{"id":41279,"date":"2025-05-08T07:30:46","date_gmt":"2025-05-08T05:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=41279"},"modified":"2025-05-04T13:41:34","modified_gmt":"2025-05-04T11:41:34","slug":"way2k-2025-effizienz-ist-der-treiber-der-kunststoffindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=41279","title":{"rendered":"Way2K 2025: \u201cEffizienz ist der Treiber der Kunststoffindustrie\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nInterview auf dem Weg zur K 2025 mit J\u00f6rg Stech, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bei KraussMaffei Technologies<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Stech, was sind die Treiber der Kunststoffindustrie heute?<\/strong><br \/>\nNach wie vor stehen die Wirtschaftlichkeit und die Effizienz als Treiber der Kunststoffindustrie im Vordergrund. Wenn Kunden Kunststoffteile herstellen, erfolgt dies in der Regel in hohen St\u00fcckzahlen. Der Anspruch der Kunden an Technologien steigt. Das Motto lautet: schneller, leistungsf\u00e4higer und vor allem effizienter. Das bedeutet f\u00fcr uns als Hersteller, Technologien und Verfahren zu entwickeln, die besser, effizienter und damit auch wirtschaftlicher als die der Konkurrenz sind. Weitere Treiber sind neue Anwendungen und Produkte am Markt. Nehmen wir das Beispiel Automobil: Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren bestehen viele Bauteile im Motorraum aus Metall, damit die entstehende W\u00e4rme abgef\u00fchrt werden kann. Bei Elektroautos entstehen aufgrund der anderen Bauweise neue Notwendigkeiten: Zum einen betrifft es das Material, aus dem die Bauteile gefertigt werden und zum anderen sind es komplett neue Bauteile, die ben\u00f6tigt werden. So ist es zum Beispiel bei Elektromotoren m\u00f6glich, einige Bauteile aus Kunststoff zu fertigen, da es funktional keiner W\u00e4rmeabf\u00fchrung mehr bedarf. Ebenso erf\u00fcllen die Bauteile selbst heutzutage andere Funktionen. Waren sie fr\u00fcher mechanisch notwendig, sind sie heute teilweise reine Design-Elemente. Weitere Treiber der Kunststoffindustrie sind neue Regularien. So hat sich die EU zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 Kunststoffteile in Neuwagen aus mindestens 25 Prozent Kunststoffrezyklat bestehen sollen. Hier sehen wir unsere Aufgabe, L\u00f6sungen zu finden, die dieses Ziel erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel geben?<\/strong><br \/>\nNehmen wir wieder die Automobilindustrie: Wenn die Motorhaube zuk\u00fcnftig funktional nicht mehr aus Metall gefertigt sein muss, dann kann sie auch aus Kunststoff hergestellt werden. Das hei\u00dft, KraussMaffei erzeugt sie wirtschaftlich mittels Spritzgie\u00dftechnik. Und nicht nur das, sie kann mittels unseres ColorForm-Verfahrens sogar direkt in der Spritzgie\u00dfmaschine lackiert werden. Das macht separate Lackieranlagen und Transportwege obsolet. Die Fertigung wird effizienter und so ver\u00e4ndert sich peu \u00e0 peu auch die ganze Industrie. Es gibt neue M\u00f6glichkeiten. Auch wenn sich die Bedingungen auf dem globalen Wettbewerbsmarkt ver\u00e4ndert haben und schwieriger geworden sind, erschlie\u00dfen sich dadurch f\u00fcr deutsche Maschinenbauer, speziell auch f\u00fcr uns in der Spritzgie\u00dftechnik, M\u00f6glichkeiten, neue Technologien entsprechend der neuen Kundenbed\u00fcrfnisse zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen Innovationen in Ihrem Haus?\u00a0<\/strong><br \/>\nOhne Innovationen wird die Luft f\u00fcr Europa auf dem Wettbewerbsmarkt d\u00fcnn. Es ist Fakt, dass wir teurer als beispielsweise die fern\u00f6stlichen Wettbewerber sind, weil wir unter anderem h\u00f6here Produktionskosten haben: Personal, Energie und auch die Logistikkosten f\u00fcr das Sourcing national und international spielen eine Rolle. Deshalb liegt unser Augenmerk ganz klar auf der Entwicklung von Innovationen und neuen Technologien. Unser Anspruch ist es, dem Kunden ein Produkt anzubieten, das weit \u00fcber das einer Standard-Spritzgie\u00dfmaschine hinausgeht. Bei der Herstellung von Spitzgussteilen geht es zum Beispiel um die Reduktion des Energiebedarfs. Das erm\u00f6glicht Einsparungen. Wir setzen aber auch Technologien ein, die dazu f\u00fchren, dass die Materialeinsatzquote sinkt oder, dass andere Materialien, wie Rezyklat, eingesetzt werden k\u00f6nnen. Das sind alles Technologien, die wir weiterentwickeln m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Wie erreichen sie das?<\/strong><br \/>\nInnovation bedeutet nicht immer gleich neue Erfindung. Vielmehr sehen wir das Potential in kleinen innovativen Schritten, beispielsweise in Form von konsequenter Weiterentwicklung bestehender Prozesse. Dabei besch\u00e4ftigen wir uns mit verschiedenen Fragen: Wie kann der Faseranteil vergr\u00f6\u00dfert werden? Wie k\u00f6nnen wir auf wesentliche Einflussparameter des Spritzgie\u00dfprozesses Einfluss nehmen? Ist es m\u00f6glich, ein Bauteil mit geringeren Temperaturen zu spritzgie\u00dfen? Diese Faktoren haben in Summe eine sehr gro\u00dfe Wirkung. Das Knowhow und der direkte Austausch mit dem Kunden ist unser Wettbewerbsvorteil, denn dies l\u00e4sst sich nicht einfach als Musterl\u00f6sung auf dem Weltmarkt k\u00e4uflich erwerben. Die bedarfsorientierte Fertigung von Spritzgie\u00dfmaschinen inklusive der Entwicklung kundenspezifischer Applikationen geht weit \u00fcber den allgemeinen Spritzgie\u00dfmaschinenbau hinaus. Aufgrund der kooperativen Zusammenarbeit und Entwicklung ist es uns m\u00f6glich, f\u00fcr den Kunden den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Mehrwert zu generieren. Dabei kommt uns zugute, dass wir aus dem gesamten KraussMaffei-Knowhow unserer unterschiedlichen Technologien von der Spritzgie\u00df-, \u00fcber die Reaktionstechnik, bis hin zur Additiven Fertigung, Automation und Extrusion sch\u00f6pfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen Fachkr\u00e4fte und der richtige Nachwuchs?<\/strong><br \/>\nF\u00fcr unsere Aufgaben brauchen wir nat\u00fcrlich Top-Talente mit spezifischem Wissen. Ganz gleich, welche Stelle zu besetzen ist, m\u00fcssen wir das Fachpersonal f\u00fcr KraussMaffei begeistern. Leider finden wir die Fachleute oft nicht direkt vor Ort. Hier spielt uns die Attraktivit\u00e4t des Standorts M\u00fcnchen im Allgemeinen und unser neues Werk in Parsdorf in die Karten. Die Investition in neue Werks- und B\u00fcrogeb\u00e4ude, Maschinen sowie in unser Technikum steigerte die Attraktivit\u00e4t von KraussMaffei am Arbeitsmarkt aber auch bei der Stammmannschaft vor Ort. Damit sind Bedingungen geschaffen, die die Kollegen in die Lage versetzen, gut zu arbeiten und neue L\u00f6sungen zu generieren. Hierbei z\u00e4hlt jeder einzelne, denn Innovationen gehen von jedem aus \u2013 vom Vertriebsmitarbeitenden bis zum Mitarbeitenden an der Maschine. Zudem legen wir gro\u00dfen Wert auf die Bildung im Sinne von Fort- und Weiterbildung. Mit der Entwicklung unserer LearningPods, Lernkabinen, die sich \u00fcberall aufstellen lassen, k\u00f6nnen Mitarbeitende sich per Kurz-Videos bestimmte Handhabungen oder entsprechendes Wissen aneignen. Die LearningPods eignen sich insbesondere f\u00fcr die Mitarbeitenden, die keinen festen Bildschirmarbeitsplatz haben und in der Produktion arbeiten. Dieses Produkt ist so attraktiv, dass es auch an andere Firmen verkauft wird, denen die Bildung der Mitarbeitenden gleicherma\u00dfen wichtig ist.<\/p>\n<p><strong>Wo steht Europa aktuell in puncto Nachhaltigkeit?<\/strong><br \/>\nDie EU ist aktuell der Treiber f\u00fcr Nachhaltigkeit. Das ist gut so, denn w\u00fcrde Europa die Nachhaltigkeit nicht vorantreiben, w\u00fcrde sich die Welt insgesamt deutlich weniger damit auseinandersetzen. KraussMaffei sucht daher intensiv nach nachhaltigeren L\u00f6sungen, damit den folgenden Generationen eine ad\u00e4quate Zukunft erm\u00f6glicht wird. Essentiell dabei ist, dass die Regeln, die zu Ressourcenschutz und zu einem besseren Umgang mit Kunststoff f\u00fchren, f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen gelten, unabh\u00e4ngig davon, welche Branche oder welches Land sie betreffen. Wenn europ\u00e4ische Regulierungen dazu f\u00fchren, dass ausschlie\u00dflich europ\u00e4ischen Herstellern ein Nachteil entsteht, f\u00fchrt dies zu einer zus\u00e4tzlichen Benachteiligung und Schw\u00e4chung der wirtschaftlichen Lage von Europa. Das darf nicht passieren. Wir brauchen Systeme, die einen fairen Wettbewerb f\u00fcr alle sicherstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach wie vor stehen die Wirtschaftlichkeit und die Effizienz als Treiber der Kunststoffindustrie im Vordergrund&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41280,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-41279","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41279"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41279\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41281,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41279\/revisions\/41281"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/41280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41279"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=41279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}