{"id":40846,"date":"2025-02-24T07:01:52","date_gmt":"2025-02-24T06:01:52","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40846"},"modified":"2025-02-13T11:03:53","modified_gmt":"2025-02-13T10:03:53","slug":"way2k-2025-wir-schaffen-fuer-den-kunden-einen-mehrwert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40846","title":{"rendered":"Way2K 2025 \u201cWir schaffen f\u00fcr den Kunden einen Mehrwert\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nInterview auf dem Weg zur K 2025 mit Georg Kiesl, General Manager bei Billion SAS<\/p>\n<p>Herr Kiesl, die wirtschaftliche Entwicklung verl\u00e4uft in gro\u00dfen Teilen Europas stockend. Sehen Sie dennoch Standortvorteile?<\/strong><br \/>\nDie Vorteile, die wir in Europa haben, allen voran in Frankreich und Deutschland, sind im Grunde die Vorteile, die den Mittelstand ausmachen. Einer davon ist seine gro\u00dfe Anpassungsf\u00e4higkeit. Wir sind sehr gut darin, Situationen zu erkennen und uns in sehr hohem Ma\u00df an den tats\u00e4chlichen Bedarf eines jeden Kunden anzupassen. Weitere Vorteile sind eine flexible Organisation und ein intaktes \u00d6kosystem im Kunststoffmaschinenbau. Das hei\u00dft, es gibt viele Unternehmen, die \u00e4hnlich aufgestellt sind und es gibt entsprechende Organisationen und Strukturen. Als Gesamtheit k\u00f6nnen wir dadurch sehr schnell neue Themen und Trends erkennen und uns darauf einstellen.<\/p>\n<p><strong>Wiegen diese Vorteile den Nachteil meist h\u00f6herer Kosten auf?<\/strong><br \/>\nIch glaube, ja. Wir verfolgen das Ziel, den Kundenbedarf bestm\u00f6glich zu befriedigen. Dadurch schaffen wir f\u00fcr ihn einen echten Mehrwert. Wenn wir diesen Fokus auf den Mehrwert auch in Zukunft halten, wird es f\u00fcr uns gut weitergehen. Wir bei Billion sehen zum Beispiel ganz klar, dass Standardprodukte nicht mehr gefragt sind. Der Kunde will Sondermaschinen, die auf seinen ganz konkreten Bedarf zugeschnitten sind. Und wir sind in der Lage, diese ganz speziellen Anforderungen zu erf\u00fcllen. Ein Blick zur\u00fcck auf die vergangenen zwei Jahre zeigt ganz klar, dass diese Mehrwert-Applikationen funktionieren. Und damit k\u00f6nnen wir uns im Wettbewerb sehr gut behaupten, auch im internationalen, auch mit China. Es geht eben nicht alles nur \u00fcber den Preis. Es geht um spezielle Applikationen, um Reaktionsschnelligkeit, Produktionseffizienz \u00fcber den gesamten Produktionszyklus hinweg. Wir haben einen Kunden, der produziert Kunststoffteile f\u00fcr Haushaltsger\u00e4te. Also Massenprodukte. Man k\u00f6nnte vermuten, dieser Kunde zieht preisg\u00fcnstige Maschinen aus Fernost unseren vor. Das tut er aber nicht. \u00a0Er hat uns gew\u00e4hlt, weil wir ihm einen Mehrwert bringen, wenn er sich seine gesamte Produktionskette ansieht und weil wir ihm nahe sind. Diese N\u00e4he wird auch heute noch hochgesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong>Wie ermitteln Sie den Mehrwert f\u00fcr den Kunden?\u00a0<\/strong><br \/>\nWir fragen uns, was wir ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, damit der Kunde aus seiner Standardanwendung herausfindet. Wir suchen nach Zusatzfunktionalit\u00e4ten und Zusatzeffizienzen. Wir fragen uns, ob wir Montageschritte vereinfachen k\u00f6nnen, wie wir Prozesse besser stabilisieren k\u00f6nnen, ob der Kunde besser mit anderen Materialien arbeiten k\u00f6nnte und wie wir unsere Maschinen darauf anpassen m\u00fcssen. Eine gro\u00dfe Rolle spielt dabei unsere Mehrkomponententechnik, das Sandwich-Verfahren. Das gibt es schon lange, aber heute bringt es immer mehr Kunden einen Mehrwert. Beispielsweise, wenn er Rezyklate verwenden will, die Oberfl\u00e4chen seiner Produkte aber absolut makellos sein m\u00fcssen. Wir verstecken dann quasi Rezyklate im Inneren eines Teils und umgeben es au\u00dfen mit Virgin Material. In einem anderen Anwendungsfall wollte ein Kunde Dachziegel aus Polypropylen durch Zugabe eines teuren Additivs besser gegen UV-Strahlung sch\u00fctzen. Mithilfe des Sandwich-Verfahrens verwendet er die Additive nun nur in der Au\u00dfenschicht. Im Inneren bringt er nur Polypropylen ein.<\/p>\n<p><strong>Wie halten Sie Ihre Produktionskosten in Schach?<\/strong><br \/>\nWir haben einen Plattformansatz. Wir haben nach wie vor unsere Grund-Maschinen, eine vollelektrische Maschine und zwei Arten von hydraulischen Maschinen. Diese Maschinen sind aber sehr anpassungsf\u00e4hig. Ein gro\u00dfer Teil der Maschine ist leicht reproduzierbar, etwa das Chassis, die Schlie\u00dfe, die Einspritzeinheit. Aber alles andere k\u00f6nnen wir individuell gestalten. Durch den Plattformansatz haben wir auf der einen Seite die M\u00f6glichkeit, jede Maschine an den Kunden anzupassen, auf der anderen Seite spielen wir trotzdem in einem preislich kompetitiven Rahmen. Das ist zwingend notwendig. Denn der Kunde muss sich den Mehrwert auch leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>H\u00e4lt die Dynamik der Kreislaufwirtschaft an?\u00a0<\/strong><br \/>\nDie Kreislaufwirtschaft hat inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht. Auf der K 2022 ging es vor allem darum, die neuen Technologien vorzustellen. Diese Technologien sind inzwischen viel ausgereifter. Jetzt spricht man mehr dar\u00fcber, wie und wo man diese Technologien nutzbringend einsetzen kann. Das ist nicht ganz so spektakul\u00e4r, deshalb h\u00f6rt man das Wort Kreislaufwirtschaft auch nicht so h\u00e4ufig wie vor drei Jahren. Der Grundgedanke aber, von einer linearen Wirtschaft zu einem Kreislauf zu kommen, der gewinnt immer weiter an Bedeutung. Das sehen wir sehr gut in unserem Technikum, wo rund drei Viertel aller Versuche das Sandwich-Verfahren betreffen. Da geht es um den Einsatz verschiedenster Rezyklate und auch um die Einsparung wertvoller Ressourcen.<\/p>\n<p><strong>Wie sehen Sie die Zukunft des Kunststoffs?<\/strong><br \/>\nKunststoff wird in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Der Klimawandel, die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung unserer Zeit, kann ohne Kunststoff nicht bek\u00e4mpft werden. Nehmen wir die Elektromobilit\u00e4t als Beispiel, die ja zu einer Verkleinerung des CO2-Fu\u00dfabdrucks f\u00fchren soll: Die daf\u00fcr n\u00f6tigen K\u00fchlungssysteme, Batterien oder Batterietr\u00e4ger sind nur mit Kunststoff wirtschaftlich machbar. \u00dcberdies hat Kunststoff gegen\u00fcber vielen Materialien gro\u00dfe Vorteile: Er ist leicht, wiederverwertbar und der Energieaufwand zu seiner Herstellung ist niedriger. Den Kunststoff sollte man also aus einer Makroperspektive betrachten. Dann werden seine Vorteile schnell deutlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorteile, die wir in Europa haben, allen voran in Frankreich und Deutschland, sind im Grunde die Vorteile&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40847,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-40846","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40846"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40848,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40846\/revisions\/40848"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40846"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=40846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}