{"id":40366,"date":"2024-11-21T07:09:24","date_gmt":"2024-11-21T06:09:24","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40366"},"modified":"2024-11-16T16:15:16","modified_gmt":"2024-11-16T15:15:16","slug":"emissions-und-geruchsoptimierung-in-kunststoffen-und-rezyklaten-ein-wichtiges-qualitaetsmerkmal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40366","title":{"rendered":"Emissions- und Geruchsoptimierung in Kunststoffen und Rezyklaten \u2013 ein wichtiges Qualit\u00e4tsmerkmal"},"content":{"rendered":"<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-content\">\n<p><b>Die Geruchsbelastung von recycelten Kunststoffen stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr ihre Wiederverwertung dar und bedarf ma\u00dfgeschneiderter L\u00f6sungen. Rezyklate k\u00f6nnen unangenehme Ger\u00fcche aufweisen, die aus verschiedenen Quellen stammen, wie z.B. mikrobiologischem Abbau oder R\u00fcckst\u00e4nden fr\u00fcherer Inhalte. Genau hier setzt das Fraunhofer CCPE compact am 05. Dezember 2024 zum Thema \u00bbEmission and odor optimization in plastics and recyclates\u00ab an. Prof. Andrea B\u00fcttner, Board of Management Member des Fraunhofer CCPE und Leiterin des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV gibt hier im Interview bereits erste Antworten zu zentralen Fragestellungen.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pressArticleParsys parsys\">\n<div class=\"fhg-content-article fhg-grid section\">\n<article>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-inline-image\">\n<div class=\"fhg-content fhg-richtext\">\n<p><b>Geruch ist ein wichtiges Qualit\u00e4tsmerkmal von Kunststoffen. Bei Rezyklaten gibt es aber oft ein Problem mit Geruchsbelastungen im Material. Wie entstehen diese und welchen Herausforderungen m\u00fcssen wir uns bei der Geruchsneutralisation stellen?<\/b><\/p>\n<p>Andrea B\u00fcttner: Die verschiedenen Stoffe, die speziell in Kunststoffverpackungsabf\u00e4llen vorkommen, haben eine Reihe unterschiedlicher Ger\u00fcche. Dazu geh\u00f6ren auch schimmelig, k\u00e4sig oder s\u00e4uerlich riechende Molek\u00fcle. Derartige Verunreinigungen k\u00f6nnen aus unz\u00e4hligen Quellen stammen und sind als Ger\u00fcche oft extrem hervorstechend, obwohl sie meist nur in recht niedrigen und schwer nachweisbaren Mengen vorliegen \u2013 eine Herausforderung f\u00fcr deren analytische Detektion und Bestimmung. Mit Hilfe von hoch spezialisierten Verfahren, die nicht nur hochaufl\u00f6sende Trenn- und Detektionsverfahren wie Massenspektrometrie umfassen, sondern auch die zielgerichtete Entschl\u00fcsselung von Geruchsstoffen mit trainierten Expertennasen, ist es uns nun erstmals gelungen, einige dieser Verunreinigungen in Kunststoffen zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass neben Geruchsstoffen aus fr\u00fcheren Inhalten wie Lebensmitteln oder Reinigungsmitteln auch andere Prozesse zu den unangenehmen Ger\u00fcchen f\u00fchren k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren der mikrobiologische Abbau organischer Substrate wie Lebensmittelreste, aber auch alternde Kunststoffe oder der thermische Abbau von Rest-Verschmutzungen im Recyclingprozess selbst. Eine zus\u00e4tzliche Herausforderung w\u00e4hrend des Recycling-Prozesses selbst ist dann nat\u00fcrlich auch die Kombination bzw. weitere Reaktionen der geruchsaktiven Substanzen und anderer Begleitstoffe unter- und miteinander, die je nach Prozessierung immer neue Geruchsprofile hervorbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Sie forschen intensiv bei Fraunhofer CCPE an der qualitativen Aufwertung von Rezyklaten durch Geruchsoptimierung. Welche Ans\u00e4tze gibt es?<\/b><\/p>\n<p>Andrea B\u00fcttner: Die Ans\u00e4tze sind mannigfaltig und reichen von der Reinigung und Sortierung von Kunststoffm\u00fcll \u00fcber Abreicherung, beispielsweise durch l\u00f6semittelbasiertes Recycling, bis hin zu Additivierung von geruchsbindenden oder neutralisierenden Substanzen oder gezielten Beschichtungen, um eine Geruchsbarriere aufzubauen.<\/p>\n<p>Generell w\u00e4re aber ein wichtiger Ansatz, einige Produkte komplett neu zu denken. Beispielsweise bringen viele Wasch- und Reinigungsmittel ebenso wie Kosmetikprodukte eine gro\u00dfe Geruchsbelastung \u00fcber ihre Verpackungsmaterialien mit. Hier sind die teils starken Beduftungsstrategien eine gro\u00dfe Herausforderung ebenso wie die komplexen und sehr persistenten Geruchsstoffkompositionen. Hinzu kommt die dekorative Gestaltung von Verpackungen, die uns sehr fordert, wenn wir wieder geruchs- und farbneutrale Recyclingkunststoffe zur\u00fcckgewinnen wollen. Aus diesen Gr\u00fcnden, aber auch weil ein relevanter Teil dieser Stoffe \u00fcber Waschwasser und Emissionen seiner Wege geht und nicht unbedingt am Zielort, n\u00e4mlich in den Nasen der Konsumentinnen und Konsumenten landet, muss man einige heutige Produkte und deren Darreichungsformen kritisch hinterfragen.<\/p>\n<p><b>Welche Implikationen ergeben sich f\u00fcr die Herstellung und Verarbeitung der Kunststoffe? Auch im Bezug auf die Industrie?<\/b><\/p>\n<p>Andrea B\u00fcttner: Die Industrie achtet zunehmend sehr genau auf gute \u00bbdesign-for-recycling\u00ab Regeln bei der Gestaltung ihrer Verpackungen und Produkte \u2013 wenngleich nicht \u00fcberall auf der Welt, was eine Herausforderung ist in einem globalisierten Markt. F\u00fcr die bestehenden Recyclingverfahren ist hier beispielsweise die richtige Kunststoffauswahl entscheidend. Es gibt sowohl g\u00fcnstige und f\u00fcr das Recycling vorteilhafte Monomaterialien als auch ungeeignete Materialpaarungen, wie z.B. PET\/PVC-Kombinationen, die aber inzwischen fast nicht mehr produziert werden. Aber auch Druckfarben, Papieretiketten oder Kaschierkleber wurden urspr\u00fcnglich nicht f\u00fcr ein Aufschmelzen beim Recyclingprozess entwickelt und k\u00f6nnen daher in ung\u00fcnstigen Kombinationen zu starken Rezyklatger\u00fcchen f\u00fchren. Deshalb haben wir auch heute noch mit zahlreichen Eintragsquellen f\u00fcr St\u00f6rstoffe zu tun, selbst wenn neue Produkte gem\u00e4\u00df \u00bbdesign-for-recycling\u00ab global zum Standard werden sollten. Bis dahin ist noch ein weiter Weg zu gehen, und wir haben noch allerhand zu tun mit einer \u00bbalten\u00ab chemischen Welt. Daher entwickeln wir innerhalb des CCPE speziell angepasste Recyclingverfahren mit herausragender Reinigungsleistung, um eben diese St\u00f6rstoffe, die auch nach bester industrieller Sortierung noch in den Kunststoff-Abf\u00e4llen enthalten sind, vor dem Aufschmelzen (Regranulieren) effektiv zu entfernen.<\/p>\n<p><b>Wie kann das zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen? Gibt es noch H\u00fcrden, die \u00fcberwunden werden m\u00fcssen?<\/b><\/p>\n<p>Andrea B\u00fcttner: Die oben genannten Forschungsans\u00e4tze f\u00fchren definitiv zu hochwertigeren Rezyklaten, die dann nach M\u00f6glichkeit auch wieder in ihren urspr\u00fcnglichen Anwendungen und M\u00e4rkten eingesetzt werden k\u00f6nnen, also eine echte \u00bbKreislaufwirtschaft\u00ab. Experten nennen das \u00bbclosed-loop Recycling\u00ab.<\/p>\n<p>Dies konnten wir in CCPE bereits f\u00fcr eine Vielzahl von Anwendungen demonstrieren, sogar f\u00fcr die \u00e4u\u00dferst anspruchsvollen Faser- und Folienanwendungen. Aber im gro\u00dfen Marktbereich der kontaktsensitiven Verpackungen oder gar der Lebensmittelverpackungen mit Direktkontakt gilt es selbstverst\u00e4ndlich, die hohen Anforderungen des Verbraucherschutzes, insbesondere zur lebensmittelrechtlichen Konformit\u00e4t, zu erf\u00fcllen. Hier bietet CCPE der Industrie eine sehr gro\u00dfe Expertise zur sensorischen und instrumentell-analytischen Qualit\u00e4tsbewertung und Prozessoptimierung an. Damit gehen wir optimistisch auch diese n\u00e4chste Aufgabe an.<\/p>\n<p><b>Sie k\u00f6nnen sich zur Online-Veranstaltung Fraunhofer CCPE compact \u00bbEmission and odor optimization in plastics and recyclates\u00ab am 05.Dezember 2024 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr <a href=\"https:\/\/www.ccpe.fraunhofer.de\/de\/aktuelles\/veranstaltungen\/2024\/fraunhofer-ccpe-compact-odor.html\">hier<\/a> kostenfrei anmelden. Die Veranstaltung findet online auf Englisch statt.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geruchsbelastung von recycelten Kunststoffen stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr ihre Wiederverwertung dar und bedarf&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40367,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-40366","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40366"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40366\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40368,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40366\/revisions\/40368"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40366"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=40366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}