{"id":40784,"date":"2025-02-12T07:10:46","date_gmt":"2025-02-12T06:10:46","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40784"},"modified":"2025-02-08T16:13:24","modified_gmt":"2025-02-08T15:13:24","slug":"way2k-2025-monomaterialstrukturen-werden-immer-haeufiger-nachgefragt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40784","title":{"rendered":"Way2K 2025 \u201cMonomaterialstrukturen werden immer h\u00e4ufiger nachgefragt\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nInterview auf dem Weg zur K 2025 mit Markus Gschwandtner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Chief Sales Officer (CSO) bei Br\u00fcckner Maschinenbau<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Gschwandtner, wie gelingt es Br\u00fcckner, im zunehmenden internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bestehen?\u00a0<\/strong><br \/>\nDas schaffen wir durch Innovation. Wir verfolgen das Ziel, technologisch immer die Nase vorn zu haben. Der Wettbewerb ist tats\u00e4chlich intensiver geworden, neue Anbieter in unserem Branchensegment kommen vor allem aus den asiatischen L\u00e4ndern. Deshalb m\u00fcssen wir mit Innovation gegenhalten. Im Zentrum steht dabei unser Bereich Forschung und Entwicklung. Der ist bei uns relativ gro\u00df und wurde in der letzten Zeit noch weiter ausgebaut. Eine ganz besondere Rolle spielt dabei unser Technikum. Es ist in unserer Industrie das Technologiezentrum schlechthin. \u00dcber dieses Technikum sind alle namhaften Partner unserer Wertsch\u00f6pfungskette vereint. Vom Rohstoffhersteller bis zum Anwender, von Dow oder Total bis Pepsico, alle probieren ihre Neuerungen bei uns aus, testen, was geht und was nicht.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel geben?<\/strong><br \/>\nIn unserem Technikum werden zum Beispiel Strukturen getestet, die wir im Zuge der Umstellung auf die Kreislaufwirtschaft brauchen. Wir machen Versuche mit Monomaterialien bei Verpackungen, die \u00fcblicherweise aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Etwa einer Schale mit einem Deckel darauf. Die Entwicklung geht dahin, dieses Produkt blo\u00df aus einem Material herzustellen, damit man es sp\u00e4ter recyceln kann. Diese Monomaterialstrukturen werden heute immer h\u00e4ufiger nachgefragt. Die Kreislaufwirtschaft ist hier ganz klar der Treiber. Noch vor einigen Jahren war die Funktionalit\u00e4t das wichtigste Ziel. Eine Verpackung musste gut zu bedrucken sein, sie musste gute Barrierefunktionen haben und sie musste aus Gr\u00fcnden der Hygiene gut zu versiegeln sein. All das hatte man mit verschiedenen Materialien, unterschiedlichen Kunststoffen, aber auch Papier oder Aluminium erzielt. Der Trend, diesen Materialmix zu verringern, wurde ganz klar durch die EU-Regeln gepusht, mit der die Kreislaufwirtschaft angeschoben werden soll. Wir k\u00f6nnen in unserem Technikum zeigen, dass wir ein Produkt aus Monomaterial herstellen k\u00f6nnen, das zuvor aus f\u00fcnf und mehr Materialien bestand.<\/p>\n<p><strong>Wenn die Monomaterial-Produkte gut recyclingf\u00e4hig sind, sind die Rezyklate dann auch wieder f\u00fcr den Einsatz in Lebensmittelverpackungen geeignet?\u00a0<\/strong><br \/>\nBislang nur sehr eingeschr\u00e4nkt. Dazu braucht man eine Zulassung der Lebensmittel\u00fcberwachungsbeh\u00f6rden in den einzelnen L\u00e4ndern. Ein Food-Approval der amerikanischen FDA, zum Beispiel. Sehr wichtig ist neben dem Sammeln das Sortieren der Kunststoffe, um m\u00f6glichst sortenrein zu bleiben. Beim mechanischen Recycling werden die Kunststoffe zerkleinert, aufgeschmolzen, filtriert und wieder zu Rohstoffen verarbeitet. Hier ist es nicht sehr einfach, auch wieder das gleiche Food-Approval zu bekommen. Beim chemischen Recycling ist es sehr wohl der Fall. Dort kann es tats\u00e4chlich auch wieder in die gleiche Anwendung gehen.<\/p>\n<p><strong>Wie bekommen Sie das technische Personal, das Sie f\u00fcr Ihre Innovationen brauchen?<\/strong><br \/>\nDer Nachwuchs spielt bei uns eine sehr gro\u00dfe Rolle. Die Mitarbeiter, die schon lange bei uns sind, bringen nat\u00fcrlich ihre Erfahrung ein. Aber die neuen Mitarbeiter bringen neue Technologien mit und sie k\u00f6nnen damit auch umgehen. Zum Beispiel mit k\u00fcnstlicher Intelligenz. Damit wir diesen Nachwuchs bekommen, haben wir Partnerschaften mit Universit\u00e4ten und Hochschulen geschlossen. Junge Talente machen heute bei uns ihre Praktika, sie schreiben ihre Bachelor- und ihre Masterarbeiten bei uns. Diese gut ausgebildeten Leute kennen sich mit allen neuen Technologien sehr gut aus. Wenn sie erst einmal bei uns sind, f\u00fchren wir sie an unser Gesch\u00e4ft heran. Wir ziehen auch junge Leute in der dualen Ausbildung an. Immer mit dem Ziel, deren Wissen im Umgang aus anderen Bereichen auch bei Br\u00fcckner zu nutzen.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht es in Ihren internationalen Niederlassungen aus?<\/strong><br \/>\nWir haben dort mittlerweile auch hervorragenden Nachwuchs, vor allem in Indien und China. Die jungen Leute, die dort zu uns kommen, sind sehr gut ausgebildet. Sie verfeinern ihre technologischen Kenntnisse bei Br\u00fcckner auf den Baustellen unserer Kunden. Sie zeigen sehr viel Eigeninitiative. Und sie sind bereit, sich auf Kulturunterschiede einzulassen. Gleichzeitig hilft uns ihre l\u00e4nderspezifische Sichtweise dabei, unterschiedliche Gepflogenheiten und Bed\u00fcrfnisse unserer Kunden in diesen L\u00e4ndern besser zu verstehen und zu bedienen. Die neuen Mitarbeiter im In- und Ausland sind zusammen mit unserem Technikum der Garant daf\u00fcr, dass wir innovativ bleiben.<\/p>\n<p><strong>Spielen Kooperationen dabei auch eine Rolle?<\/strong><br \/>\nWir hatten in den letzten 50 Jahren immer mit Partnern zu tun. Die fr\u00fchen Innovationen kamen aus der Kooperation mit diesen Fertigungspartnern. Diese Partnerschaften haben wir ausgeweitet. Heute machen wir auch gemeinsame Projekte mit Forschungsinstituten wie Fraunhofer oder den Universit\u00e4ten in Rosenheim und Aachen, die wichtige Kunststoffforschung betreiben. Wieder ist hier unser Technikum der Dreh- und Angelpunkt. Ein gro\u00dfes Thema aktuell neben der Kreislaufwirtschaft sind dort biologische Rohstoffe, sowohl biologisch abbaubare als auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte.<\/p>\n<p><strong>Wohin entwickelt sich der Kunststoffmaschinenbau?\u00a0<\/strong><br \/>\nKunststoff hat eine gute Zukunft. Der Werkstoff hat unbestreitbar gro\u00dfe Vorteile. Er ist leicht, gut formbar, preisg\u00fcnstig und im Vergleich zu anderen Materialien wie Metallen oder Glas derjenige Wertstoff mit dem geringsten Carbon Footprint in der Herstellung. Wenn er dann auch noch recyclingf\u00e4hig wird, ist er der nachhaltigste \u00fcberhaupt. Das zu erreichen ist gro\u00dfenteils die Aufgabe des Kunststoffmaschinenbaus. Er hat daher auch eine gute Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das schaffen wir durch Innovation. Wir verfolgen das Ziel, technologisch immer die Nase vorn zu haben. 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