Interview spricht er dar\u00fcber, warum es nicht nur europaweit Konsens \u00fcber Definition und Rahmenbedingungen f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft bedarf, sondern diese gr\u00f6\u00dfer gedacht werden muss. Eine entscheidende Rolle spielen dabei tragf\u00e4hige Gesch\u00e4ftsmodelle im Wertsch\u00f6pfungskreislauf. Diesen ganzheitlichen Blick braucht auch die Politik.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"interview-question\">\n<h2 class=\"interview-question-question fusion-responsive-typography-calculated\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"32px\">Herr Dr. Oehlmann, die BDI-Initiative Circular Economy besteht seit 2021 und vereint ein Netzwerk aus mehr als 60 Akteuren Industrien. Von Amazon \u00fcber den Gesamtverband der kunststoffverarbeitenden Industrie e.V. (GKV) bis hin zum ZVEI decken Sie alle Branchen ab. K\u00f6nnen Sie kurz die Ziele und Aktivit\u00e4ten der Initiative skizzieren?<\/h2>\n<div class=\"interview-question-answer\">\n<p>Unsere Mitglieder setzen sich aus unterschiedlichen Wirtschaftssektoren und Wertsch\u00f6pfungsstufen zusammen, um im Bereich Kreislaufwirtschaft wirklich sprachf\u00e4hig zu sein. Mittlerweile sind wir ein Netzwerk aus <strong>Verb\u00e4nden, Unternehmen, Start-Ups und Forschungseinrichtungen und damit eine in Deutschland einmalige Plattform<\/strong>. Die Initiative resultierte aus der Erkenntnis, dass wir als Gesamtindustrie beim Thema Kreislaufwirtschaft reaktiv unterwegs waren und lange unser kleinster gemeinsamer Nenner aus den Punkten bestand, die wir alle ablehnen. Uns fehlte der gestalterische Anspruch an das Thema Kreislaufwirtschaft und wie unsere industrielle Vorstellung davon aussieht, gerade mit Blick auf die nationale und europ\u00e4ische Gesetzgebung. Diesen Kulturwandel hin zu einer aktiven gestalterischen Rolle zu schaffen, ist unser Ziel. Zudem wollten wir unser Netzwerk st\u00e4rken und gemeinsames Wissen aufbauen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"interview-question\">\n<h2 class=\"interview-question-question fusion-responsive-typography-calculated\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"32px\">Bei dieser gro\u00dfen Bandbreite an Akteuren ist es wahrscheinlich auch eine Herausforderung, als Verband zum Konsens zu gelangen?<\/h2>\n<div class=\"interview-question-answer\">\n<p>Der Vorteil ist, dass die verschiedenen Unternehmen material\u00fcbergreifend voneinander lernen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr bieten wir als Plattform, und nicht als klassischer Verband, ein neues Umfeld. Im Kunststoffbereich haben wir eine viel h\u00e4rtere Diskussion rund um <a href=\"https:\/\/newsroom.kunststoffverpackungen.de\/2024\/05\/07\/recycling-ziele-bis-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Closed-Loop-Recycling<\/a> als in anderen Sektoren. Aber ob immer der Milligramm-Nachweis in einem bestimmten Produkt n\u00f6tig ist, das k\u00f6nnte man in Frage stellen, wenn wir das gro\u00dfe Rad der Transformation drehen wollen. Aus unserer Perspektive hei\u00dft das auch: Wir brauchen objektive Kriterien f\u00fcr die unterschiedlichen Materialien mit ihren jeweiligen Vorteilen f\u00fcr verschiedene Anwendungen. Dann gibt es fairen Wettbewerb.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"interview-question\">\n<h2 class=\"interview-question-question fusion-responsive-typography-calculated\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"32px\">Wie stehen die Chancen f\u00fcr eine echte Materialneutralit\u00e4t in der Regulierung? Im Moment ist die kunststoffverarbeitende Industrie leidtragend.<\/h2>\n<div class=\"interview-question-answer\">\n<p>Diese Fokus gibt es ja schon seit mehreren Jahren, Beispiel <a href=\"https:\/\/newsroom.kunststoffverpackungen.de\/2020\/01\/12\/politische-rahmenbedingungen-verpackungsgesetz-plastikverbote-eu-plastics-strategy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Single-Use Plastics Directive<\/a> der letzten Kommission. Politik resultiert aus dem Anspruch, \u201eRichtig\u201c zu regulieren, sie reagiert auf gesellschaftliche Entwicklungen und Stimmungen und nat\u00fcrlich auch auf Wahlzyklen. Das Kunststoffe dabei anders im Mittelpunkt stehen als beispielsweise Glas, ist einerseits nachvollziehbar. Wir m\u00fcssen uns jetzt aber bei den nachgelagerten Regularien der EU-<a href=\"https:\/\/newsroom.kunststoffverpackungen.de\/2024\/03\/05\/sonderregeln-materialien-ergeben-oekologisch-keinen-sinn-ppwr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verpackungsverordnung<\/a>, etwa den delegierten Rechtsakten und Durchf\u00fchrungsrechtsakten, f\u00fcr Materialneutralit\u00e4t einsetzen. Wir haben in den n\u00e4chsten Jahren noch viel zu tun, da entscheidet sich vieles erst mit der Ausgestaltung von Produktanforderungen und Berechnungsmethoden. Ich halte es aber f\u00fcr eine Illusion, dass wir unter Ber\u00fccksichtigung der unterschiedlichen Materialcharakteristiken in den n\u00e4chsten Jahren Kunststoff, Papier, Glas und Stahl im \u00f6ffentlichen Diskurs auf das gleiche Level bringen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"interview-question\">\n<h2 class=\"interview-question-question fusion-responsive-typography-calculated\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"32px\">Oftmals blendet die Gesetzgebung die Realit\u00e4t der kunststoffverarbeitenden Industrie aus, Stichwort Rezyklateinsatzquote vs. verf\u00fcgbare Menge an Rezyklaten. Was k\u00f6nnte die Branche tun, um sich in solchen F\u00e4llen mehr Geh\u00f6r zu verschaffen?<\/h2>\n<div class=\"interview-question-answer\">\n<p>Ein Grundproblem liegt schon in der Tatsache, dass die jeweiligen Generaldirektionen bzw. die zust\u00e4ndigen Fachebenen unterschiedliche <a href=\"https:\/\/newsroom.kunststoffverpackungen.de\/2023\/03\/01\/rezyklateinsatz-nachhaltige-massnahmen-statt-kurzsichtige-quotenloesung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rezyklateinsatzquoten<\/a> vorschlagen, einmal f\u00fcr Verpackungen, dann perspektivisch f\u00fcr Textilien und f\u00fcr Neufahrzeuge. Eine \u00fcbergreifende Folgenabsch\u00e4tzung, wie sich diese Quoten auf den Markt f\u00fcr Kunststoffe auswirken, ist nie erfolgt. Politisch ist komplett verkannt worden, welche Sogwirkung die Quoten erzeugen k\u00f6nnen und woher das Material stammen soll. Wir m\u00fcssen zuk\u00fcnftig noch viel mehr hochwertig mechanisch recyceln. Auch Chemisches Recycling ist aussichtsreich, da braucht es aber noch Zeit, gute Rahmenbedingungen, Entwicklung und einen Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen und die Machbarkeit im Einzelnen. Und wir m\u00fcssen dann zusehen, dass wir keine Rezyklat-Importe aus Drittstaaten bekommen, die vielleicht keine sind. Au\u00dferdem gilt es, das Thema globale M\u00e4rkte im Blick zu behalten und die Hersteller vor einem Verbot der Inverkehrbringung zu sch\u00fctzen, wenn nachweislich kein Rezyklat verf\u00fcgbar ist. Dieses \u00fcbergreifende Denken beim Thema Kreislaufwirtschaft, das wir auch von uns immer einfordern, muss in der neuen EU-Administration verankert werden. Unter dem Strich brauchen wir mehr Sicherheit im Markt f\u00fcr recycelte Kunststoffe und dadurch abgesicherte Investitionen in die erforderliche Infrastruktur in der EU.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Claas Oehlmann ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BDI-Initiative Circular Economy. 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