{"id":42202,"date":"2025-10-08T07:06:15","date_gmt":"2025-10-08T05:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=42202"},"modified":"2025-10-01T09:10:38","modified_gmt":"2025-10-01T07:10:38","slug":"basf-porsche-und-best-schliessen-pilotprojekt-zum-chemischen-recycling-erfolgreich-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=42202","title":{"rendered":"BASF, Porsche und BEST schlie\u00dfen Pilotprojekt zum chemischen Recycling erfolgreich ab"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>K<\/strong><strong>o<\/strong><strong>mplexe Abfallstr\u00f6me aus Altfahrzeugen lassen sich durch chemisches Recycling zum Wiedereinsatz in der Schaumstoff-Herstellung f\u00fcr Lenkr\u00e4der aufbereiten<\/strong><\/li>\n<li><strong>Erstmals wurden \u00fcber ein Gasifizierungsverfahren fossile Rohstoffe vollst\u00e4ndig durch zirkul\u00e4re, automobilabfallhaltige Str\u00f6me ersetzt, um neue Kunststoffe herzustellen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Porsche AG und die BASF SE haben in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner BEST &#8211; Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH ein Pilotprojekt zum Recycling von gemischten Abf\u00e4llen aus Altfahrzeugen erfolgreich abgeschlossen.\u00a0 Das Pilotprojekt demonstriert die Recyclingf\u00e4higkeit von Hochleistungskunststoffen aus Automobil Schredder R\u00fcckst\u00e4nden (ASR) zusammen mit nachwachsenden Rohstoffen. Diese Mischung aus Kunststoff, Folie, Lack und Schaumstoffresten ist so komplex, dass sie aktuell nur thermisch verwertet werden kann. Das Pilotprojekt zeigt, dass sich diese Automobilabf\u00e4lle mittels der Gasifizierung, einer speziellen Art des chemischen Recyclings, jedoch stofflich nutzen und in den Automobilkreislauf zur\u00fcckf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Durch Pilotprojekte werden neue Kunststoffquellen und Einsatzm\u00f6glichkeiten von chemischem Recycling in Bauteilen erschlossen. Ziel ist es, in Zukunft weniger Prim\u00e4rmaterial zu beziehen und den Anteil an recycelten Materialien im Fahrzeug zu erh\u00f6hen. Im Rahmen des Projekts wurde das chemisch recycelte Material im Herstellungsprozess f\u00fcr Lenkr\u00e4der verwendet.<\/p>\n<p>\u201e\u00dcber derartige Pilotprojekte k\u00f6nnen wir bewerten, wie wir die Kreislaufwirtschaft bei Porsche weiterentwickeln und chemisches Recycling langfristig in unserer Strategie integrieren k\u00f6nnen,\u201c sagt Dr. Robert Kallenberg, Leiter Nachhaltigkeit der Porsche AG. \u201eWir testen mit unseren direkten Partnern gezielt neue Recyclingtechnologien, um Rezyklatquoten zu erh\u00f6hen, Zugang zu bisher nicht nutzbaren Rezyklatquellen zu erhalten und neue Verfahren f\u00fcr Abfallstr\u00f6me zu bewerten, die derzeit thermisch verwertet werden.\u201c<\/p>\n<p>Porsche verfolgt das Ziel, die Kreislaufwirtschaft bei der Fahrzeugherstellung aktiv zu f\u00f6rdern und den Anteil recycelter Materialien in den eigenen Fahrzeugen schrittweise zu erh\u00f6hen. Durch das Pilotprojekt kann das Potenzial der Automobil Schredder R\u00fcckst\u00e4nde als zuk\u00fcnftige Rezyklat-Quelle und damit als Sekund\u00e4rrohstoff bewertet werden: Es ist damit eine zus\u00e4tzliche Option zum mechanischen Recycling, dem diese hohe Qualit\u00e4tsstufe oft nicht zug\u00e4nglich ist. Dar\u00fcber hinaus ist in Verbindung mit dem sogenannten Massenbilanzansatz zuk\u00fcnftig eine bedarfsgerechte Skalierung m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Defossilisierung: Erste vollst\u00e4ndig nicht-fossile Gasifizierung zur Herstellung neuer Kunststoffe<\/strong><\/p>\n<p>Bei dem abgeschlossenen Projekt konnte erstmals ein Abfallstrom, der nur aus Automobilabf\u00e4llen und Biomasse bestand, in einem Gasifizierungsprozess f\u00fcr die Kunststoffproduktion recycelt werden. Der dabei entstehende recycelte Rohstoff \u2013 das sogenannte Synthesegas und seine Derivate \u2013 ersetzte die fossilen Rohstoffe in der integrierten BASF-Wertsch\u00f6pfungskette. Innerhalb ihres Produktionsnetzwerks stellt BASF dann die f\u00fcr das Lenkrad ben\u00f6tigte Polyurethan-Rezeptur nach einem Massenbilanzansatz* her.<\/p>\n<p>Die Recycling-Innovation verwendet moderne Gasifizierungstechnologie von BEST GmbH, um Kunststoffabf\u00e4lle und andere Reststoffe bei hoher Temperatur in\u00a0\u00a0 Synthesegas umzuwandeln.<\/p>\n<p>\u201eIn unserer Anlage haben wir bisher Biomasse wie Holz oder Stroh in Chemie-Rohstoffe umgewandelt. In diesem Pilotprojekt haben wir diese Gasifizierungstechnologie nun zusammen mit BASF und Porsche erstmals dazu genutzt, komplexe Kunststoffabfallstr\u00f6me in synthetisches Roh\u00f6l, sog. Syncrude, zu verwandeln.\u201d, erl\u00e4utert Dr. Matthias Kuba, Area Manager Syngas Platform Technologies bei BEST &#8211; Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH in Wien.\u00a0 \u201eDiese Form des chemischen Recyclings hat gro\u00dfes Potenzial zur Umwandlung komplexer, gemischter Abfallstr\u00f6me in neue, wertvolle Rohstoffe. Dadurch stellt sie eine sinnvolle Alternative zur Verbrennung von Abf\u00e4llen dar.\u201c<\/p>\n<p><strong>Technologienspektrum breit halten<\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnter \u201eOur Plastics Journey\u201c fassen wir bei BASF die drei Phasen des Produktlebenszyklus make, use, recycle zusammen.\u00a0 F\u00fcr Letzteres bieten wir eine breite Palette an Recyclingl\u00f6sungen an, da wir \u00fcberzeugt sind, dass viele Methoden sich gegenseitig erg\u00e4nzen m\u00fcssen, um Recyclingziele zu erreichen. Wir priorisieren mechanisches Recycling und verbessern kontinuierlich dessen Effizienz. Die Art des Abfalls und der Grad der Sortierung bestimmen, welche Technologien am besten geeignet sind. Wir sind \u00fcberzeugt, dass erg\u00e4nzende Technologien wie das chemische Recycling, zu dem Pyrolyse, Depolymerisation und Gasifizierung geh\u00f6ren, notwendig sind, um die Kreislaufwirtschaft weiter zu f\u00f6rdern und den Kunststoffabfall zu verringern, der heute noch auf Deponien landet oder verbrannt wird\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Martin Jung, Leiter des Unternehmensbereichs BASF Performance Materials.<\/p>\n<p>\u201eUm die verschiedenen Optionen zur Abfallverwertung optimal zu nutzen und alle Technologien parallel weiterzuentwickeln, ist der geeignete regulatorische Rahmen unerl\u00e4sslich.\u201c<\/p>\n<p><strong>*Hintergrund: Chemisches Recycling und Massenbilanz<\/strong><\/p>\n<p>Mit chemischem Recycling lassen sich Kunststoffabf\u00e4lle verarbeiten, die aus technischen, \u00f6konomischen oder \u00f6kologischen Gr\u00fcnden nicht mechanisch recycelt werden k\u00f6nnen. Die Gasifizierung ist eine Variante des chemischen Recyclings, mit der sich besonders vermischte Abfallstr\u00f6me in wertvolle neue Rohstoffe \u2013 z. B. f\u00fcr die Kunststoffherstellung \u2013 umwandeln lassen. Bei der Einspeisung in gro\u00dfe komplexe und kontinuierlich betriebene Produktionsanlagen wie in den BASF-Verbund werden diese neuen zirkul\u00e4ren Rohstoffe mit konventionellen fossilen Rohstoffen vermischt und zu Kunststoffvorprodukten verarbeitet. Die kalkulatorische Zuordnung der neuen (Sekund\u00e4r-)Rohstoffe erfolgt \u00fcber das Instrument der Massenbilanz. Produkte und Standorte werden von unabh\u00e4ngigen Auditoren nach international anerkannten Systemen wie ISCC PLUS oder REDcert\u00b2 zertifiziert.<\/p>\n<p>Durch die hohe Qualit\u00e4t der eingespeisten neuen Rohstoffe haben die entstehenden Produkte Neuwarequalit\u00e4t und erf\u00fcllen die anspruchsvollen Anforderungen von Hochleistungskunstoffen, wie sie vor allem f\u00fcr sicherheitsrelevante Automobilbauteile ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"https:\/\/plastics.basf.de\/gasifizierung\">plastics.basf.de\/gasifizierung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Porsche AG und die BASF SE haben in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner BEST &#8211; Bioenergy and Sustainable Technologies&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":42203,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-42202","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42202"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42204,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42202\/revisions\/42204"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/42203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42202"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=42202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}