{"id":40237,"date":"2024-10-29T07:33:20","date_gmt":"2024-10-29T06:33:20","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40237"},"modified":"2024-10-25T12:40:10","modified_gmt":"2024-10-25T10:40:10","slug":"avk-innovationspreis-2024-gewinner-stehen-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40237","title":{"rendered":"AVK-Innovationspreis 2024 \u2013 Gewinner stehen fest"},"content":{"rendered":"<p>Die Gewinner des renommierten Innovationspreises f\u00fcr<br \/>\nFaserverbundkunststoffe der AVK\u2013 Industrievereinigung Verst\u00e4rkte Kunststoffe wurden in<br \/>\ndiesem Jahr in Stuttgart pr\u00e4sentiert. Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren<br \/>\nPartner jeweils in den drei Kategorien \u201eProdukte und Anwendungen\u201c, \u201eProzesse und<br \/>\nVerfahren\u201c sowie \u201eForschung und Wissenschaft\u201c f\u00fcr herausragende Composites-<br \/>\nInnovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjournalisten<br \/>\nbewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationsh\u00f6he,<br \/>\nRealisierungsgrad und Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p><strong>Kategorie \u201eInnovative Produkte und Anwendungen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Den 1. Platz in der Kategorie \u201eInnovative Produkte und Anwendungen\u201c belegten die Firmen<br \/>\nthoenes\u00ae Dichtungstechnik GmbH, RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH und das<br \/>\nInstitut f\u00fcr Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden mit ihrer Innovation<br \/>\n\u201eNachhaltiges D\u00fcngerstreuergestell: Leichtbau mit thermoplastischen Carbon-PA6<br \/>\nHohlprofilen\u201c.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts Le\u00b2Gro wurde ein innovatives Leichtbaud\u00fcngerstreuergestell mit einer<br \/>\nSpannweite von mehr als 36 Metern entwickelt. Die Konstruktion besteht aus<br \/>\nthermoplastischen, endlosfaserverst\u00e4rkten Hohlprofilen, die mithilfe eines fortschrittlichen<br \/>\nSchlauchblasverfahrens hergestellt werden. Diese Bauweise reduziert das Gewicht des<br \/>\nGestells von 2000 kg auf 1140 kg um 43 %, was sowohl den Treibstoffverbrauch als auch die<br \/>\nBodendruckbelastung verringert und die Zuladungskapazit\u00e4t erh\u00f6ht. Zus\u00e4tzlich erm\u00f6glicht die<br \/>\nverbesserte Fertigungstechnik eine h\u00f6here Effizienz in der Produktion und erlaubt die<br \/>\nIntegration von Funktionen wie der Materialf\u00f6rderung direkt durch das Gest\u00e4nge im Endteil.<\/p>\n<p>Das Gestell wird durch innovative metallische Knotenstrukturen verbunden, die in Kombination<br \/>\nmit thermoplastischen Lasteinleitungselementen eine steife und langlebige Fachwerkstruktur<br \/>\nschaffen. Der Gesamtprototyp wurde 2024 erprobt und die Markteinf\u00fchrung wird in den<br \/>\nkommenden Jahren angestrebt. Die Technologie bietet nicht nur Potenzial f\u00fcr die Landtechnik,<br \/>\nsondern auch f\u00fcr andere Industrien wie z.B. den Zeltbau oder den Sondermaschinenbau.<\/p>\n<p>Die Nachhaltigkeit steht ebenfalls im Fokus: Neben der Reduzierung von CO\u2082-Emissionen<br \/>\ndurch den geringeren Treibstoffverbrauch ist das Material schlagz\u00e4her, leichter reparierbar und<br \/>\nrecycelbar, was die Lebensdauer und Umweltfreundlichkeit des Produkts weiter erh\u00f6ht.<br \/>\nGef\u00f6rdert durch das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines<br \/>\nBeschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des TTP LB.<\/p>\n<p>Auf Platz 2 schaffte es die \u201eFahrradbox GREEN GUARD \u2013 modular, vielseitig und<br \/>\nnachhaltig f\u00fcr die Mobilit\u00e4t von morgen\u201c der Mitras-Composites Systems GmbH und<br \/>\nProjektpartner Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH.<br \/>\nEine einzigartige Fahrradbox durch Ihre Eigenschaften:<br \/>\n\u2022 Modularit\u00e4t \u2013 Umbauf\u00e4higkeit (modulare Erweiterung bzw. Zur\u00fcckbau) erm\u00f6glicht<br \/>\nlebenslangen Einsatz<br \/>\n\u2022 Nachhaltigkeit \u2013 geringere CO2 Bilanz als Vergleichsprodukte aus Metall<br \/>\n\u2022 Langlebigkeit \u2013 robuster und wetterfester Faserverbundwerkstoff ohne Wartungs- und<br \/>\nPflegeaufwand<br \/>\n\u2022 Ansprechendes Design \u2013 nat\u00fcrliche Form- und Farbgebung erzeugt einen passenden<\/p>\n<p>Den 3. Platz belegte die SPIN Siebert&amp;Sch\u00f6rner GbR, zusammen mit den Projektpartnern<br \/>\nFachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), V-Carbon, CG TEC sowie Schmolke Carbon<br \/>\nund der Einreichung \u201eRecycelte Kohlenstofffasern (rCF) f\u00fcr lasttragende Bauteile \u2013 High-<br \/>\nEnd Rennradrahmen f\u00fcr echte Kreislaufwirtschaft\u201c.<\/p>\n<p>Im Rahmen des von Innosuisse-Innobooster \u00abPlastics for Zero Emission\u00bb gef\u00f6rderten deutsch-<br \/>\nschweizer Projekts \u00abRecyWind &#8211; Recyled carbon fibres in structural applications\u00bb wurde von<br \/>\nden Partnern FHNW Fachhochschule Nordwestschweiz (CH), V-Carbon (CH), SPIN (D), CG-<br \/>\nTEC (D) und Schmolke-Carbon (D) der weltweit erste High-End Rennradrahmen aus<br \/>\nrezyklierten Kohlenstofffasern entwickelt und hergestellt.<\/p>\n<p>Ziel des Projekts war es, die Eignung bzw. Leistungsf\u00e4higkeit von rezyklierten und gerichteten<br \/>\nKohlenstofffasern (rCF) hinsichtlich struktureller Anwendungen zu untersuchen.<br \/>\nAls Beispiel f\u00fcr eine dynamisch hochbeanspruchte Struktur wurde ein Rennradrahmen als<br \/>\nDemonstrator ausgew\u00e4hlt. Die Eignung von rezyklierten Kohlenstofffasern konnte eindrucksvoll<br \/>\nbest\u00e4tigt werden, der hergestellte Rahmen verf\u00fcgt \u00fcber vergleichbare mechanische<br \/>\nEigenschaften und weist mit einer Gesamtmasse von nur 1050g ein geringes und absolut<br \/>\ntolerierbares Mehrgewicht gegen\u00fcber Neufaser-Rahmen auf.<\/p>\n<p>Dem entwickelten Rennradrahmen k\u00f6nnen renntaugliche Eigenschaften bescheinigt werden<br \/>\nund das Gesamtgewicht knapp unter dem Limit (6,8kg) des Radsport Weltverbandes UCI<br \/>\nunterstreicht die Qualit\u00e4t des Projektergebnisses. Nachhaltigkeit und Leistungsf\u00e4higkeit m\u00fcssen<br \/>\nsomit kein Widerspruch sein.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich geht es aber nicht ausschlie\u00dflich um Fahrradrahmen, sondern um die<br \/>\nVerwendung von rezyklierten Kohlenstofffasern (rCF) f\u00fcr strukturell beanspruchte Bauteile und<br \/>\nStrukturen f\u00fcr unterschiedlichste Anwendungen in unterschiedlichen Industriezweigen.<br \/>\nDas Bauteil \u00abHigh-End-Rennrad-Rahmen\u00bb wurde lediglich als Demonstrator ausgew\u00e4hlt, um<br \/>\ndie Anwendbarkeit von \u00ab2nd-Life-Material\u00bb als echte Prim\u00e4rstruktur begreifbar zu<br \/>\ndemonstrieren.<\/p>\n<p><strong>Kategorie \u201eInnovative Prozesse\/Verfahren\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Firma REHAU Industries SE + Co KG zusammen mit den Projektpartnern ANYBRID<br \/>\nGmbH und CQFD Composites landete mit Ihrer Einreichung \u201eVerarbeitungsverfahren von<br \/>\nthermoplastischen Composites in einer Prozesskette zur Herstellung von Bauelementen\u201c<br \/>\nauf Platz 1 der Kategorie \u201eInnovative Prozesse und Verfahren\u201c.<br \/>\nDie Prozesskette, bestehend aus der Herstellung thermoplastisch pultrudierter und co-<br \/>\nextrudierter Profile in Kombination mit einer automatisierten Rahmenfertigung mittels<br \/>\nMontagespritzguss, bietet wegweisende Potentiale f\u00fcr verschiedene Anwendungen.<\/p>\n<p>Auf der diesj\u00e4hrigen internationalen Fensterbaumesse FENSTERBAU FRONTALE 24 wurde<br \/>\nein erster funktionst\u00fcchtiger Prototyp eines Fensterelements ausgestellt, welches mit einem<br \/>\nsolchen Verfahren hergestellt wurde. Das thermoplastische Pultrudat mit bis zu 85<br \/>\nGewichtsprozent Glasfaserverst\u00e4rkung erm\u00f6glicht herausragende Eigenschaften in<br \/>\nwesentlichen Aspekten und das ganz ohne Stahlverst\u00e4rkungen. Insbesondere bei Fenstern<br \/>\nbringt der Verzicht auf Stahl erhebliche Vorteile in den Bereichen Logistik, Fertigung und<br \/>\nW\u00e4rmed\u00e4mmung. Aufgrund des thermoplastischen Charakters des Profils ergeben sich weitere<br \/>\nVorteile, sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit als auch f\u00fcr M\u00f6glichkeiten der<br \/>\nFunktionsintegration. So k\u00f6nnen beispielsweise Verschnittreste, die bei den notwendigen<br \/>\nGehrungsschnitten im Fensterbau anfallen, regranuliert und erneut f\u00fcr Fensteranwendungen<br \/>\ngenutzt werden.<\/p>\n<p>Das Rezyklat wird mittels Spritzgie\u00dfen zu Eckverbindern verarbeitet, die vor<br \/>\nder automatisierten Montage in die Profile eingelegt werden. Die Herstellung<br \/>\nkurzglasfaserverst\u00e4rkter extrudierter Profile ist jedoch ebenfalls m\u00f6glich. Die Montage der<br \/>\nFensterrahmen erfolgt hochautomatisiert mittels mobilen Spritzgie\u00dfens, bei dem die Ecken je<br \/>\nnach geforderter Produktivit\u00e4t zeitgleich mit bis zu vier Robotern gef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p>Jeder Prozessschritt wurde in langj\u00e4hriger Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern<br \/>\nentwickelt und umfangreich erprobt, um h\u00f6chste Reproduzierbarkeit bei maximaler<br \/>\nMaterialausnutzung sicherzustellen. Diese Innovation repr\u00e4sentiert einen bedeutenden<br \/>\nFortschritt in der Produktion von Composite Profilen und hat das Potential die Standards der<br \/>\nBranche, nicht nur im Fensterbereich, neu zu definieren.<\/p>\n<p>\u201ePatentierte Prozessoptimierung der UV-Kanal-Sanierung dank sensorgest\u00fctzter und<br \/>\ndatengetriebener Echtzeit\u00fcberwachung im Liner\u201c lautet der Titel der Innovation des 2.<br \/>\nPlatzes, eingereicht von der Firma NETZSCH Process Intelligence GmbH, in<br \/>\nZusammenarbeit mit den Projektpartnern Rausch Rehab GmbH, ProKASRO Mechatronik<br \/>\nGmbH und RelineEurope GmbH.<\/p>\n<p>Die NO-DIG-Bewegung ist weit verbreitet, und die grabenlose Kanalsanierung ist das Mittel zum<br \/>\nErfolg. Das vielversprechende neue Verfahren erneuert besch\u00e4digte Kanalrohre mit dem Ziel,<br \/>\ndie Dichtheit und Stabilit\u00e4t wiederherzustellen. Zu diesem Zweck wird eine Kunststoffschicht,<br \/>\nder so genannte Liner, als neue Rohrwand eingebaut.<\/p>\n<p>Der Ruf nach Pr\u00fcfungen vor Ort wird immer lauter. Klimatische Einfl\u00fcsse von Ort zu Ort,<br \/>\nunterschiedliches Materialverhalten durch eine vielf\u00e4ltige Landschaft an Linerherstellern und<br \/>\nandere dominierende Faktoren, wie z.B. die Kanaln\u00e4sse, beeinflussen das Aush\u00e4rteverhalten<br \/>\nvon Kunststoffen. Die NETZSCH Process Intelligence GmbH und ihre Partner haben ein<br \/>\nVerfahren patentiert, das den Aush\u00e4rtungsfortschritt entlang des gesamten<br \/>\nKanalsanierungskanals \u00fcberwacht und die Informationen in Echtzeit an eine Auswerteeinheit<br \/>\n\u00fcbermittelt.<\/p>\n<p>Die Technologie erm\u00f6glicht dar\u00fcber hinaus die aktive und dynamische Steuerung<br \/>\nder Einzugsgeschwindigkeit des Kerns auf Basis des Aush\u00e4rtefortschritts des Materials, um die<br \/>\nh\u00f6chstm\u00f6gliche Einzugsgeschwindigkeit zu nutzen und eine \u00dcberhitzung des Liners zu<br \/>\nvermeiden. Gleichzeitig erm\u00f6glichen die im Kanal gemessenen Daten des ausgeh\u00e4rteten Liners<br \/>\neine Korrelation mit Qualit\u00e4tssicherungsdaten wie dem Aush\u00e4rtungsgrad, dem E-Modul und<br \/>\ndem Reststyrolgehalt.<\/p>\n<p>Die Sensor- und Auswerteeinheit der L\u00f6sung namens sensXPERT Pipe<br \/>\nwird direkt auf den UV-Kernen montiert, w\u00e4hrend die Daten an den \u201edritten Mann\u201c \u00fcbertragen<br \/>\nwerden. Der Ausbau des \u201edritten Mannes\u201c als Systemkomponente, die den Kern aktiv steuert,<br \/>\nreduziert pl\u00f6tzliche Spr\u00fcnge deutlich und macht das System f\u00fcr Nachr\u00fcstungen und neue UV-<br \/>\nBestrahlungsanlagen von ProKASRO und seinen Wettbewerbern zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Den 3. Platz belegten die Fibron Pipe GmbH und ihre Projektpartner Ceyeborg GmbH und<br \/>\nKloos Systems GmbH mit \u201eEntwicklung und Einsatz eines KI basierten ATP-Systems f\u00fcr<br \/>\ndie Herstellung von TCP\u201c.<\/p>\n<p>Die Verwendung von F\u00f6rderleitungen in der Energieindustrie ist eine kritische Anwendung. Vor<br \/>\ndiesem Hintergrund wird der Einsatz von Inline-Qualit\u00e4tssicherungssystemen zunehmend<br \/>\ngefordert und erwartet, zus\u00e4tzlich zu den bestehenden produktbezogenen Qualit\u00e4tsstandards,<br \/>\ndie bereits seit Jahren gelten.<\/p>\n<p>Eine intelligente Inline-Qualit\u00e4tssicherung ist daher f\u00fcr die<br \/>\nProduktion von Verbundrohren unerl\u00e4sslich. Unsere bestehenden QS-Systeme wurden durch<br \/>\nden Einsatz eines v\u00f6llig neuen Inline-Qualit\u00e4tskontrollsystems, dem ATP (Automatic Tape<br \/>\nPlacement) erg\u00e4nzt. Ein Versagen eines Verbundrohrs kann auf die Verwendung mangelhafter<br \/>\nMaterialien und\/oder suboptimalen Maschinen-\/bzw. Verfahrenseinstellungen w\u00e4hrend des<br \/>\nHerstellungsprozesses des Rohrs zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Im Falle der Verwendung von UD-<br \/>\nFasertapes als druckresistentes Verst\u00e4rkungsmaterial geht es prim\u00e4r um die pr\u00e4zise<br \/>\nPositionierung der B\u00e4nder und die Kontrolle der Tape-Spannung zu jedem Zeitpunkt w\u00e4hrend<br \/>\nder Produktion.<\/p>\n<p>Neben den klassischen Computer-Visions-Techniken setzt FibronPipe\u00ae auf<br \/>\nmodernste KI-Modelle. Diese Modelle wurden in einem monatelangen Prozess mit einer<br \/>\nMischung aus synthetischen und Vor-Ort-Daten trainiert, um genau zu verstehen, was die<br \/>\nverschiedenen Regionen in einem Kamerabild bedeuten und wie die Regelungssteuerung damit<br \/>\numzugehen hat. Wird zum Beispiel ein Spaltma\u00df zwischen den Fasertape-Lagen gemessen,<br \/>\ndas um mehr als 0,2mm vom Sollwert abweicht, reagiert das System selbstst\u00e4ndig und steuert<br \/>\ndie axiale Verstellung des Antriebsmotors, der die jeweilige Fasertape-Spulenposition regelt.<br \/>\nNat\u00fcrlich dient das System auch dazu, die grunds\u00e4tzliche Qualit\u00e4t des Faserbandes selbst<br \/>\njederzeit sicherzustellen &#8211; das hei\u00dft, die Oberfl\u00e4che des Faserbandes wird st\u00e4ndig visuell<br \/>\nkontrolliert. Das gesamte System kommuniziert dann vollumf\u00e4nglich und selbst\u00e4ndig mit der<br \/>\n\u00fcbergeordneten Systemsteuerung des gesamten Fertigungsprozesses.<\/p>\n<p><strong>Kategorie \u201eForschung und Wissenschaft\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie (ICT) erreichte in dieser Kategorie mit<br \/>\nder \u201eVerarbeitung kreislauff\u00e4higer Monomaterial- Sandwichstrukturen in<br \/>\ngro\u00dfserienf\u00e4higen Prozessen\u201c Platz 1.<\/p>\n<p>Ihre im Leichtbau vorteilhafte Mechanik zeigen konventionelle FVK vor allem w\u00e4hrend der<br \/>\nNutzungsphase, jedoch ist eine Wiederverwendung in gleicher Anwendung aufgrund der<br \/>\nstrukturbedingten Faserk\u00fcrzung bzw. des verwendeten Matrixmaterials nur bedingt oder gar<br \/>\nnicht m\u00f6glich. Der ausgezeichnete Forschungsansatz setzt an der L\u00f6sung dieses Problems an<br \/>\nund ebnet den Weg zur Kreislauff\u00fchrung in die gleiche Anwendung.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr wurde der im Leichtbau weitverbreitete Multi-Material-Design-Ansatz neu gedacht und in einen Multi-<br \/>\nMorphologie-Ansatz unter Verwendung von nur einem Material angepasst. Hierbei wurden<br \/>\nmarktverf\u00fcgbare, selbstverst\u00e4rkte Materialien und Sch\u00e4ume optimiert, sowie neue<br \/>\ngro\u00dfserienf\u00e4hige F\u00fcge-, Umform- und Funktionalisierungsprozesse entwickelt. Ein tiefes<br \/>\nVerst\u00e4ndnis der Wirkmechanismen im Material wie z.B. die Kristallisationskinetik,<br \/>\nZellmorphologie und der Schmelzviskosit\u00e4t bildet die Grundlage dieses Ansatzes. Die<br \/>\nerarbeitete Prozesskette vom Halbzeug hin zu komplexen Bauteilen wurde anschlie\u00dfend<br \/>\nanhand einer automobilen Sitzstruktur validiert. Selbstverst\u00e4rkte Organobleche sind seit<br \/>\nmehreren Jahren auf dem Markt, haben jedoch aufgrund von Steifigkeitsdefiziten<br \/>\neingeschr\u00e4nkte Einsatzgebiete.<\/p>\n<p>Durch die klebstofffreie Kombination mit thermoplastischen<br \/>\nSch\u00e4umen, welche auf einem identischen Grundpolymer basieren, k\u00f6nnen gewichtsspezifische<br \/>\nBiegesteifigkeiten wie bei konventionellen FVK erreicht werden. Die Temperaturf\u00fchrung \u00fcber<br \/>\ndie Prozesskette ist entscheidend, um eine Relaxation der Verst\u00e4rkungsfasern zu vermeiden<br \/>\nund hierdurch die mechanische Performance aufrecht zu erhalten. Die im Multi-Morphologie-<br \/>\nAnsatz gefertigten Bauteile bestehen aus nur einem thermoplastischen Kunststoff \u2013 eine<br \/>\nvollst\u00e4ndige Kreislauff\u00fchrung wird hierdurch erm\u00f6glicht. Der Ansatz wurde f\u00fcr rezyklatbasiertes<br \/>\nPET und biobasiertes PLA realisiert, sodass die Notwendigkeit zur Neuproduktion<br \/>\npetrobasierter Kunststoffe reduziert werden kann.<\/p>\n<p>Die Entwicklung konnte durch eine enge<br \/>\nZusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertsch\u00f6pfungskette vom Technikum in die Industrie<br \/>\n\u00fcberf\u00fchrt werden, m\u00f6gliche Anwendungen liegen hier in der Sport- und Freizeitbranchen sowie<br \/>\nsemi-strukturellen Bauteilen der Mobilit\u00e4tsbranche. Der durch die Innovation ausgesch\u00f6pfte<br \/>\nmaximale Leichtbau aus nur einem Material, erm\u00f6glicht neben der Wiederverwendung<br \/>\nbestehender Materialien auch einen Beitrag zum Klimaschutz durch die Reduzierung der<br \/>\nTreibhausgase in der Mobilit\u00e4tsbranche und der Vermeidung von weiteren Kunststoffabf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Den 2. Platz sicherte sich das Faserinstitut Bremen e.V. mit der \u201eEntwicklung von<br \/>\nfeintitrigen PEEK-Garnen mit produktspezifischem mechanischem und<br \/>\nthermomechanischem Verhalten\u201c.<\/p>\n<p>Am Faserinstitut Bremen ist es gelungen, feintitrige Garne aus dem<br \/>\nHochleistungsthermoplasten PEEK mit produktspezifischem mechanischem und<br \/>\nthermomechanischem Verhalten zu entwickeln. Dabei wurden Blends aus verschiedenen<br \/>\nPEEK-Materialien mit verschiedenen Molekulargewichten mittels Compoundieren entwickelt.<br \/>\nDiese Blends wurden mittels Schmelzspinnen zu Garnen mit Feinheiten von 50 dtex (50f18<br \/>\nbzw. 50f36) und technischen Festigkeiten von mehr als 70 cN\/tex weiterverarbeitet. Die<br \/>\nentwickelten Garne konnten erfolgreich im industriellen Ma\u00dfstab zu Zwirnen weiterverarbeitet<br \/>\nund in den textilen Prozessen Sticken, Wirken und N\u00e4hen verarbeitet werden. Mit den<br \/>\nentwickelten feintitrigen PEEK-Garnen ist ein Grundstein f\u00fcr die optimale Ausnutzung von<br \/>\nHochleistungsfaserverbundstrukturen \u2013 vor allen Dingen CFK \u2013 gelegt wurden. Sch\u00e4digungen<br \/>\nund Fehlstellen im sp\u00e4teren Faserverbundbauteil k\u00f6nnen durch den Einsatz von feintitrigen<br \/>\nGarnen minimiert und Ressourcen geschont werden.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Textilmaschinen und Textile der TU Dresden kam mit seiner Einreichung<br \/>\n\u201eEndkonturgerechte Multiaxialgelege mit variabel einstellbarer Verst\u00e4rkungsfadendichte\u201c<br \/>\nauf Platz 3.<\/p>\n<p>Im Rahmen zweier Forschungsprojekte wurde ein unikales Nachr\u00fcstmodul f\u00fcr Multiaxial-<br \/>\nKettenwirkmaschinen entwickelt, das die Material- und Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit der<br \/>\nProduktion von Faserkunststoffverbunden (FKV) erheblich steigert. Diese Technologie<br \/>\nerm\u00f6glicht erstmals die Herstellung von Gelegen mit lokal angepassten<br \/>\nVerst\u00e4rkungskettfadendichten und Schussfadenl\u00e4ngen, was zu Materialkosteneinsparungen<br \/>\nvon bis zu 35 % f\u00fchrt \u2013 besonders bei der Verwendung von kostenintensiven<br \/>\nHochleistungsfasern wie Carbonfasern.<\/p>\n<p>Die Innovation erlaubt eine pr\u00e4zise Steuerung der Fadenablage, sodass Kettf\u00e4den gezielt<br \/>\nentfernt oder wieder integriert werden k\u00f6nnen, wo sie ben\u00f6tigt werden. Dadurch wird eine<br \/>\nendkonturnahe Fertigung erm\u00f6glicht; der Verschnitt wird um bis zu 90 % minimiert.<br \/>\nDie neuen Module wurden speziell so entwickelt, dass sie einfach in bestehende<br \/>\nProduktionsumgebungen integriert werden k\u00f6nnen. Dies macht sie besonders f\u00fcr kleine und<br \/>\nmittlere Unternehmen (KMU) attraktiv. Experimentelle Tests haben die Zuverl\u00e4ssigkeit und das<br \/>\nPotenzial dieser Technologie best\u00e4tigt, die nicht nur zu Kosteneinsparungen, sondern auch zu<br \/>\neiner deutlichen Reduktion des CO2-Fu\u00dfabdrucks in der FKV-Herstellung, insbesondere CFK,<br \/>\nbeitr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbersicht aller Preistr\u00e4ger in den drei Kategorien:<\/strong><br \/>\n<strong>Kategorie \u201eInnovative Produkte und Anwendungen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>1. Platz: \u201eNachhaltiges D\u00fcngerstreuergestell: Leichtbau mit thermoplastischen Carbon-PA6<br \/>\nHohlprofilen\u201c &#8211; thoenes\u00ae Dichtungstechnik GmbH, RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH,<br \/>\nInstitut f\u00fcr Leichtbau und Kunststofftechnik (TU Dresden)<br \/>\n2. Platz: \u201eFahrradbox GREEN GUARD \u2013 modular, vielseitig und nachhaltig f\u00fcr die Mobilit\u00e4t<br \/>\nvon morgen\u201c &#8211; Mitras-Composites Systems GmbH, Partner: Leichtbau-Zentrum Sachsen<br \/>\nGmbH<br \/>\n3. Platz: \u201eRecycelte Kohlenstofffasern (rCF) f\u00fcr lasttragende Bauteile \u2013 High-End<br \/>\nRennradrahmen f\u00fcr echte Kreislaufwirtschaft\u201c &#8211; SPIN Siebert&amp;Sch\u00f6rner GbR, Partner:<br \/>\nFachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), V-Carbon, CG TEC, Schmolke Carbon<\/p>\n<p><strong>Kategorie \u201eInnovative Prozesse\/Verfahren\u201c<\/strong><br \/>\n1. Platz: \u201eVerarbeitungsverfahren von thermoplastischen Composites in einer Prozesskette<br \/>\nzur Herstellung von Bauelementen\u201c &#8211; REHAU Industries SE + Co KG, Partner: ANYBRID<br \/>\nGmbH, CQFD Composites<br \/>\n2. Platz: \u201ePatentierte Prozessoptimierung der UV-Kanal-Sanierung dank sensorgest\u00fctzter und<br \/>\ndatengetriebener Echtzeit\u00fcberwachung im Liner\u201c &#8211; NETZSCH Process Intelligence GmbH,<br \/>\nPartner: Rausch Rehab GmbH, ProKASRO Mechatronik GmbH, RelineEurope GmbH<br \/>\n3. Platz: \u201eEntwicklung und Einsatz eines KI basierten ATP-Systems f\u00fcr die Herstellung von<br \/>\nTCP\u201c &#8211; Fibron Pipe GmbH, Partner: Ceyeborg GmbH, Kloos Systems GmbH<\/p>\n<p><strong>Kategorie \u201eForschung und Wissenschaft\u201c<\/strong><br \/>\n1. Platz: \u201eVerarbeitung kreislauff\u00e4higer Monomaterial- Sandwichstrukturen in<br \/>\ngro\u00dfserienf\u00e4higen Prozessen\u201c &#8211; Fraunhofer-Institut f\u00fcr Chemische Technologie (ICT)<br \/>\n2. Platz: \u201eEntwicklung von feintitrigen PEEK-Garnen mit produktspezifischem mechanischem<br \/>\nund thermomechanischem Verhalten\u201c &#8211; Faserinstitut Bremen e. V.<br \/>\n3. Platz: \u201eEndkonturgerechte Multiaxialgelege mit variabel einstellbarer<br \/>\nVerst\u00e4rkungsfadendichte\u201c &#8211; Institut f\u00fcr Textilmaschinen und Textile (TU Dresden)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gewinner des renommierten Innovationspreises f\u00fcr Faserverbundkunststoffe der AVK wurden in diesem Jahr&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40238,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-40237","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40237"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40240,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40237\/revisions\/40240"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40237"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=40237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}