{"id":40889,"date":"2025-03-03T07:38:36","date_gmt":"2025-03-03T06:38:36","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=40889"},"modified":"2025-02-27T12:40:07","modified_gmt":"2025-02-27T11:40:07","slug":"leitthema-der-k-2025-embracing-digitalisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=40889","title":{"rendered":"Leitthema der K 2025: \u201eEmbracing Digitalisation\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Potenzial nutzen, Herausforderungen angehen, Zukunft gestalten: Wie Digitalisierung und KI die Kunststoffbranche voranbringen<\/p>\n<p><\/strong>Die K 2025, weltweit f\u00fchrende Fachmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie, hat es sich zur Aufgabe gemacht, vom 8. bis 15. Oktober in D\u00fcsseldorf zentrale Herausforderungen unserer Zeit aufzugreifen und konkrete L\u00f6sungen zu pr\u00e4sentieren. Dies spiegeln auch ihre Leitthemen wieder. Eines davon lautet \u201eEmbracing Digitalisation\u201c.<\/p>\n<p>Die Kunststoffindustrie steht weltweit vor gro\u00dfen wirtschaftlichen und regulatorischen Umbr\u00fcchen. Steigender Wettbewerbsdruck, strengere Umweltauflagen und h\u00f6here Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft erh\u00f6hen den Innovationsdruck. Die fortschreitende Digitalisierung bietet hier neue M\u00f6glichkeiten, effizienter und nachhaltiger zu produzieren. Automatisierte Prozesse, datenbasierte Steuerungssysteme und intelligente Vernetzung erleichtern bereits heute in vielen Unternehmen die Anpassung an strengere Vorgaben. Einen Hinweis auf den zunehmenden Digitalisierungsgrad gibt der Digitalisierungsindex 2024 des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), wonach die deutsche Wirtschaft in den letzten f\u00fcnf Jahren um rund 14 Prozent digitaler geworden ist. Besonders stark gestiegen ist die Kategorie \u201eProzesse\u201c, die sowohl den digitalen Reifegrad der unternehmensinternen Abl\u00e4ufe als auch die Vernetzung mit externen Partnern abbildet.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) gilt dabei als entscheidender Meilenstein. Laut einer Bitkom-Studie sehen 78 Prozent der befragten Industrieunternehmen KI als entscheidend f\u00fcr ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit an, w\u00e4hrend mehr als die H\u00e4lfte zun\u00e4chst die Erfahrungen anderer abwartet. Gleichzeitig fehlen 48 Prozent die notwendigen KI-Kompetenzen und 91 Prozent fordern weniger regulatorische H\u00fcrden, um KI-Innovationen nicht auszubremsen. Diese Zahlen unterstreichen, dass zwar ein breiter Konsens \u00fcber die Bedeutung der Digitalisierung besteht, viele Betriebe aber bei der praktischen Umsetzung z\u00f6gern.<\/p>\n<p><strong>Digitale Schl\u00fcsseltechnologien: Vernetzung und IoT<\/p>\n<p><\/strong>Die digitale Steuerung und Vernetzung von Maschinen ist die Basis f\u00fcr neue Technologien. \u201eIm Kunststoffmaschinenbau wird schon seit \u00fcber 40 Jahren automatisiert. Jetzt gehen fast alle den Schritt weiter und setzen auf Digitalisierung\u201c, sagt Ulrich Reifenh\u00e4user, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der K in D\u00fcsseldorf. Cyber-Physische Systeme (CPS) und das Internet der Dinge (IoT) erm\u00f6glichen es, Produktionsdaten l\u00fcckenlos zu erfassen und in Echtzeit auszuwerten. Sensoren \u00fcberwachen zum Beispiel Temperatur, Durchfluss oder Werkzeuginnendr\u00fccke und leiten die Werte an Cloud-Anwendungen weiter. Ein wichtiger Kommunikationsstandard ist dabei OPC UA, der einen sicheren und hersteller\u00fcbergreifenden Datenaustausch erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Die steigende Datenmenge f\u00fchrt zu Fragen der Datennutzung. Laut der Industrieverb\u00e4nde hat der sogenannte \u201aEU Data Act\u2018 hierzu mittlerweile Klarheit geschaffen. Das neue Datengesetz verpflichtet die Maschinenhersteller, die im Betrieb anfallenden Daten dem Nutzer der Maschine auf einfache und verst\u00e4ndliche Art maschinenlesbar zur Verf\u00fcgung zu stellen. Gleichzeitig r\u00fcckt die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) in den Fokus, denn durch Echtzeitanalysen k\u00f6nnen Abweichungen fr\u00fchzeitig erkannt und ungeplante Stillst\u00e4nde reduziert werden.<\/p>\n<p><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz und Automatisierung<\/p>\n<p><\/strong>KI verleiht digitalen Prozessen eine neue Dynamik, indem selbstlernende Algorithmen gro\u00dfe Datenmengen analysieren und Prozesse flexibel optimieren. \u201eKI und Digitalisierung sind ein Game-Changer f\u00fcr die Kreislauff\u00fchrung von Kunststoffen. Vollautomatisierte Produktionsprozesse, digitale Produktp\u00e4sse und Simulationen erm\u00f6glichen optimierte Arbeitsabl\u00e4ufe und helfen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette, Ressourcen einzusparen\u201c, sagt Dr. Alexander Kronimus, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von PlasticsEurope Deutschland, in einem Brancheninterview.<\/p>\n<p>Maschinelles Lernen beschleunigt dar\u00fcber hinaus Entwicklungszyklen und verbessert die Prozesssteuerung. Digitale Zwillinge gehen noch einen Schritt weiter: Sie bilden reale Produktionslinien virtuell ab und liefern strukturierte Informationen \u00fcber die gesamte Maschinenauslastung. Dar\u00fcber hinaus bieten sie die M\u00f6glichkeit, Maschinendaten und Informationen strukturiert und maschinenlesbar \u00fcber die gesamte Lebensdauer abzuspeichern. Digitale Zwillinge sollen sich auch f\u00fcr die Anforderungen des Digitalen Produktpasses (DPP) eignen, der mit der im Juli 2024 in Kraft getretenen \u00d6kodesign-Verordnung der EU (ESPR) eingef\u00fchrt wurde. Diese virtuellen Abbilder realer Produktionsanlagen beschleunigen Entwicklungsphasen und erleichtern Wartungsstrategien.<\/p>\n<p><strong>Optische Qualit\u00e4tskontrolle &amp; KI-gest\u00fctzte Sortierung<\/p>\n<p><\/strong>Im Bereich der Qualit\u00e4tssicherung unterst\u00fctzen Kamerasysteme und KI-basierte Bildverarbeitung die Produktionsprozesse. Sie erkennen Formabweichungen, Oberfl\u00e4chenfehler oder Materialverunreinigungen w\u00e4hrend der Herstellung und sorgen f\u00fcr ein konsistentes Qualit\u00e4tsniveau. Diese Technologien erm\u00f6glichen eine fr\u00fchzeitige Fehlererkennung, wodurch Ausschuss reduziert und Ressourcen effizienter genutzt werden.<\/p>\n<p>Im Zuge versch\u00e4rfter Umweltauflagen und wachsender Kundenanspr\u00fcche r\u00fcckt ebenso die Kreislauff\u00e4higkeit von Kunststoffen in den Mittelpunkt. KI-gest\u00fctzte Sortiersysteme mit Nahinfrarot-Sensorik (NIR) identifizieren verschiedene Kunststoffarten, trennen hochwertige Rezyklate von Verunreinigungen und verbessern die Recyclingqualit\u00e4t. Dies erh\u00f6ht die Wiederverwertungsrate und tr\u00e4gt zur Umsetzung regulatorischer Vorgaben bei.<\/p>\n<p>Digitale Systeme sind zudem eng mit dem DPP verkn\u00fcpft, der umfassende Informationen \u00fcber verwendete Rohstoffe, Produktionsprozesse und Recyclingwege liefert. Diese Technologien unterst\u00fctzen Unternehmen dabei, geschlossene Materialkreisl\u00e4ufe zu etablieren, die Umweltbelastung zu reduzieren und die Anforderungen der ESPR zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen und Fachkr\u00e4ftemangel<\/p>\n<p><\/strong>Trotz zahlreicher Vorreiterprojekte stockt der Fortschritt in vielen Unternehmen, vor allem im Mittelstand. \u201eViele kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen haben noch nicht hinreichend in die Digitalisierung investiert, da dies mit erheblichen Kosten verbunden ist und eine spezifische Kompetenz voraussetzt\u201c, berichtet Mauritius Schmitz vom Institut f\u00fcr Kunststoffverarbeitung (IKV) gegen\u00fcber der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK). Eine weitere H\u00fcrde ist der Mangel an Fachkr\u00e4ften. Wer Automatisierung, KI und IoT-Technologien einf\u00fchren will, braucht Spezialisten f\u00fcr Datenanalyse und IT-Sicherheit. Dieser Personal- und Wissensmangel bremst mitunter die Umsetzung, selbst wenn die technischen L\u00f6sungen bereits vorhanden sind. AR-Brillen (Augmented Reality) k\u00f6nnen hier Abhilfe schaffen, indem sie Wartungshinweise oder Schulungsinhalte direkt in das Sichtfeld der Mitarbeiter einblenden. So k\u00f6nnen Wartungs- und Einweisungsprozesse beschleunigt werden, ohne dass immer externe Experten vor Ort sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Fazit &amp; Ausblick<\/p>\n<p><\/strong>Die Digitalisierung erweist sich als Katalysator f\u00fcr eine nachhaltigere und effizientere Kunststoffindustrie. Vernetzte Produktionssysteme erm\u00f6glichen eine Optimierung in Echtzeit, wodurch Ausschussraten gesenkt und Marktschwankungen souver\u00e4ner abgefedert werden k\u00f6nnen. Gleichzeitig k\u00f6nnen neue Gesch\u00e4ftsmodelle entwickelt werden, beispielsweise durch digitale Plattformen und Wartungsdienste. Eine gro\u00dfe Rolle wird dabei jedoch die Finanzierung spielen. Laut dem Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) liegen die Innovationsaufwendungen der Kunststoffindustrie bei 2,2 Milliarden Euro, was lediglich 1,65 Prozent der Innovationsaufwendungen des gesamten Verarbeitenden Gewerbes entspricht. Gleichzeitig weist das ZEW darauf hin, dass 63 Prozent der Unternehmen der Branche Produkt- oder Prozessinnovationen durchf\u00fchren, was \u00fcber dem Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes von 57 Prozent liegt. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Wille zur Innovation vorhanden ist, es aber finanzieller und personeller Ressourcen bedarf, um Digitalisierungsprojekte konsequent umzusetzen.<\/p>\n<p>Welch enormes Potential die Digitalisierung f\u00fcr die Kunststoffbranche bietet wird auf der K 2025 sowohl an den \u00fcber 3.000 Ausstellerst\u00e4nde zu sehen sein, als auch in den verschiedenen Specials aufgezeigt, die gleicherma\u00dfen\u00a0 die Herausforderungen diskutieren, allen voran die offizielle Sonderschau der K \u201ePlastics Shape the Future\u201c, organisiert von Plastics Europe Deutschland oder auch das VDMA Forum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die K 2025, weltweit f\u00fchrende Fachmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie, hat es sich zur Aufgabe gemacht&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24394,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-40889","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40889"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40889\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40890,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40889\/revisions\/40890"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/24394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40889"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=40889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}