{"id":40741,"date":"2025-02-04T07:51:09","date_gmt":"2025-02-04T06:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40741"},"modified":"2025-02-02T12:52:27","modified_gmt":"2025-02-02T11:52:27","slug":"stimmung-und-lage-im-maschinen-und-anlagenbau-bleiben-angespannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40741","title":{"rendered":"Stimmung und Lage im Maschinen- und Anlagenbau bleiben angespannt \u00a0"},"content":{"rendered":"<p><strong>VDMA-Konjunkturerhebung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>VDMA: Tiefgreifende politische Reformen zur Unterst\u00fctzung der Unternehmen zwingend erforderlich<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gesch\u00e4ftsaussichten verbessern sich geringf\u00fcgig<\/strong><\/li>\n<li><strong>Lichtblicke in Nordamerika \u2013 Deutschland, China und EU bleiben eher schwach<\/strong><\/li>\n<li><strong>Leichter Personalabbau erwartet<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In den vergangenen Jahren hat Deutschland kontinuierlich an internationaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit verloren. Von der n\u00e4chsten Bundesregierung erwartet der Maschinen- und Anlagenbau daher Ma\u00dfnahmen, die die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des industriellen Mittelstands erh\u00f6hen. Dies zeigt sich auch in der aktuellen VDMA-Konjunkturerhebung: Jedes dritte Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau (35 Prozent) bewertet seine aktuelle Lage als schlecht oder sehr schlecht. So lautet das zentrale Ergebnis der Umfrage, an der 1021 VDMA-Mitgliedsunternehmen im Januar teilnahmen. Immerhin jedes f\u00fcnfte Unternehmen (22 Prozent) stuft die Lage als gut oder sehr gut ein. Ebenfalls etwa jedes f\u00fcnfte befragte Maschinenbauunternehmen (22 Prozent) rechnet damit, dass sich die Lage im n\u00e4chsten halben Jahr bessert. Doch die Zahl der Skeptiker ist nach wie vor hoch: Mit 63 Prozent der Nennungen erwarten fast zwei Drittel der Unternehmen eine gleichbleibende Situation.<\/p>\n<p>\u201eIm Vergleich zum letzten Erhebungszeitpunkt vor drei Monaten hat sich die Stimmung in den Unternehmen kaum ver\u00e4ndert. Unter dem Strich bewerten immer weniger Unternehmen die Lage als gut oder sehr gut. Der Standort Deutschland steht enorm unter Druck und \u00fcberdies wird anderen Absatzregionen mehr Wachstum und damit Nachfrage nach Maschinenbauerzeugnissen zugetraut\u201c, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Der VDMA fordert daher von der k\u00fcnftigen Bundesregierung schnelle und deutliche Reformen, um die Firmen zu entlasten. \u201eWir brauchen Anreize f\u00fcr Investitionen und niedrigere Kosten am Standort Deutschland. Konkret fordern wir einen international wettbewerbsf\u00e4higen Unternehmenssteuersatz von maximal 25 Prozent und einen ganz deutlichen Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung. Auch der Arbeitsmarkt muss sp\u00fcrbar flexibilisiert werden und marktwirtschaftlichen Leitprinzipien folgen. Es braucht ein echtes Upgrade unseres Standorts\u201d, fordert der VDMA-Chefvolkswirt.<\/p>\n<p><strong>2025 bleibt herausfordernd<\/strong><br \/>\nLaut Umfrage gab es einzig bei den Gesch\u00e4ftsaussichten erste, wenn auch kleine Lichtblicke. Der Anteil der Unternehmen, die eine abermalige Verschlechterung der Lage in den n\u00e4chsten sechs Monaten erwarten, ist auf 15 Prozent zur\u00fcckgegangen (Oktober 2024: 22 Prozent). Und mit Ausnahme des Inlandsmarkts schauen die Umfrageteilnehmer etwas positiver auf die Gesch\u00e4ftsentwicklung in wichtigen M\u00e4rkten, die USA eingeschlossen. Dennoch: \u201eNach einem f\u00fcr viele Maschinen- und Anlagenbauer eher mageren Jahr 2024 d\u00fcrfte auch 2025 herausfordernd werden\u201c, sagt Wiechers.<\/p>\n<p><strong>Auftragslage bleibt angespannt<\/strong><br \/>\nDie nominalen Umsatzerwartungen der Unternehmen best\u00e4tigen dies. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) erwartet eine nominale Umsatzsteigerung im laufenden Jahr, die meisten im Bereich von maximal 5 Prozent. Weitere 33 Prozent erwarten eine Stagnation ihrer Ums\u00e4tze. \u201eDie angespannte Auftragslage bleibt f\u00fcr viele Unternehmen das Kernproblem: 34 Prozent der Unternehmen stufen die eigene Auftragssituation mit Blick auf die n\u00e4chsten sechs Monate als gro\u00dfes oder sehr gro\u00dfes Risiko ein\u201c, sagt Wiechers. Die Unsicherheit spiegelt sich auch in der Investitionst\u00e4tigkeit der Unternehmen wider. Jedes zweite Unternehmen m\u00f6chte die nominalen Investitionen im laufenden Jahr steigern, rund ein Drittel erwartet aber eine Stagnation. \u201eIn einem von hoher Unsicherheit gepr\u00e4gten Gesch\u00e4ftsumfeld agieren viele Unternehmen weiterhin zur\u00fcckhaltend und halten sich mit Investitionen zur\u00fcck. Das sinkende Zinsniveau d\u00fcrfte im Jahresverlauf jedoch generell und damit auch im Maschinenbau f\u00fcr positive Impulse bei der Investitionst\u00e4tigkeit sorgen. Es fragt sich nur: wo?\u201d, sagt Wiechers.<\/p>\n<p><strong>Differenziertes Bild in den Absatzregionen<\/strong><br \/>\nPositiv sieht es insbesondere in Nordamerika aus. Etwa 42 Prozent der Unternehmen stufen dort ihre aktuellen Absatzchancen trotz oder wegen der j\u00fcngsten politischen Entwicklungen als gut oder sogar sehr gut ein (Oktober 2024: 34 Prozent). Nur 19 Prozent empfinden sie als schlecht oder sehr schlecht. Auch bei den Aussichten f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate sticht Nordamerika \u00fcberwiegend positiv hervor: Rund 37 Prozent erwarten, dass sich die Absatzchancen bessern (Oktober 2024: 31 Prozent), 12 Prozent sehen eine Verschlechterung in diesem Zeitraum. Deutlich skeptischer wird die Situation in Deutschland beurteilt. Mit 54 Prozent empfinden mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen ihre Absatzchancen als schlecht oder sehr schlecht (Oktober 2024: 51 Prozent). Lediglich 13 Prozent erwarten, dass sich die Situation in den n\u00e4chsten sechs Monaten bessert. Etwas besser wird die Entwicklung f\u00fcr die restliche EU (ohne Deutschland) gesehen. 57 Prozent stufen die aktuellen Absatzchancen als befriedigend ein, 29 Prozent als schlecht oder sehr schlecht. Aber auch mit Blick auf China sind die Einsch\u00e4tzungen verhaltener. Die aktuellen Absatzchancen f\u00fcr China empfinden 42 Prozent der Unternehmen als schlecht oder sehr schlecht und nur 19 Prozent als gut oder sehr gut. 58 Prozent erwarten eine gleichbleibende und 27 Prozent eine Verbesserung der Situation in den n\u00e4chsten sechs Monaten.<\/p>\n<p><strong>Leichter Personalabbau wahrscheinlich<\/strong><br \/>\nDie anhaltend herausfordernde wirtschaftliche Lage und die mageren Aussichten f\u00fchren dazu, dass sich rund ein Viertel der Unternehmen gezwungen sieht, personalpolitische Ma\u00dfnahmen zu ergreifen und in den n\u00e4chsten sechs Monaten Personal abzubauen. Nur 15 Prozent der Befragten m\u00f6chte die Stammbelegschaft ausweiten. Mit rund 60 Prozent erwartet jedoch die Mehrheit der Unternehmen eine gleichbleibend gro\u00dfe Stammbelegschaft. \u201eDie Unternehmen kennen die demografische Situation und sp\u00fcren den Fachkr\u00e4ftemangel. Sie werden versuchen, Entlassungen so weit als m\u00f6glich zu vermeiden. Dies erfolgt durch Abbau von Arbeitszeitkonten und Verzicht auf Zeitarbeiter. Ebenso werden ausscheidende Mitarbeitende nicht ersetzt sowie Kurzarbeit genutzt. Dennoch wird ein moderater Abbau der Stammbelegschaft in den n\u00e4chsten Monaten unter dem Strich voraussichtlich nicht zu verhindern sein\u201c, sagt Florian Scholl, Projektleiter der VDMA-Konjunkturerhebung und in der Volkswirtschaft und Statistik zust\u00e4ndig f\u00fcr die Arbeitsmarktstatistik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Jahren hat Deutschland kontinuierlich an internationaler Wettbewerbsf\u00e4higkeit verloren. 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