{"id":41150,"date":"2025-04-17T07:46:17","date_gmt":"2025-04-17T05:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=41150"},"modified":"2025-04-12T19:18:56","modified_gmt":"2025-04-12T17:18:56","slug":"plasmatechnologie-macht-kunststoffe-wertvoller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=41150","title":{"rendered":"Plasmatechnologie macht Kunststoffe wertvoller"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview auf dem Weg zur K 2025 mit Lukas Buske, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Plasmatreat GmbH<\/strong><\/p>\n<p>Herr Buske, inwiefern tr\u00e4gt die Plasmatechnologie dazu bei, Kunststoff als Wertstoff zu erkennen?<br \/>\nKunststoff ist ein vielseitiger Werkstoff und in vielen Industrien unverzichtbar. Viele Kunststoffe sind aber von Natur aus wasserabweisend, also hydrophob, sodass Farben, Lacke oder Klebstoffe schlecht haften. Besonders Recycling-Kunststoffe, die oft aus Materialmischungen bestehen, sind schwer zu verarbeiten. Durch Oberfl\u00e4chenvorbehandlung mit Openair-Plasma ist es zum Beispiel auch m\u00f6glich, eine stabile und langzeitbest\u00e4ndige Haftung von Polyurethan-Beschichtungen auf Polypropylen, also PP, zu realisieren. Auch Recycling-Kunststoffe gewinnen durch diese Vorbehandlungsmethode an Qualit\u00e4t und k\u00f6nnen teurere Hochleistungskunststoffe teilweise ersetzen und neue Materialkombinationen erm\u00f6glichen. So macht die Plasmatechnologie Kunststoffe wertvoller, steigert ihre Wiederverwertbarkeit, reduziert CO2-Emissionen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung.<\/p>\n<p><strong>Wie hilft sie, den CO2-Fu\u00dfabdruck zu verringern?<\/strong><br \/>\nDie Plasmatechnologie bietet eine umweltfreundliche Alternative zu herk\u00f6mmlichen Vorbehandlungsmethoden. Im Gegensatz zu Verfahren wie dem Auftragen l\u00f6semittelhaltiger Primer, Beflammung, \u00c4tzen oder Sandstrahlen kommt unsere Openair-Plasma Technologie ohne chemische Zus\u00e4tze, teure Gase oder wasserintensive Prozesse aus. F\u00fcr die Plasmaerzeugung werden meist nur Druckluft und Strom ben\u00f6tigt. Dadurch entfallen nicht nur umweltsch\u00e4dliche Emissionen, sondern auch der Verbrauch von Ressourcen wie Wasser oder L\u00f6sungsmitteln. Zudem erfolgt die Behandlung als trockener, pr\u00e4ziser und automatisierter Inline-Prozess. Das reduziert Handlingzeiten sowie Lager- und Transportaufwand. Man spart dadurch zus\u00e4tzliche Energie und senkt die CO\u2082-Emissionen entlang der gesamten Produktionskette.<\/p>\n<p><strong>Welche neuen M\u00e4rkte k\u00f6nnen Sie noch erschlie\u00dfen?<\/strong><br \/>\nGenerell er\u00f6ffnen sich \u00fcberall dort f\u00fcr uns neue M\u00e4rkte, wo Materialien zuverl\u00e4ssig verklebt, bedruckt, lackiert oder abgedichtet werden. Unsere F&amp;E-Abteilung arbeitet eng mit Vertrieb und Marktmanagern zusammen, um neue Anwendungen fr\u00fchzeitig zu identifizieren und innovative L\u00f6sungen zu entwickeln. Vielversprechende M\u00e4rkte sind unter anderem Freizeit und Wearables. Plasma verbessert die Haftung auf modernen Materialien, etwa bei Smartwatches, Fitnessarmb\u00e4ndern oder Sport- und Outdoor-Equipment. Auch in der Batterietechnologie bietet sich gro\u00dfes Potenzial: Durch Plasmabehandlung k\u00f6nnen die Oberfl\u00e4chen von Batteriezellen optimiert werden, was die Leistung und Lebensdauer von Energiespeichern steigert. Im Bereich Elektronik und Front-End-Fertigung kann Plasma unter anderem die Haftung bei Display-Verklebungen, Schutzbeschichtungen oder empfindlichen Mikrokomponenten verbessern.<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Produkten, welchen Innovationen?<\/strong><br \/>\nEine spannende Frage, denn wir haben k\u00fcrzlich mehrere innovative Prozesse und Produkte auf den Markt gebracht. Im Bereich Prozesstechnologie haben wir Anfang des Jahres HydroPlasma vorgestellt. Diese spezielle Technologie entfernt sowohl organische als auch anorganische Verunreinigungen \u2013 vollautomatisiert und inline. Ein Beispiel ist die Entfernung von Fingerabdr\u00fccken, die in High-Tech-Industrien wie der Display- und Optikfertigung eine gro\u00dfe Herausforderung darstellt. Zudem sind sehr spannende neue Aktivierungseffekte zu erkennen. Auch bei faserverst\u00e4rkten Kunststoffen, 3D-Druck und Materialhybriden setzen wir neue Ma\u00dfst\u00e4be. Plasmabehandlung optimiert die Haftung zwischen verschiedenen Werkstoffen, beispielsweise bei der Verbindung von Kunststoffen mit Metallen. Das erm\u00f6glicht stabilere und langlebigere Hybridbauteile \u2013 ein entscheidender Vorteil zum Beispiel f\u00fcr Leichtbauanwendungen und strukturelle Verklebungen.<\/p>\n<p><strong>Warum setzen viele Anwender trotz der Vorteile des Plasmaverfahrens nach wie vor auf Beschichtungen, die mit L\u00f6semitteln arbeiten?<\/strong><br \/>\nViele Kunden haben vielleicht schon einmal von Plasma geh\u00f6rt, sind aber mit der Technologie und ihren Vorteilen nicht vertraut. In anderen F\u00e4llen gibt es eine gewisse Skepsis gegen\u00fcber einer Prozessumstellung. Gleichzeitig w\u00e4chst jedoch das Interesse an nachhaltigeren Alternativen, insbesondere von Unternehmen, die ihren CO\u2082-Fu\u00dfabdruck senken und chemische Vorbehandlungen durch Plasma ersetzen m\u00f6chten. Um das Bewusstsein f\u00fcr die Plasmatechnologie zu st\u00e4rken, setzen wir gezielt auf Wissensvermittlung und Kooperationen. Unsere Plasmatreat Academy bietet Webinare und Schulungen, um Anwender praxisnah zu informieren. Zudem arbeiten wir eng mit Forschungsinstituten, Universit\u00e4ten und Hochschulen zusammen. So bringen wir die Technologie bereits in die Ausbildung von Fachkr\u00e4ften ein und f\u00f6rdern deren Einsatz in k\u00fcnftigen industriellen Anwendungen. Wir sind \u00fcberzeugt, dass bei einer Cost-of-Ownership-Betrachtung deutliche Vorteile bei uns liegen.<\/p>\n<p><strong>Wie beurteilen Sie die Zukunft des Kunststoffs?<\/strong><br \/>\nKunststoffe bleiben in vielen Industrien unverzichtbar. Ihre Leichtigkeit, Stabilit\u00e4t und Vielseitigkeit machen sie essenziell, doch Nachhaltigkeit und Recycling gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ich sehe die Zukunft des Kunststoffs daher in einer gezielten Weiterentwicklung: Mehr Recycling, intelligente Materialkombinationen, optimierte Oberfl\u00e4chenfunktionalisierung oder auch Materialersatz werden entscheidend sein. Ein interessantes Beispiel kommt aus der Elektromobilit\u00e4t. Hier sehen wir den Trend, Aluminiumwannen durch faserverst\u00e4rkte Kunststoffwannen zu ersetzen. Konzepte hierf\u00fcr werden wir auch auf der diesj\u00e4hrigen K-Messe sehen d\u00fcrfen. Unser Ziel bei Plasmatreat ist es, mit innovativen Technologien eine nachhaltigere und effizientere Kunststoffverarbeitung zu erm\u00f6glichen. So k\u00f6nnen wir Kunststoffe als wertvollen Rohstoff erhalten und gleichzeitig den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck der Industrie reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunststoff ist ein vielseitiger Werkstoff und in vielen Industrien unverzichtbar. 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