{"id":41041,"date":"2025-03-26T07:59:44","date_gmt":"2025-03-26T06:59:44","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=41041"},"modified":"2025-03-21T14:02:11","modified_gmt":"2025-03-21T13:02:11","slug":"betriebsstart-einer-wissenschaftlichen-versuchsanlage-fuer-ki-basierte-automatisierung-in-der-produktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=41041","title":{"rendered":"Betriebsstart einer wissenschaftlichen Versuchsanlage f\u00fcr KI-basierte Automatisierung in der Produktion"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Forschungsprojekt <\/strong><strong>der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t\/Universit\u00e4t der Bundeswehr zusammen mit BBG und Weidm\u00fcller<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei BBG ist vor Kurzem eine wissenschaftliche Versuchsanlage f\u00fcr Anwendungen im industriellen Umfeld auf Basis K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) in Betrieb gegangen. Ihren Einsatz zeigt das Unternehmen am Beispiel einer Produktionsanlage zur Veredelung von Automobilglas mit Polyurethan.<\/p>\n<p>Beteiligt am Projekt \u201eEKI &#8211; Engineering f\u00fcr die KI-basierte Automation in Produktionsumgebungen\u201c ist die Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t\/Universit\u00e4t der Bundeswehr in Hamburg (HSU). Die Forschungsarbeit wird durch dtec.bw \u2013 Zentrum f\u00fcr Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr gef\u00f6rdert. dtec.bw wird von der Europ\u00e4ischen Union \u2013 NextGenerationEU finanziert.<\/p>\n<p>Untersucht wird das Thema am Beispiel einer vollautomatischen Anlage zum Umgie\u00dfen von Gl\u00e4sern mit Polyurethan (PUR) am Unternehmenssitz von BBG in Mindelheim. Die vollautomatische Anlage verf\u00fcgt \u00fcber drei Roboter, mehrere Kameras zur \u00dcberpr\u00fcfung einzelner Prozessschritte und mehr als 200 Sensoren zur Prozessdatenerfassung.<\/p>\n<p>Der Ablauf gliedert sich in einzelne Arbeitsschritte und Stationen, die jeweils \u00fcber eigene dezentrale Steuerungen verf\u00fcgen, die wiederum mit einer zentralen Steuerung vernetzt sind. Bei einem Produktwechsel muss lediglich das Werkzeug getauscht werden. Da dieses \u00fcber RFID erkannt wird, passen sich s\u00e4mtliche Einstellungen und Vorgaben automatisch f\u00fcr die Produktion des neuen Produkts an. Das Umr\u00fcsten der Anlage ist so jederzeit zuverl\u00e4ssig und in k\u00fcrzester Zeit m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Vollautomatisierte Abl\u00e4ufe bei hoher Qualit\u00e4t und Variantenvielfalt<\/strong><\/p>\n<p>BBG, Systempartner f\u00fcr die Kunststoff verarbeitende Industrie und Spezialist f\u00fcr die Verarbeitung von PUR und Composites, zeichnet als Generalunternehmer f\u00fcr die Entwicklung, Installation, Inbetriebnahme und Betriebsbereitschaft der Versuchsanlage verantwortlich. Urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Bearbeitung von Gl\u00e4sern konzipiert, l\u00e4sst sich das entwickelte Konzept mit angepassten Modulen auch f\u00fcr andere Fertigungsverfahren, beispielsweise zur Herstellung von Compositebauteilen, nutzen.<\/p>\n<p><strong>KI-Algorithmen werden in Produktion auf Tauglichkeit gepr\u00fcft<\/strong><\/p>\n<p>Wissenschaftler der HSU wollen die Anlage 2025 und 2026 nutzen, um ausreichend Daten zu sammeln und damit die unterschiedlichen KI-Algorithmen in der Produktion auf ihre Praxistauglichkeit hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. Dabei werden KI-Modelle f\u00fcr einzelne Anwendungsf\u00e4lle trainiert. Diese sollen beispielsweise die Qualit\u00e4t einzelner Produktionsschritte \u00fcberpr\u00fcfen und Abweichungen automatisch korrigieren.<\/p>\n<p>Ein zentraler Bestandteil ist die umfassende Aufnahme von Prozessparametern w\u00e4hrend der Produktion und ihre zentrale Speicherung. Mit Hilfe der optischen Aufnahmen und den KI gest\u00fctzten Auswertungsverfahren werden Produktionsfehler in Echtzeit erkannt und nachbearbeitet. Ein weiteres Ziel ist es, auf Basis datengetriebener Optimierungen die Produktionseffizienz zu steigern. Zus\u00e4tzlich soll die KI anhand der Daten die Notwendigkeit einer vorbeugenden Wartung bedarfsgerecht erkennen und entsprechend anzeigen. Damit wird vor dem Eintreten einer eventuellen St\u00f6rung die n\u00f6tige Wartung durchgef\u00fchrt und damit ein Produktionsstillstand der Anlage vermieden.<\/p>\n<p><strong>BBG-Kunden profitieren von KI-gest\u00fctzter Automatisierung<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Realisierung der Anlage hat BBG auf die Unterst\u00fctzung durch weitere Partnerfirmen zur\u00fcckgegriffen. Hierzu z\u00e4hlen Experten aus der PUR-Verarbeitung, der Lufttechnik, Robotik, Optik und Sensorik.<\/p>\n<p>Die umfangreichen Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern wird BBG f\u00fcr seinen eigenen Maschinen- und Anlagenbau nutzen und Kunden hiervon profitieren lassen.<\/p>\n<p><strong>Vollautomatischer Ablauf<\/strong><\/p>\n<p>Umgossen werden auf der Testanlage momentan verschiedene Fahrzeugverglasungen. Sie erhalten individuelle RFID-Smartlabels, die mit einer eindeutigen Nummer kodiert werden. Da der RFID-Chip im Bauteil umgossen wird, kann anhand der gespeicherten Prozessdaten auch im eingebauten Zustand nachvollzogen werden, unter welchen Bedingungen es produziert wurde.<\/p>\n<p>Bereitgestellt werden die Gl\u00e4ser in einem drehbaren Glasrack, welches au\u00dferhalb der umz\u00e4unten Anlage beladen werden kann. Ein Roboter im Innenraum entnimmt eine Scheibe und positioniert sie in einer Zentriereinheit.<\/p>\n<p>Nach dem Zentrieren wird an der n\u00e4chsten Station der Primer aufgetragen. Dabei f\u00fchrt der Roboter die Glasscheibe an der Auftragseinheit entlang, wobei die Auftragsmenge gemessen und ihre gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung optisch gepr\u00fcft und gegebenenfalls automatisch korrigiert wird. Anschlie\u00dfend legt der Roboter das Glas in einem Abl\u00fcftturm ab, wo der Haftvermittler reagiert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen bereitet ein kompakter Roboter das Werkzeug in einem Formentr\u00e4ger vom Typ BFT-P V9 f\u00fcr das Umgie\u00dfen des Bauteils vor. Eine am Roboterarm angebrachte Kamera \u00fcberpr\u00fcft die korrekte Ausf\u00fchrung des Reinigungsvorgangs, die hierbei aufgenommenen Bilder werden als Prozessdaten zur jeweiligen Glasscheibe gespeichert. \u00dcberwacht wird neben dem richtigen Sitz von Einlegeteilen die G\u00fcte des Trennmittelauftrags. Auch diese Informationen werden als Prozessdaten gespeichert.<\/p>\n<p>Ein Roboter holt aus dem Abl\u00fcftturm ein fertig abgel\u00fcftetes Glas und legt es in dem ge\u00f6ffneten Werkzeug ab. Nach dem Schlie\u00dfen des Formentr\u00e4gers wird es mit PUR umgossen. Sobald die Reaktionszeit beendet ist, entnimmt er das Bauteil und bringt es zur Trimmstation. Dort werden Grate und PUR-Reste entfernt.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kontrolliert ein Laser die Kontur des Bauteils. Bei Korrekturbedarf wird es nochmals nachgetrimmt, bis kein Grat mehr erkennbar ist. Gutteile legt der Roboter f\u00fcr die weitere Verwendung in einem Glasrack ab.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Kunden von BBG sind weltweit t\u00e4tig<\/strong><\/p>\n<p>Die BBG GmbH &amp; Co. KG ist ein internationaler Systempartner f\u00fcr die Kunststoff verarbeitende Industrie mit eigenem Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbau. Neben vollst\u00e4ndigen Produktionsanlagen konzipiert, entwickelt und fertigt BBG Werkzeuge f\u00fcr das Verarbeiten von Polyurethan (PUR), PVC, TPE und anderen Elastomeren sowie f\u00fcr eine breite Palette an Faserverbundmaterialien. L\u00f6sungen f\u00fcr den Leichtbau, das Verarbeiten von Composites und die Fertigung von Faserverbund-Bauteilen in zahlreichen Industriezweigen bilden weitere wichtige Schwerpunkte.<\/p>\n<p>Das von Hans Brandner gef\u00fchrte Familienunternehmen aus Mindelheim im Allg\u00e4u beliefert seine Kunden weltweit, wobei der nordamerikanische Markt neben Europa und Asien eine wichtige Rolle spielt. Es ist mit eigenen Tochtergesellschaften in China, den USA und Mexiko vertreten. 2024 erwirtschaftete die Gruppe mit rund 170 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz in H\u00f6he von 27 Mio. \u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei BBG ist vor Kurzem eine wissenschaftliche Versuchsanlage f\u00fcr Anwendungen im industriellen Umfeld auf Basis K\u00fcnstlicher Intelligenz&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41042,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-41041","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41041"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41043,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41041\/revisions\/41043"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/41042"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41041"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=41041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}