{"id":39984,"date":"2024-09-23T08:00:41","date_gmt":"2024-09-23T06:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=39984"},"modified":"2024-09-21T08:46:19","modified_gmt":"2024-09-21T06:46:19","slug":"das-brett-mit-dem-super-pop-kape-fertigt-revolutionaere-skateboards-mit-equipment-von-kraussmaffei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=39984","title":{"rendered":"Das Brett mit dem Super-Pop: Kape fertigt revolution\u00e4re Skateboards mit Equipment von KraussMaffei\u00a0"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Wesentlich langlebiger als schichtverleimte Holz-Bretter<\/strong><\/li>\n<li><strong>Glasfaser-Sandwich Composite mit Schaumkern<\/strong><\/li>\n<li><strong>In-Situ-Polymerisation mit Caprolactam aus rezyklierten Fischernetzen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Probieren, hinfallen, aufstehen, weitermachen. Sowohl als Skateboarder als auch als Unternehmer braucht man Wagemut und Ausdauer um erfolgreich zu sein. Peter Karacsonyi hat und ist beides. Nach mehr als zehn Jahren Entwicklungszeit hat er mit Hilfe von KraussMaffei nun das perfekte Skateboard geschaffen. Aus Glasfasern und recyceltem Polyamid \u2013 und eben deshalb viel nachhaltiger als bisherige Holzmodelle.<\/p>\n<p>Jeden zweiten Tag ein neues Brett: Profi-Skateboarder, die schichtverleimte Holz-Skateboards fahren, m\u00fcssen diese extrem h\u00e4ufig wechseln, denn die \u201eDecks\u201c genannten Bretter splittern leicht und verlieren durch Mikrorisse ihre Spannung. Dann braucht es immer mehr Energie, um bei Tricks spektakul\u00e4r hoch abzuheben. Das Brett verliert seinen \u201ePop\u201c, wie es in der Fachsprache hei\u00dft. F\u00fcr Peter Karacsonyi, seit der Kindheit begeisterter Skater und Skateboardbauer, war klar, dass sich etwas \u00e4ndern muss. Mehr Pop, bessere Performance, mehr Nachhaltigkeit und einfachere Fertigungsprozesse lauteten seine Ziele. Nach zehn Jahren Entwicklung mit Probieren, Hinfallen, Richtungswechseln und hartn\u00e4ckigem Weitermachen ist er nun am Ziel: Das Deck \u201eVanguard\u201c, hergestellt mit Fertigungsequipment von KraussMaffei, ist ein ausgefeiltes Composite-Bauteil, bestehend aus Glasfasern und Polyamid. Ende August kam die erste Kleinserie auf <a href=\"https:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=u001.77ZKC95fvyqfIfWwPXKVY91T3P6OANEeLDLx5XZ-2FWSRrAA7IoYrr3cPraT0q98GxPWkB_Yp4ydSxZWNatis3HtI6bBrjdjsD-2BzSsEPLOP82XAqqQFI7mijs6EDceXmplW7v5clQ-2BcbbJOk8N1trhbQx8TMIL8bq7F-2FaqNtGxGoy57sfDgW6uqeLGpx4GH6ByAvzhQGQSvS6MdyYGOea041OhDGaNBMdLH-2Bg8ac9awQLx5QjTtVe3zwx12-2BCQT7Hcb0BsatBJP8w0S6isCSRs9Jz7-2BQMLGpfOgWr-2B7-2F140C5InMqituOMIeJAbIGpAnQexv-2B3cdf-2BBU7rlkExVyxQP3Sk0xF5Y1tHdDDmNaaP6X1wqIektAeGo78Mw30loM0c-2F-2FIabVg1WghPvKFopO6-2FmTFiWZwpp0QM0Eue-2F-2BqIj620MKiOsqWTt3MOR4olv9z8RqpzrkbZDLuam2gab1cj1p-2BAl1AejTprqhfGPpc100zVyRGo-3D\">www.kapeskateboards.com<\/a> auf den Markt und war innerhalb von f\u00fcnf Stunden ausverkauft.<\/p>\n<p><strong>Weltweiter Millionenmarkt <\/strong><\/p>\n<p>Weltweit werden pro Jahr etwa f\u00fcnf bis sieben Millionen Skateboards verkauft. Wer die Fertigung des Sportger\u00e4ts ver\u00e4ndern will, muss also die industrielle Gro\u00dfserienproduktion im Auge behalten. Ein starker Konzern im R\u00fccken ist da hilfreich \u2013 aber f\u00fcr die Revolution selbst braucht es ein kleines und schlagkr\u00e4ftiges Team. Die Spezialisten des KraussMaffei Standorts Georgsmarienh\u00fctte\/ Harderberg \u2013 vor allem Konstrukteur Florian Jovanovic und Werksleiter Ren\u00e9 Ring \u2013 waren genau die Richtigen. Peter Karacsonyi lobt: \u201eEs war eine tolle Teamarbeit. Wir hatten eine sehr hohe Geschwindigkeit und alle meine W\u00fcnsche konnten auch umgesetzt werden.\u201c Der Formentr\u00e4ger, der gemeinsam entstand, ist extrem flexibel mit vielen Einstellm\u00f6glichkeiten \u2013 und dennoch so einfach und g\u00fcnstig wie es eben sein muss, wenn jemand am Beginn seines Projektes steht. Wobei die Zusammenarbeit mit KraussMaffei eigentlich der erfolgreiche Schlussspurt war.<\/p>\n<p>Seit 2014 hatte Peter Karacsonyi get\u00fcftelt. Zun\u00e4chst mit einem verpressten Mehrschichtsystem aus Holzfurnieren und Carbonfasern. Mit der Idee konnte er in der Fernsehshow \u201eH\u00f6hle der L\u00f6wen\u201c zwei Investoren \u00fcberzeugen und verkaufte mehrere Tausend Bretter. Sogar ein Weltrekord wurde mit diesem Board aufgestellt. (Hier der Link dazu: <a href=\"https:\/\/link.mediaoutreach.meltwater.com\/ls\/click?upn=u001.HlbjYJ3wwHaPIoAS7DWS720LWb2Qt09ZI56TSCBLXiTDW7NMscTvqdLQMyCxkEaUKR0I-2BnjgmsOVXxE4-2BhCDnQ-3D-3Dl6ah_Yp4ydSxZWNatis3HtI6bBrjdjsD-2BzSsEPLOP82XAqqQFI7mijs6EDceXmplW7v5clQ-2BcbbJOk8N1trhbQx8TMIL8bq7F-2FaqNtGxGoy57sfDgW6uqeLGpx4GH6ByAvzhQGQSvS6MdyYGOea041OhDGaNBMdLH-2Bg8ac9awQLx5QjTtVe3zwx12-2BCQT7Hcb0BsatBJP8w0S6isCSRs9Jz7-2BQMLGpfOgWr-2B7-2F140C5InMqituOMIeJAbIGpAnQexv-2B3c1Q4zJFe5O7OtAagu75vKsWT6igrwWj7MgnS0QcPvYEkbG6dWLrxfkYZHWXinuD9TRIPEK1yVzWGr82SN9-2BubDt8XNgkxsYnmEhT3-2B3fMTG0cJVMxFzXH-2FOOKw4IEpR4lOsbxTlHPtPBzj3x6zzJ1xZMQb2RGRa9CUhd65Oj7d78-3D\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iGV6ZNn2y_k<\/a> )<\/p>\n<p>Das war Peter Karacsonyi jedoch nicht genug. Denn als sich mit der Technologie keine Verbesserung mehr erreichen lie\u00df, entstand die Idee, Skateboards zu gie\u00dfen anstatt sie zu pressen, Organosheets aus Glasfasern zu verwenden und im Spritzguss mit einer Rippenstruktur zu versehen. Schon hier war klar, dass der verwendete Kunststoff ein Thermoplast sein sollte, weil dabei die Recyclingm\u00f6glichkeiten wesentlich besser sind. Das Konzept wurde ausgearbeitet und patentiert, aber letztlich nicht umgesetzt, weil aufgrund der hohen Wandst\u00e4rke und der Komplexit\u00e4t des Prozesses die Zykluszeiten zu hoch gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>In-situ-Polymerisation als L\u00f6sung <\/strong><\/p>\n<p>Also erneut umgedacht. Durch sein Studium der Sportger\u00e4tetechnik ist Peter Karacsonyi mit Fertigungsprozessen vertraut \u2013 und er ist ein sehr gr\u00fcndlicher Mensch. Deshalb nahm er als n\u00e4chstes die In-Situ-Polymerisation in den Blick. Dabei wird der Kunststoff nicht in Granulatform verarbeitet, sondern seine Grundstoffe reagieren erst im Werkzeug selbst miteinander. F\u00fcr das Polyamid ist das Caprolactam plus Aktivator und Katalysator. Caprolactam ist fl\u00fcssig wie Wasser. Das Verfahren versprach deshalb eine besonders gute Durchdringung der Glasfasern. Zudem w\u00fcrde es im Gegensatz zum Spritzguss erm\u00f6glichen, in einem One-Shot-Prozess ein Sandwich-Composite herzustellen. Hierbei sollte ein selbst entwickelter Schaumk\u00f6rper (ebenfalls aus Polyamid) als leichtes Kernmaterial dienen. Nachdem ein h\u00e4ndischer Versuch gezeigt hatte, dass sein Konzept funktioniert, machte sich Peter Karacsonyi auf die Suche nach Industriepartnern f\u00fcr die Herstellung des Decks \u2013 sie endete frustrierend. Denn Anbieter in \u00d6sterreich und Ungarn lieferten nicht die gew\u00fcnschte Qualit\u00e4t und die Zusammenarbeit erwies sich als wenig partnerschaftlich.<\/p>\n<p><strong>Mit eigener Fertigung alles auf eine Karte gesetzt <\/strong><\/p>\n<p>Wer am hohen Rand einer Halfpipe einen Handstand machen will, muss alles auf eine Karte setzen. Auch Peter Karacsonyi ging deshalb \u201eall-in\u201c und beschloss, die Fertigung des Vanguard in die eigene Hand zu nehmen. Das hie\u00df: Suche nach einer entsprechenden Produktionsanlage, bestehend aus Formentr\u00e4ger, Werkzeug, Dosiermaschine und Automatisierung. Um seine Vision auch finanziell umsetzen zu k\u00f6nnen, akquirierte er Forschungsgelder und holte Investoren ins Boot. Seit 2019 galt der ausschlie\u00dfliche Fokus dem Composite-Deck, die Fertigung der fr\u00fcheren Boards wurde eingestellt.<\/p>\n<p>Mit dem Team von KraussMaffei in Georgsmarienh\u00fctte\/ Harderberg stimmte von Anfang an die Chemie und so konnte man gemeinsam Herausforderungen bew\u00e4ltigen. Neben der mechanischen Flexibilit\u00e4t \u00ad\u2013 aus prozessspezifischen Gr\u00fcnden sollte der Formentr\u00e4ger m\u00f6glichst beweglich sein \u2013 war es vor allem die ungewohnt hohe Werkzeugtemperatur, die Kopfzerbrechen bereitete. Normalerweise herrschen hier 40 bis 60 Grad Celsius, f\u00fcr das Skateboard brauchte es aber 140 bis 160 Grad. Viele Standardkomponenten wie Zylinder und Ventile lie\u00dfen sich deshalb nicht verwenden und mussten durch Alternativen ersetzt werden. Um den Energieverbrauch m\u00f6glichst niedrig zu halten und nicht die gesamte Metallkonstruktion aufzuheizen, wurden Werkzeug und Formentr\u00e4ger mittels Isolierplatten thermisch voneinander getrennt. Durch den Einsatz eines Luftkissens lassen sich Ober- und Unterteil kraftvoll zueinander verschlie\u00dfen. \u201eDas Ganze ist fast organisch gewachsen\u201c, erinnert sich Konstrukteur Florian Jovanovic an die gewonnenen Erkenntnisse w\u00e4hrend der Entwicklung. Das Ergebnis ist ein verl\u00e4sslicher Serienprozess mit optimal abgestimmter Anlage.<\/p>\n<p><strong>Sandwich aus Glasfasern und Schaumkern <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr jedes Board nimmt der Kape-Mitarbeiter nun ein Sandwich aus unidirektionalen Endlos-Glasfasern und zwischenliegendem Schaumkern und legt es in das Werkzeug ein. Der Formentr\u00e4ger schlie\u00dft, das Vakuum wird angelegt und die Polyamidkomponenten hinzu dosiert. Auch beim Caprolactam hat es sich Peter Karacsonyi \u00fcbrigens nicht einfach gemacht. Um \u2013 \u00fcber die verl\u00e4ngerte Lebensdauer hinaus \u2013 noch mehr Nachhaltigkeit in sein Brett zu bringen, fand er in Italien einen Anbieter f\u00fcr das Monomer, der es per chemischem Recycling aus Fischernetzen und Industrieabf\u00e4llen gewinnt. \u201eDie Zusammenarbeit mit Peter bei diesem Projekt war gro\u00dfartig! Die Herstellung des Skateboards mit ECONYL\u00ae Caprolactam war eine einzigartige Erfahrung. Und was es noch besser machte, war die Tatsache, dass wir dieselben nachhaltigen Werte mit dem Team teilten &#8211; das hat den Unterschied ausgemacht.\u201c , so Giulio Bonazzi &#8211; Vorsitzender und CEO von Aquafil SpA.<\/p>\n<p>Nach rund sechs Minuten \u00f6ffnet das Werkzeug und das 80 mal 21 Zentimeter gro\u00dfe Vanguard kann entnommen werden. Als Nacharbeit ist nur das Entfernen eines hauchzarten Polyamid-Randes und des 0,7 Millimeter dicken Angusses n\u00f6tig, was einfach mit einem Messer geschieht. Die sichtbare Struktur des Decks pr\u00e4gt die Optik, nur Klarlack und ein Siebdruck werden noch aufgebracht.<\/p>\n<p>Der K\u00e4ufer des Vanguard muss nur noch seine Achsen anschrauben, dann kann es losgehen. Ohne Splittern oder Brechen \u2013 aber mit Pop, der bleibt und dem Gef\u00fchl und Klang von Holz. Das best\u00e4tigen auch die bisherigen Testfahrer, zu denen unter anderem mehrere Olympiateilnehmer und Kape-Teamrider Levi L\u00f6ffelberger z\u00e4hlten. Seit den 1970er Jahren war die Fertigung von Skatebaords mehr oder minder gleich geblieben. Die innovative Composite-Technologie von Peter Karacsonyi \/ Kape mit dem Equipment von KraussMaffei \u00e4ndert das jetzt.<\/p>\n<p>Messebesucher der Fakuma k\u00f6nnen das Vanguard live auf dem KraussMaffei-Stand erleben (15. \u2013 19. Oktober, Halle A7, Stand 7303).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Probieren, hinfallen, aufstehen, weitermachen. 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