{"id":40624,"date":"2025-01-17T07:24:29","date_gmt":"2025-01-17T06:24:29","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40624"},"modified":"2025-01-10T15:29:23","modified_gmt":"2025-01-10T14:29:23","slug":"eu-projekt-circular-foodpack-so-werden-flexible-lebensmittelverpackungen-kreislauffaehig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40624","title":{"rendered":"EU-Projekt CIRCULAR FoodPack: So werden flexible Lebensmittelverpackungen kreislauff\u00e4hig"},"content":{"rendered":"<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-content\">\n<p><b>Nach dreieinhalb Jahren intensiver Forschung hat das EU-Projekt CIRCULAR FoodPack neue Verfahren entwickelt, um flexible Lebensmittelverpackungen aus Polyethylen effektiv zu recyceln, und damit den Weg f\u00fcr eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in diesem Bereich zu ebnen. Die Projektpartner haben eine Tracer-basierte Sortiertechnologie zur Trennung von Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittel-Verpackungsabf\u00e4llen angewandt und validiert. Durch die Kombination neuartiger Vor- und Nachbehandlungstechnologien mit mechanischen oder l\u00f6semittelbasierten Recyclingverfahren lassen sich Druckfarben, Ger\u00fcche und andere Verunreinigungen aus Verpackungsabf\u00e4llen entfernen. Die so gewonnenen \u201ePost-Consumer\u201c-Rezyklate erf\u00fcllen die Qualit\u00e4tsanforderungen f\u00fcr die Weiterverarbeitung zu neuen flexiblen Verpackungen. Sie k\u00f6nnen in neue Verpackungen f\u00fcr Haushalts- und K\u00f6rperpflegeprodukte integriert und zuk\u00fcnftig, zusammen mit einem neu entwickelten Barrierekonzept, auch in Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden. Das Projekt wurde vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV mit Sitz in Freising koordiniert. Insgesamt waren 15 Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt. Die Europ\u00e4ische Union f\u00f6rderte CIRCULAR FoodPack mit rund 5,4 Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm \u201eHorizon 2020\u201c.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pressArticleParsys parsys\">\n<div class=\"fhg-content-article fhg-grid section\">\n<article>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-inline-image\">\n<div class=\"fhg-content fhg-richtext\">\n<p>F\u00fcr die Verpackung von Lebensmitteln, Haushalts- und K\u00f6rperpflegeprodukten setzt die Industrie bisher flexible Kunststoff-Mehrschichtverbunde ein, die aus verschiedenen Materialien bestehen. Diese Verbunde sch\u00fctzen durch ihre Barriere-Eigenschaften die verpackten Produkte vor z. B. Sauerstoff und Feuchtigkeit und erf\u00fcllen damit die hohen Anforderungen bez\u00fcglich Sicherheit und Hygiene. Bisher war es jedoch nicht m\u00f6glich, die Kunststoffschichten wieder voneinander zu trennen, was das Recycling erschwerte. In Europa werden sie in der Regel verbrannt oder landen auf M\u00fclldeponien. Zudem verbietet die EU-Gesetzgebung<sup>1<\/sup> die Verwendung von Recyclingmaterial aus Nicht-Lebensmittelverpackungen f\u00fcr die Herstellung neuer Lebensmittelverpackungen. Doch bisher konnte kein Sortiersystem zwischen Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelverpackungen in einem gemischten Abfallstrom unterscheiden und diese voneinander trennen. Au\u00dferdem gab es bislang keine fortschrittlichen physikalischen Recyclingverfahren, die Verunreinigungen, Verf\u00e4rbungen und Ger\u00fcche aus dem Kunststoff-Mehrschichtverbund entfernen konnten, um die erforderliche Qualit\u00e4t f\u00fcr die Wiederverwendung in flexiblen Lebensmittelverpackungen zu gew\u00e4hrleisten. Diese Herausforderung hat das EU-Projekt CIRCULAR FoodPack nun erfolgreich gemeistert.<\/p>\n<h3>Innovatives Sortierverfahren zur Trennung von Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelverpackungen<\/h3>\n<p>Mit der innovativen Tracer-basierten Sortiertechnologie (TBS) hat das Konsortium ein Sortierverfahren f\u00fcr flexible Lebensmittelverpackungen entwickelt, das mit Hilfe von fluoreszierenden Leuchtstoffen (Tracer), die w\u00e4hrend der Produktion aufgedruckt werden, zwischen Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelverpackungen unterscheidet. Die neue Sortiertechnologie nutzt einen Laser, um in einem gemischten Abfallstrom nach den Nahinfrarot-Emissionen des fluoreszierenden Tracers zu suchen und die erkannten Lebensmittelverpackungen entsprechend auszusortieren.<\/p>\n<p>Dieses optische System kann einfach und kosteng\u00fcnstig in bestehende Sortieranlagen nachger\u00fcstet werden. In einer Reihe von gro\u00df angelegten Tests wurde f\u00fcr die mit der TBS-Technologie sortierten Lebensmittelverpackungen eine gleichm\u00e4\u00dfige Sortierreinheit von 99 Prozent erreicht.<\/p>\n<h3>Hochwertiges Recycling von Post-Consumer-Lebensmittelverpackungen<\/h3>\n<p>Es wurden Vor- und Nachbehandlungstechnologien entwickelt, die in einer hochwertigen Recyclingkaskade f\u00fcr Kunststoffverpackungen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Bei den von der TBS sortierten Lebensmittelverpackungsabf\u00e4llen konnte eine innovative Vorbehandlung die Kunststoff-Mehrschichtverbunde einschlie\u00dflich der als Funktionsbeschichtung verwendeten \u201ePrimer\u201c durch ein wasserbasiertes Delaminierungs- und Deinkingverfahren erfolgreich trennen und die Druckfarben zu 95 Prozent entfernen. Die Infrarot-Desodorierungstechnologie entfernt fl\u00fcchtige Substanzen und reduziert auch den Geruch des Granulats um 95 Prozent. Mit Hilfe eines l\u00f6sungsmittelbasierten Recyclingverfahrens<sup>2<\/sup>, das Polyethylen aus Laminaten herausl\u00f6st und von verschiedenen Verunreinigungen wie Additiven, Druckfarben und Ger\u00fcchen trennt, konnten die Forschenden hochwertiges recyceltes Polyethylen aus flexiblen Verpackungsabf\u00e4llen gewinnen. Dieses Polyethylen-Post-Consumer-Rezyklat (PE PCR) ist rein genug, um f\u00fcr die Herstellung von Verpackungen f\u00fcr Haushalts- und K\u00f6rperpflegeprodukte wiederverwendet zu werden. Und wenn das PE PCR aus Rohstoffen gewonnen wird, die mit Hilfe der Tracer-Technologie sortiert wurden, k\u00f6nnte es in Zukunft f\u00fcr neue Lebensmittelverpackungen verwendet werden, und zwar zur Sicherheit hinter neu entwickelten \u201efunktionellen Migrationsbarrieren\u201c, die in neuen Verpackungen das Rezyklat wirksam von den lebensmittelber\u00fchrenden Schichten trennen.<\/p>\n<h3>Neu entwickelte flexible Monomaterial-Verpackungen mit bis zu 50\u00a0Prozent Post-Consumer-Rezyklatanteil<\/h3>\n<p>Das Projekt CIRCULAR FoodPack hat ein Konzept f\u00fcr recycelbare, flexible Lebensmittelverpackungen auf Monomaterialbasis unter Verwendung von Polyethylen entwickelt. Dabei standen die Integration von Tracern f\u00fcr die Sortierbarkeit und die Verwendung von Polyethylen-Post-Consumer-Rezyklaten (PE PCR) hinter einer funktionellen Migrationsbarriere im Mittelpunkt. In der Anfangsphase des Projekts wurden umfangreiche Testreihen durchgef\u00fchrt, um das optimale Migrationsbarrieren-Konzept zu entwickeln. Der gew\u00e4hlte Ansatz verwendet eine PCR-Schicht in einer Sandwich-Struktur zwischen zwei funktionellen Barriereschichten, um eine \u201eSet-off\u201c-Migration zu verhindern und die Sicherheit zu erh\u00f6hen. Die neuen Tracer werden in die Druckfarben der Verpackungen integriert, die dann w\u00e4hrend des Wasch-\/Deinking-Vorgangs im Recyclingprozess der Verpackungsabf\u00e4lle wieder vollst\u00e4ndig entfernt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nSo wurde eine Verpackungsfolie mit bis zu 50 Prozent PE PCR im industriellen Ma\u00dfstab hergestellt, die die technischen Anforderungen f\u00fcr flexible Lebensmittelverpackungen erf\u00fcllt. Dar\u00fcber hinaus wurden praktische Tests zur Maschineng\u00e4ngigkeit der Folie bei der Herstellung verschiedener Verpackungsformate wie Schlauchbeutel, Bodenfaltenbeutel, Standbodenbeutel und Siegelrandbeutel (Sachets) erfolgreich durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Der Markt unterst\u00fctzt den Ansatz von CIRCULAR FoodPack<\/h3>\n<p>Die Nachfrage nach innovativen Verpackungsl\u00f6sungen steigt rapide, angetrieben durch eine sich ver\u00e4ndernde Gesetzeslandschaft, die die Akteure zur Einf\u00fchrung neuer Standards ermutigt. Unter diesen hat sich PE PCR als eine vielversprechende Option herauskristallisiert. Verarbeiter auf den verschiedenen Ebenen der Wertsch\u00f6pfungskette haben ihr Interesse an dem vorgeschlagenen Verpackungskonzept bekundet, da sie dessen Potenzial zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen erkannt haben. Dar\u00fcber hinaus haben Machbarkeitsstudien f\u00fcr die verschiedenen Verwertungswege gezeigt, dass der Preis f\u00fcr das recycelte Polyethylen aus CIRCULAR FoodPack mit dem aktuellen Marktpreis f\u00fcr neues Polyethylen konkurrenzf\u00e4hig ist. Um eine breite Akzeptanz beim Verbraucher zu erreichen, muss die Einf\u00fchrung des neuen Materials von einer klaren und effektiven Kommunikation begleitet werden. Verbraucher bevorzugen im Allgemeinen nachhaltige Verpackungsl\u00f6sungen, wie sie von CIRCULAR FoodPack angeboten werden, und zeigen eine starke Pr\u00e4ferenz f\u00fcr recycelte Materialien. Die vom Projekt entwickelte L\u00f6sung ist daher sowohl zeitgem\u00e4\u00df als auch sehr marktf\u00e4hig.<\/p>\n<h3>CIRCULAR FoodPack unterst\u00fctzt Ziele der EU f\u00fcr eine bessere Kreislaufwirtschaft<\/h3>\n<p>Die am 27. November 2024 vom Europ\u00e4ischen Parlament verabschiedete Verordnung<sup>3<\/sup> \u00fcber Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle (Packaging and Packaging Waste Regulation \u2013 PPWR) zielt darauf ab, Verpackungsabf\u00e4lle zu reduzieren und die Verwendung von recycelten Post-Consumer-Materialien in Verpackungen zu erh\u00f6hen. Dar\u00fcber hinaus sieht die PPWR vor, dass bis 2030 alle Verpackungen recyclingf\u00e4hig sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p><i>\u201eUnsere innovativen und effizienten Sortier- und Recyclingverfahren f\u00fcr Post-Consumer-Lebensmittelverpackungsabf\u00e4lle liefern hochwertige und reine Polyethylen-Rezyklate, die sich f\u00fcr den Einsatz in neuen Verpackungen f\u00fcr empfindliche Inhalte eignen. Wir haben die \u00f6konomische und \u00f6kologische Tragf\u00e4higkeit des Recyclings flexibler Lebensmittelverpackungen nachgewiesen und seine soziale Nachhaltigkeit bewertet. Mit diesen technologischen Innovationen wollen wir die Kreislaufwirtschaft in Europa voranbringen, die Recycling-Industrie st\u00e4rken und einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der PPWR-Ziele leisten\u201c<\/i>, sagt die Projektkoordinatorin Dr. Esra K\u00fcc\u00fckpinar vom Fraunhofer IVV. <i>\u201eInvestitionen und weitere Forschung sind jedoch erforderlich, um die CIRCULAR-FoodPack-Technologien in die industrielle Kreislauf-Wertsch\u00f6pfungskette zu implementieren und die Integration von PE PCR in Lebensmittelverpackungen weiter zu bewerten und zu verbessern.\u201c<\/i><\/p>\n<h3>Zum EU-Projekt CIRCULAR FoodPack<\/h3>\n<p>Das von der Europ\u00e4ischen Kommission gef\u00f6rderte Projekt CIRCULAR FoodPack ist im Juni 2021 gestartet. Bis November 2024 erhielt es rund 5,4 Mio. Euro an F\u00f6rdermittel aus Horizon 2020, dem vorherigen EU-Rahmenprogramm f\u00fcr Forschung und Innovation. Ziel des Projekts war es, innovative L\u00f6sungen f\u00fcr das Recycling komplexer mehrschichtiger Kunststoffverpackungen f\u00fcr Lebensmittel zu entwickeln. Am Projekt beteiligten sich 15 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz. Koordiniert wurde CIRCULAR FoodPack vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dreieinhalb Jahren intensiver Forschung hat das EU-Projekt CIRCULAR FoodPack neue Verfahren entwickelt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40625,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-40624","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40624"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40626,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40624\/revisions\/40626"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40625"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40624"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=40624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}