{"id":41101,"date":"2025-04-03T07:41:45","date_gmt":"2025-04-03T05:41:45","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=41101"},"modified":"2025-03-28T12:43:29","modified_gmt":"2025-03-28T11:43:29","slug":"buerokratiekosten-belasten-kleinere-unternehmen-im-industriellen-mittelstand-erheblich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=41101","title":{"rendered":"B\u00fcrokratiekosten belasten kleinere Unternehmen im industriellen Mittelstand erheblich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Folgestudie aus dem Maschinen- und Anlagenbau zeigt, dass die Gesamtbelastung durch Regulierung (inklusive EU-B\u00fcrokratie) f\u00fcr kleine Firmen h\u00f6her ausf\u00e4llt als die Bruttoumsatzrendite.<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fcrokratische Pflichten belasten kleine Unternehmen im industriellen Mittelstand erheblich, ihre Kosten k\u00f6nnen sogar die j\u00e4hrliche Bruttoumsatzrendite von durchschnittlich 5,5 Prozent \u00fcbertreffen. Vor gut zwei Jahren hatte das Institut f\u00fcr Mittelstandsforschung (IfM) Bonn im Auftrag der IMPULS-Stiftung des VDMA erstmals die B\u00fcrokratiekosten analysiert, die allein durch Regelungen auf Bundesebene entstehen. Dies wurde anhand von Tiefenschnitten in drei Unternehmen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe vollzogen, die f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau typisch sind. Seinerzeit war eine Belastung von rund 3 Prozent des Jahresumsatzes f\u00fcr kleinere Unternehmen ermittelt worden \u2013 das entspricht in etwa dem Anteil der j\u00e4hrlichen Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung von kleinen und mittelgro\u00dfen Firmen im Maschinen- und Anlagenbau.<\/p>\n<p>In einer Folgestudie wurden nun auch die Belastungen auf Landes- und kommunaler Ebene sowie die durch die EU verursachten B\u00fcrokratiekosten einbezogen. Dabei ergab sich f\u00fcr das kleinste Unternehmen (150 Besch\u00e4ftigte, 35 Millionen Euro Jahresumsatz) eine Belastung von 2,18 Millionen Euro \u2013 umgerechnet 6,3 Prozent vom Umsatz. Dies entspricht dem durchschnittlichen Gehalt von 34 in Vollzeit arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. F\u00fcr die beiden gr\u00f6\u00dferen Firmen fiel die j\u00e4hrliche Kostenbelastung mit 1,3 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent des Umsatzes zwar niedriger aus, aber auch diese Summe bedeutet umgerechnet eine Belastung von 58 und 24 Mitarbeitenden in Vollzeit.<\/p>\n<p>\u201eRund 85 Prozent der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland sind kleine Unternehmen mit weniger als 250 Besch\u00e4ftigten. F\u00fcr sie ist eine B\u00fcrokratiebelastung von \u00fcber 6 Prozent des Umsatzes nicht tragbar\u201d, sagt VDMA-Pr\u00e4sident Bertram Kawlath.\u00a0 \u201eAber die b\u00fcrokratische Belastung ist f\u00fcr alle Firmen immens. Unternehmen m\u00fcssen oft hochqualifizierte Mitarbeitende bis hin zur Leitungsebene aus produktiven T\u00e4tigkeiten abziehen, um die b\u00fcrokratischen Aufgaben aus Berlin und Br\u00fcssel zu erf\u00fcllen. \u00a0Problem sind aber nicht nur die unmittelbaren Kosten, B\u00fcrokratie l\u00e4hmt auch Prozesse und Innovation. Angesichts von absehbarem Fachkr\u00e4ftemangel und globalem Technologiewettlauf ist dies fatal\u201c, betont Kawlath.<\/p>\n<p>Auch wenn knapp ein Drittel der b\u00fcrokratischen Vorgaben auf EU-Entscheidungen zur\u00fcckgehen, beruht die \u00fcberbordende B\u00fcrokratiebelastung in Deutschland vor allem auf Gesetzesvorgaben des Bundes (66 Prozent). Regulierungen seitens der Bundesl\u00e4nder (4,5 Prozent) bzw. der Kommunen (1,3 Prozent) fallen hingegen kaum ins Gewicht. Insgesamt wurden 3900 Vorgaben identifiziert, die die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in ihrer \u00fcblichen Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die meisten bundesdeutschen Vorgaben m\u00fcssen die Unternehmen im Bereich Klima- und Umweltschutz (27 Prozent) erf\u00fcllen, gefolgt von Regulierungen aus den Bereichen Finanzen, Steuern und Zoll (21,5 Prozent). Der h\u00f6chste finanzielle und personelle Ressourcenaufwand wird hingegen verursacht durch die Vorgaben in den Bereichen Arbeitsschutz bzw. Finanzen, Steuern und Zoll. \u201eDie \u00fcberm\u00e4\u00dfige B\u00fcrokratiebelastung entstand in den vergangenen Jahren aber auch dadurch, dass EU-Richtlinien im nationalen Recht nochmals durch zus\u00e4tzliche Vorgaben versch\u00e4rft wurden. Ein klassisches Beispiel hierf\u00fcr ist die Datenschutzgrundverordnung, die in Deutschland 99 Artikel und 173 erl\u00e4uternde Erw\u00e4gungsgr\u00fcnde umfasst. J\u00fcngere Beispiele sind das Lieferkettensorgfaltsgesetz und die Nachhaltigkeitsberichterstattung&#8221;, erl\u00e4utert Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Welter, Pr\u00e4sidentin des IfM Bonn und Professorin an der Universit\u00e4t Siegen. Aufgrund ihrer Gesch\u00e4ftsbeziehungen treffen diese Versch\u00e4rfungen besonders kleinere Unternehmen, auch wenn sie teilweise in Gesetzesvorgaben explizit ausgenommen wurden.<\/p>\n<p>Das IfM Bonn empfiehlt daher folgende Ma\u00dfnahmen zum B\u00fcrokratieabbau, die vom VDMA unterst\u00fctzt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>ressort\u00fcbergreifende Praxischecks und bessere Beteiligung f\u00fcr eine bessere Rechtsetzung,<\/li>\n<li>das Ausmustern von Rechtsvorschriften im Bundesarbeitsministerium und Bundesfinanzministerium,<\/li>\n<li>\u201eOne In One Out\u201c auch f\u00fcr Vorgaben aus Br\u00fcssel,<\/li>\n<li>weitere B\u00fcrokratieentlastungsgesetze,<\/li>\n<li>\u201eWhite Lists\u201c f\u00fcr Gesetze wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und das Hinweisgeberschutzgesetz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der VDMA wird sich in seiner politischen Arbeit daf\u00fcr einsetzen, dass insbesondere die Ministerien wie das Bundesarbeitsministerium und das Bundesumweltministerium, aus denen viele b\u00fcrokratische Vorgaben kommen, ihren Beitrag leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcrokratische Pflichten belasten kleine Unternehmen im industriellen Mittelstand erheblich, ihre Kosten k\u00f6nnen sogar die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-41101","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41101"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41101\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41102,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41101\/revisions\/41102"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41101"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=41101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}