{"id":41211,"date":"2025-04-24T07:58:21","date_gmt":"2025-04-24T05:58:21","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=41211"},"modified":"2025-04-17T12:01:09","modified_gmt":"2025-04-17T10:01:09","slug":"way2k-2025-wir-hatten-noch-nie-so-effiziente-anlagen-wie-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=41211","title":{"rendered":"Way2K 2025: \u201cWir hatten noch nie so effiziente Anlagen wie heute\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview auf dem Weg zur K 2025 mit Marcel Perrevort, Chief Sales Officer bei Reifenh\u00e4user<\/p>\n<p>Herr Perrevort, das Motto der n\u00e4chsten K \u201cThe Power of Plastics\u201d zeugt von Selbstbewusstsein. Zu recht?<\/strong><br \/>\nAuf jeden Fall. Wir sehen, dass sich das Image von Kunststoff deutlich ver\u00e4ndert hat. Kunststoff wird heute nicht mehr als Problem gesehen, sondern als ein Wertstoff, der ma\u00dfgeblich zur L\u00f6sung vieler Probleme auf der Welt beitragen kann. Nat\u00fcrlich immer nur, wenn er richtig eingesetzt wird. Die Diskussion \u00fcber Kunststoff ist deutlich sachlicher und realistischer geworden, sowohl bei unseren Kunden als auch bei unseren Mitarbeitern. Die meisten Betriebe unserer Branche wollen heute zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoff beitragen. Gleichzeitig muss die Wirtschaftlichkeit gegeben sein. Auf der K werden wir zeigen, dass beides m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>Im zweiten Teil des Mottos wird der Anspruch \u201cGreen \u2013 Smart \u2013 Responsible\u201d formuliert. Wo liegt hier der Fokus bei Reifenh\u00e4user?<\/strong><br \/>\nWir sind schon l\u00e4nger auf allen drei Feldern unterwegs. Wir forcieren das Downgauging, also die Herstellung immer d\u00fcnnerer Folien mit gleichen oder sogar besseren Eigenschaften. Damit sparen wir erheblich CO2 ein \u2013 bei einem Material, dass im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien ohnehin oft die bessere CO2-Bilanz aufweist. Das Thema \u201esmart\u201c, also die Digitalisierung und Automatisierung pusht die CO2 Bilanz zus\u00e4tzlich: Wir hatten noch nie so effiziente Anlagen wie heute, die mit minimalem Rohstoffverbrauch, optimiertem Energieeinsatz und minimiertem Ausschuss leistungsf\u00e4hige Produkte herstellen. Da ist schon sehr viel passiert und die Entwicklung geht weiter. Smarte Anlagen sind aber vor allem eine Antwort auf den Fachkr\u00e4ftemangel. Assistenzsysteme und Automatisierungsfeatures helfen Folienherstellern dabei, ihre Produktivit\u00e4t und Qualit\u00e4t zu sichern \u2013 auch wenn gerade kein perfekt ausgebildetes Personal zur Verf\u00fcgung steht. Und nat\u00fcrlich macht Automatisierung die Anlagen auch sicherer, womit wir beim Thema \u201eResponsible\u201c w\u00e4ren. Dies schlie\u00dft f\u00fcr uns die Verantwortung gegen\u00fcber der Umwelt, gegen\u00fcber unseren eigenen Mitarbeitern und gegen\u00fcber den Mitarbeitern unserer Kunden ein. Die Themen Green \u2013 Smart \u2013 Responsible sind enorm vielf\u00e4ltig und f\u00fcr uns eng miteinander verbunden.<\/p>\n<p><strong>Welche konkreten Projekte verfolgen Sie hier?<\/strong><br \/>\nDa gibt es viele. Beim Thema Smart haben wir spezielle Einheiten f\u00fcr Digitalisierung und Education ins Leben gerufen: die RE: GmbH, R-Cycle oder unsere AR:DEL Akademie. Wir haben dort viel investiert und marktreife L\u00f6sungen geschaffen, die nicht nur f\u00fcr Reifenh\u00e4user-Maschinen, sondern sogar dar\u00fcber hinaus unseren Kunden Mehrwerte bieten. Es k\u00f6nnen beispielsweise alle Maschinen entlang der Wertsch\u00f6pfungskette vernetzt werden \u2013 neben einer Extrusionsmaschine etwa eine Druckmaschine, eine Recyclinganlage und mehr. Ziel ist es, mithilfe von Digitalisierung effizienter und nachhaltiger zu produzieren. Gerade in diesem Bereich besteht in der Kunststoffbranche noch erhebliches Potenzial.<\/p>\n<p><strong>Inwieweit bremst die schwache Konjunktur in weiten Teilen der Welt die Entwicklung Ihrer Branche?<\/strong><br \/>\nDie Bremskl\u00f6tze gibt es \u00fcberall. Einer davon sind die \u00dcberkapazit\u00e4ten, die vor allem in den Jahren der Pandemie aufgebaut wurden. Im Hygiene-Bereich sind sie am gr\u00f6\u00dften, aber auch anderswo sind sie sp\u00fcrbar. Es wird zwar noch in Maschinen und Anlagen investiert, allerdings mit deutlich angezogener Handbremse. Viele Unternehmen sorgen sich auch um die Geopolitik und die drohenden Handelshemmnisse. Die Unsicherheiten sind gro\u00df. Dennoch sehen wir erste Signale f\u00fcr eine langsame Erholung der M\u00e4rkte. In der Zwischenzeit investieren wir weiter in die Zukunftsthemen und die damit verbundenen Mehrwerte f\u00fcr unsere Kunden.<\/p>\n<p><strong>Was kann man in dieser Situation der verbreiteten Investitionszur\u00fcckhaltung tun?<\/strong><br \/>\nWir unterst\u00fctzen Kunden dabei, mit dem bestehenden Equipment effizienter zu werden. Hersteller investieren aktuell seltener in die gro\u00dfe neue Anlage, die 1000 kg pro Stunde zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4t bringt, aber sie sind durchaus an einer verbesserten Endqualit\u00e4t des Produktes oder der effizienteren Produktion interessiert. Wir zeigen deshalb auf, was mit Retrofits oder speziellen L\u00f6sungen im Bereich Digitalisierung machbar ist. Die L\u00f6sungen bringen einen schnellen Return-on-Invest und kommen deshalb gut an. Die Margen bei den Kunden sind stark unter Druck.<\/p>\n<p><strong>Geht dieser Druck zulasten der Nachhaltigkeit?<\/strong><br \/>\nDas w\u00fcrde ich nicht sagen. Erstens ist das Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit in unserer Branche bereits stark verankert. Zweitens sehen wir, dass es auf diesem Weg kein Zur\u00fcck mehr gibt. Der \u00dcbergang von der linearen in die Kreislaufwirtschaft wird politisch vorangetrieben, beispielsweise durch die neue europ\u00e4ische Verpackungsverordnung PPWR, die jetzt schrittweise in Kraft tritt. Das treibt vor allem die gro\u00dfen Brand-Owner um, denn viele Fragen sind in diesem Zusammenhang noch unbeantwortet: Woher kommen Rezyklate in ausreichender Menge und Qualit\u00e4t, um die \u2013 je nach Verpackungstyp \u2013vorgeschriebenen 30 Prozent Rezyklatanteil zu erf\u00fcllen? Wie k\u00f6nnen die vorgeschriebenen Rezyklatanteile bei Lebensmittelverpackungen realisiert werden, wo die Verwendung von Rezyklaten heute oft noch durch andere Vorschriften untersagt wird. Alle Marktteilnehmer besch\u00e4ftigen sich mit diesen Fragen und arbeiten an L\u00f6sungen, um bereit zu sein, wenn der erzwungene Umschwung kommt. Wir sind \u00fcberzeugt, dass dieser Zwang n\u00f6tig ist. Kreislauff\u00e4hige L\u00f6sungen sind heute oft teurer und w\u00fcrden sich ohne regulatorisches Eingreifen nicht so schnell am Markt durchsetzen.<\/p>\n<p><strong>Welche Entwicklungen erwarten Sie in der Zukunft?\u00a0<\/strong><br \/>\nIch glaube, man wird auf der n\u00e4chsten K einen Automatisierungssprung sehen &#8211; in der Folienextrusion, aber auch in anderen Bereichen der Kunststoffverarbeitung. Es werden auch noch einmal deutliche Effizienzspr\u00fcnge besonders in den Technologien zu sehen sein, die zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Wir konnten zum Beispiel recyclingf\u00e4hige All-PE-Monomaterialfolie mit einer Dicke von nur 18 Mikrometern produzieren, wodurch sie wirtschaftlich betrachtet, erstmals mit konventioneller PET-PE-Folie konkurrieren kann. Auf der letzten K war au\u00dferdem das Thema Digitalisierung noch relativ abstrakt. In diesem Jahr werden wir sehr viele konkretere Anwendungen sehen. Fortsetzen wird sich der Trend zur Modularit\u00e4t. Die Kunden entscheiden f\u00fcr sich, wie sie ihre Maschine ausstatten und in welchem Ma\u00dfe die Digitalisierung ihnen dabei hilft &#8211; inklusive KI-Anwendungen, bei denen man schon heute den konkreten Nutzen erkennt und sich nochmal enorme Verbesserungspotenziale er\u00f6ffnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, man wird auf der n\u00e4chsten K einen Automatisierungssprung sehen &#8211; in der Folienextrusion, aber auch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41212,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-41211","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41211"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41213,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41211\/revisions\/41213"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/41212"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41211"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=41211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}