{"id":40534,"date":"2024-12-19T08:00:12","date_gmt":"2024-12-19T07:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40534"},"modified":"2024-12-14T17:01:32","modified_gmt":"2024-12-14T16:01:32","slug":"die-k-trotzt-allen-herausforderungen-und-bleibt-das-zentrum-der-kunststoffwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40534","title":{"rendered":"Die K trotzt allen Herausforderungen und bleibt das Zentrum der Kunststoffwelt"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nInterview auf dem Weg zur K 2025 mit Ulrich Reifenh\u00e4user, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der K, und Thorsten K\u00fchmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe Teile der globalen Wirtschaft sp\u00fcren derzeit konjunkturellen Gegenwind. Welches Signal sendet da der Umstand, dass die K 2025 schon jetzt ausgebucht ist?\u00a0<\/strong><br \/>\nUlrich Reifenh\u00e4user: Daran zeigt sich, dass die globale Einsch\u00e4tzung der Branche weiter positiv ist. Die Kunststoffindustrie hat in der Vergangenheit hervorragende Produkte und wertvolle L\u00f6sungen entwickelt und das wird sich in der Zukunft fortsetzen. Kunststoff ist ein relativ junger Werkstoff. Er hat noch ungeheuer viel Potenzial. Ja, wir haben konjunkturell schwierige Zeiten, aber die gehen vor\u00fcber. An dem Bedarf an Kunststoffl\u00f6sungen \u00e4ndert das grunds\u00e4tzlich nichts. Die will man zeigen, die will man sehen. Deshalb trotzt die K allen Herausforderungen und bleibt das Zentrum der Kunststoffwelt.<br \/>\nThorsten K\u00fchmann: Wir durchleben eine Zeit gro\u00dfer Unsicherheiten. Es gibt aber einige Fixsterne, die eine gro\u00dfe Strahlkraft haben. Die K ist ein solcher Fixstern. Alle wissen, die K ist gesetzt und die Welt kommt dorthin. Sie bietet die Orientierung, die in schwierigen Zeiten erst recht n\u00f6tig ist. Das spiegelt sich auch in dem Motto der K 2025 \u201cThe Power of Plastics \u2013 Green, Smart, Responsible.<\/p>\n<p><strong>Dieses Motto zeugt von gro\u00dfem Selbstbewusstsein. Worauf gr\u00fcndet es?<\/strong><br \/>\nK\u00fchmann: Wir sind der Meinung, dass der Werkstoff Kunststoff die L\u00f6sung f\u00fcr die gro\u00dfen Fragen unserer Zivilisation bietet. Kunststoff tr\u00e4gt zum Beispiel zu einer Verbesserung des Weltklimas bei.<br \/>\nDenn die CO2-Emissionen sinken, weil Fahrzeuge durch mehr Kunststoffeinsatz leichter werden und dadurch weniger Energie vebrauchen. Der Energieeinsatz wird auch in der Bauindustrie stark reduziert, weil Geb\u00e4ude durch Kunststoff besser isoliert werden. Der CO2-Fu\u00dfabdruck wird kleiner, weil durch Kunststoffverpackungen weniger Lebensmittel verderben. All das sind gro\u00dfe Beitr\u00e4ge der Kunststoffindustrie. Ein weiterer Punkt ist die Kreislaufwirtschaft. Ressourcen werden nicht nur einmal gebraucht, sondern immer wieder. Wir schaffen die Recyclingf\u00e4higkeit. Da ist vieles schon m\u00f6glich. Daher das Motto \u201cThe Power of Plastics\u201d. Wir m\u00fcssen es nur tun.<br \/>\nReifenh\u00e4user: Es ist einfach eine Tatsache, dass wir auf dieser Welt ein riesengro\u00dfes Problem mit dem Klima haben. Ebenso richtig ist, dass Kunststoff das klimafreundlichste Material ist. F\u00fcr die<br \/>\nHerstellung wird deutlich weniger CO2 verbraucht als f\u00fcr andere Materialien. Dieser Klimavorteil w\u00fcrde sofort sichtbar, wenn zum Beispiel auf Verpackungen der CO2-Fu\u00dfabdruck stehen w\u00fcrde. Es ist also nicht vermessen, sehr selbstbewusst aufzutreten.<\/p>\n<p><strong>Die Kreislaufwirtschaft ist noch jung. Wo stehen wir heute?\u00a0<\/strong><br \/>\nReifenh\u00e4user: Wir sind weiter als vor drei Jahren. Der Maschinenbau hat inzwischen ein erstaunlich hohes Level erreicht. Die technischen L\u00f6sungen f\u00fcr das Recycling sind gr\u00f6\u00dftenteils verf\u00fcgbar. Wir k\u00f6nnten aber schon dreimal so gut dastehen, als wir es tats\u00e4chlich tun. Sprich: Wir k\u00f6nnten schon viel mehr recyceln. Warum tun wir das nicht? Weil Recycling technisch anspruchsvoll und damit teurer ist als Kunststoffneuware. Aber niemand will die h\u00f6heren Kosten bezahlen. Der Verbraucher ist extrem kostenbewusst. Und die Markenhersteller stehen unter enormem Wettbewerbsdruck. Kunststoff hat seinen Siegeszug angetreten, weil er so viel besser ist als andere Materialien. Aber der Schritt in die Kreislaufwirtschaft, der kostet Geld. Dieses Kostenproblem wird nicht ohne ordnungspolitische Vorgaben in den Griff zu bekommen sein.<br \/>\nK\u00fchmann: Das stimmt. Aber es gibt Licht am Horizont. Ein Schl\u00fcssel zu sinkenden Kosten ist eine viel st\u00e4rkere Durchdringung mit Digitalisierung. Das betrifft zum einen die Digitalisierung der Maschinen- und Anlagensysteme. Denn dadurch k\u00f6nnen Prozesse besser gesteuert werden. Dann kann man auch mit schwierigem Material besser umgehen \u2013 und Rezyklate sind nun einmal schwieriger in der Handhabung. Zum anderen m\u00fcssen auch die Materialfl\u00fcsse digitalisiert werden. An dieser Stelle setzt zum Beispiel der digitale Produktpass an, der ein Produkt \u00fcber den gesamten Lebenszyklus digital trackt. Maschine und Produkt, das sind zwei Hebel, an denen man ansetzen kann, um die Kosten nach unten zu bringen. Das wird noch Zeit kosten, aber wir sind auf gutem Weg.<\/p>\n<p><strong>Wie weit sind die Unternehmen denn konkret bei der Digitalisierung? Ist auch schon KI im Einsatz?<\/strong><br \/>\nK\u00fchmann: So gut wie jedes Unternehmen des Kunststoffmaschinenbaus setzt heute auf Digitalisierung. Das Thema ist \u00fcberall angekommen. Viele Unternehmen setzen sogar schon auf den digitalen Vertrieb. Neuerdings h\u00e4lt auch k\u00fcnstliche Intelligenz Einzug. Die Unternehmen haben im Zuge der Digitalisierung ihrer Prozesse so viele Daten verf\u00fcgbar, dass sie mit intelligenten Algorithmen bestimmte Anforderungen einfach viel besser l\u00f6sen k\u00f6nnen. Vor drei Jahren hat noch niemand \u00fcber k\u00fcnstliche Intelligenz gesprochen. Inzwischen ist sie in aller Munde. Auch die ersten Praxisbeispiele sind da.<br \/>\nReifenh\u00e4user: Im Kunststoffmaschinenbau wird schon seit \u00fcber 40 Jahren automatisiert. Jetzt gehen fast alle den Schritt weiter und setzen auf Digitalisierung. Das hei\u00dft im Kern: Es werden dank schnellerer Prozessoren viel gr\u00f6\u00dfere Datenmengen und damit mehr Information aufgenommen. Damit lassen sich die Prozesse noch einmal sp\u00fcrbar verbessern. Der n\u00e4chste Schritt ist die intelligente Verarbeitung der unter-schiedlichen Informationen. Da sind wir bei der KI, welche enorme Mehrwerte generiert \u2013 in der Konstruktion, in der Produktion oder im Service. Das Potenzial ist gewaltig.<\/p>\n<p><strong>Wo steht der Mensch k\u00fcnftig im Kunststoff Maschinenbau?\u00a0<\/strong><br \/>\nK\u00fchmann: Die Mitarbeitenden sind eines der wichtigsten Assets, die wir haben. Umso mehr, als wir aufgrund der demografischen Entwicklung kaum noch ausreichend Nachwuchs f\u00fcr bestimmte Qualifikationen bekommen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen daher einerseits versuchen, den Maschinenbau f\u00fcr mehr Menschen attraktiv zu machen, gerade auch f\u00fcr Frauen. Auf der anderen Seite m\u00fcssen wir die Digitalisierung vorantreiben bis hin zu KI. Dadurch werden Prozesse verschlankt und man kommt letztlich mit weniger, aber qualifiziertem Personal zurecht.<\/p>\n<p><strong>Wie adressiert der VDMA die angesprochenen Themen auf der K?<\/strong><br \/>\nK\u00fchmann: Auf der Messe f\u00fcllen wir das gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern erarbeitete Motto \u201cThe Power of Plastics \u2013 Green, Smart, Responsible\u201d mit Leben. Wir werden alle Facetten dieses Mottos f\u00fcr die Besucher sichtbar machen. Im Au\u00dfenbereich der K werden Unternehmen konkrete L\u00f6sungen pr\u00e4sentieren und damit zeigen, wo wir als Industrie aktuell stehen: im Recycling, in der Kunststoffverarbeitung, in der Digitalisierung. Dazu werden wir im VDMA-Dome einen \u00dcberblick \u00fcber all diese Maschinenanwendungen und Digitalisierungsl\u00f6sungen geben. Dort werden wir au\u00dferdem Nachwuchs-Themen diskutieren.<br \/>\nReifenh\u00e4user: Diese Ausstellung im Au\u00dfenbereich wird nat\u00fcrlich flankiert von den Neuerungen und Spezialentwicklungen, die auf den Messest\u00e4nden der einzelnen Unternehmen zu sehen sein werden. Man kann also beides erfahren: Die St\u00e4rke des Kunststoffs in seiner Gesamtheit auf dem VDMA-Gel\u00e4nde und die technischen Finessen bei den Unternehmen. Da wird es wieder einiges zu sehen geben. Im Kunststoffmaschinenbau sind die Entwicklungszyklen in den Unternehmen eng an den Dreijahreszyklus der K angelehnt. Das erkl\u00e4rt auch jedes Mal die Pr\u00e4sentationsfreude der Anbieter und das gro\u00dfe Interesse des Fachpublikums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Teile der globalen Wirtschaft sp\u00fcren derzeit konjunkturellen Gegenwind. 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